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Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
Matt Haig

Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten

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Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran?

Wir leben in einem Zeitalter der Ängste und der überdrehten Schnelligkeit. Man könnte meinen, unsere gesamte Lebensweise wäre darauf ausgerichtet, uns ins Unglück zu stürzen. Der Life-Overload hat uns fest im Griff. Aber: Können wir etwas dagegen tun? Matt Haig beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die lärmende Außenwelt unser Denken beherrscht und wie wir uns zur Wehr setzen können. Es geht um große und kleine Dinge, um Weltpolitik, Gesundheit, Smartphones, Social Media, Sucht, Vernetzung. Ein Buch, das uns alle angeht und das uns unserer eigentlichen Aufgabe wieder ein wenig näherbringt: dem Menschsein.

BIOGRAFIE
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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
22.03.2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783423262286
Sprache
German
Seiten
320
Schlagworte
Runterkommen, Social Media, Life Overload, Folgen der Digitalisierung, Depression, Konzentration, modernes Leben, Angstzustände, Stress, Abschalten, Überfrachtung, Ängste, Entfremdung, Soziale Medien, überfrachtetes Leben
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REZENSIONEN
Bewertet von collectionofbookm..., weinlachgummi und 2 andere
collectionofbookmarks
einlachgummi
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la_literarian
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Matt Haig entschuldigt sich in seinem Buch "Mach mal halblang" bereits selbst dafür, dass es sich lediglich um Fragmente handelt. "Fragmente, die sich hoffentlich irgendwie zu einem Ganzen fügen. Die hoffentlich Sinn ergeben. Und wenn Unsinn dabei herauskommt, dann regt er vielleicht wenigstens zum Nachdenken an." Besser hätte er es in meinen Augen nicht zusammenfassen können, denn grundsätzlich ist dieses Buch ein wenig wirr. Enttäuschter war ich allerdings darüber, dass Haig viele problematische Themen ankratzt, aber so gut wie nie tiefer darauf eingeht. So liest es sich teilweise wie ein Ratgeber, teilweise wie ein autobiografisches Werk (ähnlich wie "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben") und teilweise wie ein populärwissenschaftliches Sachbuch. Für mich persönlich gab es darin aber nicht viel Neues oder Themen, über die ich selbst noch nicht nachgedacht hätte. Ich gebe ihm somit zu großen Teilen recht, habe während des Lesens sicherlich öfter zustimmend mit dem Kopf genickt, aber ein Aha-Effekt blieb aus. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass dieser kleine Band einigen Leser*innen die Augen öffnen und dabei helfen kann, achtsamer zu leben und sich selbst zu genügen.
1 Wow
Matt Haig gehört zu meinen Lieblingsautoren und so musste auch sein neustes Buch bei mir einziehen. Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten ist aber kein Roman, in dem eine Geschichte erzählt wird, es ist eine Sammlung von Gedanken von Matt Haig. Wie so viele Bücher im Moment geht es auch hier um den Stressabbau, darum bewusster zu Leben, bewusst zu konsumieren, weniger ist mehr usw. Der Markt für solche Bücher boomt und zeigt deutlich, wir sehnen uns danach, wollen Einfachheit in einer viel zu schnelllebig gewordenen Welt. Wieso also gerade dieses Buch lesen und keins der 100 anderen, bestimmt sind diese auch nicht schlecht und etwas wirklich Neues liefert wohl kaum eins. Darum: Matt Haig kann vorzüglich mit Worten umgehen, kaum hat man das Buch angefangen, ist man auch schon erstaunt, wenn die ersten 150 Seiten vorbei sind. Es liest sich, wie ein Notizheft von ihm, Gedankengänge zu verschiedenen Themen, die aber alle einen roten Faden haben. Außerdem hat er auch einige Dinge recherchiert, die ich sehr interessant fand, über manches habe ich dann selbst auf eigene Faust noch mehr herausgesucht, weil mich die Thematik interessiert hat. "In einer Welt, die uns über den Kopf wächst und in der geistige Freiräume immer seltener werden sind fiktionale Welten von unschätzbaren Wert" Seite 269 Wie auch schon in Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben, bringt auch hier der Autor viel von sich selbst mit ein. Er erzählt offen über seine Depressionen und seine Angsterkrankung. Beschreibt, wie er es schafft alte negative Muster zu durchbrechen oder es zumindest versucht. Das hat mir auch gefallen, das Buch hat nichts von einem erhobenen Zeigefinger, der einen belehren und Maßregeln will, wenn man es mal nicht schafft. Es ist einfach ehrlich und auch authentisch. Man kann sich noch so oft vornehmen, nicht schon wieder auf das Smartphone zu schauen, wenn man sich danach selbst nieder macht, weil man es mal wieder getan hat, macht es die Sache nicht besser. Ich habe mir sehr viele Textstellen markiert, da so viele wichtige Sätze / Botschaften in dem Buch vorkommen. Klar weiß man vieles davon schon, hat es irgendwann mal gehört und es dann in seinem Gedächtnis begraben. Aber so viele von diesen Sätzen sollten einem im Bewusstsein sein und sind es wert, immer wieder gehört zu werden. Bis man es dann vielleicht irgendwann selbst auch glaubt. Mir persönlich hat das Buch bei einigen Dingen geholfen meinen Blickwinkel zu erweitern und Dinge auch aus einer anderen Warte heraus zu sehen. Vieles davon sollte man sich herausschreiben und die Zettel dann in der Wohnung verteilen, damit man es immer wieder liest und nicht vergisst. Fazit: Eine gelungene Sammlung von Gedanken von Matt Haig. Er bringt wieder viel von sich selbst mit ein, spricht offen von seinen psychischen Erkrankungen und berichtet aus seinem Alltag. So sind viele wichtige Botschaften / Weisheiten zusammen gekommen, die zwar in ihrer Summe nicht neu sind, aber trotzdem schadet es auf keinen Fall sie sich nochmals zu verinnerlichen. Deswegen eine klare Leseempfehlung. 4,5 Sterne
2 Wows
Vor gerade mal 10 Jahren wurde ein heute für viele Menschen nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenkendes technisches Gerät auf den Markt gebracht, dessen Funktionen sich dermaßen schnell weiter entwickelt haben, dass dessen Nutzer kaum mehr Schritt halten können: das Smartphone. Richtig. Gerade mal zehn Jahre - und die Abhängigkeiten von diesem meist nicht mehr als Handteller großen Gerät werden immer größer. Mit daran "schuld" sind natürlich nicht nur die technischen Möglichkeiten der Mobiltelefone, sondern vor allem die teilweise kostenlos zu nutzenden sogenannten Sozialen Medien - Netzwerke, die mittlerweile eine Art der Kommunikation zu Tage fördern, die nicht mehr wirklich sozial zu nennen ist. Es scheint, als ob alles immer schlimmer, alles immer wichtiger, alles immer dramatischer wird. Doch ist es das wirklich und was kann man tun, wenn man sich von diesem Gefühl der Panik nicht anstecken lassen will? Matt Haig hat sich in seinem neuesten Buch "Mach mal halblang" damit auseinandergesetzt wie damit umzugehen ist. Aus der Sicht seines eigenen Lebens, in dem es für ihn aus persönlichen Gründen wichtig ist, jedwede unangenehme Aufregung wenn schon nicht zu vermeiden, dann doch zu einem weniger unangenehmen Moment zu verändern, zeigt er wohltuend entspannt, unaufgeregt und humorvoll so einige Möglichkeiten und Wahrheiten auf, die uns nicht fremd sind, die wir aber ab und an gerne vergessen. Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran? Matt Haig hat - wie er in seinen Büchern bereits mehrfach dargelegt hat - eine Erkrankung, die medizinisch mit dem Begriff "Depression und Angststörung gemischt" bezeichnet wird. Hier wird absichtlich von haben gesprochen, nicht von leiden - denn wie er mit dieser Erkrankung umgeht, ist ein aktiver Prozess und keinesfalls der eines passiven Opfers. Er ist sich seiner Erkrankung bewusst und geht ebenso damit um. Auch wenn er, wie wohl die meisten von uns Menschen, in Situationen kommen kann, die ihn stressen und damit bei ihm zu den unangenehmsten Attacken von Panik und Angst führen. Als es wieder einmal zu einer solchen Situation kommt, die Haig zunächst als nicht gravierend einschätzt, seiner Frau jedoch bereits im Ansatz zeigt, dass er daran arbeitet, in nächster Zeit "durchzudrehen" - ein sehr genaues Bild, dessen, was sich im Kopf abspielt, wenn es zu einer solchen Attacke kommt ist eben dieses nicht mehr Stillstehen der Gedanken - verfällt er nicht auf die in der Vergangenheit bereits als nicht funktionierend erwiesenen Mechaniken der Ablenkung. Er versucht, die Attacken mit scheinbar sinnvollen Aktivitäten in Griff zu kriegen, die vor allem mit seinem Smartphone und den damit verbundenen Sozialen Medien zu tun haben. Doch auch das funktioniert nicht. Denn der tatsächliche Auslöser für die Panik kam eben von dort: Er fühlte sich von einer ihm unbekannten Person, die noch dazu tausende Kilometer entfernt von ihm lebte, in die Ecke getrieben. Wer ab und an mal in den Sozialen Medien unterwegs ist, kennt dieses Gefühl ganz sicher. Wir alle haben unsere Stellen, an denen wir für eine Sache stehen, für die wir kämpfen, die uns wichtig ist. Und wenn wir an diesen Stellen angegriffen werden - so ganz plötzlich aus dem Nichts - dann fühlen wir uns auf jeden Fall gestresst. Wie weit sich das auswirkt mag unterschiedlich sein, dennoch ist der Ausgangspunkt ein ähnlicher. Dabei kann man aber auch aus solchen Situationen durch eine Veränderung des Blickwinkels etwas Positives ziehen "Es liegen Welten zwischen einem Gefühl von Stress und einer psychischen Störung, aber beide sind verwandt, wie Hunger haben und verhungern, und was für das eine schlecht ist (Nahrungsknappheit), ist für das andere auch nicht gut. Die Dinge, die mir zu schaffen machen, wenn ich leicht gestresst bin, sind dieselben Dinge, die fatal für mich sind, wenn ich krank bin. Umgekehrt folgt, dass die Lehren die ich aus der Krankheit ziehe, auch für bessere Zeiten gelten." Eine Veränderung, die uns alle betrifft Was die zwischenmenschliche Kommunikation angeht, hat sich gerade durch die Ausweitung der Sozialen Medien eine Veränderung aufgetan, die uns alle betrifft. Sind schon von Angesicht zu Angesicht Missverständnisse vorprogrammiert - man erinnere sich nur an das einfache, grundlegende Shannon-Weaver-Modell aus den 1940er Jahren, das vielfältige Störungen aufzeigt, die durch das Nichterkennen von Ironie oder unterschiedlichem Verständnis oder Wissensstand, also den Inhalten der Blackbox, die zwischen Sender und Empfänger steht, aufkommen können - so ist ein solches Nichtverstehen über ein zusätzlich dazwischen geschaltetes Medium, wie Twitter oder Facebook noch viel wahrscheinlicher. Und solche Missverständnisse produzieren Stress. Deshalb ist die von Matt Haig aufgeworfene Fragestellung "Wie gehe ich mit den neuen Möglichkeiten unseres immer schneller werdenden technologischen Fortschritts um" weder eines, das ausschließlich Personen betrifft, die sensitiver auf Stress u. ä. reagieren als andere, noch betrifft es ausschließlich Individuen. Menschen können sich schneller verändern, als es Gesellschaften tun. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Die Panik, die unseren schönen blauen Planeten derzeit erfasst - Melissa Etheridge sprach auf einem kürzlich in Berlin stattfindenden Konzert davon, dass ihr Heimatland derzeit so etwas wie einen "hysterischen Zusammenbruch" erleide - kann uns alle in unserem Leben beeinträchtigen, nur wir selbst haben es in der Hand, wie weit wir diesen Weg gehen wollen. Matt Haigs Buch mag aus dem Impuls entstanden sein, sich selbst und anderen von einer depressiven mit Angststörungen gekoppelten Erkrankung Betroffenen Linderung zu verschaffen. Im Endeffekt hat er aber allen Menschen, die sich bewußt mit den Problemen unserer Zeit auseinandersetzen möchten, einen Leitfaden an die Hand gegeben, wie es gelingen kann, uns und damit auch unsere immer nervöser werdende Erde wieder zu mehr Ruhe und Besonnenheit und damit zu Lösungen kommen zu lassen. Entspannung tut Not Haig beginnt also von sich ausgehend, Strukturen und Vorgehensweisen unterschiedlicher, am Geschehen beteiligter Bereiche zu analysieren. Dabei wird deutlich, dass die Nervosität, die allgemein bei vielen Themen in der Luft liegt, durchaus gewollt ist. Denn: Glückliche Menschen, die in der Gegenwart leben, konsumieren kaum. Da in Zeiten des Kapitalismus aber der vielfältige Konsum das Wichtigste zu sein scheint, wird auf allen Kanälen propagiert, dass Mangel herrscht. Das geht soweit, dass immer mehr Menschen von sich selbst überzeugt sind, nicht genug zu sein. Die Leere, die dadurch entsteht, soll durch Konsum getilgt werden. Erzeugt aber nur kurzfristig ein Gefühl der Freude oder Verbundenheit. Anstelle sich der Frage zu stellen, was genau das persönliche Glück sein kann, wird verdrängt. Verständlich, aber nicht sinnvoll. Unangenehmes auszuhalten muss man lernen. Unsicherheit ist nichts, was nur bestimmte Menschen betrifft und hat schon gar nichts mit unserem Aussehen zu tun. Es ist ein Gefühl. Und Gefühle sind das, was uns zu Menschen macht - im Gegensatz zu Robotern. Entspannung tut Not und das Zauberwort ist weder Sicherheit, noch Gewissheit, sondern Mut. Mut sich den Unwägbarkeiten des Lebens zuzuwenden und einfach mal abzuschalten, alle Fünfe grade sein lassen. Wir bestehen aus Sternenstaub Matt Haig hat mit Mach mal halblang eine kluge, warmherzige, klar strukturierte Analyse eines durchaus bedenklichen Zustandes geleistet. Dabei hat er sich unterschiedlicher ernstzunehmender Quellen bedient, eigene Schlüsse gezogen und weitreichende Verbindungen hergestellt. Nach und nach rollt er - ausgehend von seiner Person - auf, was uns allen zu schaffen macht, bestätigt dabei, dass es sich dabei nicht um Kleinigkeiten geht, die man einfach mal beiseite wischen kann und zeigt gangbaren Lösungsstrategien auf. Ausgedacht hat er sich das nicht alles selbst. Die Lektüre, die er zurate gezogen hat reicht von Emily Dickinson über Carl Sagan zu Yuval Noah Harari, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Schlüsse und Verbindungen, die er zieht, können uns allen eine Hilfe sein, unserem Wesen als Menschen wieder etwas mehr auf die Spur zu kommen, denn im Grunde genommen ist alleine die Tatsache unserer Existenz schon genug für deren eigene Berechtigung, denn wie Carl Sagan nachweist, sind wir Kinder des Lebens, des Kosmos selbst: "Der Stickstoff in unserer DNA, das Kalzium in unseren Zähnen, das Eisen in unserem Blut, der Kohlenstoff in unserem Apfelkuchen, alles ist aus dem Innern von Sternen gemacht. Wir bestehen aus Sternenstaub." Manchen Leser*innen mag das alles banal vorkommen, doch wenn es tatsächlich so banal sein sollte, weshalb geraten wir dann derzeit häufig in eine so unentspannte Lebensweise? Matt Haig hat Antworten gesucht, Lösungen gefunden und diese für uns Leser*innen wohltuend aufbereitet. Es tut einfach gut, ab und an einen Schritt beiseite zu treten und unsere Abhängigkeiten und subjektiven Befindlichkeiten aus der Ferne zu betrachten. Perspektivwechsel auf Dauer sind nicht das Schlechteste. "Die Welt ist real, aber deine Welt ist subjektiv. Deine Perspektive zu verändern, verändert den Planeten. Und dein Leben. Eine Version der Multiversums-Theorie lautet, mit jeder Entscheidung, die wir treffen, erschaffen wir eine neues Universum. Manchmal landest du bereits in einem besseren Universum, wenn du zehn Minuten das Telefon weglegst."
1 Wow
Das war mein erstes Buch von Matt Haig. Ich habe es ganz spontan aus der Buchhandlung in meiner Nähe mitgenommen, ohne jegliche Erwartungen daran. Dabei habe ich mir nicht einmal den Klappentext wirklich durchgelesen. Der Titel "Mach mal halblang - Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten" konnte mich vollends überzeugen. Und so ging es mir glücklicherweise auch mit dem Buch! Matt Haig hat einen unglaublich humorvollen und mitreißenden Schreibstil. Er schreibt meistens in der Ich-Perspektive und bindet den Leser mit dem Pronomen "uns" immer wieder ein. Dadurch hat man als Leser das Gefühl, verstanden und direkt angesprochen zu werden. Die Kapitel in dem Buch sind sehr kurz, was mir persönlich richtig gut gefallen hat. Das Beste daran war, dass jedes Kapitel ein anderen Aspekt angesprochen hat, in jedem Kapitel wurde ein anderer Schreibstil und -form verwendet und jedes Kapitel hatte eine ganz andere und wichtige Intention. Manchmal beinhaltete ein Kapitel sogar nur einen kurzen und prägnanten Satz. "Anleitung zum Glücklichsein 1. Vergleiche dich nicht mit anderen. 2. Vergleiche dich nicht mit anderen. 3. Vergleiche dich nicht mit anderen. ..." Matt Haig hat sich dabei zur Aufgabe gemacht, solche schlichten Sätze als Mantras in die Köpfe der Leser zu pflanzen, denn genau das ist nämlich die Anleitung zum Glücklichsein. Er hat die Verbindung zum Menschsein und die ständige Sucht am Smartphone beziehungsweise im Social Media Netzwerk aktiv zu sein, unglaublich gut verbunden und humorvoll dargestellt. Dabei hat er immer wieder Beispiele aus seinem eigenen Leben und Dinge, die ihm geholfen haben, mit sich selbst und dem Planeten klar zu kommen, geteilt. Darunter war zum Beispiel seine Liste mit Dingen, die er im Internet nicht mehr tun sollte (Vgl. S. 103), oder ein Telefongespräch mit seiner Oma, als Beispiel dafür, dass das Internet uns weniger zuhören lässt (Vgl. 84). Man konnte unzählige Male Einblicke in sein privates Leben erhuschen und daraus viel für sein eigenes Leben und Verhalten mitnehmen. Unter den meisten größeren Kapiteln stand ein Zitat von einer Berühmtheit oder einem bekannten Buch, das zum jeweiligen Thema des Kapitels gepasst hat. Mein Liebstes war dabei: "Wenn wir alles wollen, dann vielleicht deshalb, weil wir gefährlich nah daran sind, nichts mehr zu wollen." Sylvia Plath Er selbst hat mit verschiedenen Schwierigkeiten und Problemen zu kämpfen, die er im Buch immer mal wieder erwähnt und davor warnt. Diese Themen spiegeln sich alle ebenfalls im Buch wieder, darunter zum Beispiel Sucht, Angstzustände, Depressionen, Selbstmordgedanken etc. Jedoch muss ich sagen, dass es teilweise unklar war, was genau seine privaten Probleme waren, die er in dem Buch beschriebt. Er führte immer wieder Verweise zu seinem Buch "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" ein. Für diejenigen, die dieses Buch jedoch noch nicht gelesen haben (dazu zähle ich ebenfalls), kann es durchaus manchmal schwer fallen, dem Buch zu folgen. Ich wusste beispielsweise nie so genau, welche Angststörungen er hatte, woher sie kamen, wie man sie loswerden kann. Da kann ich jeden empfehlen, vorher das erwähnte Buch von ihm zu lesen. Und dennoch hat es mir unglaublich Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich konnte sehr viel für mein eigenes Leben mitnehmen. Insgesamt kann ich das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich einmal von dem stressigen Alltag und unserem nervösen Planeten erholen will, der erkennen möchte, welches Einfluss zu viel Arbeit, unser Smartphone oder die Socialen Netzwerke auf uns, unser Leben und unsere sozialen Beziehungen haben. Ganz besonders empfehle ich es Lesern, die Probleme mit Sucht, Depressionen und Angststörungen haben. Da kann ich euch eigentlich jedes Buch von Matt Haig empfehlen, ohne sie gelesen zu haben, da er selbst damit zu kämpfen hatte und hat! Dieses Buch hat mich in jeglicher Hinsicht zum Nachdenken gebracht und bringt es immer noch! Definitiv ein Buch, welches aus meinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken ist.
Wow
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