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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Der lang erwartete neue Roman des britischen Bestsellerautors Britannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind. Also verlassen sie ihre Heimat in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung. Ein gewaltiger, intensiver, spannender Roman, der uns mitnimmt auf eine so tiefgründige wie faszinierende Reise. Kazuo Ishiguros unprätentiöser und zugleich betörender Realismus macht ihn zu einem feinsinnigen Meister des Erzählens.
BIOGRAFIE
Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
01.09.2015
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783896675422
Sprache
German
Seiten
414
Schlagworte
Erinnern, Britannien, Krieg, Briten, Römer, 5. Jahrhundert, Vergessen, Angelsachsen, Liebe, Ritter
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REZENSIONEN
Bewertet von seeker7 und Marcus Jordan
seeker7
marcusjordan
Ich wollte mich mal wieder der ernsthafteren Literatur zu wenden. Was kann man da besseres tun, als den  - immer noch aktuellen - Nobelpreisträger von 2017 zu wählen. Dachte ich. Vor dem Schreiben dieser Rezension musste ich mich sehr beherrschen: war ich doch wirklich sehr neugierig darauf, wie wohl die vielen positiven Bewertungen (z.B. bei amazon) begründet werden. Möglicherweise habe ich ja mit meinem mangelhaften literarischen Wissen die wesentlichen Stärken dieses Romans übersehen, womöglich gar nicht verstanden. Vielleicht war diese Geschichte aus längst vergangenen Zeiten voller Symbole und Allegorien, die einem halbwegs gebildeten Leser einen intellektuellen Genuss bereiten. Ich werde es später nachlesen. Jetzt sage ich erstmal meine Meinung. Mir war und ist der Sinn und damit auch den Wert dieses Buches nicht zugänglich. Ich weiß nicht warum diese Geschichte geschrieben wurde und ich weiß nicht, warum man sie lesen sollte. Erzählt wird von einem Ehepaar, dass sich im Britannien des 5. Jahrhunderts auf die beschwerliche Reise zu einem Dorf machen, in dem sie ihren vor langer Zeit verschollenen Sohn vermuten. Erschwert wird diese Unternehmung nicht nur durch die Widrigkeiten des damaligen Lebens und Reisens, sondern auch durch einen ominösen Nebel des Vergessens. Wie sich später herausstellt, sorgt der Atem eines Drachens für diese Gedächtnisstörung. Das - bereits ältere Ehepaar (für damalige Verhältnisse) - ist aber nicht nur auf der Suche nach dem Sohn, sondern auch nach der gemeinsamen Paar-Geschichte, die ebenfalls weitgehend der Vergessenheit anheim gefallen ist. Ebenfalls eine Rolle spielen die Erinnerungslücken für das nur notdürftig befriedete Zusammenleben zwischen Britannien und Angelsachsen. Wie dünn das Eis ist, zeigen die Begegnungen mit einem alten Ritter und einem jungen Kämpfer dieser Volksgruppen - die sinnigerweise beide auch irgendwie mit der verantwortlichen Drachin zu tun haben. Zu erwähnen bleibt noch eine mysteriöse Insel, auf die ein Fährmann ein Paar nur dann überschifft, wenn dies durch eine besonders innige und vertraute Liebe verbunden ist. Aus diesem Stoff ist diese Erzählung gebastelt. Es gibt darin viele Dialoge, manche Kämpfe, die auch zu manchem Tod führen. Und ein plötzliches und offenes Ende. Natürlich soll diese Geschichte für irgendetwas stehen; so ansatzweise literarisch gebildet bin ich schon. Vermutlich geht es um große Fragen des Menschseins: um Beziehungen, um Krieg und Frieden, um die Vor- und Nachteile des Vergessens, um Rache, Vergebung, Tapferkeit und Opfermut. Und vermutlich um vieles mehr - wenn man sich dann die Mühe macht, es aus dem Text zu erschließen. Ich persönlich würde niemandem nahelegen, sich dieser Aufgabe zu unterziehen. Es gibt jede Menge Bücher, die all diese Themen in einer zugänglicheren Form anbieten. Vielleicht ist das dann nicht eine so große und nobelpreiswürdige Kunst. Mag sein; dann bin ich an diesem Punkt ein Ignorant. PS.: Ich bin wirklich aufrichtig interessiert daran, von jemandem zu erfahren, der dieses Buch mit Genuss gelesen hat! Und ich werde jetzt die positiven Kritiken lesen (und mich vielleicht ein wenig schämen....).
5 Wows
Wer Lust hat auf sehr hintergründige Metaphern und viel Interpretieren und Grübeln über mögliche Anekdoten, der ist hier genau richtig. Ich war aber irgendwie scheinbar zu doof für das Buch. Dabei ist die dramaturgische Anordnung durchaus spannend. Eine alte Drachendame überzieht ein irgendwie mittelalterliches England (so mit Artus, Gawain und Merlin und so...) mit einem Nebel, der sich aus ihrem Atem speist und der Vergessen macht. Und dieses Vergessen ist eben der begrabene Riese. Was passiert mit Gesellschaft, mit sozialen Beziehungen auf allen Ebenen, wenn alle nach und nach alles vergessen? Welche Rolle hat das Vergessen? Wie konstruktiv oder wie toxisch ist es? Wie verhält es sich zu Rache, Frieden und Liebe. Über all das ist gut nachdenken.Und an vielen einzelnen und vereinzelten Stellen im Buch liefert Ishiguro dazu interessante Betrachtungen und Überlegungen. Aber er liefert auch ganze Figuren und Erzählstränge, die ich einfach nur langatmig fand und die ich keiner Metaebene zuordnen konnte. Kobolde und Höllenhunde und einen Ritter von der traurigen Gestalt, der seitenweise vor sich hin sinniert, bis ich geradezu zornig wurde. Fiebrige, bräsige Fantasy mit einer ständigen Ahnung von Tiefe und immer wieder aufflackernder Erzählkunst, gerade wenn es um die Beschreibung der Figuren und ihrer abstrakten Spannungen geht.
4 Wows
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