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Maria Nikolai

Die Schokoladenvilla

Ist Teil der Reihe
Die Schokoladen-Saga
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ZUSAMMENFASSUNG
Das Schicksal zweier Frauen. Das Erbe einer Familie. Die Geschichte einer Leidenschaft. Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein - noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ... Der Auftakt der großen Bestsellersaga in hochwertiger, liebevoller Romance-Ausstattung. »Die Schokoladenvilla: Goldene Jahre«, der zweite Teil der Trilogie, jetzt neu im Penguin Verlag!
BIOGRAFIE
Maria Nikolai liebt historische Stoffe, zarte Liebesgeschichten und Schokolade. Mit ihrem Debüt »Die Schokoladenvilla« schrieb sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und stand monatelang auf der Bestsellerliste. »Die Schokoladenvilla: Goldene Jahre« ist der zweite Teil der großen Bestsellertrilogie rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
08.10.2018
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783328103226
Sprache
German
Seiten
656
Schlagworte
Lovelybooks Leserpreis, Anne Jacobs, Das Adlon, Jeffrey Archer, Stuttgart, Lebensreformbewegung, Downton Abbey, Ku'damm 56, Die Tuchvilla, Das Sacher, deutsche Unternehmerfamilie
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von Larissa, Furbaby_Mom und 3 andere
prinzess27
furbaby_mom
kataleyadiamond
welt_der_buecher_
buchkenner
Meine Meinung Cover Auf dem Buchcover ist im Hintergrund eine Villa zu sehen, welche die Villa der Familie Rothmann im Roman darstellt. Davor ist eine Frau zu sehen, die wahrscheinlich die Protagonistin Judith Rothmann darstellen soll. Die gesamte Landschaft ist schneebedeckt und so ist es ein wunderschönes winterliches Cover. Wie oben schon beschrieben habe ich das Cover gesehen und wusste, dass ich das Buch haben muss. Schreibstil und Inhalt Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und fesselnd, so dass man nur schwer aufhören kann zu lesen. Ich war von der ersten Seite an, inmitten der Geschichte und konnte mich gut in die Figuren hineinversetzten. Durch den detaillierten Schreibstil der Autorin, habe ich viele Orte bildlich vor Augen gesehen und konnte mir gut vorstellen, wie es früher ausgesehen hat. Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, bzw. in jedem Kapitel geht es um einen anderen der Hauptprotagonisten. Das hat mir hier sehr gut gefallen, da man so die Charaktere gut kennenlernen konnte. Die historischen Hintergründe rund um die Geschichte sind sehr gut recherchiert und interessant. Obwohl ich aus der Gegend komme, habe ich sehr viel Neues von Stuttgart erfahren, was ich seither noch nicht wusste, wie z.B. das Degerloch ein Luftkurort war und vieles mehr. Nun aber zum Inhalt: Die Geschichte beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer gesagt im Jahr 1903 und ist in Stuttgart angesiedelt. Die junge Judith Rothmann arbeitet gerne in der Schokoladenfabrik ihreres Vaters mit und probiert gerne neue Rezepte für Pralinen aus bzw. sie entwickelt und verfeinert Rezepte. Somit ist Judiths größte Leidenschaft die Schokoladenherstellung. Dies scheint ihrem Vater jedoch gar nicht so zu gefallen und er droht Judith immer wieder, dass sie bald heiraten muss und dann nicht mehr in der Schokoladenfabrik arbeiten kann. Doch Judith weiß nicht, wie ernst es ihrem Vater mit der Heirat ist und ist überrascht, als sich in dieser Hinsicht etwas tut. In dieser Zeit kommt Victor Rheinberger nach Stuttgart um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Bald schon kreuzen sich Judith und Victors Wege. Mehr werde ich an dieser Stelle nicht verraten... Charaktere So nun werde ich dir noch kurz ein paar Charaktere die zur Familie gehören vorstellen. Judith Rothmann ist die Tochter des Schokoladenfabrikaten Wilhelm Rothmann. Judith ist Anfang zwanzig. Ihre große Leidenschaft ist die Schokoladenherstellung. Doch sie muss sich auch noch um ihre Zwillingsbrüder Karl und Anton Rothmann kümmern, die immer nur "Blödsinn" im Kopf haben. Zu Karl und Anton muss ich sagen, dass ich bei diesen immer an "Max und Moritz" denken musste. Es ist für Judith gar nicht so einfach diese immer im Blick, zu haben. Dann gibt es natürlich noch Judiths Mutter Helene Rothmann, der es nicht so gut geht und deswegen, die Familie immer wieder wegen Kuraufenthalten verlassen, muss und auch froh ist weit weg, zu sein. Es gibt auch einige Nebenhandlungen, in denen es um die Dienstboten geht, so ein bisschen wie bei "Downton Abbey". Im Buch kommen auch einige historisch gebürgte Personen vor. Hier ist mir besonders Henriette Arendt im Gedächtnis geblieben. Von Henriette Arendt hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört, was mich echt gewundert hat. Henriette Arendt war nämlich die erste Polizeiassistentin im Wilhelminischen Reich. Extras Es gibt auch noch zwei kleine Extras im Buch. Wenn du das Buch aufklappst, ist vorne ein Pralinen - Rezept zu finden und am Ende des Buches gibt es ein Rezept für eine leckere Heise Gewürzschokolade. Das Rezept am Ende des Buches habe ich auch mal ausprobiert und die heiße Gewürzschokolade ist wirklich sehr lecker. Ich kann dir empfehlen, einmal das Rezept auszuprobieren. Zum Verfeinern der Gewürzschokolade habe ich noch ein zusätzliches Gewürz genommen, welches ich auf einer Messe gekauft habe (Chai Küsschen Gewürz von Sonnentor/ passt gut zur Gewürzschokolade). Fazit Eine tolle Familiensaga, die mich absolut in ihren Bann gezogen hat! Die vielen liebenswerten Charaktere mit ihren Ecken und Kanten sind mir sehr ans Herz gewachsen, sodass ich nach über 600 Seiten wirklich traurig war, als ich das Buch beendet hatte. Ich muss jetzt schon sagen, dass ich mich sehr auf den zweiten Band freue und gespannt bin, wie es weitergeht. Ich muss dem Buch einfach 5 von 5 Sternen geben! Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne historische Familiensagen lesen oder auch die Serie "Downton Abbey" mögen!
Wow
Mit „Die Schokoladenvilla“ ist Maria Nikolai ein wundervoller historischer Roman gelungen! Die Geschichte versetzt uns Leser/innen in das Stuttgart zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, in eine Zeit, die geprägt ist von den Anfängen gesellschaftlichen Wandels und wirtschaftlichen Fortschritts. Die Stadt Stuttgart, bekannt für den schwäbischen Erfindergeist, der viele Firmen in der Region in die Liga erfolgreicher Großunternehmen katapultiert hat, ist die Heimat der wohlhabenden Schokoladenfabrikanten-Familie Rothmann. Ein ganzes Jahr lang, über den Zeitraum des Jahres 1903, begleiten wir das Lieben und Leiden der privilegierten Familie und deren Dienerschaft. Im Mittelpunkt der Handlung steht Judith, die Tochter des Hauses, die eine wundervolle Hauptfigur darstellt - ihr herzliches, aufrichtiges Wesen und ihr stetiger Hunger nach Wissen haben mich sofort begeistert. Die Rothmann’sche Tochter liebt die Schokoladenmanufaktur ihrer Familie und genießt es, immer wieder neue schokoladige Köstlichkeiten zu kreieren. Sie träumt davon, eines Tages selbst im Familienunternehmen, für das sie lebt und atmet, in leitender Position tätig zu sein. Leider hat ihr gestrenger Vater, der von den übrigen Familienmitgliedern nur gesiezt wird, eine andere Zukunft für Judith geplant - sie soll sich, zum Wohle der Familie, in eine arrangierte Ehe fügen...mit einem Mann, der ihr verhasster nicht sein könnte. In Wilhelm Rothmanns Augen ist die Rolle der Frau unumstritten als Haushälterin und Kindererzieherin definiert. Soll Judith etwa dasselbe Schicksal erleiden, das ihre Mutter einst in eine tiefe Depression gestürzt hat? Bereits das zauberhafte Cover - optisch so ansprechend gestaltet, dass ich es mir gerne als Bild an die Wand hängen würde - lädt zum Träumen ein. Es erweckt den Eindruck eines Stadtpalasts, der umgeben ist von einem winterlich verschneiten Wald. Imposant ragt der Prachtbau im Hintergrund hervor, ganz so, als würde das Gebäude all die favorisierten Werte des dort lebenden Hausherrn symbolisieren: Dominanz, Stärke und Respekt. Die modisch gekleidete junge Frau im Vordergrund der Abbildung hat diesem Haus jedoch den Rücken gekehrt, sie blickt nicht zurück. Sowohl die Hochglanzprägung des Buchtitels, der in elegant geschwungener Schrift das Cover dominiert, als auch die Hervorhebung einzelner Schneeflocken, die sanft vom Himmel zu schweben scheinen, verstärken die Hochwertigkeit dieses Buchcovers. Mühelos beschwört die Autorin mit detaillierten Beschreibungen, denen eine ausführliche Recherche geschichtlicher Fakten zugrunde liegt, eine längst vergangene Zeit herbei. Von der edlen Raumgestaltung und Dekoration vornehmer Degerlocher Villen bis hin zu den Gerüchen in der Schokoladenfabrik oder der bitteren Armut in den Elendsvierteln der Stadt lässt die Autorin geschickt alle Feinheiten zu einem überwältigenden Gesamtbild verschmelzen und verknüpft die Handlung zu einem literarischen Kunstwerk aus historischer Geschichte und Fiktion. Die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere begeistern mit viel Tiefe und wortgewandten Dialogen, teilweise auch in schwäbischer Mundart. Authentizität heißt das Zauberwort! Meisterhaft versteht Maria Nikolai es, Judiths bewegendes Schicksal als eine Frau, die in den steifen Konventionen vergangenen Epochen gefangen ist, während ihr Geist und ihre Seele einer zukünftigen, modernen Zeit angehören, gefühlvoll darzustellen. Auch das Innenleben der einzelnen Hausangestellten wird anschaulich beleuchtet und gibt Aufschluss über deren verschiedene Ansichten hinsichtlich der damaligen Klassengesellschaft. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist tief und vermehrt regt sich der Widerstand gegen die ungerechte Verteilung von Wohlstand. Dieser emotionsgeladene Roman strotzt vor unerwarteten Wendungen und wartet mit bemerkenswerten geographischen Details auf, welche sich sowohl auf die Stuttgarter Region als auch auf das italienische Örtchen Riva sowie die Lagunenstadt Venedig beziehen. Ich habe - als ehemalige Einwohnerin von Stuttgart - großen Gefallen daran gefunden, von vertrauten Plätzen, Straßenzügen und sogar dem edlen Breuninger Kaufhaus zu lesen. Einen winzigen Abzug gibt es von mir für die beinahe zu ausführlichen Reisebeschreibungen am Nebenschauplatz, welche der Handlung zwischenzeitlich ein wenig das Tempo genommen haben. Als kleines Schmankerl finden sich auf den Innenseiten des Bandes zwei Rezepte, die die Herzen aller Fans von Schokolade höher schlagen lassen werden. Zudem hat die Autorin einen umfangreichen Anhang hinzugefügt: eine Auflistung und (Familien-)Zuordnung aller erwähnten Personen - einschließlich Hintergründen zu historisch verbürgten Personen -, ein Glossar der wichtigsten zeitgenössischen Begriffe sowie Informationen zum historischen Hintergrund und der Kulisse des Romans runden das Werk ab. Fazit: Ein inspirierender Roman über die Macht der Liebe, den Mut, gegen den Strom zu schwimmen, und darüber, dass man den Glauben an seinen persönlichen Traum vom Glück niemals aufgeben sollte. Ein Muss für Fans von Downton Abbey, (historischen) Frauenromanen und Familiensagas. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung dieses empfehlenswerten Werkes.
Wow
kataleyadiamond
Stuttgart, im Jahr 1903. Die ersten Fabriken sind entstanden, die Technik hält mehr und mehr Einzug in das Leben der Menschen. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Die angesehene Familie Rothmann, Besitzer der Stuttgarter Rothmann - Schokoladenfabrik, lebt noch voll und ganz nach den alten Sitten. Wilhelm Rothmann, Oberhaupt der Familie achtet sehr auf Prestige und Wohlstand, sie leben in einer neu gebauten wunderschönen Villa umgeben von Personal. So scheint es nicht weiter verwunderlich, dass er seine Tochter Judith, welche mit Leib und Seele der Schokoladenherstellung verfallen ist und ständig an neuen Ideen tüftelt, dem reichen Bankierssohn Albrecht von Braun als Ehefrau verspricht. Doch das Leben hat andere Pläne und es kommt für Judith, als auch für ihren Vater ganz anders als gedacht ... "Die Schokoladenvilla" von Maria Nikolai ist ein zeitgenössischer Roman, der es mir gleich von Beginn an angetan hat. In die Geschichte sind so viele Hintergrundinformationen, zur Zeit und zum Leben der Menschen im Stuttgart der Jahrhundertwende eingebettet, dass es wirklich Freude bereitet Seite für Seite zu entdecken. Maria Nikolai hat unglaublich gut recherchiert. Es gibt gleich mehrere Handlungsstränge, die am Ende alle auf ganz wunderbare Weise zusammenkommen - ganz ohne Verwirrungen. Ich habe mich ziemlich schnell in die Geschichte einfinden können und habe sowohl mit dem Gesinde als auch mit der Herrschaft sympathisiert. Die Dialoge strahlen soviel Herzlichkeit aus, dass die Atmosphäre ganz heimelig wirkt. Judith Rothmann ist meiner Meinung nach eine sehr liebenswerte, großherzige Frau mit einem sehr starken Charakter, die dem Gedankengut ihrer Zeit weit voraus ist. Sie hält die Familie trotz einiger Schwierigkeiten zusammen, findet für jeden ein liebes Wort und hat für alle Probleme ein offenes Ohr. Judith lässt sich nicht alles gefallen, sie kämpft für ihre Träume und für ihre Liebe ohne Respekt und Anstand zu verlieren. Auch die anderen Charaktere und die Handlungsorte sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet worden. Das Cover ist sehr winterlich gehalten, ich denke es passt wirklich gut in den Zeitraum der Geschichte, wobei ich mir so ein kleines 'Nascherle' auf dem Cover auch sehr gut vorstellen könnte. "Die Schokoladenvilla" ist eine Geschichte, in die ganz viel Liebe und Herz eingeflossen ist. Ein wahres Meisterwerk. Ich empfehle dieses Buch allen, denen eine fantastische Mischung aus Historie, Liebe, Drama und Spannung gefällt.
Wow
welt_der_buecher_
„Die Schokoladenvilla“ von Maria Nikolai spielt im Jahre 1903 in Stuttgart. Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Ich habe bisher nicht allzu viele historische Romane gelesen, aber durch den angenehmen und flüssigen Schreibstil von Maria Nikolai kam ich wirklich gut in die Geschichte rein. Die Geschichte wird mit vielen Details geschmückt, die mir aber nicht zu detailliert waren, sondern genau richtig, um wirklich zu verstehen in welcher Zeit wir sind und wie das Alltagsleben damals war. Die Charaktere waren auch wirklich interessant, allerdings waren es sehr viele und manchmal kam ich nicht wirklich hinterher wer wer ist und was diejenigen jetzt genau machen. Außerdem wurde auch den Nebencharakteren zwischendurch eine sehr große Rolle zugeteilt, was mir manchmal gut gefallen hat, zwischendurch hatte ich jedoch das Gefühl zu viel Unnötiges zu lesen. Insgesamt kann ich das Buch aber wirklich empfehlen!
Wow
Maria Nikolai gelingt mit ihrem Buch "Die Schokoladenvilla" der Beginn einer großen Familiensaga. Das Buch spielt um 1900 hauptsächlich in Stuttgart, einer Stadt, die gerade im Aufbruch begriffen war. Immer mehr Industrielle schaffen den Sprung von kleinen Garagenunternehmen zu bedeutenden Firmen. Auch die Familie Rothmann, die Protagonisten dieses Romans, führen erfolgreich eine Fabrik zur Herstellung von Schokolade. Judith, die Tochter des Hauses liebt die elterliche Fabrik und würde am liebsten in die Leitung des Geschäftes einsteigen. Doch wie es damals so üblich war, hatte ihr Vater andere Pläne mit ihr. Er möchte sie standesgemäß verheiratet sehen und verlobt sie gegen ihren Willen mit einem furchtbaren Mann. Ein Arrangement, dem Judith auf keinen Fall zustimmen kann, nicht nur weil sie ihn nicht liebt, sondern auch wegen Victor, dem charismatischen neuen Angestellten ihres Vaters... Meinung: Die Schokoladenvilla ist genau das Richtige für Fans von Familiengeschichten vor einem historischen Hintergrund, denn sowohl den Zeitgeist als auch den familiären Aspekt trifft die Autorin auf den Punkt. Dabei schafft sie es wunderbar auf über 600 Seiten zu unterhalten, was nicht zuletzt der guten Charakterisierung ihrer Figuren zu verdanken ist. Man kann sich sehr schnell einfühlen, findet Lieblingscharaktere und natürlich auch streitbare Figuren. Besonders die streitbaren Personen gefielen mir gut, denn sie waren nicht einfach plump böse. Stattdessen hat die Autorin gut nachvollziehbare Begründungen gefunden, so manches fiese Verhalten zu erklären. Ein klarer Pluspunkt für das Schreibtalent der Autorin. Bei den Lieblingen muss ich ein halbes Pünktchen abziehen, denn ihnen macht sie es manchmal zu einfach. Hervorzuheben ist auch das sprachliche Geschick der Autorin. Das Buch liest sich sehr geschmeidig, obwohl es der Zeit um die Jahrhundertwende angepasst ist. Das macht das Buch auch für Leser zugänglich, die sich sonst vielleicht mit historischen Romanen eher schwertun. Allgemein gefallen mir die Beschreibungen der damaligen Zeit in der Geschichte sehr gut. Ob es sich nun um die Einbindung von Persönlichkeiten, wie beispielsweise Robert Bosch handelt oder um das Problem der Löhne in den Fabriken. Auch vor heikleren Themen wie Prostitution schreckt die Autorin nicht zurück. Dadurch bekommt der Leser einen guten Einblick in die Lage der Menschen um 1900. Fazit: Man sollte sich nicht von der Dicke des Buches abschrecken lassen. Auf rund 650 Seiten entfaltet sich ein wunderbarer Familienepos mit einem süßen Thema und spannenden Verwicklungen. Probiert es selbst, es lohnt sich.
Wow
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