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Die Kelten sind eines der kulturell faszinierendsten und historisch bedeutendsten Völker der europäischen Geschichte. Bernhard Maiers Standardwerk – die erste große Darstellung der Geschichte der Kelten in deutscher Sprache – wird nun in einer vollständig überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe vorgelegt. Sie umfasst den Zeitraum von der Antike bis zur Gegenwart und reicht geographisch von Irland bis nach Kleinasien. Der besondere Reiz der Darstellung liegt darin, dass sie sich nicht wie üblich auf die Bedeutung der Kelten im Altertum beschränkt. Dieses Buch greift viel weiter aus und führt ein in die Ereignisgeschichte der Kelten im Mittelalter, ihre Rolle als Mittler des Christentums in Gestalt der irischen Mönche und – mit Blick auf die Artus-Sage – ihren Beitrag zur Weltliteratur. Es beschreibt Voraussetzung und Entstehung unseres modernen Keltenbegriffs und seine problematische ideologische Vereinnahmung. Mit der Geschichte der Kelten und ihrer Sprache von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart endet die Darstellung, wobei der Nordirlandkonflikt und die Einrichtung der schottischen und walisischen Regionalparlamente am Ende unseres Jahrhunderts die Schlusssteine bilden.

BIOGRAFIE

Bernhard Maier ist Professor für Allgemeine Religionswissenschaft und Europäische Religionsgeschichte an der Universität Tübingen. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für keltische Philologie, hat zahlreiche Bücher über die Kelten vorgelegt und war Fachberater einer 2015/16 von ZDF und arte in Zusammenarbeit mit der BBC produzierten Dokumentation über die Kelten.

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REZENSIONEN
Bewertet von Matzbach
matzbach
Bernhard Maier ist ein ausgewiesener Kenner der keltischen Geschichte. In seiner Monoraphie "Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart", erschienen im Münchener Beck-Verlag beweist er dies durch eine fundierte und gut lesbare Darstellung dieses Völkerkonglomerat, das in seinen Ursprüngen nur schwer greifbar ist. Das fängt schon bei der Definition des Begriffes an, den die antiken Quellen erweisen sich diesbezüglich nicht als hilfreich. Ähnlich wie der Begriff Germane ist das Wort Kelte ein Sammelbegriff der Griechen und Römer für fremde Völker, der eher zur Selbstvergewisserung als zur tatsächlichen Tatsachenvermittlung taugt. Am ehesten lässt sich der Begriff durch die Sprachverwandtschaft begründen, was dann em ehesten die Verbreitung dieses Volksstammes vermittelt. Im weiteren folgt Maier der klassischen Einteilung der Geschichtsepochen in Antike, Mittelalter und Neuzeit, um jeweils die historischen und die kulturellen Entwicklungen dieses Volkes zu vermitteln, wobei mit vielen Vorurteilen, auch positiven, aufgeräumt wird. Die Renaissance des Keldtentums, der Druiden etc ist wohl eher einer Flucht der Gegenwart entsprungen als tatsächlicher historischer Faktizität, und manches, was dabei herauskommt, ist unfreiwillig komisch/peinlich. Als Beispiel sei hier der Film "Bravehart" genannt. Die Kilts, die die schottischen Kämpfer dort traghen, sind ein Produkt späterer Zeiten, die Kriegsbemalung entspricht der der antiken Picten und Scoten, aber keineswegs der dargestellten Zeit. Aber die Sehnsucht anch der guten alten (Kelten-)Welt machts möglich. Und auch heutige Bestrebungen in Irland, Schottland,Wales und in der Bretangne an vermeintliche oder tatsächliche keltische Traditionen anzuknüpfen, erweisen sich bei genauerem Hinschauen als eher bedenkliche Produkte eines Nationalismus, der sich von der Sprache und Kultur der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen versucht, also eigentlich eher reaktionär. Aber die selbsternannten Keltologen wird es nicht stören.
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