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Gesa Schwartz

Herz aus Nacht und Scherben

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3.2/5
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ZUSAMMENFASSUNG
»Seine Augen waren wie eine Frage, deren Antwort sie ersehnte und zugleich fürchtete, und sie spürte instinktiv, dass ein einziger Schritt auf ihn zu sie ins Bodenlose führen würde ... ein einziger Schritt, der alles ändern konnte, was sie zu sein glaubte.« In Venedig gerät die siebzehnjährige Milou in die Welt der Scherben: das Reich der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche. Auf der Suche nach spurlos im Nebel verschwundenen Menschen verliebt sie sich in den mysteriösen Rabenwandler Nív, doch sie weiß: Seine Welt ist nicht für sie bestimmt. Und mit jedem Augenblick zieht das Reich der Scherben sein Netz enger ...
BIOGRAFIE
Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Für ihr Debüt »Grim. Das Siegel des Feuers« erhielt sie 2011 den Deutschen Phantastik Preis in der Sparte Bestes deutschsprachiges Romandebüt. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen.

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
03.10.2016
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783570164501
Sprache
German
Seiten
544
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von Felicitas Brandt, Sophie und andere
felicitasbrandt
sophiereads
sabrinak1
Felicitas Brandt
„Sie zog ihren Koffer die Ponte Marcelo hinab und beobachtete, wie ein Schemen, der gerade noch Ähnlichkeit mit einem Kobold gehabt hatte, als Katze aus einem Hauseingang sprang.“ Seite 11 „Und was ist mit dir? Streunst du jede Nacht durch die Gassen und rettest unvorsichtige Mädchen?“ Die Glut in seinem Blick glomm auf, und er lächelte unmerklich. „Es gäbe Schlechteres, das man mit seiner Zeit anfangen könnte, nicht wahr?“ Seite 41 Inhalt: Herz aus Nacht und Scherben - Gesa Schwartz Milou soll die Ferien bei ihrer Großmutter in Venedig verbringen, doch alles kommt ganz anders. Ein seltsamer Nebel überfällt die Stadt, Kinder verschwinden und mit ihnen die Erinnerung an sie. Auf der Suche nach Antworten triff Milou auf Nív, einen Rabenwandler aus der Welt der Scherben in der ein böser König alles zu zerstören droht. Doch Milou ist die Hoffnung der Rebellen, sie kann es schaffen, den geheimnisvollen Pala´Dhey zu finden, der allein im Stande ist den König der Scherben zu vernichten. Meinung: Gleich auf den ersten Seiten, musste ich ein bisschen schmunzeln. Der Schreibstill von Gesa Schwartz ist einfach einzigartig und hat so einen krassen Wiedererkennungswert, wie kaum ein anderer. Allerdings muss man diese Art wirklich mögen und man muss sich Zeit nehmen. Bei dieser Autorin sind die Bücher mit so vielen Details gefüllt, dass ich persönlich manchmal echt Probleme hatte Schritt zu halten und wenn ich dann mal den Faden verloren habe, überhaupt nicht mehr wusste, wo sich die Protagonistin gerade befindet. Es ist für mich kein Mal-eben-Buch auch kein Zugfahrt-Buch, sondern eher etwas für „Ich bin mal gerade vier Stunden weg, tüss Welt“. Das solltet ihr auf jeden Fall beachten, wenn ihr euch dieses Buch kauft. Cover und Titel finde ich wunderschön und allein das Wort „Rabenwandler“ im Klappentext hat mich magisch angezogen *-* Die Geschichte selber, geht rasend schnell voran, schon nach den ersten 100 Seiten, liegt die ganze Welt der Protagonistin in Trümmern und musste gerettet werden. Die Welt der Spiegel hatte sie fest im Griff und ihr Ziel, den einen zu finden, der das Böse aufhalten kann, scheint unerreichbar. Ich mochte die Figur von Milou sehr gerne. Ein Büchermädchen, eine Träumerin, ein bisschen mollig, ein bisschen weltfremd, angetrieben von dem Wunsch ihre Großmutter zu retten. Ihr Mitspieler Nív taucht auch sehr schnell auf, ein gütiger Krieger mit dunklen Kräften, der alles daran setzt sie zu retten. Auch er ist wirklich toll, kein Bad Boy oder süßer Love Interest, sondern wirklich ein Krieger, mit viel Dunkelheit in sich selber. Er ist kein Mensch, was ihm sehr zu schaffen macht, das Schicksal lastet sehr schwer auf ihm und er weiß, dass Milou sie alle retten kann, aber gleichzeitig hat er tierische Angst, dass ihr etwas passiert. Die anderen Figuren in der Geschichte waren toll ausgemalt und durchdacht, selbst der kleine Kapitain, der nur zwei Mal auftaucht, wird in bleibender Erinnerung bleiben und der sagenumwobene Pala´Dhey hat ein bisschen was von den alten Helden, wie Old Firehand oder Robin Hood und damit kriegt man mich nun mal immer *-* Ich muss aber sagen, dass ich nicht SO sehr mitgefiebert habe und mich nicht SO in die Figuren verliebt habe, wie in anderen Büchern. Irgendwie konnten sie mir nicht richtig ans Herz wachsen. Die Welt der Scherben fand ich wahnsinnig spannend! Diese Kleinigkeiten wie Funken, die die Hoffnung sind, verlorenen Gedanken, zerschlagene Träume, unvollendete Geschichten und vergessenen Wünsche, die richtige Gestalten angenommen haben, das war einfach irre. Auch die Entstehung des Bösen, fand ich sehr schön durchdacht und die Geschichte war so traurig, dass man schon fast wieder mitfühlen konnte. Aber das Buch hat sich auch gezogen. Es gibt unglaublich viele Details, das ist einfach der Still der Autorin. Es ist sehr dunkel teilweise, was will man bei einer „Scherbenwelt“ auch viel anderes erwarten. Die Idee der Geschichte, die ganze Handlung, alle Figuren waren wirklich toll. Die Umsetzung hätte ich mir ein klein wenig anders gewünscht, um wirklich volle Punktzahl vergeben zu können. Aber ich habe riesigen Respekt vor der Autorin, die sich all das zusammengereimt hat und bereue es kein bisschen dieses Buch gelesen zu haben! Wahnsinn, wirklich! Es ist ein unglaubliches Konstrukt aus Einzelteilen und so genau beschrieben, als wäre sie selber in der Scherbenwelt gewesen. Was ich nicht hoffe, denn der Gedanke daran, dass die echt sein könnte, wird mich niemals wieder schlafen lassen! Wer eine süße Liebesgeschichte, zeitgenössischen Humor oder glitzernde Leichtigkeit erwartet, ist hier absolut falsch. Das Buch ist eher schwere Kost (gar nicht böse gemeint) mit viel Dunkelheit und einem riesigen Haufen Scherben, Irrungen und Wirrungen. Es gibt eine Liebesgeschichte und viele Heldenmomente, aber die sind nicht im typischen Jugendroman Still. Nach diesem Buch ist man erst mal ein bisschen fertig mit der Welt und ich werde jetzt definitiv etwas Seichteres für mein Herz brauchen *-* Urteil: Das Buch ist definitiv gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden Leser etwas, aber Fans von Gesa Schwartz oder auch Jenny Mai Nuyen werden sich hier wohl fühlen und darum gebe ich der Geschichte gutgemeinte vier Bücher.
Wow
Die Covergestaltung ist richtig gelungen, auch wenn das Äußere des Buchs natürlich für die eigentliche Bewertung außen vor bleibt. Von Gesa Schwartz kenne ich bereits einige Bücher und wie gewohnt ist ihr Schreibstil sehr detailreich. Sie verwendet gerne Vergleiche, um das Gesagte noch deutlicher zu machen. Diese fallen gerne etwas poetisch aus und ziehen sich so manches Mal über mehrere Zeilen. Dennoch wirken sie nie fehl am Platz und tragen die zumeist düstere Atmosphäre. Dennoch hat es die Autorin leider nicht geschafft, ein wirkliches Bild in meinem Kopf entstehen zu lassen. Trotz der vielen Vergleiche und Umschreibungen, waren die Wesen der Scherbenwelt doch irgendwie nicht richtig greifbar für mich. Venedig hingegen ist wirklich traumhaft dargestellt. Die Stadt scheint voller Geheimnisse zu stecken und die malerischen kleinen Gässchen machen richtig Lust darauf, Venedig selbst einmal zu erkunden. Auch mit der Handlung an sich hatte ich doch einige Probleme. Der rote Faden war zu erkennen, dennoch viel es mir sehr schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Es hat wirklich lange gedauert, bis der Funke endlich übergesprungen ist und doch hatte ich zum Ende hin das Gefühl, die zeitweise doch etwas verworrene Story nicht vollkommen erfasst zu haben. Zudem ist das gesamte Tempo der Erzählung doch recht träge, sodass es sich angefühlt hat, als würde man nicht richtig von der Stelle kommen. Milou ist als Hauptprotagonistin wirklich passend für das Buch. Sie ist eine Träumerin, die sich gerne in Büchern verliert und war mir auf Anhieb sympathisch. Auch wenn ihr Onkel es nur ungerne sieht, so hat sie sich ihre kindliche Fantasie doch bewahrt und sieht in jedem Schatten ein neues Abenteuer. Deshalb ist sie auch alles andere als überrascht, als Nív ihr offenbart, dass neben dem Venedig, wie Milou es kennt, noch eine zweite Welt existiert. Das Reich der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche – die Welt der Scherben, aus der auch Nív stammt. Diese ist wirklich komplex und man muss sich vollkommen darauf einlassen, um alle Zusammenhänge erfassen zu können. Nív ist im Gegensatz zu Milou von Anfang an sehr verschlossen und geheimnisvoll. Es ist offensichtlich, dass er ein Geheimnis hütet. Milou fällt es schwer, einen Draht zu ihm aufzubauen, da er ihre Annäherungsversuche abblockt und sich ihr gegenüber sehr kalt verhält. Dennoch ist er immer zur Stelle, wenn sie ihn braucht und gemeinsam versuchen sie die Welt der Scherben vor ihrem Zusammenbruch zu bewahren. Die Beziehung der beiden entwickelt sich sehr langsam und zaghaft, denn eine Liebe zwischen den Welten ist nicht möglich. Keiner kann dauerhaft in der Welt des anderen leben, ohne daran zu zerbrechen. „Herz aus Nacht und Scherben“ ist sicherlich keine ganz leichte Kost und auch nichts für jedermann. Mir hat besonders das Setting in Venedig gefallen, wohingegen die Welt der Scherben für mich doch recht blass geblieben ist. So ganz wollte sich der Zauber der Geschichte bei mir also nicht entfalten, auch wenn das Buch doch viele gute Ansätze bietet!
Wow
komm_mit_ins_bücherwunderland
Zu viele Parallelen… *Ich habe das Gefühl, die Story von der Autorin bereits zu kennen* Bevor ich zu meiner Bewertung des Buches komme sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich zu Beginn dieses Jahres das Buch „Scherben der Dunkelheit“ von der Autorin gelesen habe. Meine Kritik an diesem Buch war der Schreibstil, mit dem ich mich schwer getan habe. Kommen wir nun zu diesem Buch. Ich war wirklich sehr gespannt, da ich das Buch jetzt im 3. Anlauf gelesen habe. Denn irgendwie konnte es mich bis dato einfach nicht so wirklich packen. Ich habe mich dieses Mal aber durchgebissen und bin dran geblieben. Und zunächst wurde ich auch belohnt. Denn die Idee der Geschichte mit den zwei verschiedenen Welten, die mit einander in Verbindung stehen und durch die Milou wandern kann, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Zudem fand ich Milou als Protagonistin auch sehr sympathisch. Sie war durch und durch eine Träumerin, die in der Welt der Menschen irgendwie Fehl am Platz wirkte. Ich habe sie gerne auf ihrem Weg durch das Reich der Scherben begleitet und konnte ihre Entscheidungen, Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Womit ich allerdings meine großen Schwierigkeiten hatte, war die Geschichte an sich. Denn ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde ich „Scherben der Dunkelheit“ ein zweites Mal lesen, nur mit einem etwas anderen Setting. Auch die Namen der beiden Bücher lassen Parallelen bereits erahnen, aber dass sie so groß wären hätte ich dann doch nicht gedacht. Und das hat mir leider ziemlich schnell die Lust am Buch verdorben. Die Figurenkonstellation mit Haupt- und Nebencharakteren war sehr sehr ähnlich, ebenso wie die Grundhandlung, dass ein Mädchen die Welt der Scherben retten muss. Leider waren selbst die Schauplätze in der Scherbenwelt sehr ähnlich, wie das Spiegellabyrinth, eine Tür durch die sie gehen und das Zimmer eines kleinen Jungen. Ich bin ehrlich, dass ich an dieser Stelle wirklich sauer wurde. Und gerade in Anbetracht dessen, dass beide Bücher in darauffolgenden Jahren erschienen sind, hätte ich von der Autorin einfach deutlich mehr Innovationen erwartet. Dass ich quasi eine Geschichte zweimal mit geringen Abweichungen lese fand ich echt richtig blöd. Hinzu kam dann noch der Schreibstil, mit dem ich leider ab dem Zeitpunkt meine Schwierigkeiten hatte, als es in die Welt der Scherben ging. Ich hatte beim Lesen so das Gefühl, dass die Autorin ein sehr gewaltiges Bild vor Augen hatte, dass eher auf eine riesige Kinoleinwand gehört und deshalb in alles Facetten und Nuancen beschrieben werden musste. Einige Leser finden diesen Schreibstil sicherlich sehr poetisch, ich fand ihn leider für meinen Lesefluss eher hinderlich, da für mich damit das Tempo aus der Geschichte rausgenommen wurde. Und da ich ja eh das Gefühl hatte, diese Geschichte bereits zu kennen, machten die vielen ellenlangen Beschreibungen alles für mich noch zäher zu lesen. Mein Fazit: Ich fand die Charaktere in diesem Buch wirklich gelungen, da sie für mich alle sehr sympathisch und sehr gut nachvollziehbar waren. Leider glich für mich die Handlung, die Szenen und auch die Figurenkonstellation zu sehr „Scherben der Dunkelheit“, sodass ich leider sehr enttäuscht wurde, da ich eine neue innovative Idee erwartet hätte. Auch der Schreibstil hat es mir wieder schwer gemacht, zügig durch diese Geschichte zu kommen. Ich denke es hätte mir besser gefallen, wenn ich „Scherben der Dunkelheit“ nicht erst vor kurzem gelesen hätte.
Wow
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