mojoreads
Community
!
lesen will
!
lese ich
!
gelesen
!
INFO
!
MOJOS
!
REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Hamburg, 1892: Die Cholera erschüttert die Stadt an der Elbe und fordert tausende Opfer. Als Marthas Mutter stirbt, muss sie das Überleben ihrer Familie sichern. Die junge Frau aus dem armen Gängeviertel ergattert eine Lehrstelle am Eppendorfer Krankenhaus und arbeitet sich bis zur OP-Schwester hoch. Während die Ärzte sich im Wettlauf gegen die Zeit befinden, ist Hamburg auch im politischen Umbruch: Die Hafenarbeiter streiken, die Frauen kämpfen ums Wahlrecht und für die Rechte von Prostituierten. Martha schließt sich der Frauenbewegung an und führt gleichzeitig ihren ganz persönlichen Kampf. Denn sie hat nicht nur die Liebe zur Medizin entdeckt, sondern - gegen die strengen Regeln am Krankenhaus - auch zu einem jungen Mann ...
BIOGRAFIE
Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt und als Fachärztin für Psychiatrie arbeitet. Mit der Vergangenheit ihrer Heimatstadt fühlt sie sich ebenso verbunden wie mit der Geschichte der Medizin, was in vielen ihrer Romane zum Ausdruck kommt. »Die Hafenschwester. Als wir zu träumen wagten« ist ihr erster Roman im Diana Verlag und der Auftakt zu einer Serie.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
09.09.2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783453292338
Sprache
German
Seiten
463
MOJOS
!
Hat dieses Buch Mojo?
Dann lass uns wissen, warum wir es lesen sollten!
REZENSIONEN
Bewertet von Harakiri, Elizas Bücherpara... und 3 andere
harakiri
elizas_buecherparadies
bambisusuu
monikarickert
tanjapohl
Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg. Martha lebt in ärmlichen Verhältnissen und als ihre Mutter stirbt bewirbt sie sich als Krankenhelferin. Sie hat großen Spaß an ihrem Beruf und bekommt die Möglichkeit, Krankenschwester zu werden. Martha scheint ihr Glück gefunden zu haben, doch dann lernt sie Paul kennen – und Krankenschwestern dürfen keinen Mann haben… Das Buch beschreibt die Situation Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg sehr gut. Die Enge des Gängeviertels, in dem nur die armen Leute wohnen. Die Zustände, die dazu führen, dass die Leute sich nicht hocharbeiten können und die Klassenunterschiede der damaligen Zeit. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und die Stimmung super eingefangen. Ich klebte förmlich an den Zeilen und litt mit Martha und Milli mit, die unbeirrt ihren Weg gehen, auch wenn ihnen große Steine in den Weg gelegt werden. Mir hat Metzenthins Schreibstil sehr gut gefallen. Auch wenn mich die politische Lage zwischendurch etwas langweilte, ich las einfach lieber von Martha im Krankenhaus und ihren Problemen mit Auguste, der Freundschaft zu Susanne und Carola und wie ihre Familie es schafft, von ganz unten wieder etwas Fuß zu fassen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Von Melanie Metzenthin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung der Hafenschwester und werde mir auch einmal ihre anderen Bücher zulegen.
Wow
Elizas Bücherparadies
„Aber wenn wir es aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst versuchen, werden wir niemals etwas ändern.“ Melanie Metzenthin hat mit dem ersten Teil ihrer Hafenschwestern-Saga ein wahres Highlight vorgelegt. Dieser Roman hat alles was das Leserherz begehrt: Dramatik und Liebe, Sehnsucht und Kampf nach Gerechtigkeit, Geschichte und Aktualität. Das Cover zeigt den Körper einer Krankenschwester, die einen Arztkoffer trägt. Sie ist mit einer typischen Krankenschwesteruniform bekleidet, die Farben Rot, Schwarz und Weiß spiegeln noch einmal den medizinischen Hintergrund wieder. Der Klappentext ist vom Verlag gut gewählt, er macht Lust auf mehr. Er umreißt das Geschehen und führt die wichtigsten Personen ein. Der Roman ist in zwei große Teile gegliedert: 1. Die Krankenschwester & 2. Die Sozialdemokratin. Er beginnt 1892 und endet 1898, in diesen sechs Jahren liegt der Fokus auf Martha Westphal. Die junge Martha stammt aus dem Gängeviertel, einem der ärmsten Viertel Hamburgs. Nach dem Tod der Schwester und Mutter durch die Cholera, will und muss Martha zum Unterhalt der Familie beitragen und bewirbt sich um eine Ausbildung als Krankenschwester bei der „Erika-Schwesternschaft“. Marthas engste Bezugspersonen sind neben ihrer Familie, die Jugendfreundin Milli und ihre Kolleginnen während der Ausbildung Carola und Susanne. Besonders Milli hebt die Autorin hervor, da sie es nicht so gut wie Martha getroffen hat. Sie steht stellvertretend für alle Frauen die weniger „Glück“ gehabt haben. Milli wird von ihrem Vater zur Prostitution gezwungen und muss auch noch Jahre später den Zorn ihres Vaters fürchten, wenn sie ihm nicht das verdiente Geld abliefert. Erst in der zweiten Hälfte des Romans bekommt Martha einen männlichen Gegenpart: Paul Studt. Er ist der Mann, der den Hafenarbeitern eine Stimme gibt. Er ist aber auch der Mann, der in Martha Gefühle weckt, die sie bisher nicht kannte. Ansonsten bleiben die Männer, ob Marthas Bruder Heinrich oder Marthas Vater eher Randfiguren, sie werden nur selten zu aktiv handelnden Figuren. Auch die Ärzte in dem Roman haben zwar eine Stimme, kommen aber meiner Meinung nach nicht so zu Wort wie die Frauen oder Paul in diesem Roman. Der Roman besticht durch eine Mischung von fiktiven und historischen Persönlichkeiten: Wichtigste historische Persönlichkeit in dem Roman ist Lida Heymann. Lida Heymann ist die erste Frauenrechtlerin in Hamburg, macht auf das Elend der Frauen und Kinder aufmerksam und betreibt die erste Suppenküche, um die ärgste Not zu lindern. Der Roman thematisiert sowohl Teile der Medizingeschichte, Teile der Geschichte der Gewerkschaften und der Frauenrechte, als auch die Historie der Sozialdemokratie, somit ist dieses Buch auch ein sehr politisches Buch. Der Roman ist sprachlich sehr gut gestaltet. Die Beschreibungen des Romans bereichern die Handlung, ohne dass es zu einem Zeitpunkt langweilig ist. Die Dialoge sind authentisch und tragen zu einem angenehmen Lesetempo bei. Die Autorin bedient sich sowohl der Elemente der Zeitraffung als auch der Zeitsprünge, wodurch die gut vierhundertsechzig Seiten des Romans, wie im Fluge vergehen. Orts- und Zeitangaben helfen dem Leser das Geschehen einzuordnen. Die verschiedenen Erzählperspektiven zeigen eindrucksvoll die unteschiedlichen Blickwinkel der Gesellschaft. Hervorzuheben ist auch das Nachwort, welches sehr informativ ist. Auch werden einige Dinge noch einmal in den rechten Kontext gerückt. Der Roman ist für alle Männer und Frauen geschrieben worden, die sich gerne tiefgründig mit einem historischen Thema auseinandersetzen. Aber auch Hamburg-Fans werden sicherlich auf ihre Kosten kommen, sowie Medizin-Interessierte. Ich wünsche diesem Roman viele Leserinnen und Leser, die sich mit Martha auf eine spannende Reise machen. Ein wahrlich großartiger Auftakt zu einer neuen Saga. Melanie Metzenthin hat mit diesem Roman ihrer Heimatstadt, als auch ihrer Familie ein Denkmal gesetzt. Ich bedanke mich sehr bei der Autorin und dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars und ihre Geduld.
Wow
"Die Hafenschwester" ist der erste Band der Hafenschwester-Saga und gehört jetzt schon zu meinen Highlights unter den historischen Romanen. Die Autorin Melanie Metzenthin schreibt unglaublich lebendig und fesselnd. Das Buch spielt um 1892 in Hamburg. Die Stadt ist mit der Krankheit Cholera überflutet und bringt zahlreiche Tote mit sich. So auch in Martha's Familie. Als ihre Mutter und ihre Schwester an Cholera sterben, muss sie für die Familie sorgen. Im nahe gelegenen Krankenhaus fängt Martha an auszuhelfen. Ich bin total gefesselt vom ersten Band der Hafenschwester-Saga. Die Kulisse und die Zeit ist getreu dargestellt, sodass ich mir alles bildliche gut vorstellen kann. Die Krankheit Cholera erschüttert die Bevölkerung und zeigt große Unterschiede zwischen Armut und Reichtum. Es war interessant und spannend. Die historischen Ereignisse sind dabei gelungen in Szene gesetzt und haben mich auch emotional packen können. Martha hat es mit ihren jungen Jahren, als Familienversorgerin, nicht einfach. Ich konnte total mit ihr mitfiebern und bin ganz gespannt auf die Fortsetzung!
Wow
moniszeitreise
„Die Hafenschwester - Als wir zu träumen wagten“ von Melanie Metzenthin erzählt von der Cholera-Epidemie 1892 und dem anschließenden Hafenarbeiterstreik in Hamburg. Erschienen ist der Roman im September 2019 im Diana-Verlag. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich konnte mir alles gut vorstellen und bin gut mit dem Lesen vorangekommen. Die Zeit, in der der Roman spielt ist gut eingefangen. Wir bekommen ein umfassendes Bild der Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts geboten, wobei der Fokus mehr auf der ärmeren Bevölkerung liegt. Gerade hier lag auch mein besonderes Interesse und so hat mir das sehr gut gefallen. Die Themen in diesem Roman sind vielfältig. Wir erfahren etwas über die Cholera-Epidemie 1892 und die Vertuschungsversuche des Hamburger Senats. Wir erleben die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Hafenmitarbeiter mit, die zu streiken beginnen als ihre Lage sich immer mehr verschlimmert. Wir sind beim Erstarken sozialdemokratischer Werte und hieraus folgend dem Kampf um mehr Rechte für Frauen dabei. An der Seite von Martha erleben wir die Ausbildung zur Krankenschwester mit und lernen die strengen Regeln, die für die Erika-Schwestern gelten, kennen. Sehr beeindruckt hat mich auch der Einblick in das Lebens eines Mädchens, dem nichts anderes über blieb, als so wie ihre Mutter Prostituierte zu werden. Dies alles ist eingebettet in eine schlüssige Story, die geschickt von einem zum anderen Thema überleitet. Der Spannungsbogen des gesamten Romanes hat mir gut gefallen. Zu keinem Zeitpunkt kam Langeweile auf und ich habe die Schicksale der Personen gerne mitverfolgt. Zum Ende des Buches hin, lag mit der Fokus vielleicht ein wenig zu sehr auf den einzelnen Schicksalen der Personen, aber dies ist verschmerzbar, denn ansonsten wurden alle Ereignisse echt gut mit dem historischen Hintergrund verwoben und man konnte viel Wissen über die Zeit mitnehmen. Martha ist die unangefochtene Hauptperson in diesem Buch. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich war sehr beeindruckt von ihrem Fleiß und dem Willen ihre Familie zusammenzuhalten. Auch ihre Loyalität und Empathie ihren Freunden gegenüber konnte mich überzeugen. Spannende Persönlichkeiten haben ihren Weg gekreuzt, die dafür sorgen, dass sie sich auch allgemein mit sozialen Werten und den Frauenrechten befasst und für diese einsteht. Paul Studt ist ein junger Mann, der sich aus dem Gängeviertel hochgearbeitet hat, aber dennoch seine Wurzeln niemals vergisst. Seine Herangehensweise war anfangs vielleicht etwas naiv, aber seine Ideale und den Mut auch dafür einzutreten, habe ich sehr bewundert. Milli, die beste Freundin Marthas, hat ein sehr hartes Schicksal getroffen. Genau wie ihre Mutter arbeitet sie als Prostituierte, dennoch schafft sie es das Beste aus ihrer Situation zu machen und nicht aufzugeben. Sie hält unerschütterlich an ihrem Traum fest und ist bereit dafür auch einiges zu tun. Ein Einblick in die reichere Hamburger Gesellschaft darf natürlich dennoch nicht fehlen. Hier lernen wir sehr unterschiedliche Charaktere kennen, die teilweise historisch belegt sind. So gibt es mit Lida Heymann eine reiche Erbin, die mit ihrem Geld Gutes tut und sehr für die Rechte aller Frauen eingetreten ist. In Auguste Feldbehn und ihrer Familie erleben wir die Manifestierung alter Werte und die Doppelmoral, die oftmals in den höheren Schichten vorgeherrscht hat. Abgerundet wird das Ganze durch ein ausführliches Nachwort am Ende des Buches, in dem die Autorin auch kleinere Änderungen offenlegt. Diese haben keine gravierenden Auswirkungen auf das, was das Buch vermitteln möchte und den historischen Hintergrund, so dass diese alle im Rahmen sind, auch wenn mir hier dennoch nicht alles gefallen hat. Aber das sind Kleinigkeiten und meckern auf wirklich sehr hohem Niveau. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für Geschichte interessieren und Hamburg mögen.
Wow
Lari Heldenlama
„Hafenschwester“ ist nach „Mehr als die Erinnerung“ mein zweiter Roman von Melanie Metzenthin und ich bin wieder extrem begeistert!“ Ich liebe historische Bücher mit starken weiblichen Charakteren. Und so bin ich mit Hafenschwester genau auf meine Kosten gekommen. Martha Westphal ist die älteste Tochter einer ärmlichen Familie aus den Hamburger Gängevierteln. IAls Martha gerade 13 Jahre alt ist, erkranken erst ihre kleine Schwester Anna und später ihre Mutter an Cholera. Martha hat gesehen, dass der Schwester im Krankenhaus nicht geholfen wurde und so pflegt sie ihre kranke Mutter bis zu ihrem Tode allein zu Haus. Der Vater ist durch diesen Schicksalsschlag so gezeichnet, dass er sich im Alkohol verkriecht und die Familie komplett im Stich lässt. Marthas Arzt hat mitbekommen, wie gut sie ihre Mutter gepflegt hat und hat ihr geraten, sich im Allgemeinen Krankenhaus St. Georg um die Stelle einer Krankenwärterin zu bewerben, durch die Cholera Epidemie sei dort jede Hilfe gebraucht. Martha steigt schnell durch ihr Wissen und ihre Intelligenz auf und landet so im neuen Krankenhaus Eppendorf, wo sie durch viel Fleiss und Arbeit eine der begehrten Stellen als OP Schwester bekommt! Für ein Mädchen aus dem Gängeviertel ist das eine Sensation, weil die Stellen nur den gut situierten Mädchen vorbehalten waren. Als Martha dann durch Kollegen den jungen Paul kennenlernt, der ein sehr engagierter Sozialist ist, und sich in ihn verliebt, muss sie sich entscheiden, die Liebe zu Paul oder ihre Arbeit als Erika Schwester. Beides geht leider durch die Statuten der Erika Schwestern nicht. Ich liebe die Bücher von Melanie Metzenthin – sie hat einen ganz besonderen Stil ihre Geschichten zu konstruieren. Man ist vom ersten Moment an reingesaugt und wird erst nach dem zuklappen des Buches wieder entlassen. Tolle historische Fakten gepaart mit fantastisch ausgearbeiten Charakteren! Martha ist so wundervoll. Ihr Leben, ihre Erfahrungen, Werte und Freunde – alles ist wirklich authenisch geschrieben. Ich habe so mit ihr mitgezittert und bin durch die Seiten gejagt. Sie meistert alles zeigt soviel Stärke ,selbst als der Vater sich aufgegeben hat, als er seine Arbeitsstelle verloren hat und überall als Trinker verschrien war. Sie gab nie auf, hat immer den Mund aufgemacht und sich nichts gefallen lassen. Hat zu ihrer besten Freundin (einer Prostituierten) gehalten. Ich bin tief beeindruckt vorallem als ich im Nachwort gelesen habe, dass Marthas Geschichte an die von Melanies Urgroßmutter angelehnt ist. Absolute klare Leseempfehlung – dieses Buch gehört wie auch „Mehr als die Erinnerung“ zu meinen persönlichen Highlights!
Wow
Deutsch
  
Englisch
mojoreads Instamojoreads Twittermojoreads Facebook