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Janko Lauenberger, Juliane von Wedemeyer

Ede und Unku - die wahre Geschichte

Gesellschaft
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ZUSAMMENFASSUNG
»Ich hasse das Wort >Zigeuner<. Menschen verändern sich, sobald sie mich für einen halten.« (Janko Lauenberger) Ede und Unku - mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland. Zeitgeschichte - persönlich und emotional Ein Stück deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte ZDF plant Dokumentarfilm DDR-Kindheitserinnerungen werden wach
BIOGRAFIE
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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
26.02.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783579086941
Sprache
German
Seiten
237
Schlagworte
Genozid, "Zigeunerkind", Schullektüre DDR, Black lives matter, Roma, Konzentrationslager, Ostalgie, Nachkriegsgeschichte, Verfolgung, Nationalsozialismus, KZ
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REZENSIONEN
Bewertet von monerl
monerl
Ein literarisches Mahnmal Meine Meinung Über Ede und Unku bin ich rein zufällig gestolpert, als ich vor kurzem auf Annes Blog die Rezension zum Buch gelesen hatte. In der DDR war das Buch Schullektüre, in der BRD nicht, soweit ich weiß. Auf meinem Leseweg #GegenDasVergessen bin ich auf den Völkermord an den Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten aufmerksam geworden und ich hatte den Wunsch, noch mehr Bücher zu diesem Thema zu lesen. So kam die Erstveröffentlichung von “Ede und Unku – Die wahre Geschichte” für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im vorliegenden Buch berichtet der Ur-Cousin Janko Lauenberger über Unku, die mit bürgerlichem Namen Erna Lauenburger hieß. Wir erfahren vieles über Unkus Familie, ihre Kindheit und Jugend und wie Sinti und Roma im damaligen Deutschland gelebt hatten. Ebenso geht der Autor darauf ein, wie Unku die Autorin Grete Weiskopf, die das Buch “Ede und Unku” 1931 unter dem Pseudonym Alex Wedding herausgebracht hat, kennenlernte. Sich mit dieser Thematik zu beschäftigen ist nicht leicht. Nicht das Recherchieren, das Schreiben und auch nicht das Lesen. Das Ende ist klar und der Weg dorthin schmerzhaft. Aber es darf nicht vergessen werden, was diesen Menschen angetan wurde! Die Wenigsten haben überlebt und ihre Familien und die Nachkommen müssen sich auch heute wieder und immer noch mit Rassismus beschäftigen. So wie Janko, der Ur-Cousin von Unku, der 1976 geboren wurde. Dieses Buch nutze der Autor auch dazu, um seine Geschichte aufzuschreiben. Er erzählt wie er zu seinem Namen und Nachnamen kam, über seine Kindheit in der DDR und wie zerstreut seine große Familie vor dem Mauerfall im Westen und Osten war. Da er optisch als Sinti zu erkennen ist, hatte er in seiner zweiten Schule bereits mit Rassismus zu kämpfen, der ihm das Leben so sehr schwer machte, sodass er von den Behörden unberechtigter Weise von seiner Familie getrennt und 7 Monate in ein Waisenhaus zur Besserung eingewiesen wurde. Auf der Suche nach Unku, ihrer Vergangenheit und ihrem schlimmen Schicksal entblößt sich die traurige Geschichte der deutschen Sinti und Roma. “Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, wenn die Männer [Unkus Mann Mucki, seine beiden Brüder und sein Vater] entlassen werden, dass sie die Arbeit bald wieder einstellen. Laubinger sowie seine Söhne haben noch nie feste Arbeit gehabt und auch noch nie den festen Willen gezeigt, sich um geregelte Arbeit zu bemühen, sondern sind stets nach Zigeunerart im Lande umhergezogen.” (S. 112) Solche geschmacklos formulierte Ablehnungsbescheide, die Männer nicht aus den KZs zu entlassen, erhielt Hans, Unkus Schwiegermutter, auf jeden ihrer Briefe. Er zeigt sehr deutlich die Vorurteile, mit denen Sinti und Roma in Verbindung gebracht wurden. Daran hat sich bis heute leider nicht viel geändert. Formulierungen wie z.B., Zigeuner stehlen, sind schmutzig, faul, wollen nicht arbeiten… bekam selbst Janko Lauenberger oft genug zu hören. Umso mehr freut es mich, dass er und seine Familie zu ihrer Herkunft stehen und diese auch im Bandnamen unterstreichen, wie z.B. “Sinti Swing Qintett”, “Sinti Swing Berlin”. Fazit Ein sehr lesenswertes und informatives Buch, das ein literarisches Mahnmal dafür ist, was einem Volk aus einer Randgruppe angetan wurde, das bis heute um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Durch Ergänzungen mit Bildern schafft es eine noch größere Nähe zu Unku und ihrer im KZ ermordeten Familie. Es hat mich sehr berührt und ich bin unglaublich froh, es gelesen zu haben. Als Ergänzung dazu, werde ich jetzt “Ede und Unku”, die ursprüngliche Geschichte, lesen. Ich bin sehr gespannt auf das Buch, das Janko Lauenberger schon sein ganzes Leben lang begleitet hat.
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