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monerl

Wieso sind negative Rezensionen wichtig?

Herzlich Willkommen zuMonerlS Buchgeplauder! Hiermit starte ich heute eine unregelmäßige Gesprächsrunde, in der ich Themen oder Fragen, die mich beschäftigen, auf den Grund gehen möchte.

Die heutige Premiere leite ich mit dem ThemaNEGATIVE REZENSIONENein und möchte euch darlegen, warum ich negative Rezensionen zu Büchern sehr wichtig finde!

Wieso sind negative Rezensionen wichtig?

Wenn es um die Bewertung von Büchern geht, fällt es nicht jedem*r Leser*in leicht eine angemessene Bewertung für das Buch zu finden? Warum ist das so?

Weil eine anständige Person niemanden verletzten mag. Das ist absolut nachvollziehbar und auch völlig in Ordnung. Zum einen ist da der*die Autor*in, die sich viele Gedanken zu einem Buch gemacht haben, viel Zeit investierten und auch sehr viel Herzblut in ihr Buchbaby gesteckt haben. Oftmals fällt es ihnen nicht so leicht ihre Geschichte in die Öffentlichkeit zu entlassen. Viele Autor*innen haben immer das Gefühl, dass sie es noch besser hätten machen können und sind dementsprechend auch sehr gespannt darauf, wie ihr Buch dem Publikum gefallen wird. Sie sind voller Vorfreude aber auch etwas ängstlich: Wie wird das Buch bei den Leser*innen ankommen?

Dann ist da natürlich auch noch der Verlag. Er hat sich für den*die Autor*in und für seine*ihre Geschichte entschieden, weil er überzeugt davon ist, dass dieses Buch die Leser*innen unterhalten, bestenfalls begeistern wird. Bücher, die sich nicht (gut) verkaufen und einen Flop darstellen sind schlecht fürs Geschäft.

Deshalb kann ich natürlich sehr gut verstehen und nachvollziehen, warum schlechte Rezensionen nicht gern gesehen werden und natürlich auch i.d.R. nicht geteilt werden.

Doch ich möchte jetzt das Ganze auch mal aus der Leser*innen-Sicht aufzeigen.

Ich liebe das Lesen, seit ich mich erinnern kann! Ich lese und verschlinge Geschichten in allen möglichen Formen, als gedrucktes Buch, eBook oder auch Hörbuch. Je nachdem was mein Alltag und wie meine Zeit es zulässt. Deshalb versuche ich meine Bücher so auszuwählen, sodass sie mir das größtmögliche Lesevergnügen bereiten.Ich will eigentlich nur 5 Sterne – Bücher lesen!In den 35 Jahren, in denen ich nun schon lese, hat sich mein Leseverhalten wie auch mein Geschmack verändert. Und mittlerweile kenne ich mich bereits so gut, sodass ich meistens ein sehr gutes Händchen bei meiner Buchauswahl an den Tag lege. Die meisten Bücher, die ich lese, haben 4 oder 5 Sterne.

Ich habe Familie, Kinder, einen Vollzeitjob, Freunde, Hobbys… und meine Lesezeit ist sehr beschränkt. Umso wichtiger ist es für mich, die beste Auswahl zu treffen. Wie gehe ich vor?

Es gibt Buchfreund*innen, die einen sehr ähnlichen Buchgeschmack haben wie ich. Auf ihr Urteil kann ich mich stützen. Es gibt Autor*innen, die seit vielen Jahren schreiben und ich mittlerweile weiß, dass mir fast jedes Buch von ihnen gefallen wird. Es gibt Verlage, die in Summe solche Bücher herausbringen, von denen ich weiß, dass ich sie mir näher anschauen kann, da sie überwiegend meine Lesegeschmack treffen.

Und dann gibt es auch Rezensionen, die ich lese, um herauszufinden, wie das Buch auf die Leser*innen gewirkt hat. Und hier kommen nun die (un)beliebten Sterne ins spiel!

Als Allererstes lese ich NEGATIVE REZENSIONEN!All die 1- und 2-Sterne-Rezensionen geben mir den besten Überblick über das Buch. Denn in diesen Rezensionen sagen i.d.R. die unterschiedlichsten Leser*innen, was ihnen am Buch nicht gefallen hat. Mal ist es die Umsetzung des Themas, mal die Schreibweise, dann die Orthografie oder die Charaktere, die Auflösung / das Ende einer Geschichte usw. Dabei kann ich meinen Lesegeschmack am besten vergleichen. Ich kann mir all die Kritikpunkte vornehmen und weiß, auf was ich wert lege.

Kritisiert jemand genau dieses Punkte, die jedoch für mich im umgekehrten Fall ein Buch auszeichnen, werde ich mir dieses Buch GENAU DESWEGEN kaufen! Denn hier weiß ich, dass der*die Rezensent*in am ehrlichsten war. Und nur das bringt mich weiter.

Habe ich alle negativen Rezensionen gelesen, lese ich noch ein bis zwei 3-Sterne-Rezensionen durch, eine 4 und ein bis zwei 5-Sterne-Rezensionen, um den Gesamtüberblick zu erhalten.

In all den Jahren habe ich festgestellt, dass es oftmals gar nicht so leicht fällt über ein herausragendes Buch zu schwärmen. Deshalb ist es nicht immer leicht aufgrund von positiven Bewertungen zu entscheiden, ob einem das Buch auch genauso zusagen würde. Doch vergleicht man Kritikpunkte hat man oftmals eine eindeutigere Vorstellung; entweder man stimmt ihnen nicht zu oder sieht es genauso.

Und ich persönlich finde, dass nicht jedes Buch jeden überzeugen und jedem gefallen kann. Geschmäcker sind verschieden und darüber kann man bekanntlich nicht streiten. Deshalb sollte es auch nicht schlimm sein, wenn ein Buch einigen Leser*innenNICHTgefällt.

Bestenfalls hat der*die Autor*in den Geschmack von 80% bis 90% der Leser*innen getroffen! Super! Was will man mehr? Alle haben alles richtig gemacht! Gratulliere!

Bekommt ein Buch im Schnitt 3 Sterne oder schlechter, dann ist das natürlich auch ein starkes Zeichen, auf das Autor*innen und Verlage hören müssen. Das schmerzt! Selbstverständlich! Aber es bringt Autor*innen und Verlagen im Endeffekt nichts, wenn sie nicht auf die Stimme des Marktes, also die der Leser*innen, hören. Schlimmstenfalls vergeudet sie Kraft, Zeit und Geld.

Sachliche negative Meinung und Kritik kann im Gegenzug für Autor*innen und Verlage auch eine große Hilfe sein! Vielleicht sind es nur Kleinigkeiten, die, wenn sie im nächsten Band oder Buch beherzigt werden, dem nachfolgenden Buch zum Erfolg verhelfen können.

Und wenn nicht, dann ist es einfach auch so, wie oben bereits erwähnt, man kann nicht den Geschmack aller treffen. That´s life!

Meine Wünsche:

Deshalb wünsche ich mir, dass jede*r Leser*in immer die eigene ehrliche Meinung zu einem Buch kundtut!

Ich wünsche mir, dass Autor*innen sachliche Kritik annehmen können und kein Shitstorm über die Rezensent*innen auslösen!

Ich wünsche mir, dass Verlage negative Rezensionen akzeptieren und Blogger*innen nicht auf ihre Schwarze Listen setzten, wenn diese ein Buch unter 3 Sternen bewerten!

Ich wünsche mir, das Rezensent*innen die Zeit für eine negative / kritische Rezension nicht als vertane Zeit ansehen!

Ich wünsche mir, dass Leser*innen endlich wieder entspannt und ohne Sorgen Bücher lesen und für sich Neues ausprobieren können, um zu testen, was ihnen alles gefällt und was nicht, um sich danach mitteilen können, egal, ob positiv oder negativ!

Deshalb gibt es auf meinem Blog Bewertungen von 1 – 5 Sternen! Ich zeige was mir gefallen hat und was nicht! Ich möchte begeistern, informieren aber auch warnen. Jede Rezension ist meine eigene persönliche und echte Meinung! Wer diese nicht akzeptiert, mit dem möchte ich auch nicht zusammenarbeiten, seien es Autor*innen oder Verlage.

Ich hoffe, ich konnte euch darlegen, warum ich negative Meinungen / Rezensionen wichtig und sehr lesenswert finde! Habt Mut euch mitzuteilen!

Wie steht ihr zu alledem? Schreibt, lest, mögt ihr sachliche 1- und 2-Sterne-Rezensionen?


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momo
Aug 23, 11:40 AM
Ich kann deinen Artikel sehr gut nachvollziehen, liebe Monerl.
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monerl
Aug 23, 12:39 PM
Volker Oppmann, ja, da sind wir dann einer Meinung! Unsachliches Beleidigen und Meinungen niedermachen, die nicht mit der eigenen übereinstimmen, sind...
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monerl
Aug 23, 12:40 PM
momo, ich musste das endlich mal loswerden, insbesondere, da gerade mein letztes Buch ein Flop für mich war und ich gemerkt habe, wie die Leute sich s...
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Anne-Marit Strandborg
Aug 23, 2:21 PM
Ich bin ganz ehrlich, ich habe es aus Eigennutz immer vermieden, negative Rezis zu schreiben. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, lese ich es nicht zu En...
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monerl
Aug 28, 2:03 PM
Anne-Marit Strandborg Das kann ich natürlich gut verstehen. Wenn ich ein Buch ganz grottenschlecht finde, breche ich auch ab. Je nach Thema und Autor*...