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Der neue Roman des Bestsellerautors David Safier - eine spannende und emotionale Geschichte über den Widerstand im Warschauer Ghetto Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage. . 28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt. 28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört. 28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben. 28 Tage, um eine Legende zu werden.
BIOGRAFIE
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane, darunter "Mieses Karma", "Jesus liebt mich", "Happy Family" und "Muh" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safier unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy (dem amerikanischen Fernseh-Oscar) ausgezeichnet. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.
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REZENSIONEN
Bewertet von bibliophiler_book..., awogfli und 3 andere
bibliophiler_booknerd
awogfli
may4la
loewenzahnmaedchen
morningside
bibliophiler_booknerd
Ich habe schon ein paar andere Bücher über die NS-Zeit wie "Das Tagebuch der Anne Frank", "Schindlers Liste" oder auch "Die Bücherdiebin" gelesen und deswegen war ich neugierig, wie sich David Safier mit der grauenhaften und fürchterlichen Thematik auseinandergesetzt hat. Mira, Amos, Daniel und Co. waren unterschiedliche Charaktere, die ich "gerne" begleitet habe, jedoch wurde ich mit Mira erst nach und nach wirklich warm. Ihre Handlungen und ihre Gedanken empfand ich teils als ein wenig fragwürdig, aber ansonsten handelt sie sehr authentisch. Auch die Deutschen und die Polen fand ich authentisch dargestellt, obwohl man mehr auf den Aspekt des Aufstandes hätte eingehen können. Die Nazis und ihre Gewalthandlungen bleiben vergleichsweise mit anderen Büchern über diese Zeit noch sehr blass und ich hätte mir noch mehr Interaktion und Authentizität gewünscht. Die Deportationen waren dem entgegengesetzt sehr authentisch. Die Handlung war authenisch, obwohl es nach dem ersten Höhe- bzw. Tiefpunkt (wer das Buch gelesen, müsste eigentlich wissen, welche Szene ich meine) eine kleine Unterbrechung bzw. einen Zeitsprung gibt, den man durchaus noch hätte ausfüllen können. Die Atmosphäre ist sehr düster, deprimierend und durch Todesangst geprägt ist. Das Ende passt gut zu der unruhigen Zeit und ich hätte es unpassend gefunden, wenn es ein wirkliches klassisches Happy End gegeben hätte. Insgesamt habe ich das Buch "gerne" gelesen und ich konnte es aufgrund des Schreibstils nicht mehr aus der Hand legen. Besonders das Ende fand ich sehr passend. Ich hätte mir bei ein paar Szenen und Handlungen noch ein wenig mehr Authentizität gewünscht und die Charaktere wirken teils sehr blass. Die Idee mit der "Geschichte in einer Geschichte" finde ich auch sehr gut, weil sie das innere Gefühlsleben von zunächst Hannah und anschließend von Mira sehr stark zum Ausdruck bringt.
1 Wow
Lange hab Ich ungläubig staunend die begeisterten Rezensionen zu diesem Buch verdrängt, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie ein Autor, der mich derart mit seinem primitiven schenkelklopfenden Humor genervt hat, ein so großartiges Buch zuwege bringen sollte. Aber so kann es passieren: Wenn man einen Schriftsteller schlussendlich in eine Schublade gesteckt hat, hüpft er mitunter wie ein Schachtelteufel überraschend aus derselben wieder heraus. Safier ist mit diesem Roman eine wundervolle Geschichte aus dem Warschauer Ghetto gelungen. Die 16-jährige Mira betätigt sich zuerst als Schmugglerin, um ihre Familie durchzubringen. Als die Deportationen ins Konzentrationslager Treblinka beginnen und ihre Schwester und Mutter getötet werden, schließt sie sich dem jüdischen Widerstand im Ghetto an, der 28 Tage lang den deutschen SS-Soldaten und den polnischen Polizeikollaborateuren standhält. Das ist länger, als Frankreich die Deutschen aufgehalten hat. Durch den ganzen Roman zieht sich in allen Szenen eine essentielle menschliche Frage, die Tag für Tag, bei jeder Aktion aufs Neue beantwortet werden muss: Wie weit kann man in seinem Überlebensinstinkt gehen, ohne die Menschlichkeit komplett zu verlieren? Wo beginnt Schuld und wann ist sie gesühnt? „Die Frage ist, kleine Mira, was für ein Mensch möchtest Du sein?“ „Einer der überlebt,“ antwortete ich leise, abwehrend. „Das scheint mir als Sinn des Lebens nicht ausreichend“, antwortete der Clown. Dann lachte er mich an – nicht aus -, hüpfte mit seiner Beute davon und ließ mich mit der Frage zurück: Was für ein Mensch möchte ich sein. „Die Frage ist nur“ fuhr er fort, „wie willst Du sterben? Willst Du ein Mensch sein, der sich wehrlos abschlachten lassen will? Oder einer der sich wehrt?“ „Der letzte der mich das gefragt hat, was für ein Mensch ich sein will, war ein Verrückter“, erwiderte ich. Dieses Thema hatte ich letztes Jahr schon im sehr realistisch grausamen Roman Nacht von Edgar Hilsenrath. Im polnischen Ghetto gibt es auch unter den jüdischen Opfern nur noch Täter, denn der Firnis von Zivilisation und Menschlichkeit ist unter dem Umstand des täglichen wahnwitzigen Überlebenskampfes wie weggeweht. Bei Safier wird dieser moralische Themenkomplex aber erstens aus der Sicht einer 16-jährigen dargelegt, die noch relativ unverbraucht eine naivere Vorstellung von der Welt hat, und zweitens haben die meisten handelnden Personen ihre Moral und ihre Skrupel noch nicht endgültig abgelegt, sie überprüfen täglich aufs Neue ihren Standpunkt, wohl auch durch den Umstand, dass sie sich entschlossen haben, sich gegen die Nazis zu wehren und somit ein bisschen menschliche Souveränität zurückerlangt haben. So entsteht mitten im Ghetto nicht nur eine grausame Überlebensgeschichte – die natürlich auch Tag für Tag geschrieben wird – sondern auch eine Story über Liebe, Eifersucht, Freundschaft, Heldenmut, Altruismus, Humor, Satire, fantastische Märchen und – man glaubt es kaum – sogar in kurzen Szenen über Genuss und Glück. Fast ist es eine normale Geschichte, wenn nicht der Tod an jeder Ecke lauern würde. Auch die Frage, warum die meisten Juden sich sehenden Auges, ohne Widerstand zu leisten, wie Schlachtvieh in die Konzentrationslager haben treiben lassen, wird hier konsistent thematisiert. Die Nazis haben die Hoffnung immer ein bisschen am Leben gehalten. Es wurden immer wieder Ausnahmen von der Deportation gemacht zum Beispiel durch bestimmte Bescheinigungen, die nach einer Woche nichts mehr wert waren, aber die Hoffnung – quasi wie auf einen Lottogewinn – aufrechterhielten. So wurde die Bevölkerung still gehalten und auch Kollaborateure akquiriert, die andere ans Messer lieferten. In den Ghettos gab es viele Werkstätten, die wichtige Güter für die Nazis produzierten. Die Juden haben gedacht, „Wir sind billige Arbeitskräfte, da werden sie doch nicht, das wäre doch verrückt“….. . Es dauerte lange, bis alle begriffen: Wir werden nicht überleben. Erst diese bittere Einsicht gab den Menschen die Kraft, sich zu wehren. So lebt und kämpft Mira mit ihren jugendlichen Freunden im Ghetto Tag für Tag – 28 Tage lang im Widerstand gegen die deutschen Besatzer und überlebt in einem Happy End außerhalb des Ghettos zusammen mit ihrer großen Liebe – vorerst in einem offenen Ende. Ich werde keinen neunundzwanzigsten Tag kämpfen. […] Ich werde ein Versteck suchen für mich und die Kleine. […] Kommst Du mit?“ Fast schon ist dieses Ende ein bisschen zu kitschig, um wahr zu sein, man denkt daran, dass Safier hier den gesamten Roman etwas zu optimistisch und rührselig angelegt hat … und dann … Kommt man im Nachwort drauf, dass fast alle Personen und Ereignisse historisch sind. Die Überlebenden aus der jugendlichen Widerstandsgruppe, die 28 Tage erfolgreich Widerstand und Kampf abgeleistet haben, der Schmugglerkönig mit dem großen Herz, der Zivilisten und Kämpfern seinen Bunker zur Verfügung gestellt hat, der Pädagoge Korczak, der sich für Waisenkinder einsetzte und sogar der durchgeknallte Clown Rubinstein, der reiche Ladenbesitzer erpresste, indem er Hitler lauthals schmähte, wenn SS-Soldaten vorbeigingen, und dadurch Lebensmittel abpresste, nur damit er zu reden aufhörte und die Soldaten nicht in Versuchung kamen, alle zu erschießen. Lediglich die Hauptfiguren Mira, Amos und Daniel sind fiktional, aber alles, was ihnen im Roman geschieht und alle Szenen ihrer inneren Konflikte basieren auf realen Ereignissen. Sie wurden aus den Memoiren von Überlebenden, umfangreichen Sammlungen, Quellen und von Ringelblums Vermächtnis, einem geheimen Ghettoarchiv, übernommen. Fazit: Großartige Aufarbeitung des Themas – diesmal nicht nur furchtbar und bedrückend erzählt, sondern auch mit einem Fünkchen Hoffnung, Humor, Liebe, Freundschaft und viel Menschlichkeit. Das Beste an der Geschichte ist, dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich genauso passiert ist.
2 Wows
Maike Bücheler
Mira ist sechzehn und lebt mit ihrer kleinen Schwester Hannah und ihrer Mutter im Warschauer Ghetto. Es ist 1943 und um zu überleben, schmuggelt sie Lebensmittel, was ihrem Freund Daniel nicht sonderlich gefällt. Als die Deutschen die „Aktion“ starten und damit beginnen, die gesamte Ghettobevölkerung umzubringen, greift Mira zu drastischen Mitteln und schließt sich dem Widerstand an. David Safier ist vor allem für seine humoristischen Bücher wie "Mieses Karma" oder "Jesus liebt mich" bekannt. Mit "28 Tage lang" wendet er sich jedoch der wohl düstersten Periode der Geschichte zu und verwandelt diese in einen Roman, der sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen gefallen kann. Während dem Lesen kam ich nicht umhin immer wieder zu denken, wie gut dieses Buch sich als Schullektüre eignen würde – jedoch frühestens in der zehnten Klasse. Denn an grausamen Details wird nicht gespart. Ich will mir nicht anmaßen zu wissen, wie wirklichkeitsnah oder -fern David Safier das Leben im Ghetto darstellt und vermute, dass es noch viel grausamer war als er beschreibt. Ich kenne mich mit diesem Thema wirklich nicht aus und will auch gar nicht so viel dazu sagen. Nur: Im Buch wird es ab etwa der Hälfte ziemlich plötzlich ziemlich übel. Ich hatte schon kaum noch damit gerechnet und war ziemlich überrascht. Aber es ist auch insgesamt definitiv kein Buch, dass sich leicht liest. Dabei hat es mich an keiner Stelle tatsächlich zu Tränen gerührt. Egal wer starb oder welche Grausamkeiten auch geschahen, geweint habe ich nie. Aber schwer geschluckt, das schon. Das Buch für ein paar Stunden – oder gar Tage – zur Seite gelegt, weil ich es nicht mehr ausgehalten hätte noch mehr zu lesen, das auch. Aber geweint habe ich nicht. Die Figuren im Buch sind fast alle toll gelungen. Angefangen bei Hannah, die man sofort ans Herz schließt, ganz egal wie zickig und frühpubertär sie sich verhält. Über Daniel, der so herzensgut ist, dass man selbst sofort ein schlechtes Gewissen bekommt. Hin zu Mira, mit ihren Ecken und Kanten, ihren falschen Entscheidungen, ihrem Willen zu Überleben und: ihrer Liebe zu Büchern. Der Einzige, den ich nicht in diese Aufzählung mit einschließen kann, ist Amos. Amos ist ein Junge, der Mira eines Tages das Leben rettet – nicht ohne romantische Spannungen – und dem sie später beim Widerstand erneut begegnet. Er wird eine große Rolle in ihrem Leben spielen, aber leider fällt mir nicht ein einziges Jugendbuchklischee ein, dass er nicht erfüllt: er ist außerordentlich gutaussehend, selbstbewusst, weiß, dass alle Mädchen ihm zu Füßen liegen, nutzt das aus, ist der perfekte Bad Boy, hat aber ein dunkles Geheimnis in seiner Vergangenheit, dass er, wie sollte es auch sonst sein, nur Mira anvertraut. Und noch eine Sache: Nur 30 Seiten zwischen: „Wer immer dich liebt, tut mir leid“ und „Wir küssten uns“ (lose Zitate)? Wirklich? Zurück zum Positiven und meinem absoluten Lieblingsteil an dem Buch: die Welt der 777 Inseln. Miras Schwester Hannah erzählt nämlich für ihr Leben gern Geschichten und eines Tages erfindet sie die der 777 Inseln, in der die Auserwählte mit Hilfe von drei magischen Spiegeln den bösen Spiegelmeister besiegen muss. Immer wieder tauchen die Erzählungen aus dieser Welt in 28 Tage lang auf, schnell sieht man die mal mehr, mal weniger versteckten Parallelen zu Miras tatsächlichem Leben und ich persönlich finde, dass diese märchenhaften, fantastischen Unterbrechungen dem Buch das besondere Etwas geben – und dem Leser etwas Zeit, einmal durchzuatmen. Schlussendlich fällt es mir schwer, ein eindeutiges Fazit zu ziehen. Ich fand die Geschichte großteils sehr vorhersehbar (bis auf den plötzlichen Umschwung in der Mitte. Darauf war ich beim besten Willen nicht vorbereitet), mochte allerdings die Charaktere sehr gern. Dummerweise musste ich mich durch das letzte Drittel des Buches einfach nur noch durchquälen und wenn ich, die eigentlich Happy Ends liebt, einem Buch einmal wünsche, das es schlecht ausgeht, dann stimmt wohl etwas nicht. Allerdings muss ich auch eingestehen, dass ich verstehe, warum es genau so enden musste, auch wenn es mir auf die Nerven ging. 28 Tage lang war ein gutes, ein (aus Ermangelung eines besseren Wortes:) krasses und grausames Buch, das mein Bücherregal sehr gut ergänzt. Das Thema passt meiner Meinung nach sehr gut zu einer Schullektüre, während die Geschichte (und der Schreibstil) darum herum es den Schülern – und auch jedem anderen Leser – leichter macht, einen Zugang dazu zu finden. Ich persönlich war zwar von der zweiten Hälfte des Buches enttäuscht, nehme aber trotzdem viel daraus mit und bin froh, es gelesen zu haben.
1 Wow
loewenzahnmaedchen
Inhalt: Mira ist Jüdin und muss deshalb im Warschauer Ghetto leben. Am Anfang ging es Mira und ihrer Familie im Ghetto noch ganz gut, doch die Lebenssituation wird immer schlechter. Ihr Vater hält der Situation nicht mehr stand und begeht Selbstmord. Miras Mutter leidet stark unter der Situation und deswegen muss Mira ihrer kleinen Schwester eine Ersatz- Mutter sein. Ihr erster Freund Daniel lebt im Waisenhaus, beide haben andere Ansichten. Als Mira sich wieder einmal aus dem Ghetto stiehlt um zu stehlen, gerät sie in eine brenzlige Situation und ausgerechnet ein hübscher Junge hilft ihr. Sie weiß noch nicht, dass sie ihm sehr viel zu verdanken hat und sich ihre Wege wieder kreuzen werden. Das Leben wird immer härter und auf einmal sollen alle Juden umgebracht werden. Jetzt erst merkt Mira wer zu ihr hält und wer sie verraten wird. Doch kann sie am Ende überleben? Meine Meinung: Ich bin immer noch sehr emotional angegriffen von diesem tollen Buch. So ein ein gutes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen und das ist bis jetzt mein Jahreshighlight, gut das Jahr ist zwar noch lang aber trotzdem. Der Schreibstil von David Safier ist wunderbar zu lesen und kommt sehr authentisch rüber. Bei diesem Buch fande ich besonders bemerkenswert, dass ich mit dem Buch verschmolzen bin, es war für mich kein lesen, sondern ein erleben und das war unbeschreiblich. Es war ein erleben der Geschichte und einfach unbeschreiblich. Das Buch hat mich in einen Bann geführt und nicht mehr losgelassen. Ich habe schon viele Bücher über den Holocaust gelesen, aber das war mit Abstand das beste. „28 Tage lang“ wurde von mir sichtlich verschlungen und in mich aufgesaugt. Das Buch wäre eine tolle Verfilmung! An manchen Stellen kamen mir wirklich die Tränen und ich musste zwischendurch kleine Pause machen um das Gelesene zu verarbeiten. Das Warschauer Ghetto wurde so beschrieben, dass ich es mir sehr detailgetreu vorstellen konnte. Die Charaktere waren einfach atemberaubend und sehr vom Autor durchdacht. Schön fande ich dass Mira den Tod ihrer Familie mit Träumen verarbeitet und so weiterhin Kontakt zu ihrer geliebten kleinen Schwester hat. Zum Ende hin wurde es sehr traurig und hat mich sehr emotional und nachdenklich gestimmt, ich habe mit den Menschen mitgelitten. Auch wenn es etwas ganz anderes ist einen Krieg mitzuerleben, konnte ich mir das durch das Buch ganz gut vorstellen. David Safier bekommt von mir den größten Respekt ausgesprochen, er hat das Warschauer Ghetto und die Judenverfolgung für einen Moment aufleben lassen und hat mit diesem Buch erreicht, dass man vielleicht für die kleinen Dinge des Lebens eine größere Dankbarkeit verspürt. Vom Ende war ich sehr begeistert, es steht offen wie es mit Mira, Amos und der kleinen Rebecca weitergeht und so wird nochmal die eigene Fantasie angeregt. Ein wundervolles Buch, dass auf jeden Fall in Erinnerung bleibt. 28 Tage lang erhält von mir, aus ganzem Herzen 5 von 5 Sternen
Wow
Es ist mir schon länger nicht mehr passiert, dass ich ein Buch abbreche. Aber hier waren meine Erwartungen wohl zu hoch angesetzt, weil es so euphorisch gefeiert wurde. Erst einmal zum Inhalt: Mira ist 16 und lebt mit ihrer kleinen Schwester und Mutter im Warschauer Ghetto. Mit Schmuggel außerhalb der Ghetto-Mauern hält sie ihre Familie mehr schlecht als recht am Leben. Immer wieder riskiert sie ihr Leben dabei. Irgendwann machen Pläne der Nazis das Ghetto aufzulösen und alle Bewohner zu beseitigen die Runde. Mira schließt sich einer Widerstandsgruppe an, die den Nazis 28 Tage lang die Stirn bietet. Vom Inhalt her ist das Buch wirklich sehr interessant und daher war es eines meiner Wunschbücher. Leider komme ich mit Safiers Schreibweise überhaupt nicht klar! Mir war zugegebenermaßen auch vorher nicht bewusst, dass es sich um ein Jugendbuch handelt - erst als ich es zu lesen begann, kristallisierte es sich für mich immer mehr heraus. Ein komplett anspruchsloser Schreibstil. Am meisten stört mich die Protagonistin: Sie wirkt wie aus der Zeit gefallen. Sie denkt und redet wie ein Teenager heute aber nicht wie einer, der in den 30er Jahren herangewachsen ist. Das ist vermutlich für Jugendliche genau der richtige Trick, aber bei mir ist er gründlich daneben gegangen. Habe ja schon einige Bücher zu dem Themenbereich gelesen (auch Jugendbücher), aber keines war dabei so... flach - ein besseres Wort fällt mir jetzt nicht ein - wie dieses. Das Story an sich finde ich von der Idee her sehr gut und vermutlich für Jugendliche als Leser genau richtig und es ist auch wichtig, dass das Buch seine Zielgruppe erreicht mit diesem schwierigen Thema. Aber für mich war es durch seine Umsetzung mit einem Mädel aus den 40ern, das sich benimmt und denkt wie ein Girly von heute einfach nicht stimmig. Daher kann mich dieses Buch auch nicht berühren und mitnehmen. Die Hauptperson ist hier so dermaßen naiv und andererseits unnatürlich kalt und gekünstelt erwachsen, dass ich überhaupt keinen Draht zu ihr bekomme. Das ganze Drumherum ist irgendwie blass und farblos, so als müsse man nur einen Hintergrund für ein Objekt erfinden, das eigentlich im Fokus stehen soll. Dazu kommt die wohl für Teenager erforderliche Portion Romantik, bei der sie sich nicht entscheiden kann zwischen ihrem Freund und einem unbekannten Mann, der ihr mit einem Kuss das Leben rettet während einer Schmuggelaktion. Dabei sind ihre Gedankengänge (das Buch wird aus der Perspektive Miras erzählt) so.... ich nenn es mal unecht, dass es für mich einfach meist nur nervig war. Nach etwas über 100 Seiten habe ich also das Buch zugeklappt und es dabei belassen. Ich hoffe jedoch, dass etliche Jugendliche gut mit diesem Stil zurecht kommen und auf diese Weise etwas über diese grausige Zeit lernen. Daher gebe ich ihm immer noch die Hälfte der möglichen Punkte.
Wow
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