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Als die Welt zum Stillstand kam

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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
18.06.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783407811202
Sprache
German
Seiten
448
Schlagworte
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von miss_pageturner und charlie
miss_pageturner
charlie
miss_pageturner
Wer wünscht sich denn nicht öfters beamen zu können? Besonders wenn man schweißgebadet den Bahnsteig hochstürmt und die Bahn trotzdem nur noch nachwinken kann. Man könnte in null komma nichts ein fernes Land besuchen. Das wäre doch toll, nicht? Essen in China, arbeiten in Brasilien und abends zu Hause in Deutschland das Kind ins Bett bringen. Dies ist in diesem Roman zur absoluten Normalität geworden. Die so genannten Tore stehen alle zwei Meter rum und stehen der Bevölkerung kostenfrei zur Verfügung. Doch nicht nur Menschen werden gebeamt. Praktisch alles wir über die Tore, direkt zum Haushalt befördert: Wasser, Nahrung, Strom. Straßen und alte Leitungen verkümmern, denn sie werden nicht mehr gebraucht. Autos und Telefone wurden ebenfalls massenhaft geschrottet, denn auch ihren Nutzen ersetzten die Tore. Doch dann geschieht das Unfassbare: Das sonst so zuverlässige System hat einen Totalausfall. Alles futsch, nichts geht mehr. Kein Strom, kein Essen, kein Wasser, keine Müllbeseitigung und keine Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren. Menschen hängen irgendwo in der Weltgeschichte fest, oder schlimmer noch, auf dem Mond, wo man alle schädlichen Fabriken und allgemein, was man nicht auf der Erde haben will, hinverfrachtet hat (oh und nach Kanada, und ich dachte immer nur die Amis hätten was gegen Kanada) Das Buch beginnt jedoch etwas früher. Man erhält einen Einblick in den Alltag der drei Hauptprotaginisten und erfährt, wie sie zueinander stehen. Wir hätten da Celie, die Tochter der Torerfinderin, die selbst aber in einer Anti-Tore Gemeinschaft lebt, Bernie, den Technikfreak, der unbedingt Tortechniker werden will und für den zwischenmenschliche Beziehungen unverständlich sind und Alex, ein Charmebolzen, der jedoch in Celie verliebt ist und Medizin studiert, obwohl er lieber etwas anderes machen würde. Die Perspektiven der drei wechseln sich immer wieder ab und zwischendurch werden bei Celies Kapiteln noch Auszüge aus dem Tagebuch ihrer Mutter präsentiert. Die Charaktere der drei Freunde sind sehr unterschiedlich, genauso die Situation, in denen sie nach dem Ausfall festhängen. Mir war vor allem Bernie sehr symphatisch, der im Laufe der Handlung wohl die größte Entwicklung durchmacht. Ich fand es auch gut, dass er und die anderen nicht gleich auf Kampf/Überlebensmodus schalten, und auch noch als alles den Bach runtergegangen ist, Bedenken und Zweifel haben um Nahrung oder Wasser zu kämpfen. In manchen Büchern verfallen die Protagonisten, die ja eigentlich so normal von nebenan wie nur möglich beschrieben werden, gleich nach den ersten drei Seiten in eine Art Terminatormodus. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die allgemeine Reaktion der Bevölkerung unmittelbar nach dem Ausfall. Bereits eine halbe Stunde später ist die totale Panik ausgebrochen, es wird geplündert und gehamstert. Das ist als wenn wir, sobald der Strom eine Stunde weg ist, in den nächstbesten Supermarkt rennen und ihn ausräumen. Das fand ich doch übertrieben. Klar, die sind noch abhängiger von den Toren als wir vom Strom, aber woher sollen sie denn ohne Kommunikation wissen, dass es ein weltweiter Ausfall ist? Man würde in so einer Situation doch eher davon ausgehen, dass es regional ist, bez. schnell wieder behoben wird und nicht gleich schreiend durch die Gegend rennen und sich dabei gegenseitig übern' Haufen trampeln. Auch ein paar andere Kleinigkeiten, fand ich etwas unklar oder nicht nachvollziehbar. z.B Alex der kurzerhand, fest entschlossen und optimistisch aus Berlin losradelt um Celie zu finden ... in Irland! Ja klar ich latsch auch mal schnell nach Dublin, wenn ich Lust hab. So bis nach München würde ich das ja noch nachvollziehen können, in Anbetracht der Situation, aber Irland. Das ist eine Insel! Da ist Wassser dazwischen! Wenn man davon absieht ist das Buch aber gut ausgearbeitet, gerade was die spätere soziale Situation angeht. Man merkt die Autorin hat sich wirklich intensiv mit der ganzen Thematik Blackout beschäftigt, was sie in ihrem Nachwort auch nochmal genauer erläutert. Der Sprachstil ist soweit ganz gut, flüssig und angenehm zu Lesen. eine Besonderheit sind die Begriffe aus dem Sprachgebrauch dieser neuen Zeit, für die es auch ein Glossar gibt (was ich aber erst entdeckt hatte, als ich durch war), was ganz gut ist denn gerade am Anfang wird man von so einigen neuen Begriffen bombadiert. Fazit Das Buch hat eins, zwei kleinere Schwächen, bietet aber dennoch ein interessantes Setting und zeigt deutlich wie alles den Bach runter geht, wenn eine Sache von der so viel abhängt, einfach ausfällt. Auch wenn wir heute noch nicht beamen können, fühlte es sich doch überraschend realistisch an.
Wow
Wenn alles stillsteht, lauf um dein Leben! Der Inhalt: Das Jahr 2036: Celie ist jetzt Vollwaise. Ihre Eltern waren die legendären Erfinder der Tore, durch die man sich weltweit überall hin beamen kann. Nun ist ihre Mutter Jenna ausgerechnet durch eines ihrer eigenen Tore gestorben und Celie hat sich in eine Kommune der Mobilen begeben, die eine Gegenbewegung zu den Toren bilden. Dort hat sie ihre Identität als Tochter der „Torerfinder“ abgelegt und nennt sich nun Dawn. Doch ihre alten Freunde wollen sie nicht aufgeben und versuchen an ihr festzuhalten, was gar nicht so leicht ist, da die Kommune die neuesten technischsten Fortschritte komplett ablehnt. Dann fallen die Tore von einem Tag auf den anderen aus und das absolute Chaos beginnt. Celie ist zum Handeln gezwungen, während die Menschheit um ihr Leben kämpfen muss. Ein holpriger Einstieg in ein tolles Thema Der Einstieg von Gabi Neumayers Werk „Als die Welt zum Stillstand kam“ gestaltet sich als sehr, sehr schwer. An sich ist gegen den Aufbau der Handlung und die Einführung in ein wirklich gutes Thema nichts zu sagen, leider wirken die ganzen Ereignisse und die Charaktere künstlich aufgesetzt. Beispielsweise verwendet die Autorin zum Spannungsaufbau eine Multiperspektivität, die in rasch aufeinanderfolgenden Abfolgen wechselt und so mächtig Tempo erzeugt. Innerhalb dieser vielen, wechselnden Perspektiven bedient sich Gabi Neumayer unterschiedlichen Sprachformen und unterschiedlichen Zeiten. So lesen die LeserInnen stellvertretend für die Protagonistin Celie in den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter, denn das Tagebuch mit diesen Aufzeichnungen findet Celie erst später. Generell ist die Handlung in der Zukunft angesiedelt, was mit neuen Wortschöpfungen wie „tera“ und „loco“ unterstrichen wird. Tore, genannt T.O.R. ermöglichen den Menschen das (fast) uneingeschränkte Beamen zwischen allen Orten der Welt, in denen ebenfalls ein Tor installiert ist. Ein  ‚Blackout‘ in der Zukunft mit Toren zum Beamen? Ähnlich einem Blackoutszenario in unserer Zeit, beschreibt Gabi Neumayer die Konsequenzen für die Menschheit, wenn die Tore plötzlich ausfallen und der Menschheit das wichtigste Fortbewegungs- und Transportmittel fehlt. Dabei sind viele Aspekte angesprochen worden, auf die ich alleine niemals gekommen wäre und die irgendwann auch den Spaß beim Lesen brachten. Auch das Netz der Verstrickungen wird immer komplexer und die Charaktere beginnen nach gut 200 Seiten auch mal etwas Authentizität aufzubauen, so dass ich zwischendurch auch einmal Spannung empfinden konnte. Durch das Beamen sind alle Reise- und in diesem Zusammenhang- auch Zeitbeschränkungen aufgehoben, was dazu führt, dass man sich als LeserIn auf Seite 100 bspw. noch in Irland aufhält und auf der nächsten Seite schon in Deutschland ist und dann plötzlich noch ganz woanders. Ein Gegenspieler, der sich sehen lassen kann Als gelungen wiederum habe ich den „bösen“ Gegenspieler empfunden. Dieser kommt ziemlich unvermittelt aus einer anonymen Perspektive zu Wort; dies aber so offensichtlich, dass auch dieser eigentliche Spannungsaufbau recht schnell wieder zusammenbricht. Auch im Finale, das grundsätzlich fetzte, verliert besagter Gegenspieler an Macht und Glaubwürdigkeit, indem Gabi Neumayer seine Verfolgungsjagd innerhalb weniger Sätze niedermäht und das leider nicht ordentlich verknüpft auslaufen lässt. Mein endgültiges Urteil: Die Handlungsidee ist einsame Spitze und die Umsetzung ist in ihrer Präzision auch nicht zu übertreffen. Bedauerlicherweise fehlt es diesem Werk grundlegend an Gefühlsintensität. Ich hatte große Probleme, mich in die Charaktere hineinzufühlen und ihre Gedankengänge somit für ernst oder gar wichtig zu nehmen. „Als die Welt zum Stillstand kam“ ist ein ebenso schöner wie maßgeschneidert sitzender Buchtitel, der diesem überwiegend kalkulierten, klinischen und aufgesetzt wirkenden Werk im Rückblick für mich immerhin eine tiefere Bedeutung gibt. Gabi Neumayer ist aber dennoch Literatur gelungen,die man sich einmal anschauen sollte, auf die Gefahr hin, dass man doch nicht vom Hocker gehauen wird. Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sternen und tendiere bei einer Leseempfehlung zu jüngerem Publikum.
Wow
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