Keigo Higashino

Unter der Mitternachtssonne

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ZUSAMMENFASSUNG
Ein zwanzig Jahre alter Mord. Eine Verkettung unlösbarer Rätsel. Ein Detektiv, der entschlossen ist, das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln. Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession. »Teuflisch clever« Publishers Weekly   »>Unter der Mitternachtssonne< ist ein komplexer, psychologischer Roman über ein Verbrechen und seine Nachwirkungen - von einem der meistgelesenen und versiertesten Krimiautoren unserer Zeit. Ein fesselndes, erstaunliches, beglückendes Vexierspiel für alle Higashino-Fans und alle, die es bald sein werden.« The Guardian   »Eine Reise ins Herz des Noir, die nicht vor der menschlichen Seele haltmacht.« Independent »Der japanische Stieg Larsson« The Times   »Keigo Higashino verbindet den psychologischen Realismus Dostojewskis mit einer klassischen Detektivgeschichte.« Wall Street Journal

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
10 Mar 2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783608503487
Sprache
German
Seiten
720
Schlagworte
Jahre, Sohn, Japan, Krimi, Rätsel, Gewalt, Spannung, Mord, Bruder, Ermittlung, Thriller, Geschwister, Schwester, Tochter, Familie, Polizei
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REZENSIONEN
Bewertet von rumblebee und monerl
rumblebee
monerl
Unter der Mitternachtssonne Ich kenne und liebe Keigo Higashino – er schreibt Kriminalromane, die in meinen Augen eben sehr japanisch gefärbt sind, aber gerade durch ihre Andersartigkeit bestechen. Bei Higashino geht es nie blutig zu – nein, die Spannung resultiert allein aus einer Art eiskalten, mathematisch präzisen Logik, mit der vor dem Leser Schritt für Schritt noch die kleinsten Hinweise ausgebreitet werden. Man muss bei Higashino tiefer schauen. An der Oberfläche mag das Verhalten der Menschen merkwürdig wirken – schließlich sind wir in Japan. Aber unter der kühlen Oberfläche lauern Stürme und Turbulenzen, dass es nur so kracht…! Dieses Buch weicht ein wenig von seinen anderen ab, die bisher in Deutschland erschienen sind. Erstens einmal ist „Unter der Mitternachtssonne“ besonders wuchtig- über 700 Seiten für einen Thriller, das ist schon ungewöhnlich. Auch ist dieses Buch keinem der bisher von Higashino bekannten Ermittler zuzuordnen. Es ist ein Stand- Alone-Thriller, der in Japan bereits 1999 veröffentlicht wurde, und nun endlich auch von deutschen Lesern genossen werden kann. Der Klappentext ist in meinen Augen ein wenig irreführend. Sicher, es geht um den Mord an einem Pfandleiher, der über 20 Jahre lang nicht aufgeklärt wurde. Aber es geht mitnichten nur um die Ermittlungen von Kommissar Sasagaki! Er taucht nur in den ersten und letzten beiden Kapiteln (von 13) überhaupt auf. Das Buch folgt also nicht chronologisch den Ermittlungen - nein, es ist weitaus raffinierter! Der Leser folgt, an einem losen Zeitstrahl, diversen Personen, die in das ursprüngliche Verbrechen verwickelt waren. Keines der Kapitel hat eine eindeutige zeitliche Zuordnung. Man muss schon genau „hinlesen“, um zu merken, dass wieder ein paar Jahre vergangen sind. Beispiele: jemand macht etliche Jahre nach dem Mord erfolgreiche Aktiengeschäfte. Woher hat er/sie die nötigen Kontakte, und das Know-How?? Da stimmt doch etwas nicht? Oder: Yukiho, die Tochter einer damals verdächtigen Frau. Sie scheint immer zu erreichen, was sie will. Sie manipuliert die Menschen in ihrer Umgebung nach Strich und Faden. Also war sie nie das unschuldige Mädchen, als das sie erschien…?? Weitere Beispiele: es werden illegal Videospiele vertrieben, Datenbanken gehackt, Konzerne ausspioniert, Ehen geschlossen oder verhindert. Und alles, wirklich alles, geht letzten Endes zurück auf den Mord an diesem Pfandleiher… das war überaus faszinierend zu lesen! Hätte ich Higashino nicht schon gekannt, hätte ich leicht überfordert sein können. Man muss als Leser hier schon wirklich auf jedes noch so kleine Detail achten. Alles hat eine Bedeutung! Ein Geräusch. Eine Armbanduhr, die in mehreren Kapiteln vorkommt. Merkwürdige zeitliche Übereinstimmungen. Ein Foto. Ein Schwangerschaftstest. Und so fort. Wie gesagt, Higashino ist nichts für „handelsübliche“ Thriller-Fans, sehr wohl aber etwas für Leser, die logisch herausgefordert werden wollen. Sehr schön fand ich das Eintauchen in die japanische Mentalität, die niemals offen etwas zugibt, sondern lieber tausend Ecken auf sich nimmt, um ans Ziel zu gelangen. Sehr gelungen ist auch die Schilderung der 70er und 80er Jahre. Man erkennt an vielen Details, wie der zivilisatorische und technische Fortschritt sich entwickelt hat. TV-Serien, die „in“ waren. Kinofilme. Der Zauberwürfel. Die Erfindung der Bankkarte. Die Einführung von Zeitarbeit. Das Aufkommen der Computer-Kriminalität. Es war wie eine kleine Zeitreise. Aber auch nach üblichen Maßstäben ist der Thriller mehr als gelungen! Der Spannungsbogen ist halt nur etwas länger gestreckt – über 20 Jahre und 700 Seiten. Die letzten beiden Kapitel haben es definitiv in sich. Hier geht es wieder um Kommissar Sasagaki. Er nimmt offene Fäden in die Hand, und findet – mit der Hilfe mehrerer Beteiligter – die Lösung heraus. Es ist ein sehr klassischer Showdown, der aber tragisch endet. Wiederum mehr als passend für ein Buch, das sich eigentlich einer Kategorisierung weitestgehend entzieht. Man beendet das Buch als Leser ein wenig atemlos – wow…! Was für ein Ritt. Eigentlich müsste man es sofort noch einmal von vorne lesen, um alle Hinweise im Nachhinein richtig zu verstehen. Ein unglaublich raffiniert konstruiertes Buch! Kühle Eleganz, gepaart mit untergründiger Spannung. Sehr zu empfehlen für Thriller-Fans, die einmal etwas anderes wollen.
Wow
Keigo Higashino zeigt in diesem Roman, dass er ein wahrer Meister des Kriminalromans ist. Auf über 700 Seiten konstruiert er einen Fall, der sich über 20 Jahre Ermittlungen zieht, da Kommissar Sasagaki so lange brauchen wird, bis er den Fall gelöst bekommt. Auch in seiner Rente kann Sasagaki mit diesem Fall nicht abschließen und ermittelt auf eigene Faust weiter. Dabei wird nach und nach klar, wie komplex die Handlungsstränge des Romans sind. Unaufgeregt schreitet die Geschichte voran. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um die Personen vorzustellen und das Handlungskonstrukt aufzubauen. Der Spannungsbogen wird stetig größer und der Kreis um den Mörder immer kleiner. Recht bald ist klar, wer der Mörder sein könnte, das Motiv bleibt jedoch im Dunkeln. Erst ganz zum Schluss finden alle Fäden zueinander und das ganze Ausmaß wird deutlich. Ich war begeistert von der Schreibkunst, die der Autor da an den Tag gelegt hat. Hat man das Gefühl, dass die Geschichte weit ausschweift, zeigt sich am Ende, wozu jeder einzelne Handlungsstrang und jede Person nötig waren. Und bei der Personenanzahl hat Keigo Higashino nicht gegeizt! Über 20 Personen bilden das Grundgerüst. Hinzu kommt noch eine Vielzahl von Figuren, die ab und zu vorkommen und die ich nicht gezählt habe. Das ist für mich das einzige Manko an diesem Buch. So viele verschiedene japanische Namen begegnen einem und man ist kaum in der Lage, sie sich alle zu merken. Hin und wieder waren für meine Ohren einige Namen zu ähnlich, sodass das zusätzliche Verwirrung stiftete. Schafft man es diese Namensflut zu überwinden, erhält man aber einen sprachlich schönen und geradlinigen Roman, der gänzlich ohne große Action und Blut auskommt. Fazit: Eine absolute Leseempfehlung für ein Buch, das sehr positiv aus dem Genre "Krimi" heraussticht. Auch geeignet für Leser, die keine eingefleischten Rätselrater sind, da die eigentliche Ermittlung in den Hintergrund rückt. Der Kommissar eröffent und schließt das Buch. Dazwischen erhält man viele einzelne Geschichten, die über Kriminalität, Schulalltag, Freizeit von Teenagern, Bankenbetrug unvm. berichten und sich dann wunderbar ineinander fügen und ein Krimi-Kunstwerk offenbaren.
Wow

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