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Neal Shusterman

Kompass ohne Norden

Jugendbücher
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4.6/5
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.
BIOGRAFIE
Neal Shusterman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Autoren für Kinder und Jugendliche. Er wuchs in Brooklyn auf und studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Kompass ohne Norden basiert auf Shustermans Erfahrungen mit der Schizophrenie seines Sohnes Brendan. Die deutsche Ausgabe erschien 2018 bei Hanser. Für Kompass ohne Norden wurde Neal Shusterman 2015 mit dem National Book Award und 2019 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (Preis der Jugendjury) ausgezeichnet.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
20.08.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783446260467
Sprache
German
Seiten
352
Schlagworte
Meer, Schizophrenie, Jules Vernes, Piraten, Scythe, Seemann, Antolin, Patient, Psychiatrie, Fluch der Karibik, Marianengraben, National Book Award, Challenger Tiefe, Abenteuer, Schiff
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von Sophie, weinlachgummi und 2 andere
sophiereads
einlachgummi
mitten1oomorgenwald
aureliaazul
Caden ist eigentlich ein ganz normaler 15-jähriger Junge. Aber es gibt diese Momente in seinem Leben, da ist er Teil einer Schiffbesatzung auf einem Schiff mit besonderem Ziel. Die tiefste Stelle des Meeres im Marianengraben wollen sie messen und Caden, der wenig Ahnung von Navigation hat, soll sie führen. Dann wieder ist Caden ein ganz normaler Schüler und glaubt, ein Mitschüler wolle ihn umbringen. Und immer wieder das Schiff, das Schiff, der einäugige Kapitän, sein einäugiger Papagei. Als sowohl der Kapitän als auch der Papagei von ihm verlangen, den jeweils anderen zu töten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Caden muss erkennen, was seine Mitmenschen von der ganzen Sache halten: Schizophrenie lautet die Diagnose. Auf Neal Shustermans Roman muss man sich sehr einlassen. Man wird in das Geschehen geworfen und weiß nicht recht, wo oben und unten sind. Die Zeit auf dem Schiff verläuft seitwärts wie eine Krabbe, die Mannschaft ist äußerst sonderbar und das Schiff scheint geradezu riesig. Und dann wieder ist Caden ein normaler Junge mit einer Schwester und Eltern, kein Schiff weit und breit. Am Anfang weiß man so gut wie nichts von ihm und wird in die surreal wirkende Welt des Schiffes eingeführt, die nicht so recht Sinn ergibt, aber doch sehr faszinierend wirkt. Erst nach und nach wird Einiges klar. Lässt man die anfängliche Verwirrung zu, wird „Kompass ohne Norden“ zu einer tollen und faszinierenden Lektüre. Neal Shusterman, in Deutschland bekannt durch seine Reihen „Scythe“ und „Vollendet“, bei denen es sich um Dystopien für Jugendliche handelt, beweist mit diesem Roman, dass er noch mehr kann. Er wagt sich an ein ernstes Thema und setzt dieses ungewöhnlich, aber sehr genial um. Der Roman ist einmalige Lektüre mit einer ganz besonderen Note und hallt noch leicht nach. Sehr lesenswert – nicht nur für Jugendliche ab 14 Jahren!
1 Wow
Ich liege auf dem Bett und warte darauf, dass die Welt untergeht. Seite 300 Ich war sehr gespannt auf Kompass ohne Norden, nicht nur weil es von einem Jungen mit der Diagnose Schizophrenie handelt. Sondern auch weil ich von Neal Shusterman Scythe gelesen hatte und es richtig genial fand. Da habe ich mich gefragt, ob der Autor auch ein Jugendbuch mit so einem schwierigen Thema schreiben kann. Er kann. Gleich das Vorwort macht deutlich, er weiß wovon er schreibt. So hat sein Sohn Brendan, von dem auch die Zeichnungen im Buch sind, ihn erst auf die Idee zu der Geschichte gebracht Viel von dem wie Brandan sich damals gefühlt hat bzw. seine Umgebung wahrgenommen hat, sind in das Buch mit eingeflossen.  Caden ist beliebt, er designt mit seinen Freunden ein Videospiel in der Freizeit und zeichnet gerne, alles ganz normal. Bis sein Verstand nicht mehr mitspielt. Immer öfter befindet er sich auf einem Schiff, mit einem Kapitän der ihm nichts gutes will. Der Papagei warnt ihn zwar, doch wem kann er noch vertrauen? Und auch in der Schule ist da dieser Junge, der schaut ihn so komisch an, bestimmt will er ihn umbringen. Und auch der Blick von der Frau auf der anderen Straße, sie plant etwas, vielleicht will sie das Haus seiner Familie anzünden. Caden kommt dem Abgrund immer näher. Gefangen in seinem Kopf und doch nicht mehr in sich selbst. Früher hatte ich Angst zu Sterben. Jetzt habe ich Angst, nicht zu leben. Seite 188 Zunächst hatte ich Probleme mit der Erzählung auf dem Schiff. Ich komme mit Geschichten in Geschichten nicht gut klar, der Bezug zur Krankheit und der Psychiatrie war mir zwar schnell klar, doch tat ich mich da lange schwer. Dies ist auch der Grund, wieso das Buch nicht die volle Punktzahl bekommt. Mit der Zeit kam ich auch in diese Geschichte rein. Wie die Krankheit als Kapitän dargestellt wurde, hat mir sehr gut gefallen.  Die Zeichnungen im Buch, welche von dem Sohn von  Neal Shusterman stammen, haben das ganze untermauert und zur Authentizität beigetragen, da Caden auch viel und gerne zeichnet. Allgemein empfand ich das Buch als sehr authentisch. Ich arbeite selbst in einer Psychiatrie und hatte auch schon mit ein paar  schizophrenen Menschen zu tun. Im Berufsleben muss man da oft eine starke Mauer ziehen, um sich selbst zu schützen. Im Gegenzug  konnte ich mich hier auch emotional auf Caden und seinen Leidensweg einlassen. Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Er ist ein intelligent und lieber Junge, der auf seine Art auch versucht den anderen Jugendlichen in der Psychiatrischen Einrichtung zu helfen.  ...und mir geht auf, dass die Dunkelheit das Licht lieben muss. Und doch muss eins das anderen immer töten. Seite 272 Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Betroffenen und Angehörigen Mut machen und Hoffnung geben. Und auch aufklären,denn Aufklärung ist so wichtig. Man sollte meinen Psychische Erkrankungen seien heutzutage kein Tabuthema mehr, und doch herrscht da noch so viel Unwissenheit und Vorurteile. Weswegen ich dieses Buch sehr wichtig finde.   Fazit Wenn du deinem eigenen Verstand nicht mehr trauen kannst, wem dann?  Neal Shusterman erzählt auf eine gefühlvolle und authentische Art die Geschichte von Caden. Sein Leidensweg hat mich sehr berührt.
Wow
mittenim1oomorgenwald
Wie bemerkt man die Anfänge einer Schizophrenie? Und wie ergeht es eigentlich den Angehörigen? Wie fühlt sich die Krankheit an? Und wie sehr schränkt es ein? All diesen Fragen geht Neal Shustermann mit „Kompass ohne Norden“ wortwörtlich auf den Grund. Es erzählt die Geschichte vom erkrankten Caden mit all den Höhen und Tiefen, den Anfängen, Rückfällen und Besserungen. Dabei schreibt er mit so viel Humor aber auch Tiefe, dass man sich manchmal kaum zwischen Schmunzeln und Schluchzen entscheiden kann. Dazu kommt, dass der Autor aus Erfahrung spricht, da sein eigener Sohn ebenfalls erkrankt ist. Das macht die Geschichte nur noch realer… und schmerzhafter. Trotzdem spendet dieses Buch auch sehr viel Trost und Hoffnung. Es hilft, die Krankheit nicht nur auf medizinischer, sondern auch endlich mal auf der Gefühlsebene wenigstens annäherungssweise zu verstehen und räumt dadurch auch einige Klischees aus dem Weg. Dabei hilft auch die Geschichte vom Piratenschiff, die nach und nach klarer verständlich wird und einen parallel an die Hand nimmt. Fazit Ich habe mir für die Geschichte wirklich Zeit gelassen, weil sie berührt und nachdenklich macht. Vor Allem ist „Kompass ohne Norden“ endlich mal ein Buch, wo die schizophrene Person nicht als vollkommen verrückt dargestellt wird wie zB. Gern in Thrillern. Sie wird aber auch nicht beschönigt wie in einem Liebesroman mit Happy End. Es ist das, was es ist: Die Geschichte eines erkrankten Jungen auf dem Weg zur Besserung – mit Höhen Tiefen, Ängsten und Hoffnung.
Wow
Caden ist ein gewöhnlicher 15-jähriger Schüler, der mit seinen Freunden abhängt und an einem Computerspiel bastelt. Doch sein bekanntes Leben wird auf den Kopf gestellt, als er nach und nach trügerische Wahrnehmungen empfindet, harmlose Gegenstände und seine Mitmenschen grundlos als Gefahr beurteilt und sich so weiter in seinen Wahn steigert bis er nicht mehr zwischen Realität und seiner zusammengesponnen fantastischen Welt unterscheiden kann. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich meine Eindrücke zu dem Buch schildern und zusammenfassen soll um dem gerecht zu werden. Vorneweg finde ich es unglaublich auf welch authentische, umfassende und tiefgreifende Art und Weise der Autor das Thema Schizophrenie beschreibt, und das obwohl er nicht selbst betroffen ist, sein Sohn allerdings. Neal Shusterman muss sich so sehr in die Materie eingearbeitet und sich mit seinem Sohn so intensiv ausgetauscht haben um sowas zu schaffen, dass es mich sprachlos macht. Fantastisch und brillant fand ich die ganzen tollen Metaphern die an den passenden Stellen eingebettet wurden und den Ereignissen mehr Tiefe verleihen und das Verständnis fördern, auch wenn letzteres nur bis zu einem gewissen Punkt möglich ist, sofern man nicht selbst betroffen ist. Manchmal fand ich es schwierig den Gedanken und Empfindungen von Caden zu folgen, was vermutlich nicht an der Sprache selbst liegt sondern daran dass der Sachverhalt schwierig zu begreifen und beschreiben ist. Die „doppelten“ Geschichten, die parallel verlaufen scheinen auf den ersten Blick wirr und hinterlassen viele Fragezeichen, doch im Laufe der Geschichte werden die Verbindungen deutlich und machen zum Teil Sinn. Ich denke dass gerade die fehlende nachvollziehbare Stringenz der Handlungen Cadens seelischen Zustand hervorragend widerspiegelt und daher sehr gut zur Thematik und der Bedeutung dahinter passt. Man verliert als Leser*in selbst ein wenig den Bezug zu den zeitlichen und räumlichen Strukturen der Realität, die man aus dem alltäglichen Leben kennt und die so hilfreich sind um sich zu orientieren und schwebt irgendwo zwischen Cadens fantastischer Welt und der Realität, aber man befindet sich immer seltener eindeutig in einer „Welt“. Diese parallel verlaufende fantastische Geschichte ist ein Spiegel der Realität und verarbeitet die realen Geschehnisse - dazu auch Cadens kranke Eindrücke, die objektiv teils erfassbar sind – in anderer Form und im metaphorischen Sinne, die mit der subjektiven Gedanken- und Gefühlswelt Cadens übereinstimmen und seinen seelischen Zustand gut erfassen. Fazit: Dies ist mein erstes Buch über das schwierige Thema Schizophrenie. Es konnte mich durch die emotional ergreifende, authentische und hoffnungsvolle Art überzeugen und die metaphorisch einzigartige Darstellung hat mich fasziniert ebenso wie das Eintauchen in Cadens verzehrte Welt. Absolute Leseempfehlung für Jung und Alt!
Wow
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