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Carolin Wahl

Die Traumknüpfer

Fantasy
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Ein atemberaubendes Fantasy-Epos voller Magie, Liebe und Abenteuer In einer Welt, in der Frühling, Sommer, Herbst und Winter über die Träume mit den Menschen verbunden sind, liegt das Schicksal der vier Jahreszeitenvölker in den Händen der Traumknüpferin Udinaa. Doch als Udinaa - halb Mensch, halb Göttin - erwacht, zerbricht ihr Traum in Abermillionen magische Splitter. Jeder einzelne dieser Splitter verleiht, einmal gefunden, dem Träger die Macht der Götter. Als die Traumsplitter in die Hände eines Verräters fallen, scheint ein gewaltiger Krieg unausweichlich. Einzig Kanaael, der Prinz der Sommerlande, und Naviia, eine junge Clansfrau aus dem Wintervolk, vermögen den Lauf des Schicksals noch zu wenden ...
BIOGRAFIE
Carolin Wahl wurde 1992 in Stuttgart geboren und studiert inzwischen Geschichte und Germanistik. Egal ob als Autorin oder als Leserin, Literatur ist ihre große Leidenschaft, und für ihre Texte wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Traumknüpfer ist ihr erster Fantasy-Roman. Die Autorin lebt in Edinburgh und München.

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
08.02.2016
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783453316478
Sprache
German
Seiten
720
Schlagworte
Träume, Magie, epische Fantasy
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von tanni888, Lena und 3 andere
tanni888
lenagehrke
may4la
sophiereads
einlachgummi
Buchgestaltung Die Aufmachung des Buches finde ich persönlich ja total genial. Das Cover ist ein echter Hingucker und ich mag es richtig gerne. Es ist ein wenig auf Fantasy getrimmt, hat aber durch die Schriftart auch etwas Verspieltes und Jugendliches. Die rote Farbe, die klare Akzente setzt passt inhaltlich auch sehr gut, würde ich mal behaupten :D und dieser Titel...hach, ich finde, er klingt sooooo schön und insgesamt macht die Gestaltung echt was her. Hinter der Klappenbroschur befindet sich übrigens auch eine Karte, welche die vier Jahreszeiten-Länder zeigt und ebenfalls sehr schön gestaltet ist. Meinung Carolin Wahl war mir keine unbekannte Autorin. Es ist schon eine Weile her, da habe ich ihr romantisches Jugendbuch Debüt gelesen und fand dieses auch wirklich amüsant. Die Traumknüpfer spielt, meiner Meinung nach, aber noch mal in einer ganz anderen Liga. In Zeiten, in denen sich Thema und Muster in Genre wiederholen bis zum geht nicht mehr, hat die Autorin hier eine sehr tolle Idee gezielt mit Logik, Verstand und viel Charme perfekt umgesetzt. Trotz der stolzen Länge von über 700 Seiten, war ich innerhalb 1 ½ Tage mit dem Roman durch und habe keine Sekunde Lesezeit davon bereut. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der die vier Jahreszeiten vorherrschen. Die vier Länder des Sommers, Winters, Herbst und Frühlings spielen eine tragende Rolle und sind über die Träume mit den Menschen verbunden. Über alles wacht „die Traumknüpferin“, die in einer Art Schlaf liegt und dadurch das Gleichgewicht der Welt zusammenhält und bewahrt. Im Buch gibt es zwei sehr tragende Rollen. Zum einen wäre da Naviia, aus dem Volk des Winters und Kanaael, der Prinz des Sommers. Genau diese beiden Figuren lernen wir im Verlauf der Story sehr gut kennen, denn das Schicksal führt sie sozusagen zusammen. Es ist nämlich so, dass die Traumknüpferin kurz davor steht zu „erwachen“ und das würde in etwa den Untergang der Welt bedeuten. So schlagen sich Naviia und Kanaael (diese Namen sind echt schwer zu behalten xD) auf einem gemeinsamen Abenteuer durch, um den Untergang ihrer Völker und jener, der anderen Jahreszeiten zu verhindern. Neben dem Offensichtlichen gibt es nämlich auch noch ein Schicksal, das beide miteinander verbindet! Im Verlauf des Buches ist es so, dass die Splitter des zerbrochenen Traums der Traumknüpferin in die Hände des Feindes fallen und dadurch noch mehr Chaos entsteht. Verfolgungsjagdten, Spannung und ein bisschen Selbstfindung und die Rettung der Welt sind nur einige Elemente... Nachdem ich von diesem Konzept schon im Vorfeld einiges gehört habe, waren meine Erwartungen schlichtweg gigantisch. Und dieses Buch hat definitiv alles gehalten, was der Klappentext und auch das Cover einem versprechen. Zu Beginn flutscht man regelrecht in die Geschichte hinein und ich hatte überhaupt keine Probleme, mich in der neuen Welt zurechtzufinden, welche die Autorin erschaffen hat. Durch den angenehm flüssigen und lebendigen Schreibstil flogen die ersten Kapitel nur so dahin. Naviia war mir vom Fleck weg mega sympathisch und es gab wohl keine Szene im Roman, an der ich ihre Gedanken, Gefühle oder Handlungen nicht nachvollziehen konnte. So etwas ist mir bei Buchfiguren immer wahnsinnig wichtig. Das Coole ist auch einfach, dass die Autorin hier eine Protagonistin geschaffen hat, die stark ist und schlau und mutig und sehr viele gute Eigenschaften aufweist. Und die Buchwelt braucht einfach mehr solcher Heldinnen. Ich habe einfach mit ihr gefiebert und gelitten und manche Dinge, die ihr passiert sind waren schon echt hart. Im Gegensatz zu Naviia hat mir Kanaael nicht sofort gefallen. Vielleicht habe ich zu oft High-Fantasy-Bücher mit Prinzen gelesen, aber auf den ersten Blick war er doch recht stereotypisch. Auf der anderen Seite wurde dadurch seine Entwicklung im Verlauf der Handlung aber auch viel sichtlicher, als die von Naviia. Im echten Leben mag man ja auch nicht jeden und nachdem ich mit dem Erben des Sommers warm geworden bin (haha), fand ich auch, dass er die Story sehr gut ergänzt hat, aber Naviia war mein Liebling. Der Plot war unglaublich gut durchdacht. Bei einem solch dicken Buch hätte es mich nicht gewundert, wenn sich vielleicht ein paar Fehlerchen eingeschlichen hätten, aber ich empfand die Handlung als sehr gut strukturiert und auch überhaupt nicht lang oder Szenen überflüssig. Im großen Ganzen haben viele Entscheidungen und Ereignisse dazu geführt, dass alles zum Ende hin sehr rund lief und man als Leser auch vollkommen zufrieden das Buch beendet. Was mich positiv überrascht hat war auch, dass die Liebesgeschichte oder das Thema Liebe allgemein sehr im Hintergrund standen. Normalerweise bin ich es von Jugendbüchern doch eher gewohnt, dass es zu viel Geschmachte und Geknutsche gibt, aber hier war das überhaupt nicht so. Tatsächlich würde ich sagen, dass durch die erwachsene Sichtweise der Roman auch für ältere Leser bestens geeignet ist, wenn nicht sogar All Age. Das soll auch nicht bedeuten, dass hier in dem Sinne gar nichts passiert, aber eben auf schöne und dezente Weise, ohne das ständig jemand den Verstand wegen gutem Aussehens verliert. Es zählen eben andere Dinge, wichtige Dinge und dafür kann ich einfach nur begeistert eine Runde applaudieren. Was mich zwischendurch beim Lesen allerdings immer wieder irritiert hat waren doch die Namen der Figuren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie alle mit zwei Vokalen geschrieben wurden, aber sie waren doch recht kompliziert zu merken und da schon einige Charaktere auftauchen, kam ich hin und wieder auch durcheinander. Aber das ist natürlich nur persönliches Empfinden – ich bin, was High-Fantasy angeht, sowieso nicht der mega Experte xD Heil dem Namensverzeichnis am Ende des Buches...das hat mich gerettet :D Der wohl größte Pluspunkt von „die Traumknüpferin“ ist und bleibt aber die Originalität, die das Buch aufweist. Ich hatte selten das Gefühl, dass sich hier an anderen Geschichten „bedient“ wurde...Carolin Wahl hat viele fantastische Ideen präsentiert und diese auch sehr bildhaft und toll beschrieben. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen, so spannend war es teils. Mainstream war gestern, Wahl ist heute – oder irgendwie so :D Nach und nach haben die einzelnen Ereignisse zu einer interessanten Geschichte geführt, die einen guten Ausgleich zwischen Ruhe und Action hatte und mich überzeugen konnte. Das Ende hat mir auch ausgesprochen gut gefallen! Wenn ich etwas an Kritik anbringen müsste, wäre das schon Meckern auf hohem Niveau. Ich war einfach nie wirklich ein High-Fantasy-Super-Fan und deshalb hatte ich an und ab auch das Gefühl, dass es mir persönlich etwas „zu viel des Guten“ wird. Obwohl die Story und der Stil mich wirklich überzeugen konnten, hat mich das Buch eben nicht zu 100% umgehauen...ich hoffe, ihr versteht, was ich meine, ist schwer in Worte zu fassen. Wenn das Setting noch etwas abwechslungsreicher gewesen wäre, hätte man mich sicher komplett gehabt. Das Buch hat mir aber sehr viel Lust darauf gemacht, dem Genre jetzt öfter eine Chance zu geben und eben mal etwas „anderes“ zu lesen :D Fazit Die Traumknüpfer ist ein fantastischer Roman, voller origineller Ideen und Spannung in vielen Formen. Hier halten Aufmachung und Klappentext endlich mal, was sie versprechen und ihr werdet garantiert nicht enttäuscht sein. Vielschichtige Figuren, eine magische Atmosphäre und ein Hauch Romantik lassen einen schneller durch diese 700 Seiten fliegen, als bei den 0815 Jugenbücher, die vielleicht die Hälfte der Story bieten. Klare Empfehlung! Ich bin mir sogar sicher, das High-Fantasy-Fangirls dieses Buch lieben werden.
Wow
Meine Meinung: Vorweg muss ich erstmal sagen, dass ich echt verdammt lange gebraucht habe um dieses Buch zu lesen. Einen Monat! Hallo? Okay, ich bin in der Prüfungsphase aber trotzdem, einen Monat. Unglaublich!  Und wie kommt das? Das kann ich euch sagen.. Ich bin unglaublich gut in die Geschichte rein gekommen. Ich mochte den Perspektivenwechsel zwischen Kanaael und Naviia, obwohl ich Perspektivenwechsel eigentlich nicht ganz so klasse finde. Aber hier hat es mir gefallen. Ich fand anfangs die Geschichten um die Beiden echt noch spannend und wollte immer unbedingt wissen wie es weitergeht. Allerdings find es immer mehr an sich zu ziehen wie Kaugummi. Ich hatte irgendwann Probleme mit den ganzen Namen und in welchem der vier Länder jetzt was passiert. Ich kam ständig durcheinander und das hat mir irgendwann kein Spaß mehr gemacht. Ich finde zwar, dass die Autorin die Länder echt gut herausgearbeitet hat, allerdings denke ich auch, dass viele Personen nicht ganz so ausführlich hätten beschrieben werden müssen. Und genau das war mein weiteres Problem. Ich finde, dass man das Buch hätte um die Hälfte kürzen können. Erst ab knappen 500 Seiten kam die Geschichte wieder auf den Punkt.  Die ganzen Verfolgungen, das Einsperren in den Kerker von Kanaael und Wolkenlied. So viel hätte die Geschichte meiner Meinung nach nicht gebraucht. Und genau deswegen habe ich zum Lesen ewig gebaucht. Für mich war es an vielen Stellen oft das Gleiche und wie gesagt einfach viel war überflüssig. Schade, da die Grundidee mal wieder super war.  Was ich allerdings klasse fand waren die verschiedenen Fähigkeiten des Verlorenen Volks. Traumtrinker, Seelensänger und Weltenwandler. Das hat mir wirklich gefallen in die Geschichte des Verlorenen Volkes eingeführt zu werden. Leider war aber auch das Ende ein wenig vorhersehbar. Ich möchte jetzt keineswegs spoilern, deswegen belasse ich es dabei.  Fazit: Insgesamt eine tolle Grundidee mit dem Verlorenen Volk und den Menschen wie sie in den vier Ländern zusammenleben, die aber um die Hälfte hätte reduziert werden können. Deswegen hat mir das Lesen irgendwann leider keinen Spaß mehr gemacht und ich war froh, dass ich es gestern ausgelesen habe und mich jetzt anderen Büchern zuwenden kann.
Wow
Maike Bücheler
Im Traum erscheint dem Kronprinzen Kanaael De‘Ar die Göttin Kev und bittet ihn, die Traumknüpferin zu beschützen. Er bricht auf, um diese Aufgabe zu erfüllen und setzt dadurch eine Reihe von Ereignissen in Gang, die alle Länder der vier Jahreszeiten erschüttern werden. Denn wenn die Traumknüpferin erwacht, ist nichts mehr wie es war. Fast zeitglich wird am anderen Ende der Welt das Heimatdorf von Naviia O’Bhai überfallen und ihr Vater dabei getötet. Sie schwört Rache und macht sich ebenfalls auf die Reise. Und irgendwann soll sich ihr Weg auch mit Kanaaels kreuzen… Dieses Buch lag fast vier Jahre lang auf meinem SuB. Dabei wollte ich es so unbedingt lesen, als es mich damals erreicht hat. Ich glaube sogar, ich habe es zum Erscheinen bei einem Gewinnspiel von Heyne gewonnen. Aber irgendwie kamen dann immer andere Bücher dazwischen und jetzt… jetzt bin ich furchtbar enttäuscht. Von Carolin Wahl habe ich bereits Mondscheinküsse halten länger gelesen und war davon auch nicht sonderlich begeistert. Aber ich dachte mir, vielleicht war das einfach nicht mein Genre, vielleicht bin ich dafür einfach doch schon zu alt geworden, und wollte ihr unbedingt noch eine Chance geben. Wirklich genutzt hat das jedoch nichts. Besonders auf den ersten 100 Seiten habe ich mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Grobe handwerkliche Schnitzer haben dafür gesorgt, dass ich mich fragen musste, ob Die Traumknüpfer überhaupt lektoriert worden ist. Beispiele gefällig? Es beginnt bei simplen, handwerklich-sprachlichen Sachen wie der Wiederholung desselben Wortes in zu kurzen Abständen: "Nachtwind stülpte sich seinen Schal über das Kinn […] und nickte dem vermeintlichen Bettler zu. Saaro A’Sheel nickte im mit einem überlegenden Lächeln zu […]" (Seite 13) Und geht bis hin zu Logikfehlern, die eigentlich jedem Testleser/Lektor sofort auffallen müssten: Naviia und ihr Begleiter konnten 12 Felle nicht verkaufen und machen sich auf den Weg nach Hause. Dort angekommen können sie aber 20 abladen. Ja wo kamen die denn jetzt her? Und dazwischen lagen nur wenige Seiten. Das wurde zum Glück besser, aber packen konnte mich die Geschichte trotzdem nicht, was vielleicht auch an der Sprache lag. Sie war für mich ohne Gefühl, irgendwie fehlte die Melodie. Es entstand kein Sog, der mich in die Geschichte hineinzieht, stattdessen musste ich mich enorm konzentrieren, um überhaupt mitzukommen - weshalb mir nur umso mehr Fehler auffallen. Figuren werden als Freunde etabliert, nur um innerhalb von einer halben Seite doch auf mehr hinzudeuten - ja was denn nun? Figuren erklären anderen Figuren, was diese eigentlich längst wissen sollten – nur damit der Leser es mitbekommt. Oh, und Sexistische Witze à la "Du musst nur mal richtig vögeln" gibts auch noch. Ja, klar, ist es eine Fantasy-Welt, die kann man so misogyn gestalten wie man will, aber... haben wir davon nicht echt schon genug IRL? Ganz ehrlich? Ich glaube, vieles davon ist gar nicht Carolin Wahls Schuld - aber dieses Buch liest sich wie ein erster Entwurf, nicht wie ein fertiges Produkt. Ich hatte null Verbindung zu den Charakteren, habe nie richtig mit ihnen gefühlt, konnte ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen. Vielleicht waren es einfach zu viele. Vielleicht wurden sie falsch eingeführt. Vielleicht hatte ich auch einfach nur die falschen Erwartungen, keine Ahnung. Ich wünschte, ich könnte besser benennen, was mich so gestört hat, das ganze Buch hindurch, doch ich weiß es ehrlich nicht. Irgendwie hat mich die Geschichte einfach nicht interessiert. Es ging mir zu langsam. Zu oft wurden Szenen beschrieben, bei denen ich mich fragen musste: Und was genau bringt mir diese Information jetzt? Zu viele Nebenschauplätze ohne Bezug zur Handlung und zu viele Handlungsstränge, bei denen man viel zu spät sieht, dass sie doch irgendwie zusammenlaufen und eine Rolle spielen werden. Und wenn sie das dann taten, dann fühlte es sich für mich irgendwie erzwungen und unnatürlich an. Was ich dem Buch jedoch anrechnen kann, das ist die Tatsache, dass es mich immer wieder überraschen konnte. Immer wieder passierten Dinge, die ich nicht erwartet hatte. Doch selbst die ließen mich kalt. Der plötzliche Tod wichtiger Charaktere löste nicht mehr als ein Schulterzucken bei mir aus. Das Aufdecken eines Verrats nicht mehr als ein gleichgültiges Blinzeln. Dabei fand ich die Grundidee so, so toll. Vier Länder, die jeweils für eine der vier Jahreszeiten stehen. Mit eigenen Kulturen, Normen und Traditionen. Mit viel Weltenbau, eigenen Tierarten und Sprachen dahinter. Wirklich gut gemacht. Auch die Idee mit den doppelten Vokalen in allen Namen fand ich nach einer kurzen Eingewöhnung super. Und dann der Traum. Ein magischer Traum, der alle Menschen verknüpft. Die Idee, dass es die Träume sind, die den Menschen Hoffnung geben, dass ohne sie alles zusammenbrechen würde, finde ich großartig. Allerdings wurde dem meiner Meinung nach viel zu wenig Raum gegeben. Es wurde genannt, nicht gezeigt. Kanaael blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel. Sagte ständig, dass er nicht weiß, wem er vertrauen kann, läuft aber trotzdem ständig hinter Fremden her. Ist ein Sturkopf sondergleichen, der sich weigert zu erkennen, wann ihm jemand helfen will. Ein Königssohn, dem eigentlich Vernunft antrainiert ist, der aber nie auch nur mal zwei Minuten nachdenkt. Seine Handlungen widersprachen dem, was er eigentlich als Charakter sein sollte. Ein Beispiel? Als er seine magischen Fähigkeiten entdeckt, tötet er dabei jemanden. Schön und gut, das kann ja ein interessanter Moment sein. Mögliche logische Reaktionen dabei wären für mich: Angst (vor sich selbst, der Magie, der Zukunft...), bei schlechten Menschen noch größerer Machthunger. Meinetwegen auch Zorn auf sich selbst, weil man das getan hat. Aber Kanaael richtet seine ganze Wut gegen die zwei Menschen, die versucht haben, ihn zu schützen, ohne auch nur zu versuchen ihren Standpunkt zu verstehen. Okay, klar behaupten die Diener er sei arrogant und egozentrisch, wozu das ja passen würde, aber der Leser hat ihn halt anders kennengelernt. Unsicher, als guten Freund, als guten Bruder, mit Lust nach Abenteuer. Da passt das halt einfach nicht, nicht für mich, tut mir leid. Naviia hingegen gefiel mir schon viel besser. Gut, ihr Rachemotiv ging mir hier genau wie bei vielen anderen Büchern auf die Nerven, aber immerhin schien sie ein Hirn zu haben. Und das sogar zu benutzen! Sie glaubte an sich selbst, an ihre Mission und oh Wunder, ihr habe ich diese Überzeugung sogar abgekauft. Sie wurde nicht auf ihre Rache reduziert, wovor ich echt Angst hatte, und das hat mir wirklich gefallen – zumindest, als sie dann mal tatsächlich vorangekommen ist, was eeeeewig gedauert hat. Auch ein paar der Nebencharaktere waren ganz nett, aber wirklich im Gedächtnis bleiben wird mir wohl keiner. Ein Problem, das mich schon während des Lesens eingeholt hat. Das lag zwar sicher auch an den langen Pausen, die ich immer wieder gemacht habe, aber ein gutes Zeichen ist es sicher nicht. Dass ich überhaupt so lange Pausen gemacht habe, spricht nicht sonderlich für das Buch. Denn ich habe mich nie darauf gefreut weiterlesen zu dürfen, sondern habe es stattdessen vor mir hergeschoben weiterlesen zu müssen. Schade. Aber ich bin froh, dass ich das Buch beendet habe, denn immerhin die letzte Schlacht war dann doch spannend. Endlich liefen zumindest ein paar der wirren Handlungsstränge zusammen, endlich passierte mal ein bisschen was. Ja, auch hier gab es Momente, die mich zweifeln ließen. Wie ist Kanaael von einer Insel zur nächsten gekommen? Und warum genau brauchen wir jetzt dieses Liebe-auf-den-ersten-Blick-Getue um einen sowieso zweifelnden Charakter von der richtigen Seite zu überzeugen? Aber immerhin habe ich die letzten hundert Seiten gern gelesen. Bei einem 700-Seiten Buch ist das jedoch nicht wirklich ein guter Schnitt. Es gab einfach zu viele Sachen, zu viele Unsauberkeiten, die mich gestört haben. Normalerweise sind mir ein paar Rechtschreibfehler oder fehlende Worte egal. Das passiert. Hier haben sie sich aber einfach so gehäuft, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Es gab Metaphern, die nicht funktionieren. Sprachliche Bilder, die zu sehr Klischee sind, um noch irgendwas in mir auslösen zu können. Charaktere, die nach nur wenigen Seiten ihre Meinung urplötzlich ändern, ohne es irgendwie nachvollziehbar zu erklären. Zufälle, die einfach zu gut passen. All das hat dazu beigetragen, dass mich Die Traumknüpfer leider überhaupt nicht überzeugen konnte. Vielleicht war ich zu nitpicky mit diesem Buch. Vielleicht hat es mich auf dem falschen Fuß erwischt, das will ich ja gar nicht ausschließen. Aber es hat mich einfach nicht gepackt, zu keinem Zeitpunkt. Und damit war es für mich leider kein gutes Buch. Schade.
Wow
Wie immer bei High Fantasy war es auch in „Die Traumknüpfer“ zu Beginn nicht ganz leicht, die vielen verschiedenen Namen im Kopf zu behalten. Eine liebevoll gestaltete Landkarte in der Broschur, sowie ein ausführliches Personenverzeichnis und Glossar helfen dabei, den Überblick nicht vollkommen zu verlieren. Hat man sich an die vielen Namen gewöhnt, so präsentiert sich eine gut durchdachte und durchaus fesselnde Geschichte. Inhaltlich gesehen ist die Erzählung wirklich umfangreich. Nicht nur auf Grund der hohen Seitenanzahl (720 Seiten), sondern auch weil die Autorin eine ganz eigene Welt mit vielen Figuren und Hintergrundgeschichten schafft. Es ranken sich Mythen und Legenden um die Länder der vier Jahreszeiten. Auch die Entstehung des Verlorenen Volkes wird in Sagen weitergetragen. Aus diesem Grund zieht sich der erste Teil des Buches etwas, denn es ist notwendig, erst Hintergrundwissen zu schaffen, um vollkommen in die Welt der vier Jahreszeitenlande abtauchen zu können. Die beiden Hauptcharaktere sind Kanaael und Naviia, die beide aus unterschiedlichen Ländern stammen und einen vollkommen anderen Hintergrund haben. Kanaael, der Thronerbe der Sommerlande Suvii will um jeden Preis verhindern, dass die Traumknüpferin Udinaa geweckt wird und gerät dabei in einen schrecklichen Verrat, der sich im Verlauf der Geschichte offenbart. Im Gegensatz zu Naviia wirkt Kanaael impulsiv, er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und handelt spontan. Naviia hingegen kann ihre Emotionen besser verbergen und macht keine unüberlegten Schritte. Beide haben mir als Protagonisten wirklich gut gefallen. Natürlich spielen auch noch viele weitere Charaktere eine Rolle, aber diese alle einzeln zu benennen, würde hier wohl den Rahmen leicht sprengen! Die Erzählperspektive wechselt häufig, sodass man als Leser stets über alle Ereignisse in den Ländern der vier Jahreszeiten informiert ist. Auch aus der Sicht derer, die sich den Krieg wünschen, werden einige Kapitel erzählt, sodass auch deren Hintergründe transparent werden. Es ergibt sich also eine sehr vielschichtige Erzählung, die wirklich Spaß gemacht hat. Die Idee mit den Nachkommen des Verlorenen Volkes und ihre magische Begabung haben mir dabei besonders gut gefallen. Neben den Traumtrinkern und Weltenwanderern gibt es noch die Seelensänger, über deren Fähigkeiten jedoch nicht allzu viel berichtet wird. Auch sprachlich gesehen konnte mich Carolin Wahl überzeugen. Die Sprache ist modern und lässt sich stets flüssig lesen. Für mich war die Handlung allerdings stellenweise etwas vorhersehbar und hielt nur wenige Überraschungen bereit. Deshalb der kleine Abzug bei den Sternen ;) Alles in allem jedoch durchaus gelungen!
1 Wow
Das Cover finde ich sehr hübsch und auch passend. Es hat etwas Geheimnisvolles und Mystisches. Auch die Karte, welche man am Anfang und am Ende findet, ist schön gestaltet. Hinten befindet sich ein Glossar, dieses ist sehr hilfreich, da es einige Eigennamen gibt. In dem High Fantasy Genre findet man ja häufig kreative Namenskreationen. Hier fand ich diese eher störend, da sie mich öfters aus dem Lesefluss gebracht haben. Fast alle Namen haben doppelte Vokale, Kanaael, Saaro, Garieen usw. Außer die des Personals, diese haben personenbezogene Namen, wie zum Beispiel Wolkenlied oder Sonnenlachen. Der Klappentext verrät leider schon recht viel. So werden Ereignisse beschrieben, die erst auf Seite 420 vorkommen. Der Einstieg gelang mir sehr gut, doch nach einer Weile zog es sich dann. Und ich wartete auf das im Klappentext beschriebene Geschehen und wartete und wartete. Ich glaube, ein paar Kürzungen hätten hier und da nicht geschadet. Manche Passagen ( Hütte) fand ich wirklich zäh. Deswegen musste ich mich auch immer wieder etwas dazu überreden weiter zu lesen. Doch dann gab es wieder spannende Episoden, in denen ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte. Was den Spannungsbogen angeht, war es für mich ein Auf und Ab. Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt. Die Sicht ändert sich von Kapitel zu Kapitel. Meistens begleitet man Prinz Kanaael und Naviia, aber auch hin und wieder Ashkiin und Wolkenlied. So hat man als Leser einen guten Überblick was auf den verschiedenen Kontinenten passiert. Manchmal ist man als Leser aber nicht direkt dabei, sondern bekommt nur mit, wie die Charaktere es sich untereinander erzählen. Dadurch hatte ich das Gefühl, nicht wirklich dabei zu sein, als wäre ich außen vor. Der Schreibstil von Carolin Wahl war mir etwas zu detailliert. Dies ist aber Geschmackssache. Mit wurden die Beschreibungen manchmal etwas zu viel, da für mich so die Dynamik der Geschichte verloren ging. Zu den Charakteren konnte ich leider keine Verbindung aufbauen. Zuerst mochte ich Kanaael und Naviia noch gerne, doch nach einer Weile wurden sie mir egal. Da gab es zu wenig Charakterentwicklung und mir fehlten die Facetten. Die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht packen, diese plötzliche große Liebe kam mir zu schnell und war zu überzogen. Zugute halten muss man dem Buch, es ist kein Anfang einer Reihe, sondern ein Buch für sich. Was mittlerweile doch recht selten geworden ist. Außerdem ist die Idee mit den Jahreszeiten super. Der Schreibstil ist trotzdem flüssig zu lesen, und ob man diesen detaillierten Stil mag oder nicht ist Geschmackssache. Es gab immer wieder auch spannende Passagen. Also, wenn euch das Buch zusagt, bildet euch eure eigenen Meinung. Fazit: Ein Auf und Ab. Die Idee gefällt mir sehr gut, doch bei der Umsetzung wurde Potenzial verschenkt. Ein Einzelner High Fantasy Band, mit einem sehr detaillierten Schreibstil. Nichts für mich, aber vielleicht ja für euch
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