Han Kang

Die Vegetarierin

!
5/5
1 Bewertung
!
lesen will
!
lese ich
!
gelesen
!
INFO
!
MOJOS
!
REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist - bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. »Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.« Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet. Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
15 Aug 2016
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783351036539
Sprache
German
Seiten
190
Schlagworte
Roman Vegetarierin, Orhan Pamuk, Man Booker International Prize 2016, Ehe, Han Kang, The Vegetarian, Murakami, Booker Preis 2016, Robert Seethalter, Haruki Murakami, Südkorea, Pflanzen
MOJOS
!
Hat dieses Buch Mojo?
Dann lass uns wissen, warum wir es lesen sollten!
REZENSIONEN
Bewertet von stefanie aus frei... und sirisha chilukuri
stefaniefreigericht
sirisha1234
stefanie aus freigericht
Es gibt wenige Bücher, die so "anders" sind, wie dieses Warnung vorab für Sensible: Schilderung von sexueller und körperlicher Gewalt, Psychiatrie, Suizid, Selbstverletzung, Sex (für nicht-Sensible zu diesen Themen: für mich passte das alles genau so) 5 Sterne. Klar. Aber wofür – was war das gerade eben??? Das Buch hat drei Teile, jeweils aus der Perspektive eines anderen Ich-Erzählers, jeweils geht es um die Frau, die hier titelgebend ist. Ich habe gebraucht für dieses dünne Büchlein, das 2016 in deutscher Sprache erschienen ist. Schließlich habe ich die drei Teile an je einem Tag gelesen, konnte so besser nachsinnen, nachspüren. Ja, klar, sie, Yong-Ho, isst kein Fleisch, das allerdings plötzlich. Und damit fängt es an, wobei man das bezweifeln darf nach dem, was man im dritten Abschnitt über ihre Kindheit erfährt. Und worum geht es denn nun? Vielleicht um das, was passiert, wenn man die Erwartungen nicht mehr erfüllt, vielleicht um Patriarchat, um familiären Druck, gesellschaftliche Erwartungen, Gewalt in der Ehe, die Freiheiten derer, die anders sind, um Sprachlosigkeit zwischen Generationen, Ehepartnern, Menschen generell. Es geht um Abweichungen und wie wir als Mitmenschen diesen begegnen. Mal ernsthaft – es geht nicht um Vegetarismus, aber der wäre auch hier in Deutschland ein gutes Beispiel, ein guter „Aufhänger“. Ich bin Fleischesser, habe mich aber einst aus einer Art Wette („das kann man nicht, das schmeckt nicht, das hält keiner durch“) für über ein halbes Jahr vegan ernährt, inklusive mehrgängigem Familien-Weihnachtsmahl, an dessen Ende man mich fragte, wann denn nun „mein (seltsames?) veganes“ Essen käme…(der Trick war wohl, nach Suppe und Salat mit Gemüsesülze und einem „ganz falschen“ Hasen einfach einen Nachtisch mit ausreichend Cognac in der Soße zu servieren). Fast jeder kennt das, etwas, für das man sich quasi immer in Gesellschaft erklären muss, warum man etwas bestimmtes (nicht) isst, an etwas (nicht) glaubt, wählt, etwas (nicht) tut, anzieht, jemanden liebt … Und immer, wie hier, sind die anderen die „Norm“, gibt es die Nötigung zur Rechtfertigung. Der Stoff ist also nicht nur „koreanisch“. Auch das Familienbild ist ebensowenig nicht nur koreanisch: ich habe einige der anderen Texte von Lesern hier gelesen, da wird durchaus auch Yong-Ho die Schuld an der Eskalation zugeschoben. Also: Schuld an der sexuellen Gewalt? Schuld daran, nur als Objekt gesehen zu werden, Schuld an der Missachtung, der Kälte, daran, dass niemand wirklich mit ihr spricht? Wichtig: jeder liest hier SEIN Buch, hat SEINE Interpretation der Geschichte, das ist selten so wahr wie bei diesem Buch. Autorin Han Kang wechselt in der Geschichte geschickt zwischen der Realität, wie sie je einer ihrer Protagonisten sieht, mit den Träumen, die erlebt werden. Sie bietet damit zwar die Möglichkeit einer außerhalb des Realistischen stehenden Deutung, liefert aber eben diese selbst definitiv nicht. In der Psychiatrie finden sich dann auch alle wieder, deren Realitäten sich verschieben: Süchtige auf Entzug, Patienten mit Alzheimer, Menschen mit Wahnvorstellungen. Ihre Schwester ist ganz klar, sagt man Yong-Hos Schwester, logisch, deshalb lässt man sie ja nicht gehen. Diese Frau will erst nur Pflanzliches essen und um sich haben, dann wie eine Blume sein, dann wohl ein Baum. Nur Wurzeln schlagen und wachsen, das lässt man sie nicht.
1 Wow
sirisha chilukuri
nice book
Wow

mojoreads

log.os GmbH & Co. KG

Dudenstraße 10

10965 Berlin


log.os India Private Limited

301, CScape Building, Pandurangapuram, HPCL Colony

Visakhapatnam, Andhra Pradesh - 530003, India.

+91-6302521306 | content-india@mojoreads.com


© 2019 mojoreads

Sprache auswählen :   
Select Language
Englisch