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Karine Lambert

Und jetzt lass uns tanzen

Romance
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5/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?
BIOGRAFIE
Karine Lambert ist eine belgische Fotografin und Schriftstellerin. Nach längeren Aufenthalten in verschiedenen Ländern lebt sie heute wieder in ihrer Geburtsstadt Brüssel. Ob in Bildern oder Worten, immer erzählt Karine Lambert von der Freude und der Liebe, von der Verletzlichkeit und der Fähigkeit, sich neu zu erfinden. Die Romane der Bestsellerautorin erscheinen in über 25 Ländern.

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
06.03.2017
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783453291911
Sprache
German
Seiten
224
Schlagworte
Alter, Späte Liebe, Liebesroman, Neuanfang, Frankreich, zweite Chance, Liebe
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von sommerlese, Ladybug und 2 andere
sommerlese
ladybug
wortgetreu
buchkenner
Marguerite Delorme ist 78 Jahre alt, als ihr Mann Henri nach langer Ehe stirbt. Ihre Beziehung war stets höflich, aber nicht von Liebe geprägt. Es gab keinen Streit, Henri regelte ihr gemeinsames Leben und entschied auch die Urlaubsziele. Nach seinem Tod fühlt sich Marguerite haltlos und aufgelöst, alt und überflüssig. Doch dann beschliesst sie, eine Thermalkur in den Bergen zu machen und ihr Leben nimmt noch einmal eine große Wendung. Der 73-jährige Marcel Guedj ist Algerienfranzose und fast 50 Jahre lang glücklich mit seiner Kindheitsliebe Nora. Als Nora verstirbt fühlt sich Marcel einsam. Seine Tochter meldet ihn zu einer Kur an. Dort lernen sich Marguerite und Marcel kennen und entdecken, dass sie über die gleichen Dinge lachen können. "Sie schert sich nicht mehr um Geschwätz und Konventionen, etwas anderes hat die Oberhand gewonnen. All die übermütigen Luftbläschen, die Henri jahrelang nicht an die Oberfläche kommen ließ, blubbern nun nach oben, in die Freiheit." Zitat Seite 136 Dieser Roman hat mich sehr berührt und dadurch in einen Lesesog versetzt. Mir wurde bewusst, wie auch im Alter der Wunsch nach Liebe und Glück das Leben bestimmen kann. Die Protagonisten hätten sich als junge Menschen nie ineinander verliebt, aber die Einsamkeit und ihre Lebenslust haben es im Alter möglich gemacht. Karine Lambert verarbeitet in ihrem Roman die Thematik der späten Liebe, weil sie es von einer Bekannten selbst so erfahren hat. Ihre Protagonisten werden gut charakterisiert, man erlebt die bisherigen Lebensläufe und kann sich ein authentisch wirkendes Bild von Marguerite und Marcel machen. Sie lebte ein kultiviertes, wohlhabendes Leben ohne Liebe und war nur das Anhängsel ihres Mannes. Marcel war arm und musste sich seinen Platz im Leben suchen und fand doch die große Liebe. Nachdem beide Hauptfiguren verwitwet sind, entdecken sie trotz ihrer Unterschiede Gefühle füreinander. Ihre ersten Begegnungen wirken unsicher, sie haben Bedenken wegen ihres Alters, doch sie sind sich schnell sehr nahe. Diese Szenen hat die Autorin mit wunderbarer Leichtigkeit beschrieben, dessen Romantik man sich nicht entziehen kann. Gleichzeitig sieht Marguerites Sohn Probleme, er möchte seine Mutter behüten, aber damit auch bevormunden. Genauso hat es sein Vater getan. Es braucht eine Zeit bis er versteht, dass auch seine Mutter Freiräume braucht und ihr Leben endlich selbstbestimmt leben möchte. Eine wunderschöne, berührende Liebesgeschichte, die zeigt, dass man die Hoffnung auf Glück auch im Alter nie ganz aufgeben darf.
2 Wows
Große Liebe kennt kein Alter Marguerite ist 78 und Witwe. Sie wurde ihr Leben lang fremdbestimmt – erst von ihren Eltern, dann von ihrem Mann, der wenig von wahrer Liebe und gar nichts von Fröhlichkeit und Spaß verstanden hat. Marguerite fügte sich still und wacht erst langsam auf, als sie merkt, dass nun ihr Sohn über sie verfügen und bestimmen will. Als sie auf Marcel trifft, beginnt sich in ihr Hoffnung zu regen – Hoffnung darauf, dass es noch nicht zu spät ist, alles nachzuholen. Marcel ist das Gegenteil von Henri, Marguerites verstorbenem Mann. Er hat seine Frau Nora schon als Junge kennengelernt und beide waren glücklich und verliebt, bis Nora überraschend an einem Herzinfarkt verstorben ist. Die Trauer überwältigt Marcel fast, bis er auf einer Kur weit weg von zu Hause Marguerite begegnet, die nur ein paar Straßen weiter von ihm die ganze Zeit gelebt hat. Darf und kann man zweimal lieben? Dieses Buch ist so erstaunlich leise, geht aber extrem tief unter die Haut und ins Herz. Mich hat Marguerites Schicksal sehr berührt und ich war entsetzt, wie Henri und Frédéric diese zarte, kleine Frau, die so voller Liebe steckt, behandelt haben. Gerade von ihrem Sohn hätte ich mehr erwartet. Dagegen das Leben von Marcel und Nora und ihrer Tochter Manou – das ist es, was man sich selbst und Marguerite von Herzen wünscht. Das Leben ist zu kurz, um auf wahre Liebe zu verzichten und zu lang, um ohne Humor und Fröhlichkeit, ohne Liebe zu sein. Der Stil dieser wundervollen Geschichte ist schlicht, einfach, gerade und sehr leise. Abwechselnd wird aus Marguerites und Marcels Position aus erzählt. Kurz vor dem Ende wechseln diese Kapitel in eines in der Ich-Form und beide kommen direkt zur Rede. Danach folgen zwei Kapitel, in denen der Erzähler über allem schwebt und keine Position einnimmt. Das kannte ich so noch nicht, aber es hat eine enorme Wirkung. Karine Lambert verwendet eine einfache, aber dennoch bildhafte Sprache. Ihr unaufgeregter Erzählton macht die Unterschiede der beiden Leben umso deutlicher. Die Geschichte entwickelt eine enorme Tiefe. Ohne viele Worte zieht die Autorin den Leser so tief in die Geschichte, als wäre er selbst daran beteiligt – und das wäre ich auch so gerne gewesen, denn diese beiden alten Leutchen habe ich ganz tief ins Herz geschlossen. Wer einen Elternteil verloren hat, wird wie ich dieses Buch noch mal mit anderen Augen sehen und sich überlegen, wie er selbst handelt und was für beide – den lebenden und den verstorbenen Elternteil – wichtig war und wichtig ist. „Und jetzt lass uns tanzen“ ist ein kluges, tröstendes und Mut machendes Buch. Von mir bekommt es die vollen fünf Sterne!
1 Wow
Dieses Buch kann ich nicht auf die selbe Art und Weise bewerten, wie ich es bei den anderen Büchern immer tue. Hier gibt es keinen heißen Bad Boy oder irgendwelche klischeehaften High School/Uni Intrigen. Dies ist ein Buch, dass dem Leben so nahe ist und das mich unglaublich berührt hat. In den ersten Kapiteln lernen wir Marguerites und Marcels jeweilige Vergangenheit kennen und kriegen den Verlust ihrer jeweiligen Ehepartner mit. Marguerite hat Angst vor allem, was unvorhersehbar ist, sie hat Angst vor dem alleine sein und dem Tod. Sie empfindet Ängste, die wohl jeder nachvollziehen kann und in die auch ich mich sehr gut hineinversetzen konnte. Mit ihren 78 Jahren ist sie nun wirklich nicht mehr die Jüngste und nach dem Tod ihres Mannes ist das Einzige, das ihr noch so richtig Freude bereitet ihr Enkel Ludovik und ein Museumsbesuch einmal im Monat. Sie stellt sich immer wieder die Frage, ob das Leben noch etwas für sie bereithält. Marguerite trifft bei einer Thermalkur auf den 73 jährigen Marcel. Überrascht stellen beide fest, dass sie den selben Humor teilen, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnte. Sie folgte immer allen Regeln und möchte nichts dem Schicksal überlassen. Er ist freiheitsliebend und vergöttert den Sternenhimmel bei Nacht, wohingegen Marguerite den Tag liebt. Langsam lernen sie sich kennen und fühlen etwas füreinander was sie nicht für möglich erachteten noch einmal empfinden zu dürfen. Ich habe bei dem Klappentext an zwei Personen im mittleren Alter gedacht, als ich dann deren Alter erfuhr, war ich ein wenig überrascht. Positiv überrascht. Beide waren mir sofort sympathisch und ich hätte sie mehr als einmal liebend gerne in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein ziemlich großes Herz für ältere Menschen habe und ich ihnen immer am liebsten helfen und etwas Gutes tun würde. Aber diese beiden Protagonisten haben mich sehr berührt und zum nachdenken angeregt. Das Buch wird teilweise wirklich humorvoll erzählt und dennoch geht der Ernst der Geschichte nicht verloren. Ich habe mich der Storyline durchweg sehr nahe gefühlt, habe mitgelacht und mit gelitten. Habe über die selben Fragen gegrübelt wie Marguerite und Marcel. Die Autorin Karine Lambert erzählt die Geschichte mit einer wundervollen Leichtigkeit und einem poetischen Schreibstil, ohne dabei irgendetwas zu beschönigen. Mir kam es beim Lesen vor, als würde sich alles vor meinen Augen abspielen und ich könne total in das Buch abtauchen. Diese Geschichte hat mir wirklich große Freude bereitet.
Wow
Karine Lambert gibt in ihrem neuen Roman einen zauberhaften Einblick in die Liebe. Nein, nicht in die junge Liebe der verunsicherten Teenager, mit den unbekannten Schmetterlingen im Bauch und völlig neuen Erfahrungen, sonder in die Zweite. Die Liebe, die man nach Jahrzehnten der Ehe und dem Tod des Partners finden kann, wenn man sich traut auch fernab der Jugend auf sie zuzugehen. Diesen Schritt wagen auch Marcel und Margueriete. Nachdem der Tod ihrer Partner sie aus dem gewohnte Alltag gerissen hat, fühlen sich beide hilflos und ohne Ziel. Doch eine Reise verändert alles. Sie lernen einander kennen und stellen schnell fest, das sie trotz ihrer Gegensätze viel gemeinsam haben. Doch darf man im hohen Alter noch einmal etwas wagen und sich Jemand völlig neuem öffnen? Karine Lambert sagt ja, ja zur Liebe unabhänig von Alter und Konventionen. Auf sanfte Weise, erzählt sie liebevoll das man sich auch mit der Reife des Lebens fühlen kann wie ein junges Mädchen. Aufgeregt, aber auch voller Zweifel, freudig und fragend zugleich. Mit wechselnden Perspektiven erlebt man die Gefühle der Protagonisten hautnah und besonders die kleinen Dinge gehen zu Herzen. Iris Berben als Sprecherin unterstreicht unaufgeregt, aber mit viel Gefühl den Roman mit ihrer Stimme und zeigt eindrucksvoll, das sie genau die richtige Wahl für diese Geschichte ist . Und diese Geschichte geht wahrlich nah, werden wir doch alle älter und möchten unsere letzten Jahre nicht einsam verbringen. So freut sich der Leser mit der schüternen Marguerite und wünscht sich selbst einen lebensfrohen, kreativen Marcel an seiner Seite. Man bangt mit ihnen und hofft das noch viele Jahre bleiben um das Glück auszukosten. Denn für die Liebe ist es nie zu spät.
Wow
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