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Eowyn Ivey

Das Schneemädchen

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4.6/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Alaska, in den 1920er Jahren: Mabel und Jack konnten keine Kinder bekommen. Um den Schmerz und die Enttäuschung hinter sich zu lassen, haben sie an der Zivilisationsgrenze Alaskas ein neues, einfaches Leben als Farmer begonnen. Doch Trauer und der harte Überlebenskampf in der erbarmungslosen Natur schaffen zwischen den beiden, die sich innig lieben, eine scheinbar unüberbrückbare Distanz. Als der erste Schnee fällt, überkommt Mabel für kurze Zeit eine fast kindliche Leichtigkeit. Eine Schneeballschlacht mit Jack entspinnt sich, und sie bauen vor ihrer Hütte zusammen ein Kind aus Schnee. Am nächsten Tag entdecken sie zum ersten Mal das feenhafte blonde Mädchen in Begleitung eines Fuchses, das sie zwischen den Bäumen des Waldes hindurch beobachtet. Woher kommt das Kind? Wie kann es allein in der Wildnis überleben? Und was hat es mit den kleinen Fußspuren auf sich, die von Mabels und Jacks Blockhaus wegführen? «Dieses Buch ist pure Magie, von Deckel zu Deckel durchwoben mit der kalten Schönheit der Wildnis Alaskas. Eowyn Ivey erzählt mit der fesselnden Zartheit des Schneefalls, den sie so wunderbar beschreibt.» Ali Shaw
BIOGRAFIE
Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin und Buchhändlerin. Ihr Debüt "Das Schneemädchen" war international ein großer Erfolg und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist ihr zweiter Roman.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
21.09.2012
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783463406213
Sprache
German
Seiten
464
Schlagworte
Wildnis, Ehe, Erfüllung, Alaska, Lebensfreude, Liebe, Märchen, Kinderwunsch
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von madamenerdig, naibenak und andere
madamenerdig
naibenak
leselurch
Angelockt durch das wunderschöne Cover, hat mich dieses Buch auf eine verzauberte Geschichte nach Alaska mitgenommen. Das Cover sieht wirklich sehr verträumt aus. Die Schlichten Farben dunkelblau und weiß, so wie das kleine Mädchen, das darauf zu sehen ist, passen perfekt und stimmen gut auf die Geschichte ein. Bevor ich mit diesem Buch angefangen hatte, hatte ich noch nie etwas von der Geschichte des Schneemädchens gehört. Das Märchen Snegurotschka, auf die diese Geschichte um Mabel und Jack aufbaut, gibt es nämlich wirklich. Sie stammt aus Russland und ist der Feder von Alexander Afanasiew entsprungen. Auch hierbei geht es um ein Ehepaar, das sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht. Sie bauen sich eines Tages ein kleines Mädchen aus Schnee, das wirklich lebendig wird. Die Geschichte hat verschiedene Enden. Bei einem Ende, wird das Mädchen zum Anfang des Frühlings hin sehr trübsinnig und verschwindet bei einem Sprung über ein Lagerfeuer. Die Geschichte um Mabel und Jack handelt um das selbe Thema. Beide wünschen sich nichts sehnslicher als ein Kind. Sie ziehen nach Alaska um einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Dort bauen sie eines Abends ein kleines Mädchen aus Schnee. Auch diese, so glauben sie zumindest, ist über Nacht lebendig geworden. Denn am Morgen ist das Schneemädchen weg und sie treffen immer wieder auf ein kleines Mädchen mit dem Namen Faina. Durch Zeitsprünge, die sehr gut verständlich sind, erlebt man mit, wie Jack und Mabel immer älter werden und was sie erleben. Jeden Winter kommt Faina wieder und man erlebt mit, wie sie dann schließlich zu einer jungen Frau heran wächst. Auch Mabel und Jack entwickeln sich weiter. Sie werden zu einem liebevollen Elternpaar, das versucht ein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit endlich zu verarbeiten. In Alaska lernen sie schließlich Esther, ihren Mann und deren Kinder kennen und schließen eine innige Freundschaft mit der Familie. Auch diese spielen im weitern Verlauf des Buches eine große Rolle. Für mich war der Kinderwunsch von Jack und Mabel und der Umzug nach Alaska sehr verständlich. Die tiefe Traurigkeit, die die beiden zum Anfang des Buches ausstrahlen kommt sehr gut rüber, ebenso wie die Veränderungen, die beide im Laufe des Buches durchlaufen waren sehr verständlich. Die Autorin nimmt, wie schon gesagt mit nach Alaska. Man erlebt jede Jahreszeit dieses Landes mit, ebenso wie das Leben um 1920. Alles wirkt beim Lesen sehr gut recherchiert und ich konnte mich gut in das Leben zwischen Bergbau, Jagd und der Farm hinein versetzen.
Wow
Nach der Totgeburt ihres einzigen Kindes stürzen Mabel und Jack in ein tiefes Loch. Ein kompletter Neuanfang, nur für sie beide, soll sie ins Leben zurückführen. Dafür hat sich das kinderlose, nicht mehr ganz junge Ehepaar in den 1920er Jahren die Stille und Einsamkeit Alaskas ausgesucht. Ein Leben inmitten der Natur. Jedoch verfällt Mabel dort in eine immer tiefere Depression. Bis der erste Schnee fällt und sie mit Jack übermütig im Schnee tollt - sogar ein Schneemädchen bauen sie. Aber schon am nächsten Tag ist es zerstört, dafür begegnen sie einem kleinen Mädchen, das allein durch die Wälder streift und das niemand zu kennen scheint... Welch eine wundersame, zarte und berührende Geschichte entwickelt sich da! Eowyn Iveys Debütroman erzählt in unendlicher Ruhe eine Geschichte, die an ein russisches Märchen über ein Schneekind angelehnt ist. Snegurotschka. Dieser Roman ist aber kein Märchen, wenn er auch oft als ein solches anmutet. Allein die stimmungsvollen Beschreibungen der Wälder und des Wolverine Rivers, der schneebedeckten Felder, der Tier- und Pflanzenwelt und des Lebens in dieser nahezu unwirtlichen Gegend (besonders im Winter) haben mich verzaubert und mich in alte russische Märchen mit Väterchen Frost & Co. versetzt ;-) Bei all der Verzauberung malt Ivey aber auch ein sehr eindrucksvolles Bild über das Leben in Alaska, das nicht immer - eigentlich sogar sehr oft überhaupt nicht - märchenhaft ist, sondern unheimlich hart und gefährlich. Ein Arzt in der Nähe? Fehlanzeige. Nachbarn wohnen kilometerweit entfernt, doch es ist ein echter Segen, solche zu haben. Wie auch in dieser liebevollen Geschichte. Die Nachbarn Esther und George mit ihren drei Jungs freunden sich mit Mabel und Jack an und sorgen für wunderbare, spritzig-erfrischende Szenen. Nicht zuletzt kommt durch sie die Lebensfreude ins Haus zurück. Aber auch ganz besonders und in erster Linie trägt das wilde, mysteriöse kleine Mädchen einen großen Anteil dazu bei. Ich habe anfangs etwas schwer in den ruhigen Fluss der Erzählweise hineingefunden. So magisch alles ist, es hat mich nicht von Beginn an zum Weiterlesen "gezwungen", es war eher am Ende des Tages eine nette Art zur Ruhe zu kommen ;-) Aber mit etwas Geduld ist dann irgendwann die Eisschicht aufgebrochen und ich habe mich der Geschichte voll und ganz hingegeben. Die Ereignisse haben mich mehr und mehr mitgezogen, die Protagonisten –allen voran Mabel und Jack – sind intensiv gezeichnet und haben mich zutiefst berührt. Ich habe gestaunt, gelacht und feuchte Augen gehabt. Ich habe die zweite Hälfte der Geschichte nahezu inhaliert. Fazit: Magisch, sanft und berührend. Ein beeindruckendes Bild des Lebens im Alaska der 1920er Jahre, eine Ode an den Zauber der Natur, an Freundschaft & Liebe, an Zuversicht, Geduld und Vertrauen. Ein stiller, bewegender Roman einer Autorin, von der ich garantiert weitere Bücher lesen werde.
3 Wows
Simone Scamander
Worum geht's? Jack und Mabel haben sich nichts sehnlicher als eine große Familie gewünscht. Kinderlachen im Garten, hektisches Getrappel kleiner Füßchen im Haus, das eigene Fleisch und Blut in den Armen... Aber ihre Träume sollten nicht in Erfüllung gehen. Das Leben hat dem Pärchen keine Kinder geschenkt. In der Hoffnung, ihre Trauer unter all dem Schnee vergraben und neu anfangen zu können, ziehen Mabel und Jack als Siedler nach Alaska. Dort zu überleben und sogar ein halbwegs geregeltes Leben führen zu können, bedeutet allerdings harte Arbeit. Als der erste Schnee auf ihre Farm fällt, wissen Mabel und Jack, dass ihnen ein schwerer Winter bevorsteht. Doch trotz ihrer schwierigen Situation und ihrer trübseligen Gefühle überkommt sie ein seltsamer Moment der Freude. Gemeinsam erbauen Jack und Mabel ein Schneemädchen, geben ihm sogar einen Schal und Fäustlinge. Am nächsten Morgen ist das Mädchen aus Schnee plötzlich verschwunden - und Mabel und Jack entdecken zwischen den Bäumen des Waldes ein flinkes Geschöpf, das kleine Fäustlinge und einen Schal trägt... Kaufgrund: Auf "Das Schneemädchen" bin ich durch das wundervolle Cover aufmerksam geworden. Mein Bauchgefühl hat mir sofort verraten, dass es sich bei diesem Roman um ein ganz besonderes Buch handelt - und es sollte Recht behalten... Meine Meinung: "Das Schneemädchen" ist eines jener Bücher, das einen wieder an die Magie des Lebens glauben lässt. Es erinnert einen daran, niemals aufzugeben, ganz egal, wie düster es aussehen mag. Irgendwo glimmt immer ein kleiner Funken Hoffnung; man muss nur den Mut finden, aus dem Funken ein loderndes Feuer des Glücks werden zu lassen. Eowyn Ivey erzählt in ihrem Debütroman nicht bloß eine Geschichte, die unterhalten soll. Sie vermittelt eine Botschaft, die jeder von uns in seinem Herzen tragen sollte: Das Leben hält Wunder für dich bereit - du musst bloß fest an sie glauben. Die Handlung ist in drei große Abschnitte unterteilt, von denen jeder mit einen zauberhaften Ausschnitt aus einer anderen Version des "Schneemädchen"-Märchens beginnt. Auf diese Weise erhält man als Leser eine gewisse Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte wohl entwickeln wird. Wirklich wissen tut man es allerdings nie, denn Eowyn Ivey hält sich nur sehr grob an die märchenhafte Vorlage ihres Romans. Im Grunde ist es aber auch völlig egal, ob man weiß, wie es weitergeht, denn "Das Schneemädchen" lebt im Gegensatz zu anderen Büchern nicht von einer mitreißenden Spannung, sondern von seiner gefühlvollen Atmosphäre, die die Leser begeistert und sie an die Seiten fesselt. In diesem Buch werden die eigenen Gefühle mächtig beansprucht. Man erlebt tiefgründige Glücksmomente und darf an einigen Stellen herzhaft lachen, muss aber auch oftmals ein paar Tränchen vergießen und mit den Figuren trauern. In nicht einmal 500 Seiten lässt "Das Schneemädchen" seine Leser alles fühlen, was das facettenreiche Leben zu bieten hat. In ihrem Debüt erzählt die Autorin von einem Pärchen, das mit einem schweren Schicksal zu kämpfen hat: Jack und Mabel haben sich immer eine große Familie gewünscht, doch dieser Traum blieb ihnen verwehrt. Mabel wurde nur ein einziges Mal schwanger und brauchte schließlich eine Totgeburt zur Welt, die das verzweifelte Pärchen gänzlich entzweite. Um für sich zu sein, wieder zueinander zu finden und ihre Trauer gemeinsam zu überwinden, beginnen Jack und Mabel ein neues Leben in Alaska. Schon bald müssen sie sich jedoch der harten Tatsache stellen, dass es wohl nicht die beste Idee war, kurzerhand auszuwandern. Das Leben in Alaska ist eine Herausforderung und ohne ihre neuen, lebensfrohen Nachbarn hätten sie ihren ersten Winter dort niemals überstanden. Es dauert einige Zeit, aber Alaska hält ein Wunder für Jack und Mabel bereit, das ihr Leben komplett verändern wird: Ein Mädchen, das scheinbar heimatlos in den Wäldern vor ihrer Hütte umherstreift. Ein Mädchen, scheu wie ein Reh, flink wie ein Fuchs und frei wie ein Vogel, das genauso aussieht wie das Schneemädchen, das Jack und Mabel während eines kurzen glückluchen Augenblicks aus dem ersten Schnees ihrer neuen Heimat formten. Ein Mädchen, das ihnen Hoffnung schenkt, ihre Herzen erwärmt und mehr und mehr zum Teil ihrer Familie wird. Im Verlauf der Geschichte vergehen viele Jahre, in denen Mabel und Jack sich stark verändern. Aus dem entzweiten Ehepaar, den einsamen Lebenspartnern wird eine Familie, die zusammenhält und füreinander da ist. Sie kamen mit nichts als Trauer nach Alaska und lernten erst wieder durch ein Kind, was Liebe und Freundschaft, Vertrauen und Glück bedeuten. Man kann beinahe am eigenen Leibe spüren, wie ihre tiefgefrorenen Herzen langsam, aber sicher auftauen. Doch nicht nur sie verändern sich durch die Begegnung mit dem seltsamen Mädchen, auch der Nachbarsjunge Garrett findet als junger Mann Interesse an ihr... Eowyn Iveys Schreibstil passt perfekt zu ihrer Geschichte, ist allerdings nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hätte. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hätte ich mit einer märchenhaften Sprache gerechnet, doch Ivey schreibt realistisch und detailgetreu. Sie beschreibt die Charaktere, die Handlung und die Umgebung mit solch einer Ausdrucksstärke und Wahrhaftigkeit, dass man sich als Leser alles haargenau vor dem inneren Auge vorstellen kann. Mit einer seltsamen, aber harmonierenden Mischung aus distanzierten Schilderungen und bewegenden Einblicken in die verschiedenen Figuren wird man innerhalb weniger Seiten in einen reißenden Lesefluss gesogen, der einen schon einmal die Zeit vergessen lässt. Ewoyn Ivey schafft mit ihren Worten eine ganz eigene Magie, die auch ohne märchenhafte Umschreibungen großartig zu einer sagenhaften Geschichte passt. Cover: Welchem Bücherwurm würde bei diesem märchenhaften Cover nicht das Herz vor Freude hüpfen! Es passt perfekt zu der Geschichte und ist zudem noch ein echtes Highlight im Regal. Ein kurzer Blick genügt und schon hat man das Bedürfnis, "Das Schneemädchen" in die Hand zu nehmen und darin einzutauchen. Fazit: "Das Schneemädchen" von Eowyn Ivey ist eines jener zauberhaften Bücher, das es verdient hat, in jedem Bücherregal zuhause zu sein. Es ist ein Buch über das Leben, seine Magie und seine Tücken. Über die Liebe und die Freundschaft, über die Trauer und den Tod, über die Hoffnung und die Lebenslust. Es ist ein facettenreiches Buch, das seine Leser tief in ihren Herzen berührt, sie zum Lachen und zum Weinen bringt; eine Geschichte, die man nicht mehr vergisst. Lest dieses Buch! Ich vergebe für "Das Schneemädchen" ganz besondere 5 Lurche.
Wow
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