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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Wahlverwandtschaften - der große Familienroman für unsere Zeit Für ihre Eltern war Susa das lange ersehnte Kind, es fehlte ihr an nichts. Dass sie adoptiert wurde, hat sie nie gestört. Als erwachsene Frau verspürt sie zwar eine leichte Neugier auf die leibliche Mutter, aber als sie Viola kennenlernt, ist diese für sie eine Fremde. Doch das Treffen setzt mehr in Bewegung als vermutet. Die Frage, was Familie eigentlich ausmacht, erhält für Susa eine neue Bedeutung, auch, weil sie sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt. In ihrem neuen Roman begibt sich Annette Mingels literarisch auf die Spur unseres prägendsten und faszinierendsten Beziehungsgeflechts: der Familie. Sie erzählt von den vielen Spielarten moderner Beziehungen und davon, was Familie heute ausmacht, von Nähe und Geborgenheit, von Distanz und Konkurrenz, von der Unmöglichkeit, einander ganz und gar zu verstehen, von der Brüchigkeit des Ganzen, aber auch von seiner Belastbarkeit.
BIOGRAFIE
Annette Mingels, geboren 1971 in Köln, studierte Germanistik und promovierte über Dürrenmatt und Kierkegaard. Danach arbeitete sie als Dozentin und Journalistin. 2003 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, dem drei weitere und ein Erzählband folgten. Nach Aufenthalten in Zürich und New York lebt Annette Mingels seit 2011 mit ihrer Familie in Hamburg. Für ihren Familienroman "Was alles war" erhielt sie den Buchpreis 2017 der Stiftung Ravensburger Verlag.
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REZENSIONEN
Bewertet von bloggingrenate, loewenzahnmaedchen und andere
bloggingrenate
loewenzahnmaedchen
variemaa
bloggingrenate
Alles was war von Annette MIngels ist eine der Arten von Büchern, die von Medien und Lesern gehypt werden und auf zahlreichen angesagten Listen wiederzufinden sind, mir hat es allerdings überhaupt nicht zugesagt. Als ich den Klappentext las, fand ich es sehr interessant und spannend und wollte so schnell wie möglich anfangen zu lesen und mich dieser Geschichte völlig zuwenden. Leide, war das Buch doch nicht so gut wie erwartet. Das versprochene Geschehen rund um die Geschichte der Adoption und der Mutter die sich unverhofft meldet wird eher links liegen gelassen und dafür eine Familiengeschichte rund um unsere Protagonistin serviert. Obwohl die Geschichte in sich stimmig war, fand ich dennoch das Buch streckenweise langweilig und legte es weg um zu einem anderen Buch zu greifen. Dieses Buch konnte für mich viel zu wenig leisten und mich kaum packen. Ich ertappte mich oftmals dabei, dass ich mir Entschuldigungen aussuchte um nicht wieder zu dem Buch greifen zu müssen. Auch der Schreibstil von Annette MIngels bereitete mir große Schwierigkeiten. Die Autorin hat eine sehr gewöhnungsbedürftige Schreibart, die mir nicht nur den Einstieg schwer machte sondern auch das ganze Buch. Lange habe ich gedacht, dass ich das Buch abbreche, habe mich doch noch ein paar weitere Seiten durchgebissen, um es dann doch endgültig aufzugeben. Das Fehlen direkter Dialoge und die distanzierte Schreibweise sorgten dafür, dass ich keine richtige Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte, aber auch, dass ein Teil der Lebendigkeit der Geschichte verloren geht. Für mich wirkte dies nicht als wäre der Schreibstil von Annette Mangels etwas besonders, sondern eher erzwungen und unnatürlich. Auch zu den Charakteren konnte ich keinen Draht finden. Sie sind mir über das ganze Buch hinweg fremd geblieben und konnten keine Emotionen in mir wecken. Dieses schien mir so farblos und nichts sagend, das lag zum einen am Schreibstil aber auch daran, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Besonders die Protagonistin, Susa, war mir zu anstrengen in ihrer Art. Mal liebevoll und herzlich, mal aufgeschlossen und distanziert. Abschließend finde ich es schade, dass es so gekommen ist. Ich hatte mir mehr und vor allem etwas anderes von diesem Buch versprochen. Aber ich ermuntere euch, euch ein eigenes Bild davon zu machen, denn obwohl das Buch nichts für mich gewesen ist, kann es genau das passende für euch sein.
Wow
loewenzahnmaedchen
Ich bedanke mich beim Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da schon das Cover etwas Besonderes ist und der Klappentext sehr spannend und außergewöhnlich klingt. Wie eben schon erwähnt, finde ich die Aufmachung des Covers sehr schön und außergewöhnliche. Da die Protagonistin Meeresbiologin ist, nehme ich an das aus diesem Grund auf dem Cover Meerestiere abgebildet sind, leider geht es in dem Buch hauptsächlich um Susas Leben und weniger um ihren Beruf. Deswegen kann man sagen, dass das Cover unabhängig von dem Buch richtig gut gelungen ist, aber in Bezug auf die Geschichte nicht ganz so gut passt. Die tragende Figur des Romans ist Susanna, genannt Susa, die als Baby zur Adoption freigegeben wurde. Sie kommt zu einer netten Familie, dort wird sie geliebt und bekommt alles geschenkt, was man sich nur wünschen kann, das heißt Unterstützung, Liebe. Sie hatte nie wirklich das Bedürfnis zu wissen, wer ihre leibliche Mutter ist, doch irgendwann erhält sie einen Brief und trifft sich daraufhin mit Viola, in den folgenden Jahren schreiben die beiden Emails und treffen sich das ein oder andere Mal, doch tiefe Verbundenheit ist nicht da. Susa heiratete Henryk, den sie über alles liebt und auch seine Kinder sind für sie bald wie eigene Kinder, doch dann kommen immer weitere Schicksalsschläge. Der Schreibstil ist für mich sehr ungewohnt, da jegliche Satzzeichen wie Doppelpunkte und An-und Ausführungszeichen fehlen, das hat mich anfangs sehr gestört, weil es meinen Lesefluss beeinträchtigt hat. Irgendwann habe ich es vergessen und so kam ich dann auch besser in die Handlung rein, dennoch hatte ich immer das Gefühl etwas überlesen zu haben, da mir einfach die Satzzeichen gefehlt haben, vielleicht stört das aber auch nur mich. Mit Susanna bin ich nicht richtig warm geworden, uns trennte immer eine sichere Distanz, die nur an einer Stelle kurz überwunden wurde (die Stelle möchte ich euch nicht verraten, da ich sie als Schlüsselstelle, des Romans sehe). Susa und mir fehlten einfach Gemeinsamkeiten und mit ihrer teilweise naiven Art wurde sie mir nie richtig sympathisch. Sympathischer war mir hier definitiv Henryk, er ist liebevoll und nimmt viel für seine Familie auf sich. Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein schönes Buch war mit einigen kleinen Schwachstellen.
Wow
Susa ist auf den ersten Blick ein einfacher Charakter. Stimmig, mit beiden Füßen auf dem Boden, nicht stürmisch, sondern Wissenschaftlerin. Ganz anders als ihre quirlige Mutter, die jede Verantwortung, jede feste Bindung immer wieder im Keim erstickt hat. Doch sie wankt leicht, diese feste Protagonistin. Bei ihrem Bruder, zu dem sie eine tiefe Verbindung spürt, bei ihrem Sohn, den sie mehr liebt, als sie es ertragen kann, bei ihrem Mann, hinter dem sie nicht zurückbleiben will. Im Grunde ist sie gefangen in der Zwickmühle jeder berufstätigen Mutter. Bin ich genug? Das wäre alles auch ohne fehlenden Vater Grund für einen Zusammenbruch. Susa droht am Alltag zu zerschellen, an den Vorstellungen, die sie von sich und ihrem Leben hat. Vor allem aber am Leben selbst, das immer wieder erstaunt und erschreckt. Verlust und Angst vor Verlust liegen direkt neben dem euphorischen Gefühl des Glücks. Im Grunde ist es diese Lebenspanik, die Susas Krise auslöst. Objekt der Selbstsuche wird der Vater. Was alles war beleuchtet eindringlich die Frage, wie Herkunft, Elternschaft und Identität zu bewerten sind. Wie sie in komplexen Verbindungen miteinander russisches Roulette spielen. Und obwohl Susa ihren Vater sucht, ist es ihre Mutter, vor der sie wegläuft. Alles, was Viola für Susa symbolisiert schleicht sich immer wieder an sie heran. Ist sie dieser Frau wirklich so unähnlich? Regelrecht komponiert ist diese Identitätskrise, die als Metapher für das sein kann, was jeder Frau entgegengestellt wird. Zwei Extreme, die es zu erfüllen gilt und die mit der ruhigen Adoptivmutter ihren zweiten Pol bekommen. Vielleicht wird unter diesem Gesichtspunkt auch der Titel programmatisch. Was alles war beeinflusst immer, was ist und darf doch kein Grund sein, den eigenen Weg zu finden. Über Jahre folgt der Roman Susa dabei, eine Familie aufzubauen und sich selbst immer wieder von dieser Figur zu entfremden, die sie am Anfang war. Identität ist nichts Festes, sie verändert sich. Diese Veränderung löst die Krise aus, denn Susas neues Ich wird ihr so fremd, dass der Roman zwischenzeitlich von der Ich-Erzählerin auf eine personale Form wechselt. Susas Geschichte ist im Grunde so alltäglich, dass es gerade dadurch wichtig ist, sie zu erzählen. Weil jede Mutter heute von der Gesellschaft zwischen Kind und Karriere hin und her geworfen wird – egal, was sie will und wie aktiv der Vater zu Hause ist. Immer noch ist es „normal“, dass Frauen ihre Karriere hinter der des Mannes zurücksetzen und die Hauptlast der Hausarbeit tragen. Und über allem droht das Damoklesschwert, nicht genug zu sein, was bei Susa mit der Verkörperung in Viola einerseits, aber auch der andren Frauen- und Mutterfiguren im Buch, demonstriert wird. In Was alles war geht es nicht um die Frage, was Familie ist und wie wir sie leben, sondern auch um die Rolle der Mutter darin, der Frau in einem Leben mit Mann, Kindern, Eltern und Beruf. Und das geht der Roman schonungslos und ehrlich an, voller Selbstlügen und Ängsten, dass Koppschütteln und trauriges Nicken ineinander übergehen. Ein so wichtiges Buch, in dem mehr schlummert, als der erste Blick verrät.
Wow
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