mojoreads
Community
Betty Smith

Ein Baum wächst in Brooklyn

Klassiker
!
5/5
5 Bewertungen
!
lesen will
!
lese ich
!
gelesen
!
INFO
!
MOJOS
!
REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Es ist ein Erfolg, der mit der Nominierung zum Pulitzerpreis 1944 beginnt und bis heute anhält: Seit über siebzig Jahren findet und verzaubert Ein Baum wächst in Brooklyn weltweit neue Leserinnen und Leser. Dieser Roman über ein Mädchen, das gegen alle Hindernisse anliest, ist nun endlich wieder auf Deutsch erhältlich - eine Geschichte, erfüllt von Lebenslust und Kraft, beseelt von der Euphorie über das Sein. Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine Süßigkeiten-Connaisseuse, eine genaue Beobachterin der menschlichen Natur - und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der in dem bunten, ruppigen Williamsburg von 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor all den Zugewanderten, jeden Tag wird von dem hart verdienten Geld das Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen samstags durch die Straßen, um für ihren gesammelten Trödel einige Pennies für Süßes zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, kann sie sich keinen schöneren Ort vorstellen. Und wenn sie auch gegen so manche Widrigkeit anschreiben muss, trägt sie doch eines in sich: dass es sich immer lohnt, nach dem puren Leben zu streben.
BIOGRAFIE
Betty Smith, geboren 1896, wuchs als Tochter deutscher Immigranten in armen Verhältnissen in Brooklyn auf. Mit ihrem ersten Ehemann zog sie nach Michigan, wo sie sich zwar nicht in die Universität einschreiben, aber doch an den dortigen Kursen teilnehmen durfte. Ihr erster Roman Ein Baum wächst in Brooklyn wurde 1943 sofort zum Erfolg. Betty Smith verfasste weitere Romane und Dramen, viele davon sind hochprämiert. 1972 verstarb sie in Shelton, Connecticut.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
23.10.2017
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783458177203
Sprache
German
Seiten
621
Schlagworte
Wer die Nachtigall stört, Klassiker, Harper Lee, Bücher Neuerscheinungen, Verfilmung, Geschenke für Frauen, Williamsburg, John Williams, Bestseller, Elia Kazan, Oscar, amerikanischer Klassiker
MOJOS
!
Hat dieses Buch Mojo?
Dann lass uns wissen, warum wir es lesen sollten!
REZENSIONEN
Bewertet von pmelittam, dajobama und 3 andere
pmelittam
dajobama
babscha
sara_tastenklecks
anne-maritstrandborg
1912: Die elfjährige Francie Nolan lebt in armen, aber nicht unglücklichen Verhältnissen. Der Vater trinkt und hat selten Arbeit, liebt aber seine Familie, die Mutter schuftet und versucht den Kindern dennoch eine schöne Kindheit zu bescheren, Tanten, Onkel und Großeltern haben Teil am Geschehen, ebenso wie die Nachbarschaft, Lehrer und Arbeitgeber – und das Brooklyn jener Tage. Episodenhaft erzählt die Autorin Francies Leben, über ihre Familie, die Verhältnisse aus denen sie stammt, ihre Träume und Wünsche, ihre Gedanken und Gefühle, und der Leser wird immer mehr in den Bann gezogen. Francie war mir sehr schnell sympathisch, sie ist die Hauptperson dieses Romans, und sie lernt man am besten kennen. Doch man erfährt auch viel über die Hintergründe der beiden Familien, von denen sie abstammt, begleitet andere Familienmitglieder bereits vor Francies Geburt und bekommt so einen guten Einblick in die ganze Familie. Vor allem Francies Tante Sissy hat einen großen Anteil am Geschehen. Sissy, die sich unbedingt ein Kind wünscht, deren Schwangerschaften aber schlecht enden, die dennoch positiv wirkt und sich wenig um Konventionen schert – auch sie ein sehr liebenswerter Mensch. Die Charaktere sind der Autorin im übrigen durchweg sehr gut gelungen, sie wirken lebendig, und als Leser fühlt man sich schnell als Teil der Familie. Natürlich gibt es Hochs und Tiefs, so z. B. Zeiten, in denen die Familie hungert, aber selten hat man das Gefühl von Leid, man hält zusammen, unterstützt sich und versucht, das beste daraus zu machen – zumindest für die Kinder. Als Leser blickt man aber durchaus auch hinter die Fassade, und auch Francie sieht vieles anders, je älter sie wird – das ist nachvollziehbar erzählt. Emotionen schwingen hier viele mit. Oft gibt es, trotz allem, auch einen humorigen Unterton. Dass die Autorin sehr kleinteilig erzählt, trägt zur Atmosphäre und dem Gefühl, dabei zu sein, bei. Ich gehe davon aus, dass viel Autobiografisches in dieses Werk geflossen ist. Am Ende habe ich den Roman beinahe traurig zugeklappt, ich wollte gerne weiterlesen, mehr über Francies Leben erfahren. Ich war aber auch beglückt, weil ich diesen wunderbaren Roman gelesen habe und sicher so schnell nicht mehr vergessen werde. Diesen Roman sollte man unbedingt lesen, für mich ein absolutes Highlight, das noch länger nachwirken wird.
Wow
Ein Baum wächst in Brooklyn - Betty Smith Ein Klassiker über ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das Bücher liebt. Die Nolans sind eine irisch stämmige Familie im Brooklyn in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg. Eigentlich haben sie nicht viel zu lachen, denn Vater Johnny Nolan arbeitet nur unregelmäßig und verfällt zunehmend dem Alkohol. An manchen Tagen hat die vierköpfige Familie nicht mal genug zu essen. Dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen. Sie haben die Musik und sie haben ihre Träume, an die sie glauben. Und Francie hat auch noch die Bücher. Die beiden Kinder sollen es einmal besser haben und der Schlüssel zum Erfolg ist die Bildung, das hat Mutter Katie erkannt. Francie möchte Schriftstellerin werden. Dieses Ziel gerät durch verschiedene Schicksalsschläge immer wieder in den Hintergrund. Sie muss unter schwierigen Bedingungen erwachsen werden und lässt sich doch nie unterkriegen. Wunderbar warmherzig und ergreifend geschrieben, eine Familie zum gern haben. Man fiebert so sehr mit, dass sich der amerikanische Traum für Francie und ihren Bruder Neeley erfüllen möge. Die Geschichte ist authentisch und kämpferisch, die Figuren sympathisch, trotz aller Fehler. Man kann einige Themen, die Betty Smith wichtig waren erkennen. Beispielsweise die Rolle der Frau, darauf kommt sie immer wieder zurück. Mangelnde Rechte in der oft viel zu früh geschlossenen Ehe, fehlende Geburtenkontrolle, Machtlosigkeit gegenüber dem Willen des Ehemanns. Trotzdem hat sie lauter starke, durchsetzungsfähige Frauen geschaffen, die ihren Männern in nichts nachstehen. Im Gegenteil. Ein Roman, der tief in die damalige, arme Gesellschaftsschicht Brooklyns eintaucht. Mit einer langsamen bezaubernden Erzählweise. Was will man mehr. Ein Klassiker dessen Themen ewig aktuell bleiben. Sehr lesenswert.
1 Wow
Das Mädchen Francie Nolan ist die Hauptfigur dieses Buches, das in den ersten beiden Dekaden des vergangenen Jahrhunderts im New Yorker Stadtteil Williamsburg spielt und das beschwerliche Leben auf unterstem sozialem Niveau, den täglichen Überlebenskampf der dort lebenden armen Bevölkerung treffend und detailgetreu beschreibt. Auch Francie macht da keine Ausnahme, ihr Vater ist ein lebensuntüchtiger irischstämmiger Sänger und Säufer mit großem Herz, ihre bodenständige Mutter diejenige, die die Familie mit Putzarbeiten letztlich irgendwie über Wasser hält und mit ihren zwei Schwestern eine verschworene Gemeinschaft bildet. Das Williamsburger Viertel ist eine in sich abgeschlossene kleine Welt voller eigener Regeln und Besonderheiten, in dem Kinder sehr früh erwachsen werden müssen. Francie, von klein auf ein sensibles Kind voller Empathie und guter Beobachtungsgabe, flüchtet auf ihrem Stammplatz auf der Feuerleiter an ihrem Wohnhaus aus ihrem harten Alltag voller Entbehrungen und Hunger in die Welt der Literatur und träumt von einem späteren Leben als Schriftstellerin. Aber vieles wird anders kommen. Betty Smith hat mit ihrer bereits 1943 verfassten und jetzt im Inselverlag in toller Neuübersetzung aufgelegten Milieustudie ein einfach nur wunderbares, kraftvolles Buch geschrieben, das den Leser in die Welt der Menschen Brooklyns in der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts entführt, ihn teilhaben lässt an deren harten, aufzehrenden Lebensumständen in einer kleinen abgeschotteten Welt, aber auch von Zusammenhalt und Herzenswärme zwischen den Bewohnern berichtet, wenn´s wirklich drauf ankommt. Und natürlich vom Leben und Aufwachsen der dortigen Kinder. Seine Dichte und Intensität, die den Leser in einem bildgewaltigen Sog in die Seiten hinein zieht, resultiert sowohl aus der poetischen, zutiefst menschlichen Sprache der Autorin wie auch aus dem dramaturgischen Kniff, dass sie den Leser neben dem gesprochenen Wort auch in den Kopf und die Gedanken aller Protagonisten Einblick nehmen lässt. Dies ermöglicht damit eine Beobachtung aus dem Überbau und dem Leser sein völlig eigenes Kopfkino. Roter Faden ist dabei immer die Familie Nolan und hier ganz besonders das Leben der kleinen, liebenswerten, einsamen, träumerischen, aber auch cleveren und durchsetzungsfähigen Francie, die wir hier bis zu ihrem siebzehnten Lebensjahr begleiten dürfen. Ein absolut überragendes, warmherziges Buch, das gerade davon lebt, bereits vor über siebzig Jahren geschrieben worden zu sein und das auch in jeder Zeile deutlich macht. Für mich nicht nur ein Lesehighlight, sondern eins der schönsten Bücher, die ich jemals gelesen habe.
2 Wows
📝Schreibstil Die Geschichte sprüht voller Details und klugen Aussagen,. Der Satzbau – oder ist es die Wortwahl? – ist für mich gewöhnungsbedürftig gewesen. Wahrscheinlich durch die Zeit bedingt, in der es geschrieben wurde. - Ab und zu sind Liedtexte eingebaut. Gab es schon andere Autoren vor ihr, die das gemacht haben? Oder war sie sogar die “Erfinderin” dessen? Harper Lee hat sich ja von ihr inspirieren lassen. ❤Emotionen Oprah Winfrey hat mal gesagt, dass das Buch, welches sie in ihrer Kindheit/Jugend am meisten berührt hat, genau dieses Buch war, um das es heute geht. Kein Wunder – steckt es doch voller Emotionen, Ereignisse zum Nachdenken, Familiendinge und auch Bildung. Kurzum: es geht um das Leben selbst. 👆👆 Obwohl das Buch vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben und vor einem Jahrhundert spielt (gilt “spielt” auch bei Büchern?), ist es brandaktuell. Im Mittelpunkt: Migration, Armut, Bildung, Zusammengehörigkeit, Selbstverwirklichung, Krieg, Tod und Liebe. All diese Themen werden wohl immer wichtig sein. Die Art und Weise, wie die meisten der Familie kämpfen und leben, finde ich sehr inspirierend!
Wow
Anne-Marit Strandborg
Dieses Buch hat mir meine Buchverkäuferin empfohlen. Betty Smith soll eine vergessene Autorin sein, und tatsächlich findet sich zumindest bei Wikipedia kaum Biografisches über sie. Am 15. Dezember 1896 wurde sie in Brooklyn, New York, als Elizabeth Lillian Wehner geboren. Ihre Eltern, John Wehner und Kate Hummel, waren beide Kinder deutscher Einwanderer. Vom Klappentext erfahre ich noch, dass sie in armen Verhältnissen aufwuchs. Sie zog mit ihrem ersten Ehemann nach Michigan, durfte sich zwar nicht an der Universität einschreiben, nahm aber an den dortigen Kursen teil. Am 17. Januar 1972 starb Betty Smith in Shelton, Connecticut. Ihr erster Roman Ein Baum wächst in Brooklyn (1943) schlug sofort ein und führte die amerkanische Bestsellerliste an. Er wurde sogar für den Pulitzer-Preis nominiert. Elia Kazan verfilmte das Buch 1945; er bekam einen Oscar für James Dunn als Bester Nebendarsteller und einen Juvenile Award (Jugendoskar, der in der Filmgeschichte nur zwölf Mal verliehen wurde) für Peggy Ann Garner. 1951 wurde die Geschichte am Broadway aufgeführt. 1947 erschien das Buch in Deutschland und wurde jetzt, übersetzt von Eike Schönfeld, vom Insel Verlag neu aufgelegt. Schönfeld wurde 1949 geboren, übersetzt aus dem Englischen, z. B. Vladimir Nabokov, J. D. Salinger, Jeffrey Eugenides und Richard Yates. Der Roman scheint sehr autobiografisch zu sein. Er beginnt 1912 in Williamsburg, Brooklyn, und wird aus Francie Nolans Sicht erzählt. Francie, elf Jahre jung, ist eine Leseratte. Jeden Samstag geht sie in die Leihbücherei und holt sich ihren Lesestoff. Jeden Tag ein Buch will sie lesen. Francie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf - mit einem Vater, der dem Alkohol verfallen ist, und einer Mutter, die sehr streng wirkt, weil sie die Familie beisammen und am Leben erhalten muss. Sie schuftet sich ihre Hände als Hausmeisterin kaputt. Auch Francie und ihr Bruder Neeley müssen ihren Teil zum Lebenserhalt der Familie beitragen - sie sammeln Altpapier, Lumpen und Schrott und bringen es zum Trödler, von dessen Geld sie einen kleinen Beitrag für sich behalten dürfen. Die Mutter versucht alles, um ihren Kindern eine gute Bildung angedeihen zu lassen. Die Aufsätze, die Francie in der Schule schreibt, sind voller Fantasy. Als sie aber älter wird und ihr so richtig bewusst wird, in was für einer Zeit und in welcher Armut sie lebt, nennt sie die Dinge auch beim Namen, was bei der Lehrerin gar nicht gut ankommt. Das Buch ist zwar kein, wie ich anfangs angenommen hatte, Buch über Bücher. Enttäuscht war ich darüber aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ich habe jede einzelne Seite in mich aufgesogen, wenn ich das mal so schwärmerisch sagen kann. Betty Smith hat eine herzerwärmende Sprache, auch wenn es um Negative Dinge geht. Und die erleben die Nolans ja zur Genüge, bevor sich für sie durch die Entwicklung der Zeit das Leben zum Positiven ändert. Ein Buch, das ich euch wärmstens ans Herz lege.
4 Wows
Deutsch
  
Englisch
mojoreads Instamojoreads Twittermojoreads Facebook