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Ian McEwan

Die Kakerlake

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ZUSAMMENFASSUNG
Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens - und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und noch nicht mal von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht.
BIOGRAFIE
Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg >Abbitte< ist jeder seiner Romane ein Bestseller. Zuletzt kamen Verfilmungen von >Am Strand< (mit Saoirse Ronan) und >Kindeswohl< (mit Emma Thompson) in die Kinos. Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
27.11.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783257071320
Sprache
German
Seiten
132
Schlagworte
Großbritannien, Politiker, Krise, Politik, Parabel, Englischer Autor, England, Politsatire, Bestseller, Bestsellerautor, Parl, Käfer, Kakerlaken, Englische Literatur, Insekt
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REZENSIONEN
Bewertet von buchstabenfestival, renee und 3 andere
buchstabenfestival
renee
zeilenwanderer
pagesofmarie
momo
buchstabenfestival
Nur für Fans von schwarzen Humor und Satire. Sie werden ihren Spaß beim Hören der kurzen Geschichte haben. Es ist nicht ganz so einfach in die Geschichte abzutauchen, aber wenn man sich erstmal an die skurrile Situation gewöhnt hat, macht es durchaus Freude der Kakerlake und ihrem Ziel zu folgen. Schon die ersten Minuten sind unterhaltsam, wenn die Kakerlake zum Menschen wird und die Transformation auch sehr detailliert beschrieben wird. Das Zurechtfinden im menschlichen Körper und dann das Auftreten als Premierminister Jim Sams haben etwas skurriles an sich. Sein oberstes Ziel ist den Willen des Volkes, um jeden Preis, durchzusetzen. Es werden Entscheidungen getroffen und Maßnahmen vorgenommen, die mich erstaunt und später zum breiten Schmunzeln gebracht haben. Die Beschreibung der Umkehr des Geldflusses musste ich mir zweimal anhören, um diesen vollständig nachvollziehen zu können. Kurz gesagt: Man bezahlt dafür, dass man arbeiten gehen darf und erhält Geld, wenn man seinen Einkauf tätigt. Man muss sich darauf einlassen können, die Satire dahinter sehen und wissen, dass der Autor ein großer Brexitgegener war/ist. Es wird zwar mit keinem Wort der Brexit erwähnt, aber die Parallelen sind einfach zu groß, um nicht an den Brexit erinnert zu werden. Es hätte, aus meiner Sicht, noch etwas länger und dafür ausführlicher sein können, aber auch in dieser kurzen Version, weiß man, was der Autor ausdrücken will und bekommt eine gute Satire auf die englische Politik geliefert.
Wow
Wenn Kakerlaken regieren Hier rechnet ein mit dem politischen Geschehen in Großbritannien unzufriedener Autor ab und dieses Abrechnen hat mir gefallen. Sehr sogar! Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, teilweise hat dieses Buch eine gewisse Nuance Humor, aber es ist ein sehr eigener Humor, denn das Lachen bleibt schnell im Halse stecken. Denn eigentlich zeigt dieses Büchlein sehr viel Reales im schriftstellerischen Gewand. Alles ist etwas auf die Spitze getrieben, aber gerade durch dieses Überzeichnete/diese Satire kommt auch ein gewisser Widersinn des Geschehens zu tage. In meinen Augen kann man das Procedere des Romans auch auf andere Gebiete außerhalb von England anwenden, Das direkte Geschehen des Buches ist natürlich auf England gemünzt, aber das Verhalten der Politik im Buch ist mit vielerlei realem Geschehen vergleichbar. Und wenn McEwans weitere Werke viel dichter sind, bin ich schon sehr auf diese gespannt. Wieder einmal bin ich neugierig gemacht worden! Dabei ist dieses Abrechnen mit dem momentanen Geschehen in seiner Heimat in eine Geschichte gekleidet, die an kafkaeskes Geschehen erinnert, aber dies nur ganz leicht, denn das Geschehen des Romans verläuft gänzlich anders und mit einer anderen Priorität. Die "Seele" einer Kakerlake schlüpft in einen menschlichen Körper, und zwar nicht in irgendeinen menschlichen Körper, nein, es ist der Körper des Premierministers von Großbritannien, Jim Sams. Und dieser "neue" Jim Sams versucht in seinem Lande die politischen Weichen auf den Reversalismus einzustellen, einem System, in dem derjenige Geld bezahlen muss, der arbeitet und derjenige Geld bekommt, der einkauft, um dann noch mehr zu arbeiten, weil man das Geld wieder loswerden möchte, denn wer in diesem System Geld hat, der wird vom Staat bestraft. Bei seinem Tun bemerkt der Premierminister schnell, dass die meisten anderen Mitwirkenden in der englischen Politik, ebenso wie auch er, ihre seelischen Wurzeln in der Kakerlaken-Welt haben. Die meisten wohlgemerkt, nicht alle, es gibt auch Gegenspieler, wie z. B. den Außenminister. Funktionieren kann dieses System natürlich nur, wenn andere Staaten mitmachen, Verbündete werden also gesucht und beim amerikanischen Präsidenten Tupper gefunden und ebenso wird eine eventuelle Verwandtschaft zwischen Sams und Tupper vermutet. Politische Gegner werden über böse intrigante Machenschaften unter der Hilfe bestimmter Medien ausgeschalten. Was für ein herrliches Spie!?!? Ein Spiel, welches wir kennen?!?! Die Handlung erinnert sehr an reales Geschehen und verdeutlicht die Meinung des Autors. Nun mag dieses Buch Einigen nicht gefallen, weil Politiker mit Kakerlaken verglichen werden und/oder weil dieser Roman literarisch nicht so ausgefeilt daherkommt. Maybe. Gefallen hat mir dieses Geschehen aber allemal. Denn seicht empfand ich das Geschriebene durchaus nicht, man muss sich schon etwas im politischen Geschehen Englands und der Welt auskennen, um den ganzen Roman begreifen zu können. Und den Vergleich der Politiker mit Kakerlaken, nun gut, schön ist das nicht. Aber was soll man dazu sagen, wenn politisches Geschehen ein Szenario bewirkt, welches das Volk des betreffenden Landes schädigen wird? ...
Wow
In Die Kakerlake findet sich eine Ka­ker­lake eines Mor­gens im Körper des bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ters wie­der. Re­la­tiv schnell be­merkt Jim Sams – be­zie­hungs­weise die Ka­ker­lake –, dass er nicht das ein­zige In­sekt im bri­ti­schen Kabi­nett ist. Die meis­ten Ab­ge­ord­ne­ten waren einst Ka­ker­laken und haben nun zwei Ziele: die Ab­ge­ord­neten, die tat­säch­lich Men­schen sind, aus dem Kabi­nett zu be­kommen und den so­ge­nann­ten Re­ver­salis­mus um­zu­setzen. Mit dem Re­ver­salis­mus wird das Sys­tem, so wie wir es kennen, um­ge­dreht – alle, die ar­bei­ten wollen, müssen da­für be­zah­len und wer ein­kau­fen möchte, wird da­für fi­nanziert. Ich muss zugeben, dass ich mit Die Ka­ker­lake nicht so ganz warm wurde. Einer­seits liest es sich groß­ar­tig, denn Ian Mc­Ewan hat einen ein­mali­gen Schreib­stil und die­ser ist in der Er­zäh­lung un­ge­wöhn­lich lustig. Ande­rer­seits konnte ich mich nicht rich­tig für die Hand­lung be­geis­tern. Ich würde es gerne da­rauf schie­ben, dass es ein poli­ti­sches Buch ist, aber das kann ich nicht, denn ich wusste ja vor der Lek­tü­re, worauf ich mich ein­lasse und fin­de die The­ma­tik prin­zi­piell sehr spannend. Das Prinzip des Rever­salis­mus klingt amü­sant und inte­ressant, sorgt aber für eini­ge Schwie­rig­kei­ten. Andere Na­ti­onen wollen sich Groß­bri­tannien – wer hätte es ge­dacht? – nicht an­schlie­ßen, so­dass es bei grenz­über­schrei­ten­den Trans­akti­onen zu Pro­ble­men kommt. Wie soll sich Re­ver­salis­mus etab­lie­ren, wenn Groß­bri­tannien das ein­zige Land ist, das nach die­sem Prin­zip le­ben möchte? Zu­dem wird der Allein­gang Groß­bri­tanniens von der Re­gie­rung ge­nutzt, um Pa­trio­tis­mus im Volk zu we­cken. Da­raus ent­steht eine No­velle, die sich aus vie­len Sitzun­gen, Presse­spre­chun­gen und Mono­lo­gen des Pre­miers zu­sammen­setzt. Für mich hat hier ein­fach etwas gefehlt. Ich schätze, mir war Die Kaker­lake ein­fach zu ein­sei­tig. Auch als sati­ri­sche No­velle mit nicht ein­mal 120 Seiten hätte für mich mehr Auf­re­gen­des passie­ren können. Ich glaube, ich fand es teil­weise ein­fach sehr lang­wei­lig, was mein größ­tes Pro­blem wohl am ehe­sten be­schreibt. Was mir am besten am Buch ge­fallen hat, wa­ren die vie­len Si­tua­tions­witze und amü­san­ten Ein­zei­ler. Außerdem fand ich die all­ge­meine Dar­stellung von Poli­ti­kern als Un­ge­ziefer lus­tig. Hier­bei greift Ian Mc­Ewan nicht nur auf bri­ti­sche Poli­ti­ker zu­rück, son­dern ver­äppelt auch ein we­nig Donald Trump, wobei Mc­Ewan so­gar auf Trumps Vor­liebe zu twittern ein­geht. Für mich haben die Witze den Rest aber nicht wett­ge­macht. Ich habe die meis­te Zeit eher neu­tral ver­folgt, was passiert und war froh, als ich mich mehr und mehr dem Ende des Ro­mans nä­herte. Fazit: Eine satirische Novelle, die mit einigen Situationswitzen unterhält, mich aber die meiste Zeit über eher langweilte und nicht begeistern konnte.
Wow
Politroman mit Niveau und Humor Wortgewandt und mit herrlich unterschwelligem Sarkasmus nimmt Ian McEwan in seinem neuesten Buch den Brexit unter die Lupe (und auf die Schippe).  Jim lebte ein normales, ruhiges Leben als Kakerlake in den Räumlichkeiten der englischen Royals, bis er eines Morgens in der Downing Street im Körper des Premierministers aufwacht und nur noch ein Ziel hat: Den Willen des Volkes durchsetzen. McEwan hat sich hier allerdings ein anderes Szenario ausgedacht, das den Brexit ersetzt: Den Reversalismus, die Umkehrung des Geldflusses. Man bezahlt um zu arbeiten und bekommt Geld, wenn man einkauft. Und obwohl der Autor mit keinem Wort den Brexit erwähnt, weiß jeder Leser gleich, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Ein hochaktueller und gut durchdachter Roman, der die politischen Wirren rund um den Brexit aufgreift und mitunter das Gefühl vermittelt, dass es wirklich so gelaufen sein könnte. Vielleicht hat sich ja eines Morgens tatsächlich der Geist des englischen Premiers in den einer Kakerlake verwandelt... Eine große Empfehlung; spannend, genial und mit einem besonderen Twist am Ende!
2 Wows
Mir hat das Buch recht gut gefallen, viele meiner Gedanken habe ich bei Facebook auf der Seite von Diogenes backlistlesen gepostet. Dadurch kam auch eine kleine Diskussion zustande. Damit ich nicht alles neu schreiben muss, kopiere ich hier weiter unten ein paar Gedanken daraus. Besonders gut hat mir die Idee gefallen, stark kafkaeske Züge aufweisend zwar, aber dennoch spannend, eine super Idee, denn man bekommt es hier mit einer Kakerlake zu tun, die sich in einen Menschen verwandelt hat. Da dies eine winzige Novelle von gerade mal 133 Seiten ist, länger hätte sie aber auch nicht sein dürfen, werde ich mich hier kurzhalten. Die Handlung Man bekommt es hier in vielem mit einer Umkehrung zu tun. Gregor Sams hat sich von Mensch in einen Käfer verwandelt und bei McEwan verwandelt sich ein Käfer in einen Menschen, der in dem Bett des englischen Premierministers aufwacht. Es handelt sich hier nicht um Gregor Samsa, sondern um Jim Sams. Und Jim Sams krepiert auch nicht, weil er aus seiner Rückenlage nicht herausgefunden hat, nein, Jim Sams ist fidel, schafft es, seine Umgebung nach der Metamorphose zu verlassen, als es ihm gelungen ist, sich an seine neue körperliche Lage zu gewöhnen. Aber Sams ist nicht die einzige verwandelte Kakerlake, auch weitere Politkollegen gehörten einst zu diesen Nimmersatt- Insekten. Die Umkehrung findet man auch in anderen Bereichen. Wer zum Beispiel arbeiten geht, muss Geld bezahlen und bei Einkäufen bekommt man Geld. Diese Umkehrung gehört zu dem Reversalismus – Plan, der ziemlich vertrackt ist. Jim Sams tut alles, damit dieser Plan umgesetzt wird, selbst dann noch, als sich erweist, dass er nicht wirklich tragfähig ist. Zitat "Bevor der Reversalismus, dieser seltsame Wahn, die menschliche Bevölkerung in Armut stürzt, was notwendigerweise geschehen muss, werden wir gedeihen."(2019, 131) Meine Meinung Eine absolut Anti-Brexit-Satire mit viel Sarkasmus. Ich halte diese Novelle für eine sehr wichtige Polit-Satire. Endlich mal jemand, der sich kritisch zu Brexit bekennt. Jede Menge politische Lügen und Intrigen, Manipulationen ohne Ende, die ich aber nicht für wirklich typisch Brexit halte. Man findet diese in fast jeder Politik, auch bei uns. Und was die Kakerlake betrifft, diese Fühler, die sehr genau aufspüren, wie man das Volk hintergehen kann, die würde ich auch unseren Politikern aufsetzen. Typisch Brexit ist das Reversalismus-Projekt, aber der Inhalt erinnert mich symbolisch betrachtet an die Inhalte anderer Politiker*innen weltweit. Meine Mitstreiterinnen sehen das etwas anders, denn sie sind der Meinung, dass wir hier in Deutschland den Brexit durchschauen würden, während die Engländer nach der Wahl erst mal angefangen hatten zu googeln, was Brexit überhaupt bedeuten würde. Die Engländer wurden aber ein zweites Mal an die Wahlurne gerufen, und sie haben sich ein zweites Mal ganz bewusst für den Brexit, das heißt, sie haben sich ganz bewusst für den EU-Austritt entschieden. Sicher bekennen sich die meisten meiner Lesepartner*innen zum geeinten Europa, zu denen ich mich als ein Mensch mit zwei Nationalitäten auch zähle, aber ich befürchte, nur zu einer kleinen Minderheit zu gehören. Ich bekomme es überall mit, wie hierzulande über Flüchtlinge gehetzt wird, und sich viele einen EU-Austritt á la Britania wünschen würden. Meine abschließende Frage; sind wir Europäer*innen reif für ein geeintes Europa? Ich bin dennoch der Meinung, würde hier in Deutschland eine Umfrage für oder gegen die EU starten, würden die meisten Wähler*innen dagegen sprechen. Aber ich stimme auch meinen Mitstreiterinnen zu, dass Reife erarbeitet werden könne, und dass sich Individuen schneller verändern würden als Gesellschaften. Ich bin auch der Meinung, dass dies ein Prozess ist, der mit viel Zeit und Geduld verbunden ist. Zu lösende Probleme würden global angepackt werden müssen, die man in einem Staatenverbund besser angehen könne, als in einem Einzelstaat. (B. H.) Woher meine Skepsis im eigenen Land? Ich habe es hierzulande selbst erlebt, als 1999 in Hessen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft Propaganda gemacht und dadurch Fremdenhass geschürt wurde. Roland Koch wollte unbedingt zum Ministerpräsidenten gewählt werden, und so standen in der Innenstadt Stände der CDU, die Unterschriften gesammelt hatten. Bis zu den Lebensmittelläden hatten sie sich mit ihren Ständen positioniert, um ihre Unterschriften einzukassieren. Und jeder, der unterschrieben hatte, wurde mit einem Weberli belohnt. (Weberli ist ein kleiner abgepackter Kuchen.) Roland Koch hatte Erfolg und ist gewählt worden. Und nach der Wahl folgte der absolute soziale Kahlschlag. Viele soziale Einrichtungen mussten geschlossen werden. In Nöten geratenen Menschen konnten nicht mehr überall geholfen werden. Mitarbeiter dieser Einrichtungen wurden entlassen. Und die Cloude; die doppelte Staatsbürgerschaft wurde für einzelne EU-Länder trotzdem eingeführt. Meine Frage; was ist hier anders als im Brexit? Sobald die Politiker*innen hier gewählt werden, werden erst mal gleich die Diäten erhöht, während der Mindestlohn gerade mal um ein paar lächerliche Cents angehoben wurde. Wenn das nicht parasitär ist, was ist das dann? Zu Roland Kochs Regierungszeiten gab es den Mindestlohn noch nicht einmal. Aber viele Menschen mussten sich neben der Vollzeitstelle noch einen Nebenjob suchen, weil das Gehalt zum Leben und zur Familiengründung nicht ausgereicht hat. Alle in Hessen beklagten sich über Roland Kochs Politik, aber Roland Koch wurde immer wieder zum Ministerpräsidenten gewählt, bis er 2010 freiwillig aus der Politik ausgeschieden ist, weil er es nicht geschafft hatte, an Merkels Stuhl zu sägen. Er gab sich als Ministerpräsidenten nicht mehr zufrieden und wollte unbedingt Bundeskanzler werden. Sein Hunger nach Macht schien erst nicht mehr zu stillen zu sein. Nun muss er sich mit kleineren Brötchen außerhalb der Politik zufrieden geben, verdient aber in der freien Wirtschaft immer noch mehr als der Durchschnitt der deutschen Bundesbürger*innen. Abgewählt wurde er im hessischen Landtag von den Wähler*innen allerdings nicht. Zu dieser Thematik zum Einlesen hier ein ARD-Link. Was habe ich bei McEwan vermisst? Dass die Engländer*innen im Alleingang eine Weltmacht anstreben, ist auch nicht nur in England zu finden, aber was ist mit der Flüchtlingsproblematik, mit der in England alles begonnen hatte? Warum erwähnt McEwan diese in keinem Satz? Nichtsdestotrotz, wird der Brexit eines Tages die Geschichtsbücher füllen, und vielleicht werden sich die Engländer in Zukunft dafür schämen müssen. Sie selbst haben Mitte des 19. Jahrhunderts Indien erobert und kolonialisiert, hatten den Menschen ihre Rechte, ihr Land und ihre Kultur geraubt, und sie selbst verachten heute Flüchtlinge, mit der Angst, dass sie ihr Land arm machen könnten. Das hat stark parasitären Charakter, nur nehmen, aber nichts geben zu wollen, vor allem, wenn die nimmersatten Politiker so ein Verhalten den Menschen vorleben. Ich habe mich mit den Zitaten absichtlich zurückgehalten, aber es gibt viele Stellen, die ich gerne herausgeschrieben hätte, und ich mich nicht entscheiden konnte. Es wäre sonst hier eine lange Diskussion geworden. Wer mehr über die Beweggründe dieser Satire erfahren möchte, kann hier auf ein englischsprachiges Interview zwischen dem Autor und der Tageszeitung Die Zeit zugreifen, zudem auch auf einem Podcast. Mein Fazit Eine sehr interessante und sehr wichtige Satire, die zum Weiterdenken bewegt. Ich habe tagelang über dieses Buch nachgedacht, bevor ich hier auf meinem Blog schreiben konnte und habe immer wieder bestimmte Seiten aufgeschlagen und nochmals gelesen. Da das Buch recht wenige Seiten hat, werde ich die Satire zeitnah ein zweites Mal lesen. Danke an den Autor Ian McEwan für dieses so wichtige Buch.
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