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Die Träumenden

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ZUSAMMENFASSUNG
Teil eins Juni Karen Am Mittwoch fangen sie an, sich auf die Killerteufelin vorzubereiten, die nach dem Mittagessen eintreffen soll. Sie bestellen auf Tiffanys Kosten eine Lampe und ein Radio aus dem Magazin. Karen bezieht das Bett in der leeren Zelle mit sauberen Laken. Alle Frauen im Todestrakt, die vorher die Zelle als Lagerraum benutzten, haben ihre Sachen herausgeräumt, um der Killerteufelin einen unbeschwerten Anfang zu ermöglichen. Während Karen das Laken anhebt und es dann straff über die Matratze spannt, erinnert sie sich an die totale Erleichterung, die sie durchflutete, als sie ihre eigene Zelle zum ersten Mal sah: kahl, sauber und nach Ammoniak riechend. Das war vor knapp fünf Jahren. Tiffany holt zwei Bücher aus dem Regal, eine Studie über Mörderinnen und Jane Fondas Fitness-Buch. Sie legt sie neben das Bett der Killerteufelin. »So«, sagt sie. Es ist halb fünf Uhr morgens. Das Frühstück ist vorbei, und vor ihnen erstreckt sich der lange Vormittag. Tiffany steht vor der noch unbewohnten Zelle, einen dünnen Arm um den Bauch gelegt, den anderen am Kinn. »Sollte ich ihr vielleicht ein Bild malen oder so? Es sieht so traurig aus.« »Lass es bleiben«, sagt Karen. »Aber es sieht erbärmlich aus«, sagt Tiffany. Sie schüttelt ihren Farrah-Fawcett-Schopf, und er senkt sich wieder zu einer ordentlichen Frisur. Unter ihrem weißen Overall stecken starke Glieder. Tiffany läuft auf der Stelle und macht Sit-ups und Push-ups in ihrer Zelle. Sie nutzt täglich ihre Freistunde, sodass in dem kleinen, umzäunten Hof ein staubiger Pfad in der Form einer Acht entstanden ist. Sie glaubt, dass sie bald frei sein wird, und dieser Glaube macht sie rastlos. Karen kennt diesen Stich der Hoffnung, der sich wie ein Kieselstein im Schuh anfühlt. Das Wissen um die Zeit und um das, was man verpasst. Wenn man die Hoffnung preisgibt, folgt in ihrem Kielwasser ein stumpfer, tauber Friede. »Lass es bleiben«, sagt Karen. Sie wohnen nebeneinander im Mountain View Unit, dem »Trakt mit Sicht auf die Berge«. Den Fernseher und den auf das Zementrechteck vor ihren Zellen geschraubten Tisch teilen sie sich. Tagsüber werden sie in den Käfig eingeschlossen, wo sie arbeiten. Im Gegensatz zu den anderen Gefangenen lernen sie nichts für die Zukunft. Stattdessen fertigen sie Puppen an, die sie Bewährungskumpel nennen und den Gefängnisangestellten je nach deren Wünschen bezüglich Haare, Hautfarbe und Kleidung gestalten. Den ganzen Nachmittag malen die Frauen Gesichter auf die Bewährungskumpel und nähen ihnen winzige Sachen zum Anziehen. Manchmal wacht Karen nachts auf und sieht die nackten, gesichtslosen Puppen vor sich, wie sie über den Nähmaschinen hängen. Dann muss sie sich ins Gedächtnis rufen, dass sie keine Babys und nicht lebendig sind. Veronica stimmt Tiffany zu. Mit ihrer leisen, rauen Stimme sagt sie: »In diese Zelle gehört auf jeden Fall noch was. Irgendwas Dekoratives.« Veronica ist am längsten im Todestrakt und hat ein Respekt heischendes Auftreten, das damit zusammenhängt, wie sie ihre Schultern strafft und ihre Äußerungen mit Worten wie »auf jeden Fall«, »absolut« und »in der Tat« spickt. Sie ist dreiundsechzig und trägt ihr weißes Haar in einem Knoten. Ihre Haut ist schlaff, und sie ist korpulent, breit in den Hüften. Sie erhebt sich von ihrer Pritsche und schlingt eine ihrer geäderten Hände um einen metallenen Gitterstab. Obwohl ihnen keine Zigaretten mehr erlaubt sind, hat Veronica immer noch die Sprechweise einer Raucherin, nämlich mit Pausen zwischen den einzelnen Sätzen, Pausen, die eigentlich durch ein tiefes Inhalieren und ein elegantes Ausatmen von Rauch interpunktiert werden müssten. Sie warten, und Veronica entscheidet: »Kunst.« »Wie bitte?«, fragt Karen. »Kunst«, sagt Veronica. »Jede von uns sucht was raus oder macht was. Irgendwas Künstlerisches.« »Lass sie das doch selbst machen«, sagt Karen. Sie zeigt auf Veronicas Zelle. »Du würdest auch nicht den Scheiß von jemand anderem an der Wand haben wollen, oder?« Veroni
BIOGRAFIE
Keine Angaben verfügbar

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
20.06.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783442734870
Sprache
German
Seiten
318
Schlagworte
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