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Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt
Jesmyn Ward

Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt

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4.6/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Jojo und seine kleine Schwester Kayla leben bei ihren Großeltern Mam and Pop an der Golfküste von Mississippi. Leonie, ihre Mutter, kümmert sich kaum um sie. Sie nimmt Drogen und arbeitet in einer Bar. Wenn sie high ist, wird Leonie von Visionen ihres toten Bruders heimgesucht, die sie quälen, aber auch trösten. Mam ist unheilbar an Krebs erkrankt, und der stille und verlässliche Pop versucht, den Haushalt aufrecht zu erhalten und Jojo beizubringen, wie man erwachsen wird. Als der weiße Vater von Leonies Kindern aus dem Gefängnis entlassen wird, packt sie ihre Kinder und eine Freundin ins Auto und fährt zur »Parchment Farm«, dem staatlichen Zuchthaus, um ihn abzuholen. Eine Reise voller Gefahr und Hoffnung. Jesmyn Ward erzählt so berührend wie unsentimental von einer schwarzen Familie in einer von Armut und tief verwurzeltem Rassismus geprägten Gesellschaft. Was bedeuten familiäre Bindungen, wo sind ihre Grenzen? Wie bewahrt man Würde, Liebe und Achtung, wenn man sie nicht erfährt? Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt ist ein großer Roman, getragen von Wards so besonderer melodischer Sprache, ein zärtliches Familienporträt, eine Geschichte von Hoffnungen und Kämpfen, voller Anspielungen auf das Alte Testament und die Odyssee.
BIOGRAFIE
Jesmyn Ward, geb. 1977, wuchs in DeLisle, Mississippi, auf. Nach einem Literaturstudium in Michigan war sie Stipendiatin in Stanford und Writer in Residence an der University of Mississippi. Sie lehrt derzeit Englische Literatur an der Tulane University in New Orleans. Jesmyn Ward ist die erste Frau, die zweimal mit dem wichtigsten amerikanischen Literaturpreis, dem National Book Award, ausgezeichnet wurde: für "Vor dem Sturm" (Kunstmann, 2013) und für "Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt" (Kunstmann, 2018). 2017 wurde ihr auch der MacArthur Genius Grant verliehen.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
14.02.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783956142246
Sprache
German
Seiten
304
Schlagworte
Singt ihr Lebenden, USA, Familienroman, Südstaaten, soziale Klassen, Singt ingt, Drogen, Übersetzung, Lebenden und Toten, Armut, Mississippi, Jesmyn Ward, Ward, Rassismus, Gesellschaft
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REZENSIONEN
Bewertet von Schokoloko 28, renee und andere
schokoloko28
renee
magdarine
Der 13-jährige Jojo lebt mit seiner dreijährigen Schwester Michaela (Kylie) bei seinen Großeltern in Mississipi. Sein Großvater kümmert sich rührend um Jojo und hält die keine Familie zusammen. Die Großmutter liegt im Sterben. Sie ist unheilbar an Krebs erkrankt. Seine Mutter Leonie nimmt Drogen (Crystal Meth) und ist noch nicht in ihrer Mutterrolle angekommen. Sie schlägt ihn oft, besonders wenn sie unter Drogen steht und kann die Grundbedürfnisse ihrer Kinder (wie Hunger und Durst) kaum befriedigen. Ihr Partner und der Vater ihrer Kinder ist weiß und wird aus dem Gefängnis entlassen. Leonie beschließt ihn mit ihren Kindern und ihrer besten Freundin mit dem Auto abzuholen. Es ist ein langer beschwerlicher Trip durch die Südstaaten. In diesem Buch werden die Probleme der schwarzen Bevölkerung und der schwelende Rassismus gut porträtiert. Die frühe Schwangerschaft von Leonie, die Vorurteile ihrer Schwiegereltern, da sie schwarz ist und ihr Partner weiß ist. Die Unfähigkeit sich um die Kinder zu kümmern und die Flucht in den Drogenkonsum. Und die dysfunktionale Beziehung zwischen Leonie und ihrem Partner. Das Buch ist kein Wohlfühlbuch. Es ist dicht beschrieben. Als Leser spürt man die Hitze der Südstaaten, das Abhängigkeitsgefühl der Kinder bei der Autofahrt zum Gefängnis (und deren Ohnmacht). Auch der magische Realismus kommt gut zur Geltung. Das Buch hat mich zu Tränen gerührt und ich habe mit den Kindern gebangt, ob sie wohlbehalten wieder nach hause kommen. Ein ganz besonderes Buch. Ich werde die Autorin im Auge behalten!
5 Wows
Heimkehren Ein sehr interessant und extrem anders geschriebener Roman, bei dem für mich der Sog erst recht spät kam. Dafür gewinnt das Buch am Ende eine starke Intensität. Am Anfang war es nicht so die Durststrecke, aber ich kam nicht so ganz in die Geschichte, es war nicht so einfach zu lesen für mich. Aber das liegt denke ich bei mir. Die Sprache ist sehr poetisch und sehr mystisch, bildhaft und die Bilder sprechen zu einem, erzeugen Empfindungen/Gefühle. Aber das Geschriebene ist auch sprunghaft und verworren. Es ist bei dem Ganzen ein sehr starkes archaisches dunkles Element zu spüren. Die Autorin bedient sich sehr in diesem Buch bei Elementen des magischen Realismus, den ich wiederum sehr mag. Und bei diesem Roman sehr genießen konnte. Vielleicht sind es auch die Charaktere die mir das Lesen recht schwer gemacht haben. Die Drogenproblematik, Bindungsproblematik und Gefühlskälte lösen bei mir recht dunkle Empfindungen aus. Das sind Dinge mit denen ich nicht kann, für mich nicht nachzuvollziehen sind und einen tiefen Abscheu zu tage fördern. Andererseits wenn man sich mit den Charakteren einlässt, ist es doch wieder nachzuvollziehen. Aber diese Tiefe des Empfindens bedeutet ja auch irgendwie, das die Autorin etwas mit mir macht. Die Handlung zeichnet sich für mich darin aus, das aus drei verschiedenen Seiten heraus das Bild einer Familie gezeichnet wird, die Kapitel werden aus der Sicht von Leonie, Jojo und Richie erzählt. Es geht um eine arme schwarze Familie aus Bois Sauvage in Mississippi: Pop, der Großvater, sein Leben in der Familie, aber auch um einen zurückliegenden Gefängnisaufenthalt; Mam, die Großmutter, ihre Stellung in der Familie, eine Heilerin mit Bindung an einen alten Glauben/alte Götter, die unheilbar krank ist und stirbt; Leonie, die Tochter, ihre Drogensucht, ihre Bindungsprobleme, ihre Liebe, ihre Gefühlskälte; Given, der tote Bruder; Jojo, der Sohn von Leonie, der in seinen jungen Jahren recht früh erwachsen sein muss; Kayla/Michaela, die Tochter von Leonie, die in etwas hineinwächst, was ihr nicht gut tut; Michael, weiß, der Freund von Leonie, steht zwischen zwei Welten, ebenso mit einem Drogenproblem; Richie, ein toter Junge, der Pop im Gefängnis begegnet, eigentlich nicht zur Familie gehört, aber irgendwie an Pop/River gebunden ist und aus einer anderen Welt diese Familie betrachtet. Die Autorin schafft es mit recht wenigen Worten eine seelische Tiefe zu zeichnen/zu zeigen/zu erzeugen, das ist schon eine Kunst, es ist schön/aber auch schwer sich darauf einzulassen. Es geht um den Rand der amerikanischen Gesellschaft, es geht um Drogenprobleme, ehemalige Gefängnisaufenthalte, Gewalt, Tod, Bindungsprobleme, Gefühlskälte und natürlich auch die Rassenproblematik. Ganz schön viele Thematiken in einem Buch, vielleicht erklärt das auch die Probleme beim Lesen, bei Einigem sträubt man sich förmlich dagegen. Auf jeden Fall hat dieses Buch jede Menge Gefühle herausgeholt, und das denke ich ist auf jeden Fall etwas Gutes. Und ein wichtiger Aspekt in diesem Buch ist eine tiefe archaische Mystik, die die Autorin perfekt zu zeichnen weiß. Ein interessanter Roman ! Aber ich denke man muss für diese Geschichte bereit sein, muss sich auf sie einlassen können !
1 Wow
Der dreizehnjährige Jojo und seine kleine Schwester leben bei ihren Großeltern an der Golfküste von Mississippi. Ihre drogenabhängige Mutter Leonie schenkt den beiden wenig Aufmerksamkeit, ihr Vater Michael sitzt wegen Drogenhandels im Gefängnis und ihre Großmutter Mam ist unheilbar an Krebs erkrankt. Also ist es die Aufgabe des stillen und verlässlichen Großvaters Pop, den Haushalt aufrecht zu erhalten und die beiden Kinder großzuziehen. Als Michael aus der Haft entlassen werden soll, packt Leonie ihre beiden Kinder jedoch kurzerhand ins Auto und macht sich gemeinsam mit ihnen und einer Freundin auf den Weg, um ihn abzuholen - eine Reise voller Gefahren, aber auch voller Hoffnung beginnt. Der Roman ist eine sprachgewaltige und emotional aufwühlende moderne Odyssee durch die Landschaft und die Geschichte des amerikanischen Südens. Jesmyn Ward schreibt feinfühlig über Armut, Rassismus, fragile Familienbande und die damit verbundenen Traumata und verleiht Menschen am Rande der Gesellschaft eine unüberhörbare Stimme. Große Kunst!
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