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Nellie Bly
Nicola Attadio

Nellie Bly

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Die Biografie über Nellie Bly ist die unglaubliche Lebensgeschichte der ersten amerikanischen Undercover-Reporterin. September 1887: Eine junge Frau klopft an die Tür von John Cockerill, Direktor von Pulitzers Zeitung »New York World«. Sie verlangt, als Reporterin eingestellt zu werden. Keine Frau hat sich bisher so weit vorgewagt. Ihr Name ist Elizabeth Cochran, sie ist 23-jährig, seit drei Jahren schreibt sie unter dem Pseudonym Nellie Bly für den »Pittsburgh Dispatch«. Nellie Blys Idee, undercover in die psychiatrische Anstalt Blackwell's Island zu gehen und aus erster Hand über die dortigen Zustände zu berichten, überzeugt Cockerill. Es entsteht eine Reportage, die in die Geschichte des Journalismus eingeht und weit über New York hinaus Schlagzeilen macht. Doch das ist erst der Anfang einer beeindruckenden journalistischen Karriere. Sie reist allein und in Rekordgeschwindigkeit um die Welt, wird zum Albtraum korrupter Politiker und berichtet von Beginn weg als einzige Kriegsreporterin von der Ostfront des Ersten Weltkriegs, wo sie vier Jahre bleibt. Die furchtlose Frau und Starreporterin, die ihr Leben in die eigenen Hände nimmt und mit spitzer Feder die Zustände ihrer Zeit hinterfragt, ist auch heute noch von größter Aktualität.
BIOGRAFIE
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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
01.11.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783280057155
Sprache
German
Seiten
214
Schlagworte
Pionier, Krieg, Spionage, Lebensgeschichte, Erfahrungen, #reporterlife, starke Frauen, Undercover, Wallraff, Investigativer Journalismus, Journalismus
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REZENSIONEN
Bewertet von SternchenBlau und susesbuchtraum
sternchen_blau
susesbuchtraum
Von Chuzpe und weniger von Strukturen Von Nellie Bly hatte ich irgendwann kurz im Studium gehört, als Vorreiterin im investigativen Journalismus.Und dann habe ich kürzlich in der wundervollen „Bitch Doktrin“ von Laurie Penny von ihr gelesen. Daher wollte ich diese Biografie unbedingt lesen. Autor Nicola Attadio gelingt es wirklich mir das faszinierende Leben dieser Frau sehr lebhaft zu schildern. Attadio zeigt die verschiedenen Stadien von „Blys“ Leben. Bly ist übrigens ein Pseudonym, sie wurde 1864 als Elizabeth Jane Cochran geboren. Alle Stationen ihres Lebens werden in die gesellschaftspolitischen Vorgänge der Zeit eingebunden. Der Autor leitet ziemlich geschickt durch die verschiedenen Aspekte der (amerikanischen) Geschichte, die für Blys Leben eine Rolle spielten. (Nur seine Namensflut in unterschiedlichen Varianten sorgte bei mir manchmal für Verwirrung.) Bly ging in ihren Rollen auf und so kämpfte sie nicht nur in ihren Texten für die unterdrückten Frauen und die Arbeiterschicht. Bei ihren Recherchen hat sie Härten in Kauf genommen, die ich heute noch nicht durchstehen möchte, wie sich in einer „Irrenanstalt“ für Frauen, wie das damals leider noch hieß, auf der New Yorker Blackwell’s Island einliefern zu lassen oder alleine um die Welt zu reisen. Hut ab vor Mary Bly und ihrer Chuzpe! Und diesen Respekt vermittelt der Attadio auch sehr toll. Aber gerade bei den Brüchen in ihrer Biografie hätte mir eine noch tiefere Analyse gefallen. Attadio schildert die zwar auch und auch gut. Aber irgendwie fehlte mir dann doch etwas. In Attadios Biografie geht Bly letztendlich fast immer wieder als diejenige hervor, die sich wieder aufrappelt und (fast immer) wieder obsiegt. Ja, das soll Mut machen, und ist auch wichtig kämpferische Frauen zu zeigen, weil Frauen in der Geschichte (wie auch Personen anderer marginalisierter Gruppen) noch zu wenig dargestellt wurden. Aber vielleicht wünsche ich mir weniger das Narrativ der „starken Frau“ und bedient Attadio unabsichtlich mit der Struktur des Buches. Da verstehe ich dann nicht, warum Bly, als sie die Firma ihres verstorbenen Mannes leitet, ihren Geschäftsführer und Geliebten so milde behandelt, nachdem er sie im große Geldsummen betrogen hat. Auch hier bleibt mit die Erklärung im Buch zu oberflächlich. Eine andere Leerstelle ist das Schicksal der Frauen, die Bly auf Blackwell’s Island getroffen hat. Natürlich gibt das die Faktenlage nicht her, aber Attadio nimmt sich halt auch an anderer Stelle die Freiheit, ein wenig zu fabulieren. Alle Kapitel werden nämlich mit einer Introspektive eingeleitet, in der ein imaginäres Du die geheimsten Gedanken von Nellie Bly ausspricht. Ich mag solche Forme in Sachbüchern durchaus, hier gefiel mir der Stil allerdings nicht so gut, der irgendwie zu manieriert auf mich wirkte. Und die Passagen machten für mich Bly etwas kleiner, weil hier so ihre kindliche, emotionale Seite betont wurde, aber nicht in Form eines selbstreflektierten Ichs. Stattdessen wurde es hier zur Fremdzuschreibung, und die Deutungshoheit hätte ihr besser selber zugestanden, selbst, wenn es ein literarisches Ich gewesen wäre. Vielleicht ist mir in der Konsequenz nicht genügend mitgedacht, was Feminismus bedeutet. Oder wie Laurie Penny es sagt: „Eine Frau durfte die Ausnahme zur Regel sein, solange die Regel unangetastet blieb. Nellie Bly durfte nicht zu der epochalen Autor aufsteigen, die sie gut hätte sein können.“ Attadio erklärt das mit individuellen Entscheidungen, aber die Strukturen behandelt her halt nicht. Wie es nicht darum geht, warum sie ihren Geliebten, der Geld unterschlagen hat, sogar pflegte, fragt er nicht genauer nach, warum ihr Bruder sie um ihre Fabrik betrügen wollte. Letztendlich stecken auch dort immer Strukturen dahinter, egal, wie tapfer und faszinierend die einzelne Frau ist. Schon 1888 bekam sie in einem Interview zur ersten weiblichen Kandidatur um das US-Präsidenten-Amt diese Antwort: „‚Ich kandidiere‘, erwidert Rechtsanwältin Lockwood, ‚weil dies dazu dient, die Leute an die Vorstellung von einer Frau im weißen Haus zu gewöhnen.‘“ Eine US-Präsidentin gibt es auch 131 Jahre später noch nicht. Fazit Attadios Biografie über diese faszinierende Frau habe ich sehr gerne gelesen, auch, wenn es für mich ein paar Abstriche gab. 4 von 5 Sternen.
5 Wows
★★★★★ (5 von 5 Sterne) Inhalt: In einer Welt in der Männer dominieren, versucht die junge Nellie Bly sich zu behaupten. Sie will beweisen, dass auch Frauen arbeiten und etwas erreichen können. Nellie Bly arbeitet vier Jahre bei der Zeitung Pittsburgh Dispatch - sie setzt sich für das Recht der Frauen und mittellose Bürger ein. Doch Nellie Bly will mehr erreichen. Sie begibt sich nach New York und klopft bei Joseph Pulitzer an, der der Herausgeber der New York World ist. Anfangs belächelt, unterbreitet er Nellie einen großen Auftrag, die der Zeitung mehr Bekanntheit bieten könnte. Zum einen soll sich Nellie Bly in die hiesige Psychiatrie Blackwells Island undercover einweisen lassen, um über die dortigen Missstände zu berichten. Nellie Bly zögert nicht lange und nimmt das Angebot an. Zum anderen hat sie die Idee, die Welt zu umrunden, in weniger als 80 Tagen. Zu ihrem erfreuen bekommt Nellie Bly die Aufträge und beweist nicht nur ihre Intelligenz, sondern auch Mut und Willenskraft. Dennoch läuft nicht alles so einfach wie Nellie es sich gewünscht hätte, doch sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht sich immer wieder an die Spitze zu kämpfen. Nellie Bly wurde anfangs belächelt und immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, bis sie eines Tages an einer schweren Depression erkrankt, doch wird diese Nellie Bly aufhalten können ? Meinung: Auf Nellie Bly bin ich zum ersten mal aufmerksam geworden, durch ihr Buch „10 Tage im Irrenhaus“, welches mich sehr begeistern konnte. Als ich erfuhr, dass die Biografie über Nellie Bly erscheint, wusste ich, dieses möchte ich unbedingt lesen – und ich bereue es kein bisschen. Nellie Bly war so eine willensstarke junge Frau, die im Leben etwas erreichen wollte. Trotz vieler Niederlagen, stand sie immer wieder auf und kämpfte um ihr Ziel zu erreichen. Ich bewunder sie sehr, denn sich in einer Männer dominierenden Welt zu behaupten ist sicherlich nicht leicht. Sehr viele neue Details über das Leben der jungen Frau konnte ich durch das Buch erfahren, und mir wurde Nellie Bly noch sympathischer, als sie es eh schon war. Cover und Titel: Auf dem Cover ist Nellie Bly abgebildet, was einfach perfekt zu dem Buch passt. Die Geschichte: Die Geschichte beginnt, als Nellie Bly (Bürgerliche Name: Elizabeth Crochan) noch sehr klein war. Mit nur 6 Jahren verstirbt ihr geliebter Vater. Ihre Mutter und ihre vier Geschwister gleiten in die Armut ab, wodurch Nellie Bly selbst erfährt, wie es ist, mit wenigen Mitteln zu überleben. Als Ihre Mutter einen Alkoholiker heiratet, der die Familie misshandelt und tyrannisiert, nimmt sich Nellie fest vor, niemals von einem Mann abhängig zu sein. Somit hat sie ihre Ziele immer vor Augen und kämpft dafür, um diese zu erreichen. Nellie Bly ist eine intelligente, taffe, starke Frau die man sofort ins Herz schließt. Die Charaktere: Die Biografie beinhaltet sehr viele Characktere. Da Nellie viel Reiste, lernte sie viele Menschen kennen. Von Armen bis hin zu berühmte Persönlichkeiten, wie den Herausgeber der New York World – Joseph Pulitzer, bis hin zu Jules Vernes, der den Bestseller „In 80 Tage um die Welt“ schrieb, welches Nellie sehr inspirierte. Der Schreibstil: Der Schreibstil ist leicht zu lesen, flüssig geschrieben und sehr detailliert beschrieben. Man kann sich dadurch gut in die Geschichte hineinversetzen und fiebert Nellie´s Leben und ihren Kampf mit. Ich hätte am Ende so gern noch weiter gelesen. Fazit: Eine wunderbare, detaillierte, spannende Biografie, über eine tolle Frau die sich nicht nur beweisen konnte, sondern auch ein Stück die Welt verbessert hat. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, denn man kann, wenn man einmal anfängt, das Buch kaum aus der Hand legen.
1 Wow

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