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Nina Blazon

Feuerrot

Philosophie & Religion
Ist Teil der Reihe
Ravensburger Junge Reihe
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4.7/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich ...
BIOGRAFIE
Keine Angaben verfügbar

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
01.03.2016
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783473401338
Sprache
German
Seiten
511
Schlagworte
romantisch, All Age, dramatisch, Ravensburg, Romance, Liebe, Mittelalter, Young Adult, Jugend-Buch, Hexen-Verfolgung, Historischer Roman, Geschichte, ab 14 Jahren
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von Akantha, Sarina und 3 andere
akantha
sarinahägele
ingridpabst
cirilla
sanny
„Feuerrot“ von Nina Blazon spielt in Ravensburg im Jahre 1484. Magdalene – Madda – ist Magd im Hause der reichen und angesehenen Kaufmannsfamilie Humpis. Bald gibt es ein neues Gesicht in der Stadt. Der Inquisitor Kramer soll nachforschen, ob die anhaltenden Unglücke in Ravensburg auf Hexerei zurückzuführen sind. Madda begegnet er von Anfang an missgünstig, doch während alle im Hause Humpis mit dem Besuch eines italienischen Kaufmannssohns beschäftigt sind, beginnt in der Stadt eine Hexenjagd. Und schließlich wird auch Madda angeklagt. Ich lese sehr gerne historische Romane und habe auch schon einige beendet, in denen Hexenverfolgung eine Rolle spielte. Hier wusste ich allerdings nicht, worauf ich mich einstellen muss, war die Lektüre doch als Jugendbuch gekennzeichnet (und außerdem aus dem Ravensburger Verlag, der vor allem für dieses Genre bekannt ist). Erwartet habe ich eine jugendliche Liebesgeschichte im mittelalterlichen Setting mit dem Thema Hexenverfolgung als Hintergrund. Doch ich wurde überrascht. Natürlich gibt es einige Erzählstränge rund um die Liebe. Aus der Perspektive mehrere Charaktere erfährt der Leser deren Wünsche und unerfüllte Sehnsüchte und kann sich schnell zusammenreimen, wem wohl mit welcher Person ein glückliches Ende beschieden sein wird. Aber die Ereignisse der Hexenverfolgung nehmen einen ganz und gar nicht unwesentlichen Teil der Geschichte ein und sind zudem historisch fundiert. Heinrich Kramer, Verfasser der Hexenhammers, wird – wie aus dem Nachwort hervorgeht – fast ausschließlich mit Zitaten aus seinem Werk wiedergegeben. Auch ein Großteil der angeklagten Frauen und andere wichtige Personen aus der Stadt hat es so gegeben. Liest man die Zitate aus dem Hexenhammer und Kramers Meinungen zu Folter, wird dem Leser ganz anders zumute. Stellenweise konnte ich nicht mehr als einige Seiten am Stück lesen, danach brauchte ich etwas Fröhliches zur Ablenkung. Am Ende aber auch noch zu erfahren, dass die Begebenheiten sich genau zu dieser Zeit, genau dort und fast genau so abgespielt haben, hat ebenfalls einen herben Beigeschmack. Ich war wirklich beeindruckt von der Tiefe der Erzählung und den Gefühlen, die das Buch transportiert hat, die überhaupt nicht so oberflächlich waren, wie ich vor Beginn der Lektüre vermutet hatte. Für meinen Geschmack hätten die Liebesgeschichten kürzer ausfallen können, aber eine führte zu einer Intrige, die ich so nicht habe kommen sehen und die wieder spannend zu lesen war. Dadurch nimmt die Geschichte aber erst relativ spät Fahrt auf. Vorher gibt es viele Stellen, die der Leser, der weiß, dass es um Hexenverfolgung geht, wachsam aufnimmt in dem Wissen, dass diese Taten oder Worte Madda später zum Verhängnis werden können. Aber erst als sie verhaftet wird, kann man das Buch kaum aus der Hand legen, zu groß die Sorge, was ihr wiederfahren wird, ob und wie sie freikommt. Ich bin immer noch nicht zu einem Ergebnis gekommen, warum das Buch als Jugendbuch eingestuft wurde. An eine explizite Altersangabe von Madda kann ich mich nicht erinnern. Nach Gefühl könnte sie alles zwischen 14 und 25 Jahren alt gewesen sein. Ich würde „Feuerrot“ klar als historischen Roman definieren. Auf der einen Seite ist er durch einen Glossar, der wirklich viele Basis-Begriffe erklärt, für Einsteiger in dieses Genre gut geeignet. Auf der anderen Seite sind die Thesen bei der Hexenverfolgung und vor allem auch die Folter (wenn auch hier nicht explizit erzählt) keine leichte Kost. Zusammenfassend hat mich das Buch positiv überrascht. Die historische Korrektheit und die negativen Gefühle, die es vermittelt sind ganz große Pluspunkte. Die Liebesgeschichten waren etwas zu vorhersehbar und auch das Ende ein wenig zu rosig. Insgesamt komme ich daher zu 4 von 5 Sternen.
Wow
Nina Blazon hat sich in den letzten 2 Jahren als eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen etabliert. Ich liebe es in ihre fantasievollen Geschichten abzutauchen und mich von ihren Worten in den Bann ziehen zu lassen. Nachdem ich „Wolfszeit“ von ihr gelesen habe, weiß ich allerdings auch, dass ihre historischen Romane genauso klasse sind. „Feuerrot“ beginnt relativ ruhig und harmlos. Uns Lesern wird erst einmal ein wenig Zeit gegeben um uns mit der Umgebung und den Bewohnern Humpis insbesondere mit der Magd Madda, der jungen Patrizierin Elisabeth und Beno Humpis vertraut zu machen. Das Setting, in das die Geschichte eingebettet ist, ist Nina Blazon dank zahlreicher Details ganz wunderbar gelungen. Vor meinem inneren Auge konnte ich mir das das mittelalterliche Ravensburg richtig gut vorstellen. Aber auch die Charaktere sind äußerst liebevoll ausgearbeitet worden, sodass mir vor allem die liebe, hilfsbereite und ja auch ein wenig vorlaute Madda schnell ans Herz gewachsen ist. Wie gesagt war die Geschichte zu Anfang eher ruhig, doch die Seiten sind trotzdem wie nichts an mir vorbeigeflogen. Meine Neugier war geweckt, was u.a. dem Gast im Hause Humpis zu verdanken war. Der junge Kaufmann aus Italien, der ganz offensichtlich nichts anbrennen lässt, war mir nicht nur aufgrund seiner schmierigen Art gleich auf anhieb unsympathisch. Nein, sein Verhalten hat bei mir auch Misstrauen geweckt. Mir kam es so vor, als würde er irgendetwas im Schilde führen, weshalb es besser wäre ihn gut im Auge zu behalten. Gespannt habe ich weitergelesen, bis ich schließlich zu dem Punkt kam, ab dem die Stimmung in der Geschichte komplett gekippt ist und ich das weitere Geschehen nur noch fassungslos mitverfolgen konnte. Nina Blazon hat es geschafft, dass historische Gegebenheiten und Persönlichkeiten 1a in die Fiktion miteingeflossen sind. Der Dominikaner Mönch und Hexenjäger Heinrich Kramer (Wer ihn nicht kennt…Er ist der Verfasser des berüchtigten „Hexenhammers“, also der Schrift, die die Jagd auf „Hexen“ legitimiert hat) kommt nach Ravensburg und lässt keine Gelegenheit aus um Zwietracht und Misstrauen unter den Bewohnern zu streuen. Für die Unwetter der letzten Wochen, die Nahrungsmittelknappheit, Krankheiten und Tod macht er Hexen und Dämonen verantwortlich. Doch er schürt nicht nur den Aberglauben und die Angst der Menschen, sondern ruft sie auch dazu auf ihre Mitmenschen/Nachbarn zu denunzieren, sollten sie bei ihnen den Verdacht haben, dass es sich bei ihnen um Hexen handelt. Tja und aufgrund Kramers enorme Überzeugungskraft, braucht man auf die ersten Denunziationen gar nicht lange zu warten, was mich fast noch mehr erschreckt hat. Überrascht hat es mich jedoch keineswegs. Menschen sind nun mal leicht zu manipulieren, vor allem wenn man mit ihren Ängsten spielt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen damals irgendjemanden ans Messer geliefert haben. Und schon gar nicht möchte ich wissen, wie viele es nur allein deshalb getan haben, weil sie auf denjenigen neidisch waren oder ihn nicht leiden konnten. Unsere Charaktere sind mitten drin in diesem ganzen Irrsinn und ich muss sagen, dass ich richtig Angst um sie hatte. Ich habe so sehr mit Madda, Elisabeth und Beno mitgefiebert und mitgebangt, dass ich mich kaum mehr von den Buchseiten lösen konnte. Trotz der düsteren und bedrohlichen Stimmung, die im Großteil des Buches herrscht, waren hier und da kleine Lichtblicke zu finden. Es hat sich gezeigt, dass Freundschaft und Liebe doch stärker als Hass und Verblendung sind. Mein Fazit „Feuerrot“ von Nina Blazon war wirklich der absolute Pageturner! Die Geschichte beginnt relativ ruhig, doch mit der Zeit nimmt sie stetig an Spannung und Dramatik zu. Ab dem Zeitpunkt, als der Dominikaner Mönch und selbsternannter Hexenjäger Heinrich Kramer nach Ravensburg kommt, konnte ich das weitere Geschehen nur noch fassungslos mitverfolgen. Wie sich die Menschen von seinen Worten manipulieren lassen und ihm daraufhin wahllos ihre Mitmenschen ausliefern, war kaum nachzuvollziehen und darum auch so erschreckend. Da ich ununterbrochen mit Madda, Elisabeth und Benno mitgefiebert und –gebangt habe, konnte ich das Buch erst wieder aus der Hand legen, als ich am Ende angelangt war.
Wow
Inhalt Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich ... Quelle Wie hat's mir gefallen Zuersteinmal muss ich gestehen, dass ich selten historische Romane lese, weil sie auch selten so gut auf junge Leser abgestimmt sind, wie es hier der Fall war. Das Thema Hexenverfolgung interessierte mich als Rothaarige schon immer besonders, weswegen ich mich sehr auf das Buch freute. Zwei Handlungsstränge stehen sich gegenüber: Magdalena, die hübsche Magd, freut sich einerseits über die gute Stelle bei der Kaufmannsfamilie Humpis, hat aber aufgrund ihrer Familienverhältnisse kein leichtes Leben. Ihre kranke Schwester will ihr nicht aus dem Kopf gehen, eben so wenig wie die jungen Männer im Ort. Auch Elisabeth, Nichte des privilegierten Onofrius Humpis, lebt kein Bilderbuchmärchen, denn Geld alleine macht nicht glücklich. Sie soll einen eingebildeten Trunkenbold heiraten, obwohl sie doch einen Anderen liebt. Und dann taucht auch plötzlich noch der geheimnisvolle Italiener Lucio auf, der zugleich an Madda und an Elisabeth Interesse zu haben scheint... Über die Handlung möchte ich nur wenig verraten, denn das muss man selbst erleben. Es geht um Macht und Machtkämpfe, reich und arm, um Freundschaft, Liebe und unerwiderte Liebe. Aber auch um Liebe, die so tief ist, dass man bereit ist, alles dafür zu tun. Es geht um Familie und Zusammengehörigkeit und um die Grausamkeit der irrsinnige Inquisition. Zu Anfang war ich geschockt wie brutal das Hexenthema beschrieben wird, doch nach und nach wird einem bewusst, dass es hier nicht um Fiktion geht, sondern um reale Begebenheiten. Trotz allem war ich oft geschockt und sprachlos über die Vorgehensweise der Inquisitoren und vergoss nicht selten Tränen. Neben dem spannenden, emotionalen und unterhaltenden Schreibstil, gefiel mir vor allem das Nachwort. Hier erklärte die Autorin, dass einige ihrer Figuren tatsächlich gelebt haben. Der Mix aus sehr guter Recherche und unterhaltender Fiktion geht fließend ineinander über und begeisterte mich sehr. Auch wenn sie das Buch ab und an etwas zog, wurde es spätestens ein Kapitel später wieder spannend. Schlussendlich war ich mit dem Ende sehr zufrieden und kann dieses Buch auch Lesern empfehlen, die historische Romane sonst ablehnen (wie ich). Cover/Buchgestaltung Der Buchumschlag ist ein Traum. Die goldenen Punkte glänzen und glitzern und lassen das Feuer auf dem Cover lebendig erscheinen. Für Fans von * "Töchter des Mondes" von Jesscia Spotswood * "Order of Darkness" von Philippa Gregory Fazit Obwohl ich ungern historische Romane lese, konnte mich dieses jugendlich angehauchte Hexenbuch überzeugen. Vielseitige Charaktere, ein angenehm unterhaltender Schreibstil und authentische Charaktere hauchen dem Buch Leben ein. Bewertung 4/5
Wow
Feuerrot, diesmal ein Jugendbuch mit historischem Hintergrund, hat mich wieder einmal daran erinnert, warum ich Nina Blazons Geschichten so liebe: Sie ist eine der wenigen Autorinnen, die ein wunderbar positives Frauenbild vermitteln. Ihre Figuren sind nie weinerlich oder nervig, sie sind nicht auf den Mund gefallen, müssen eigentlich nicht gerettet werden (es sei denn, die Situation ist wirklich verzwickt und unmöglich alleine zu bewältigen) und sie bekommen ganz sicher keine weichen Knie, weil ihnen der "unverschämt gutaussehende Badboy" mal eben zugelächelt hat - und wenn doch, dann durchschauen sie ihn früh genug. Außerdem kommen Freundschaften bzw. Bindungen zwischen den Frauen nicht zu kurz (was leider in den meisten Jugend-, YA- und NA-Romanen der Fall ist, denn da geht es oft nur um einen Typen und die Rivalität zwischen den Damen). In Feuerrot widmet sich Frau Blazon einem traurigen und trotzdem sehr interessanten Thema: der Hexen- /Dämonenverfolgung und wie vor allem Frauen unter dieser zu leiden hatten. Das Ganze wird abwechselnd aus der Sicht von Madda (einer Magd), Elisabeth (aus gutem Hause) und Beno (ebenfalls aus gutem Hause) erzählt. Dadurch hat man einen guten Einblick in das Leben von Arm und Reich. Beno war dabei meiner Meinung nach sogar am spannendsten, denn durch seine Gedankengänge kann man wunderbar sehen, welchen Einfluss die Worte des Inquisitors Kramer haben und wie schnell sich zur damaligen Zeit Zweifel und Ängste bilden konnten: Sind Frauen etwa alle sündige, gottlose, schwache Kreaturen, die anfällig für Dämonen und den Teufel sind? Über einige der Männer und natürlich vor allem Lucio und Kramer (die sogar Aussagen und "Hexentests" fälschen, um die Frauen brennen zu sehen) habe ich mich so geärgert, dass ich das Buch am liebsten gegen die Wand schmeißen wollte (was eine Schande wäre, weil es absolut toll ist). Hier nur mal ein Kramer-Zitat: "(...) Die Frauen wenden sich von Gott ab, um Satans Dienerinnen zu sein. Und durch Verführung reißen sie Menschen mit sich ins Verderben. Sie sind das wahre Übel, denn ein Dämon ist machtlos ohne seine Hexe. Es braucht ein leichtgläubiges, wollüstiges Wesen aus Fleisch und Blut als Instrument seiner Macht, um dem Teufel dienen zu können. Es braucht... die Frau!" Kramer und viele andere Figuren, z.B. Anna Mindelheim und Agnes Bader, die unter Folter Geständnisse ablegten und als Hexen verurteilt wurden, hat es übrigens wirklich gegeben. Das Nachwort der Autorin hierzu ist unglaublich interessant (und bedrückend). Der Schreibstil ist wie immer super, die Geschichte von Anfang bis Ende spannend und... oh ja! Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz. :) Ich könnte mir sogar eine Verfilmung richtig gut vorstellen. Fazit: Ich habe mich die ganze Zeit gut unterhalten gefühlt, ich mochte die Hauptcharaktere (bis auf ein paar kleine Missverständnisse und Streitgespräche, aber hey, es sind Teenager... da gehen auch mal die Hormone durch) und das Ende war sowohl befriedigend, als auch sehr realistisch. Absolute Leseempfehlung! Sollte Nina Blazon in einem ihrer zukünftigen Bücher nun auch noch das Thema LGBT positiv aufgreifen (und sei es nur am Rande), wird sie meine persönliche Jugendbuch-Heldin!
Wow
Nach fünf Jahren hat Nina Blazon endlich wieder einen historischen Jugendroman auf den Markt gebracht, der sich sehen lassen kann. Sie entführt die Leser ins Ravensburg des 15. Jahrhunderts und gleich auf den ersten Seiten ist zu merken, wie viel Liebe zum Detail in jedem einzelnen geschriebenen Wort steckt. Für dieses Buch musste die Autorin ungemein viel Zeit an Recherche aufbringen, um historisch korrekt zu bleiben. Blazon hat sich an einer echten Kaufmannsfamilie orientiert, die zu der Zeit in Ravensburg lebte und auch den Dominikanermönch gab es wirklich. Es ist faszinierend, wie authentisch sie schreibt, um die Leser in die tiefen Welten vergangener Zeiten zu entführen. Zum Inhalt des Buches kann man nicht mehr sagen, um nicht zu viel zu verraten. Allerdings bleibt das Buch bis zum Ende hin spannend und man fiebert mit den einzelnen Charakteren mit. Zwar dauert es ein kleines bisschen, bis man sich vollends auf die Handlung einlassen kann, da zu Beginn viele Charaktere eingeführt werden und das Umfeld genauestens beschrieben wird, doch sobald die eigentlichen Geschehnisse beginnen, fällt es unsagbar schwer, den Roman noch aus der Hand zu legen. Da die Hexenverfolgung hier im Zentrum der Handlung liegt, muss man sich von vornerein im Klaren darüber sein, dass grausame Beschreibungen nicht ausbleiben. Kaum kommt der Mönch in die Stadt und verkündet, dass sich Hexen unter den friedlichen Bewohnern befinden, verlieren die Einwohner jegliche Menschlichkeit. Obwohl das Volk der Unterstadt Ravensburgs sonst ein liebevolles Miteinander genossen hat, ändert sich das schlagartig und alle fallen übereinander her wie wildgewordene Tiere, nur um einen Verantwortlichen für die Stürme zu finden. Die Handlung nimmt mit der Ankunft Heinrichs eine schockierende Wendung, die einen als Leser mitfiebern lässt. Durch die Länge des Buches ist es möglich, den Charakteren viel Entwicklungsspielraum zu lassen. Im Vordergrund stehen hierbei die Dienstmagd Madda, der Kaufmannssohn Beno, der Schmiedlehrling Martin und die schöne Elisabeth. Jeder einzelne dieser Charaktere durchläuft eine glaubwürdige Entwicklung während des Romans, sodass es nicht schwer fällt, die Figuren ins Herz zu schließen. Sie tragen die Handlung und schaffen es, einen Lichtblick in die düstere Atmosphäre zu Zeiten der Inquisition zu bringen. Alle vier sind absolut vielschichtig und facettenreich und nehmen kein Blatt vor den Mund, was sie greifbar und realistisch macht. Auch die Nebencharaktere wissen durchaus zu überzeugen und runden den Roman hervorragend ab. Nina Blazon schafft es trotz der harten Zeiten, in denen "Feuerrot" spielt, einen Hoffnungsschimmer aufrecht zu erhalten. Es entstehen tiefe Freundschaften und innige Verbundenheit zwischen den Charakteren. Sie stehen zueinander und richten einander in schwierigen Zeiten wieder auf. Auch wird aus Freundschaft oftmals Liebe und auch wenn sie nicht im Fokus liegt, so ist sie dennoch wundervoll. Dieses Zusammenspiel lässt beim Lesen immer die Hoffnung offen, am Ende könne sich alles zum Guten wenden. Dass die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht, ist dem ausgezeichneten Schreibstil der Autorin zu danken. Wie schon in jedem anderen ihrer Werke weiß sie es auch hier Spannung zu erzeugen, was dazu führt, dass Stunden zu Minuten werden und das Ende viel zu schnell kommt. Ich persönlich könnte den Rest meines Lebens nur noch Bücher von Nina Blazon lesen und wüsste, dass niemals Langeweile aukäme. Fazit Mit "Feuerrot" ist es Nina Blazon gelungen, einen fantastischen historischen Roman zu erschaffen, der durch die Liebe zum Detail absolut hervorsticht. Die Autorin weiß, wie sie Leser in ihren Bann ziehen und bis zur letzten Seite fesseln kann. Der angenehm flüssige Schreibstil lässt das Buch viel zu schnell vergehen und es fällt schwer, nach der letzten Seite das Buch zu schließen und seine liebgewonnen Charaktere hinter sich lassen zu müssen. Ein etwas schnellerer Einstieg in den zentralen Handlungskonflikt wäre wünschenswert gewesen, nichtsdestotrotz verspricht das Buch ein einzigartiges Leseerlebnis.
Wow
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