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Christine Féret-Fleury

Das Mädchen, das in der Metro las

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ZUSAMMENFASSUNG
Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul - manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.
BIOGRAFIE
Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane geschrieben, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sylvia Spatz hat Romanische Sprachen studiert und sowohl in Deutschland als auch in Italien als Lektorin gearbeitet. Sie hat u.a.François Garde, Valentina Cebeni, Federica de Paolis, Magnus Mills und Bret Anthony Johnston ins Deutsche übertragen.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
22.05.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783832198862
Sprache
German
Seiten
174
Schlagworte
Bücher, Fabel, kauziger Mann, die in der U-Bahn las, Bücherbotin, Buchhandlung, Bücherboten, Maklerbüro, junge Frau, Frankreich, Soliman, Schatten des Windes, Metro, Hommage an die Literatur, Hommage an Bücher
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REZENSIONEN
Bewertet von buchkenner, Anka Willamowius und 2 andere
buchkenner
buchlady
xinchen
fuddelknuddel
Das Mädchen, das in der Metro las ist ein kurze, aber sehr schöne Geschichte. Man sollte sich beim Lesen klarmachen, das es bei diesem Buch nicht darum geht eine realistische Geschichte zu erzählen, sondern eine Botschaft zu vermitteln bzw. gleich mehrere. Klar es geht um Bücher, die befreien, aber auch einengen können, darüber hinaus auch um verpasste Momente, Erlebnisse und Freundschaft. Einfach die kleinen und großen Freuden dieses Lebens, die man sowohl erhaschen kann, in dem man sich per Buch durch ferne Länder begibt, als auch wenn man sich seiner Umgebung einfach mal mit offenen Augen nähert und den Blick für Kleinigkeit behält. Um diese Dinge hat die Autorin eine schöne kleine Geschichte gestrickt, die mich berühren konnte und die auch zum Nachdenken anregt. Wo will ich hin? Was sind meine Wünsche? Was möchten Andere? Der Stil der Autorin ist dabei manchmal poetisch und manchmal ein wenig holprig. Sagen wir, etwas woran sie noch arbeiten könnte. Trotzdem liest sich das Buch angenehm und flott. Besser als mit ihrer Schreibe konnte die Autorin bei mir aber mit ihren Figuren punkten. Sehr liebevoll gezeichnet, wenn auch nicht so intensiv beschrieben, wie mancher Leser es sich vielleicht wünschen würde. Ich mochte aber gerade das, denn es macht thematisch Sinn das manches im Verborgenen bleibt. Feret-Fleury gibt den Charakteren einfach Privatsphäre, die ich ihnen auch nicht nehmen möchte. Fazit: Ein kleiner Schatz, der mir bis auf den holprigen Stil manchmal sehr gut gefallen hat.
2 Wows
Anka Willamowius
Juliette lebt in Paris und fährt tagein, tagaus mit der Metro zur Arbeit, immer zur selben Zeit mit immer denselben fremden Menschen. Ihr Leben ist eintönig, ihre Einzimmerwohnung schäbig und ihre Arbeit langweilig. Deshalb liest Juliette ständig. Und sie beobachtet die anderen Fahrgäste, die ebenfalls lesen. Der Roman plätschert zunächst dahin, die Figuren – auch Juliette – erscheinen flach und farblos, doch das ist gewollt. Die Eintönigkeit ihres Lebens trieft aus den Seiten: „In Juliettes Rücken war die Wand mit den Akten, diese scheußlich gelbe Wand, bei deren Anblick es sie jedes Mal innerlich schüttelte. (…) Ein Stück weiter entfernt, vor den Schaufenstern der Agentur, lag die Straße, Autos fuhren mit leisem Quietschen über den regennassen Asphalt, zu beiden Seiten befanden sich weitere Läden und Hunderte, nein, Tausende von Schachteln, die man Wohnungen nannte, (…) Genau, Tausende und Abertausende Unbekannte, und sie, sie blieb inmitten des Stroms sitzen, der sie unaufhörlich umtoste, und rührte sich nicht, (…) sie würde ausharren, und eines Tages würde sie sterben.“ (S. 79) Doch Juliette ist nicht abgestumpft, sondern sensibel. Trinkt sie eine duftende Tasse Tee, so steigen vor ihrem inneren Auge Bilder eines orientalischen Marktes auf oder von Blütenfeldern. Sie bemerkt, dass der Mann mit dem grünen Hut in der Metro stets in einem dicken Buch über Insekten liest, nie in einem anderen. Und dass die Frau, die stets dicke Liebesromane liest, immer in Tränen ausbricht, sobald sie auf Seite 247 angelangt ist, bei jedem Buch. Bei einem kleinen Spaziergang entdeckt Juliette ein altes Tor mit der Aufschrift „Bücher ohne Grenzen“ und lernt Soliman sowie seine Tochter Zaïde kennen. Soliman verlässt nie die alte Lagerhalle, in der so viele Bücher liegen, dass die Stapel ständig umkippen und kaum noch Platz zum Gehen lassen. Er hat eine Mission. Er meint, dass es für jeden Menschen das passende Buch gibt, das ihm gibt, was er gerade braucht, seien es Mut oder Trost, Hilfe oder Wut. Und als Juliette ein Buch mit dem Titel „Das Ende der Normalität“ in die Hände fällt, verändert sich ihr Leben tatsächlich. Dieser Roman handelt von der Leere, die ein gesichertes, gleichförmiges Leben mit sich bringen kann, und der Angst, die einem die Freiheit und das Leben einjagen können. Aber auch von der Poesie, der Leichtigkeit, der Wucht der Lektüre, dem Genuss des Einatmens von Bücherduft und der Zärtlichkeit, mit der Menschen über eine Buchseite streichen können. Für Buchliebhaber wie Juliette sind Bücher keine leblosen Gegenstände, sie sind selbst Subjekte. „Juliette hatte vom ersten Tag an begriffen, dass sie außerstande sein würde, unter den Tausenden von Büchern, die Soliman hier angesammelt hatte, eine Auswahl zu treffen. Und so wählte sie, wie zuvor bereits während ihrer ‚Kurierdienste‘ in der Metro, zufällig aus. Man musste nur abwarten. Sich in Geduld üben. Sie konnte den Inhalt der Bücher nicht sehen – in denen es von unzähligen Sätzen und Wörtern wimmelte wie in einem Ameisenhaufen -, doch die Bücher durchschauten sie sehr wohl. Sie setzte sich ihnen mit Haut und Haaren aus. Erregt leichte Beute, ohne Deckung und ohne Instinkt zur Flucht oder Selbstverteidigung, bei Räubern Argwohn? Aber waren die Bücher überhaupt wie kleine Raubtiere, die nur davon träumten, ihren papierenen Käfigen zu entkommen, sich auf sie zu stürzen und sie zu verschlingen?“ (S. 116) Juliette macht in dem Roman eine Entwicklung durch, jedoch eine leise, langsame und daher glaubhafte. Kein Märchenprinz springt nach der Lektüre eines bestimmten Buches hervor. Sie wagt kleine Umwege von ihren ausgetretenen Pfaden. Nicht ganz realistisch, eher verträumt-märchenhaft. Es bleibt offen, wie weit sie sich getrauen wird zu gehen. Freude macht die hochwertige Aufmachung dieses gebundenen Buches aus feinem Papier, das man gern streichelt, mit einem Lesebändchen und großzügiem Satz, der sich leicht lesen lässt. Das mit Büchern geschmückte, zurückhaltende Cover fällt Buchliebhabern gleich ins Auge und lässt auf Gleichgesinnte schließen. Ein kurzes, verträumtes Buch für trübe Tage. Lesenswert.
Wow
Vorsicht! Ein Buch zum Genießen!Das Mädchen, das in der Metro las, erzählt die Geschichte von Juliette. Juliette ist eine junge Frau aus Paris, die jeden Morgen mit der Metro die gleiche Strecke fährt und dort immer wieder den gleichen Menschen begegnet. Bis sie eines Tages an einer anderen Station aussteigt und dort den wundersamen Soliman und seine Tochter trifft. Solimans Lebensaufgabe ist es, die Bücher in seinem Besitz und das sind wirklich eine ganz Menge, an die richtigen Menschen zu verteilen und so deren Leben zu beeinflussen. Meine Meinung: Christine Feret-Fleury hat wirklich ein besonderes Talent zum Schreiben. Sie ist eine Meisterin darin Bilder durch gewaltige Sprache in den Köpfen ihrer Leser heraufzubeschwören. Oft erschafft sie neue bezaubernde Wörter, bei denen man in Verzückung geraten kann. Ihr ganzer Schreibstil ist wunderbar flüssig und bedeutsam. Sie schreibt sehr ruhig und manchmal auch ein wenig philosophisch, es ist ein wahrer Genuss die Gedanken ihrer Protagonistin lesen zu dürfen. Juliette ist nicht die typische Heldin eines Romans, mit ihr muss man erst einmal warm werden, wirkt sie doch auf den ersten Blick sehr langweilig und ein bisschen träge. Doch schnell merkt man das sie ihre eigenen besonderen Gaben und Talente hat, die sie einem noch schneller ans Herz wachsen lassen. Auch die weiteren Nebenfiguren sind alle außergewöhnlich und einprägsam, bei jeder Figur hat man das Gefühl die Autorin hat eine komplette Hintergeschichte im Kopf. Die Thematik des Buches wurde sehr gut umgesetzt und hat meine Blick auf Bücher noch einmal neu geprägt. Während man das Buch liest fragt man sich gleich, wo denn das eigene Buch bleibt, dass das Leben verändern wird. Ich wollte immer sofort wissen, wie es weitergeht und musste mich wirklich sehr zurück halten, um das Buch nicht sofort in einer Nacht zu beenden. Am liebsten hätte ich das Buch selbst auch in der Straßenbahn gelesen wie Juliette, um das Feeling der Protagonistin einfangen zu können. Fazit: Ein wirklich bezauberndes Buch in einem wunderschönen Schreibstil geschrieben. Für alle Buchliebhaber und solche, die es noch werden wollen.
Wow
Lena von fuddelknuddels Bücherregal
"Mein Leben bestand aus Kleinigkeiten. Sie haben mir nicht wirklich gefallen, aber sie waren da, sie haben mir genügt. Und dann bin ich diesen beiden begegnet.." Inhalt: Juliettes Morgen verlief jeden Tag gleich. Sie fuhr mit der Metro zur Arbeit, traf dabei immer die gleiche Leute und sah durch die Fenster die selben Dinge. Stets hatte sie ein Buch dabei, denn entweder las sie oder beobachtete Leute dabei, wie diese ihrerseits die Nasen in immer ähnliche Bücher steckten. Als sie dann eines Tages beschloss, die Metro zwei Stationen früher zu verlassen und den restlichen Weg zu Fuß zurück zu legen, begegnete sie der kleinen Zaïde und ihrem verschrobenen Vater Soliman, die ihr Leben zwischen hunderten von Büchern verbringen. Soliman hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Menschen das Buch zukommen zu lassen, das sein Leben verändert wird. Auserwählte Couriere beobachten die Menschen und finden heraus, welches Buch am besten zu ihnen passt. Auch Juliette wird zu einem dieser Boten und hat nun einen maßgeblichen Einfluss auf das Schicksal anderer Leute. Cover: Zuerst möchte ich auf das Äußere des Buches eingehen. Für mich als absoluten Buchjunkie ist es natürlich der Eyecatcher schlechthin, Bücherregale auf dem Cover zu sehen. Auf der Infoseite fiel es mir zunächst nicht auf, aber als ich das Buch in natura in den Händen hielt, bemerkte ich, dass auf den Büchern teilweise sogar Titel vermerkt waren. Auch die Deko, die zu sehen ist, spielt teilweise eine Rolle im Buch, wie der blaue Schal oben im Bild. Das Cover wirkt sehr einladend und unglaublich liebevoll gestaltet und wäre auf jeden Fall ein Anreiz zum Kauf. Schreibstil, Charaktere: Das Buch ist aus der Sicht von Juliette geschrieben, jedoch nicht aus der Ich-Perspektive, was ich sehr schade finde, da ich mich so schlechter in die Protagonisten hineinversetzen kann. Der Epilog jedoch wird direkt von Juliette erzählt, was ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Meiner Meinung nach hätte man diesen Stil entweder gleich aufs gane Buch anwenden oder aber der vorigen Erzählweise auch im Epilog der Einheitlichkeit wegen treu bleiben sollen. Die Sätze sind teilweise sehr lang und ausschweifend, sodass ich mich beim Lesen an einigen Stellen deutlich mehr konzentrieren musste. Alles ist sehr anschaulich und bildlich beschrieben und man kann Juliettes beinahe philosophische Gedanken recht gut nachvollziehen. Dennoch bin ich mit Juliette nicht so ganz warm geworden. Sie ist eher der stille, zurückhaltende Typ, und neigt gerade zum Ende etwas zur Hysterie. Dennoch ist sie eine Macherin und fällt spontan Entscheidungen, die für andere vielleicht nicht mal im Traum in Frage gekommen wären. Das Buch verlief für mich nicht so ganz wie erwartet. Ich nahm an, der Fokus läge mehr auf Juliettes "Job" als Botin, man würde sie dabei begleiten, wie sie anderer Leute Leben verändert. Doch so ganz traf das nicht zu. Ebenso dachte ich, dass ein bestimmtes Buch vielleicht auch ihr Leben verändern würde, doch auch das stimmte nicht so ganz, selbst wenn im Laufe der Geschichte mehrere Wendungen ihr Dasein veränderten. Fazit: Ein gutes Buch über eine junge Frau, die ihr Leben endlich selbst in die Hand nimmt, wenn auch von der Story her etwas anders als erwartet/erhofft. Gerade bei dem Verhältnis von 180 Seiten zum Preis von 18 Euro muss man abwägen, ob einem dieses Buch das wert ist. Gemacht für jeden, der nicht glauben kann, dass Bücher jemandes Schicksal verändern können, und für jeden, der sein Buch schon gefunden hat.
Wow

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