mojoreads
Community
Sara Paborn

Beim Morden bitte langsam vorgehen

!
5/5
3 Bewertungen
!
lesen will
!
lese ich
!
gelesen
!
INFO
!
MOJOS
!
REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Endlich Witwe - eine giftige Komödie! Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens: Aus der immer so netten Bibliothekarin wird eine gerissene Hobbychemikerin, die ihre bisher von Braten- und Kuchenduft erfüllte Küche in ein Labor verwandelt. Dort bereitet sie Bleizucker zu. Geduldig rührt sie ihrem Mann täglich ein Löffelchen in den Kaffee. Bei den wirklich wichtigen Dingen muss man langsam vorgehen ... Mit Gift zum Glück - ein makabrer und doch so lebenskluger Roman über die Ehe mit tödlichen Folgen.
BIOGRAFIE
Sara Paborn, 1972 in Sölvesborg geboren, war früher in der Werbebranche tätig und lebt heute als Autorin in Stockholm. 2009 veröffentlichte sie ihr Debüt. Ihr Überraschungsbestseller "Beim Morden bitte langsam vorgehen" ist ihr vierter Roman; damit ist Sara Paborn erstmals auf Deutsch zu entdecken.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
16.04.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783421048028
Sprache
German
Seiten
264
Schlagworte
makabrer Humor, Gillian Flynn, Alan Benett, Eheroman, Arto Paasilinna, Ingrid Noll, Cosy Crime, Hallgrimur Helgason, Beziehungskomödie, psychologische Spannung
MOJOS
!
Hat dieses Buch Mojo?
Dann lass uns wissen, warum wir es lesen sollten!
REZENSIONEN
Bewertet von Schokoloko 28, Babscha und andere
schokoloko28
babscha
tragalibros
Schokoloko 28
Irene und Horst sind seit ca. 40 Jahren verheiratet und die Ehe ist aus Sicht von Irene alles andere als glücklich und zufrieden. Es gibt immer wieder Machtkämpfe bei denen sie den kürzeren zieht. Als Horst ohne ihre Rücksprache einen Karton Bücher ins Altpapier bringt ist das Maß voll. Sie fängt ihn an peu a peu mit Bleizucker zu vergiften. Dabei wird ins Detail der Abgang von Horst beschrieben. Der Irene gerne vor anderen Menschen bloß stellt oder sie wie eine schlechtes Dienstmädchen behandelt. Als Leser ist man definitiv auf Irenes Seite. Der Roman hat Humor. Die Autorin besitzt eine gute Beobachtungsgabe und bringt die subtilen Gemeinheiten des Ehemanns gut auf den Punkt. Er ist ohne Klischees. Obwohl man als Leser das Ende weiß, (der Abgang von Horst) fiebert man mit. Auf der einen Seite gönnt man es dem schrecklichen Ehemann auf der anderen Seite wollte ich es auch wissen, wie und wann er stirbt. Auch das Ende wie Irene dann ihren Lebensabend verbringt hat mir sehr zugesagt. Dieser Roman war ein richtiger Glücksgriff und kann ihn sehr empfehlen!
2 Wows
"Die meisten Menschen können einfach nicht begreifen, wie viel Energie es kostet, gegen seine eigene Natur anzugehen. Wir kämpfen darum, jemand zu werden, der wir nie gewesen sind, als wäre das besser, als den Menschen zu akzeptieren, der man eigentlich ist. Man hat nichts davon, wenn man seine Stärke versteckt. Niemand tut einem deswegen einen Gefallen. Das Einzige, was passiert, ist, dass man missachtet wird. Fangen Sie an, Ansprüche zu stellen, und dann schauen Sie mal, was passiert. Sie werden überrascht sein." Das Imperium schlägt zurück. Und zwar hier in Person von Irene Husvig, die nach 39 Jahren an der Seite ihres intoleranten, beschränkten und rücksichtslosen Ehemanns mit seinen menschenverachtenden Sprüchen die Schnauze endgültig voll hat. Mittlerweile Anfang sechzig, mit zwei erwachsenen Kindern und den Herbst des Lebens in Sichtweite, beginnt sie, über ihre Situation zu reflektieren. Und erkennt, dass Veränderung her muss, dass nach Jahren der Ausnutzung und Unterdrückung in einer von Anfang an desolaten Ehe endlich sie selbst, ihre Wünsche, Gedanken und Träume zählen sollen. Aber was tun? Zufällig stößt sie beim Aufräumen auf einen Karton mit Unmengen Gardinenbleiband, das ihre Mutter vor langer Zeit dort verstaut hat. Bei einer guten Tasse Tee stöbert sie in einem alten Lexikon, wird wie von Zauberhand zum Stichwort "Bleivergiftung" geführt und liest. Und sieht auf einmal klar vor sich, was zu tun ist und was zu geschehen hat. Sie legt los. Die schwedische Autorin hat mit ihrem Buch eine so fesselnde wie tiefgründige story entworfen, die bestens funktioniert und großen Lesespaß garantiert. Irene selbst erzählt dem Leser per Rückblenden ihre nicht ganz einfache Lebensgeschichte vom schwierigen Aufwachsen Mitte des letzten Jahrhunderts, von unerfüllten Träumen, von Enttäuschungen, vom Sich-Selbst- Kleinmachen in einer naiv früh geschlossenen unerfüllten Ehe mit ihrem Horst, der alsbald vom weißen zum schwarzen Ritter mutierte. Parallel hierzu gehen im Hier und Jetzt die Dinge ihren schicksalhaften Gang. Der Leser lernt Irene kennen als eine durchaus intelligente, natur- und literaturverbundene Persönlichkeit mit Freude an den kleinen schönen Dingen des Lebens, die allerdings im Innern auch viele Schrullen und Eigenheiten aufweist und mit Menschen im allgemeinen nicht so richtig kann. Sich damit immer schon irgendwie selbst im Weg steht. Gleichzeitig aber auf der Suche ist nach Veränderung und einem erfüllenden Leben abseits der täglichen Beziehungsroutine. Das Buch überzeugt durch eine spannende, wendungsreiche, teils sogar humorvolle Geschichte und eine insgesamt durchaus sympathische Hauptperson, die hier (mittels der Autorin) viele lebenskluge Denkansätze einbringt, in denen sich auch der Leser wiederfindet. Die toll zu Papier gebrachte Metamorphose einer Frau im Ausklang ihrer mittleren Jahre, die sich aufrafft und ihr Leben clever und mit allen Konsequenzen in die eigenen Hände nimmt. Absolute Leseempfehlung. Verdiente Bestnote!
2 Wows
Nach 39 Ehejahre hat Irene die Nase voll von ihrem Mann. Jahrelang hat sie seine Sticheleien ausgehalten, ihr eigenes Wohl zurückgesteckt. Als sie im Keller auf alte Bleibänder stößt, mit denen früher Gardienen beschwert wurden, kommt ihr eine Idee... Mein bisher erstes Buch der Autorin Sara Paborn hat mich sofort begeistert. Sie hat einen tollen Schreibstil, der mich ab der ersten Seite völlig vereinnahmt hat. Eine ansprechende Mischung aus Kriminalroman, Humor und Tiefgründigkeit, sowie eine philosophische Sicht auf das Leben, geben diesem Buch ein ganz besonderes Flair. Doch nicht nur der kluge Schreibstil und die vielen wunderbaren Passagen, die auch zum Nachdenken anregen, haben mir gefallen. Auch die Darstellung der Charaktere ist der Autorin äußerst gut gelungen. Neben der Hauptperson Irene, welche mir auf den ersten paar Seiten fast unsympathisch war und mir schließlich doch ans Herz gewachsen ist, werden auch alle anderen Handelnden sehr plastisch dargestellt. Die Charaktere sind vielschichtig und wirken echt. Die Handlung selbst kann natürlich auch punkten. Hier wurde eine Geschichte erdacht, die mit viel schwarzem Humor gespickt ist, die zu lesen unglaublichen Spaß macht und in der sich der eine oder andere Leser sicher manchmal wiederfindet. Ich möchte fünf Sterne vergeben. "Beim Morden bitte langsam vorgehen" ist ein außergewöhnlicher Roman, der vom Stil stellenweise an die Bücher von Jess Kidd erinnert und mit Tiefgründigkeit und Wortgewandtheit besticht.
1 Wow
Deutsch
  
Englisch
mojoreads Instamojoreads Twittermojoreads Facebook