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Alison Weir

Katharina von Aragón

Ist Teil der Reihe
Die Tudor-Königinnen
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4.5/5
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Das tragische Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII. England, 1501: Im Alter von 16 Jahren kommt die spanische Prinzessin Katharina von Aragón nach England, zunächst um Prinz Arthur zu heiraten, der jedoch kurz darauf stirbt. Sofort wird sie mit dem Thronerben verlobt: Prinz Heinrich. Was zunächst nach einer glücklichen Vermählung aussieht, wird schnell zum Albtraum für die junge Frau. Bald kursieren Gerüchte über König Heinrichs Affäre mit dem Hoffräulein Anne Boleyn. Katharina muss nun stark sein und kämpfen: für ihre Ehre, die Zukunft, für die Liebe.
BIOGRAFIE
Alison Weir ist eine Bestsellerautorin aus Großbritannien, die weltweit über 2,7 Millionen verkauft hat. Sie hat 17 historische Sachbücher und viele historische Romane veröffentlicht. Alison Weir ist Mitglied der Royal Society of Arts and Sciences. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
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REZENSIONEN
Bewertet von jennyhofmann, moniszeitreise und 3 andere
jennyhofmann
monikarickert
nirak
isbelmirek
akantha
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, weil ich die Geschichte der Tudors verdammt spannend finde und Katharina ist eine wahrlich interessante Figur. Was diese Frau alles ertragen musste und wie hilflos sie sich manchmal fühlen musste, wahnsinn. Das Buch beschreibt, manchmal sehr detailliert, ihr Leben, seitdem sie im Teenageralter nach England kam. Alles ist aus ihrer Sicht geschrieben, was bedeutet, man erfährt manche historische Ereignisse erst im Nachhinein. Insgesamt fand ich das Buch wirklich gut, die Charaktere sind sehr lebendig dargestellt und ich fand vorallem die Beziehung zwischen Henry und Katharina total interessant. Wobei die Liebesschwüre manchmal doch etwas zu viel waren. Das Einzige, was mir nicht so gefallen hat, war der Schreibstil. Weirs Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen, so ist es nicht, aber manchmal zu modern und das passte meiner Meinung nach nicht so sehr. Ob das aber an der Übersetzung liegt oder tatsächlich Weirs Stil ist, weiß ich nicht. Ansonsten war es aber wirklich ein Lesevergnügen und man erfährt einiges über das Leben Katharinas, überhaupt über das Leben am Hofe, das voll ist von Verrat, Intrigen und wechselnden Loyalitäten. Von mir gibts 4/5 Sterne.
Wow
moniszeitreise
Heinrich VIII und seine sechs Ehefrauen sind immer ein interessantes Thema für einen historischen Roman. Alison Weir hat hieraus eine sechsteilige Reihe gemacht, in der die Ehefrauen von ihrem Leben an der Seite dieses berühmten Monarchen erzählen. Den Anfang macht Katherine von Aragon und ich habe ihre Sicht der Dinge äußerst gerne gelesen. Der Schreibstil Alison Weirs ist angenehm zu lesen und ich war schnell in der Geschichte drin. Ich habe diesen Roman im englischen Original gelesen. Den verwendeten Wortschatz empfand ich als gut verständlich, wenn auch schwieriger als bei Ken Follett. Es wurden hier mehr altmodische Begriffe verwendet und ich konnte mit Hilfe der Wörterbuchfunktion meinen Wortschatz erweitern. Das Buch ist komplett aus Katherine von Aragons Sicht geschrieben. Dies gewährt uns einen tiefen Einblick in ihrer Gedankenwelt, gleichzeitig erfährt man von wichtigen historischen Ereignissen manchmal erst im Nachhinein. Mir hat es gut gefallen, so tief in diese Person einzutauchen und ich bin sehr beeindruckt von ihrem Leben und was sie alles ertragen musste. Ich war erstaunt wie lange sich manche Vorgänge hingezogen haben und wie standhaft sie zu ihren Überzeugungen stand. Dies führte allerdings zu einigen Wiederholungen, die manchmal auch ein bisschen ermüdend wirkten. Der Blick auf Heinrich VIII ist geprägt von ihrer Liebe zu ihm. Ich fand es spannend sein Leben aus ihrer Sicht mitzuverfolgen. Heinrich VIII hat als vielversprechender König angefangen und ich kann verstehen, dass sie sich in ihn verliebt hat. Als er den Thron besteigt ist er jung, stattlich, charismatisch und gebildet und man kann fast nichts anderes glauben, als das diesem jungen Mann eine glorreiche Zukunft bevorsteht. Als sich kein männlicher Thronfolger einstellt und Heinrich sich langsam verändert, habe ich mit Katherine mitgelitten und ich habe sie bewundert für das was sie alles bereit war zu ertragen, sei es für sich oder um die Zukunft ihrer Tochter Mary zu sichern. Alison Weir ist ein sehr guter historischer Roman gelungen, der dabei auch noch ohne fiktiven Rahmenplot auskommt und fast ausschließlich historisch verbürgte Person als handelnde Personen hat. Das ist etwas was mich wohl immer wieder sehr beeindrucken wird, spricht es für mich für eine äußerst gute und genaue Recherche. Wir wissen heutzutage natürlich nicht genau wie eine Person mit all ihren Charakterzügen war, ich finde dennoch der Autorin ist hier ein authentisches Bild von Katherine von Aragon gelungen und ich kann mir gut vorstellen, dass sie so ähnlich war. Als Zusatzmaterial gibt es einen Stammbaum, eine Zeittafel, ein Personenverzeichnis, ein kurzes Nachwort, das Fiktion von Wahrheit trennt und Reading Group Questions. Letzteres habe ich bisher, glaube ich, nur in englischen Büchern gesehen und ich muss sagen, dass mir das sehr gut gefällt. Man kann das Buch nochmal Revue passieren lassen und reflektieren und ich kann mir gut vorstellen, dass es in einem Lesezirkel für lebhafte Diskussionen sorgt. Sowas würde ich mir tatsächlich auch in deutschen Ausgaben wünschen. Fazit: Ein sehr gelungener erster Teil einer historischen Reihe über die sechs Ehefrauen Heinrichs VIII. Mir hat die Sichtweise Katherine of Aragons sehr gut gefallen und ich bin gerne in ihrem Leben abgetaucht. Ein historischer Roman, der sehr gut recherchiert ist und ohne fiktiven Plot auskommt. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung an alle Liebhaber historischer Romane und ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Teile dieser Reihe.
Wow
Aus dem Leben der wahren Königin Die spanische Prinzessin Katharina von Aragón wurde dazu erzogen, einst einen Prinzen zu heiraten. Königin Isabella von Spanien hat sich dafür entschieden, die junge Prinzessin mit Prinz Arthur von England zu verheiraten. Eine Verbindung, die für beide Seite nur Vorteile bietet, so die Annahme. Katharina ist 16 Jahre alt, als sie im Jahre 1501 englischen Boden betritt. Leider verstirbt Arthur kurz nach der Vermählung. Um das Bündnis mit Spanien zu erhalten, wird sie kurzerhand mit dem nächsten Prinzen verlobt. Henry VIII. wird ihr Gemahl. Zu Beginn ihrer Ehe sieht es nach einer glücklichen Verbindung aus, aber dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Für Katharina beginnt ein langer Kampf um Liebe und Anerkennung und um die Zukunft ihrer Tochter. Das Leben von Katharina von Aragón, die als erste Gemahlin von Henry VIII. in die Geschichtsbücher einging, dürfte wohl jedem bekannt sein. Ich hatte schon einiges von ihr im TV gesehen und kannte sie aus den Geschichtsbüchern, also hatte ich hier keine großartigen neuen Erkenntnisse erwartet. Umso erstaunter war ich, als ich diesen Roman gelesen hatte. Alison Weir beginnt ihre Handlung mit dem Tag, als Katharina englischen Boden betritt und erzählt ihr gesamtes Leben in England. Aus Sicht der Königin wird die Handlung geschildert. Somit ist man hautnah an ihrem Leben beteiligt. Man erlebt, wie aus dem jungen Mädchen langsam eine erwachsene Frau wird. Sie hat Träume und Hoffnungen und Wünsche für ihre Zukunft und die Zukunft Englands. Man ist dabei, wie diese Träume zerplatzen, wie sie erst zur Königin gemacht wird und dann fallen gelassen wird. Aber was ganz besonders anrührt, sind die vielen kleinen Szenen dazwischen. Die Verzweiflung, weil der Thronerbe sich nicht einstellen will. Die Zerrüttung zwischen ihr und Henry. Aber auch die Treue ihrer Dienerschaft oder Ehrendamen. Fremde Frauen und Männer, die ihr zur Seite stehen und ihr nicht nur das Leben erleichtern, sondern zu Freunden werden. Die Gespräche mit den spanischen Abgesandten Chapuys zum Beispiel, die ihre Verzweiflung wiedergeben. So viele kleine Szene, die ein ganz neues Licht auf die Frau werfen, die auszog, um Königin in einem fremden Land zu werden, und dabei so viel zu Erdulden hatte. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich habe Katharina ganz neu kennengelernt. Mit Details aus ihrem Leben, die mir so nicht geläufig waren. Der Erzählstil von Alison Weir ist dabei angenehm zu lesen. Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war, dass in der deutschen Übersetzung auch die Namen übersetzt wurden. Aus Henry wurde Heinrich und aus Mary Maria, um nur die wichtigsten Beispiele zu nennen. Ich finde es besser und authentischer, wenn die Protagonisten ihre ursprünglichen Namen behalten dürfen, aber dies ist nur ein kleiner Mangel, für den die Autorin ja auch nicht verantwortlich ist. Die gelungene Aufmachung macht dieses aber locker wieder gut. Es sind nämlich Personenregister, Zeittafel und ein Nachwort am Ende vorhanden. So kann man gut nachverfolgen, in welcher Reihenfolge welche Ereignisse in dem Leben der Königin stattgefunden haben. Fazit: „Katharina von Aragón“ ist ein exzellent recherchierter Roman über die erste Königin von Henry VIII. . Ihr Leben wird glaubhaft geschildert. Mir hat gut gefallen, wie hier von und mit ihr erzählt wurde. Gleichzeitig bekommt man die Ereignisse dieser Jahre in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Dies ist erst der erste Band von Alison Weir über die Frauen von King Henry VIII. , es werden wohl noch 5 weitere Bände folgen, ich bin gespannt.
Wow
“Divorced, Beheaded, Died, Divorced, Beheaded, Survived” – ein Spruch, der für Heinrich XIII. steht und zeigt, wie das Leben seiner Frauen enden wird. Alison Weir hat sich in ihrer Reihe „Die Tudor-Königinnen (engl. Six Tudor Queens)“ dem Leben der sechs Frauen von Heinrich XIII. gewidmet. Im ersten Band folgen wir Katharina von Aragon nach England. Erleben wie sie nach Arthurs Tod, ihrem ersten Gemahl, vom englischen König behandelt wird und wie sich mit der Krönung Heinrichs ihr Leben endlich wieder hoffnungsvolleren Tagen zuwendet. Wer sich in Geschichte auskennt, weiß allerdings, dass diese glücklichen Tage nicht ewig halten werden. Die komplette Geschichte wird aus Katharinas Sicht geschrieben und das bedeutet auch, dass wir Leser wirklich nur erfahren, was sie auch – nach Ansicht der Autorin – hätte wissen können. Da ich natürlich wusste, wer Anne Boleyn ist, haben mich Szenen mit oder über sie, mitgenommen, da Katharina lange im Unwissen darüber war, was ihr Mann im Bezug auf Frauen treibt. Katharina kennen zu lernen, fand ich sehr spannend. Die Autorin legt ihr nicht irgendwelche Worte und Handlungen in den Mund, sondern orientiert sich an historischen Erkenntnissen und an Briefen, die sie geschrieben und erhalten hat. Diese sind teilweise zitiert und zur besseren Lesbarkeit leicht an unsere Sprache angepasst worden. Das macht die Geschichte sehr authentisch. Katharina hat mich sehr beeindruckt. Eine Frau, die ihren König bis zum Tod treu bleibt und nur in Gewissensfragen aufbegehrt. Eine starke Frau, bei allem, was man ihr im Laufe des Lebens antut. Der Schreib- und Erzählstil hat mir gut gefallen. Er ist sehr klar und es wird großen Wert da rauf gelegt, dass die Leser Handlungen und Entscheidungen von Katharina verstehen können. Das 16. Jahrhundert ist nun mal eine andere Zeit mit einem anderen Schwerpunkt an Werten. Und besonders weil Katharina mit einem kurzen Satz ihr ganzen Leben hätte angenehmer gestalten können, habe ich nun nach dem Lesen das Gefühl zu verstehen, warum sie diesen niemals hätte aussprechen können. Ich freue mich nun sehr auf den zweiten Band. Anne Boleyn kommt sehr negativ rüber und ich bin wirklich gespannt, ob ich für sie, wenn ihre Sicht der Dinge kennenlerne, irgendwelche Sympathien entwickeln kann.
1 Wow
Mit Katharina von Aragón, der ersten seiner sechs Ehefrauen, beginnt Alison Weir ihre biografische Reihe über die Gemahlinnen von Henry VIII. Insgesamt umspannt die Geschichte die Jahre 1501 (Ankunft Katharinas in England) bis 1536 (Jahr ihres Todes). Katharina gelangt nach England um den Thronerben Prince Arthur zu heiraten. Dieser verstirbt jedoch kurz darauf, sodass sie im Anschluss seinen Bruder, Prince Henry, ehelicht. Die innige Liebe der beiden verblasst jedoch bald, denn Henry wird besessen von dem Gedanken an einen männlichen Nachfolger. Er wendet sich ihrer Hofdame Anne Boleyn zu. Für Katharina beginnt ein Kampf um Ehre, Würde, Respekt sowie ihr Leben und das ihrer Tochter. Das Buch gliedert sich in drei Teile: „Die Prinzessin aus Spanien“, „Die Königin von England“ und „Die wahre Königin“. Letzteres ist zugleich der Nebentitel dieses Bandes und könnte einen Hinweis auf die persönliche Einschätzung der Autorin geben. Doch während man darüber nur spekulieren kann, wird auf jeder einzelnen Seite klar, dass Katharina selbst zu keinem Zeitpunkt bereit war, davon abzurücken, dass sie selbst die einzige, die wahre, Königin von England ist. Besonders relevant wird das in den Jahren ab 1527, in denen Henry VIII. den Papst um Annullierung seiner Ehe ersucht. Dies war zwar mein erstes Buch von Alison Weir aber nicht ihr erstes veröffentlichtes Werk. Sie ist Mitglied der Royal Society of Arts and Science und hat zahlreiche historische Sachbücher und Romane veröffentlicht. Ihr Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie drückt sich klar aus, leicht verständlich, ohne zu viel mittelalterliches Vokabular oder künstlich wirkende Dialoge. Viele zitierte Briefe und Gespräche sind authentisch mit einer leichten Anpassung der Sprache an unsere heutigen Ausdrücke. Diese realen Worte sind vielfach schockierender, als sie die Fantasie hervorbringen könnte. Nie habe ich die Ungerechtigkeit, die Katharina von Aragón widerfahren ist, so intensiv empfunden, wie durch die Briefe und Unterhaltungen, die Alison Weir hier verarbeitet hat. Ein grundsätzliches Problem in historischen Romanen ist, dass es viele auftretende Charaktere gibt, die sich jedoch nur eine handvoll Vornamen teilen. Die Autorin hat allerdings einen guten Mittelweg gefunden, die Leser/innen nie im Unklaren zu lassen, wer gemeint ist, gleichzeitig aber unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Besonders positiv aufgefallen ist mir zudem, wie genau Alison Weir in den letzten Kapiteln abgewogen hat, was Katharina vom englischen Hof und der restlichen Welt erfahren konnte (und auf welche Art) und was nicht. Diese Differenzierung ist nicht nur für eine authentische Situationsbeschreibung notwendig, sie macht die Leser/innen, die mit der Historie nicht so vertraut sind, zudem immer neugierig auf die nächsten Mitteilungen, die Katharina erreichen, oder gar auf den zweiten Band der Reihe, in dem Anne Boleyns Perspektive einige offene Fragen klären wird. Meine einzige Kritik ist, dass das Buch in der Mitte ein paar Längen hat. Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass jeder einzelne von Katharinas Briefen denselben Wortlaut hatte, jede Delegation dieselben Nachrichten überbracht hat und Geschichten oder Skandale der Nebencharaktere in Katharinas Hofstaat zu detailliert behandelt wurden. Das nimmt für mich in der Mitte zu viel Tempo raus. Mit dem Wissen von heute lassen wir uns schnell zu der Aussage hinreißen, wie viel leichter (und vielleicht sogar länger?) Katharinas Leben gewesen wäre, wenn sie sich Henrys Wünschen gefügt hätte. Durch Alison Weir habe ich allerdings das erste Mal einen so tiefen Einblick in Katharinas Gedanken und Gefühle erhalten, dass ich verstehen konnte, wieso sie nicht diesen leichten Weg gewählt hat. Vielmehr erscheint mir ihr tatsächliches Verhalten nun wie der einzig logische und für sie sinnvolle Weg. Wenn ein/e Autor/in durch einen historischen Roman dieses Verständnis für mehrere hunderte Jahre alte Handlungen wecken kann, ist wirklich von einer außerordentlichen Leistung zu sprechen. Für mich trat außerdem ein ganz neuer Aspekt in Erscheinung: Nie habe ich mir allzu intensive Gedanken dazu gemacht, wie Prinzessin Mary (die spätere Königin Mary I.) unter dem mehrere Jahre andauernden Prozess der Scheidung, „Des Königs große Sache“, gelitten hat. Katharinas Sorgen und Gedanken um ihre Tochter, deren Status auch eines von Katharinas treibenden Motiven war, haben mir geholfen, Zugang zu diesem Thema zu finden. Häufig sieht man im Vordergrund Katharinas Leid, doch der gesamte Prozess hatte auch in Mary ein unschuldiges Opfer. Dieser Einblick erzeugt ganz neues Verständnis für ihren späteren Herrschaftsstil – keine Rechtfertigung oder gar Akzeptanz, aber er scheint nicht mehr so verwunderlich. Zuletzt ist auch die Ausstattung des Romans zu loben. Es beginnt mit Stammtafel der Häuser Tudor und Trastámara, die beide auf Edward III. zurückzuführen sind. Wenn ich so etwas in historischen Romanen vorfinde, geht mir direkt das Herz auf. Zwingend notwendig für das Verständnis der Handlung sind diese hier allerdings nicht. Die Geschichte endet mit einem kurzen Nachwort der Autorin, dem ich die Angaben zur Authentizität von Briefen und Dialogen für meine Rezension entnommen habe. Dies ist mir ebenfalls sehr wichtig, um Fakt und Fiktion zu unterscheiden, denn mit jedem historischen Roman lernt man auch etwas – wenn man bereit dazu ist. Darauf folgt ein sehr umfangreiches Personenverzeichnis, in welchem die Charaktere nach ihrem erstmaligen Auftreten angeordnet sind. Diese Ordnung empfinde ich als nicht hilfreich, denn gerade bei Nebencharakteren können Leser/innen auf knapp 900 Seiten sehr leicht vergessen, wann diese erstmals in Erscheinung traten. Eine alphabetische Sortierung wäre einfacher in der Handhabung und erfüllt viel mehr ihren Zweck. Interessant für eine abschließende Rekapitulation des Geschehens ist die Zeittafel, die zum Schluss die wichtigsten Ereignisse nochmal wiedergibt. Hätte ich einen Wunsch bezüglich der Ausstattung frei, wäre es eine Landkarte, auf der die ganzen Paläste eingetragen sind, zwischen denen Henry und Katharina beständig wechseln. Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. Ich bin dankbar für die neuen Blickwinkel und das Verständnis, das Alison Weir in mir geweckt hat. Lediglich die Längen in der Mitte haben den Lesegenuss getrübt. Auch wenn ich schon viel über diese Epoche und Henry VIII. gelesen habe, habe ich wieder völlig neue Aspekte von Katharina von Aragón entdeckt und andere Seiten von ihr kennen gelernt. Umso gespannter bin ich auf den nächsten Band der Reihe, „Anne Boleyn – Die Mutter der Königin“ (ET 02.11.2020). So sehr ich aktuell gegen diese Königin eingenommen bin, umso interessierter bin ich, was sich hinter dem äußeren Anschein verbirgt, was ich Neues über sie lernen kann und ob mir Alison Weir nicht doch ungeahnte Sympathien für diese umstrittene Persönlichkeit entlocken kann.
Wow
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