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Fuchs 8 war immer schon neugierig und ein bisschen anders als die anderen Füchse seiner Gruppe. So hat er die menschliche Sprache gelernt, weil er sich gern in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlasen. Die Macht der Worte und Geschichten befeuert seine Neugier auf diese Wesen, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben, und sie finden kaum noch Nahrung. Dem stets belächelten Tagträumer Fuchs 8 bleibt nur eines: Er beschließt, seine Fuchsfamilie zu retten, und macht sich auf den Weg zu den Menschen ...
BIOGRAFIE
George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, erhielt u.a. 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und Spiegel-Bestseller.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
28.10.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783630876207
Sprache
German
Seiten
56
Schlagworte
Gewinner des Man Booker Prize, Witz, Charme, Die Welt retten, Klassiker, Natur und Umwelt, Fabel, Der kleine Prinz, Geschenkbuch, Bestsellerautor
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REZENSIONEN
Bewertet von daslesendesatzzei..., pmelittam und 3 andere
daslesendesatzzeichen
pmelittam
tintenwelten
miss_pageturner
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daslesendesatzzeichen
Fuchs 8 ist, man ahnt es, der achte Fuchs seines Wurfes und er ist nicht nur schlau, er ist superschlau. Fuchs 8 kann nicht nur ‚Füksisch‘ sondern auch ‚Mänsisch‘. Jawoll. Er hat nämlich abends, als er sich an sein Lieblingsmenschenhaus herangeschlichen hat, den Menschen zugehört. Immer und immer wieder. Und irgendwann hat er es kapiert. Fuchs 8 ist aber, wie gesagt, oberschlau und kann sogar schreiben und dies hier ist seine Geschichte. Natürlich kann er nicht ganz so gut schreiben, denn schlussendlich ist er doch immer noch ein Tier, aber man kann ihn verstehen. Und das klingt dann so: Libe Leserinen und Leser:Zuers möchte ich sagen, Entschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks! Und schreibe und buchstabire deshalb nich perfekk. Aber jezz kommt wi ich gelernt hab so gut zu schreiben und buchstabiren wi ich es tue! Wer Kinder hat, den wird die Schreibweise des Fuchses stark an das erinnern, was die lieben Kleinen in ihren ersten Schreibjahren so schön zu Papier bringen. Meine Kinder, denen das wunderbare Glück widerfahren ist, die Lernmethode „Schreiben nach Hören“ erleben zu dürfen, schreiben heute noch zum Teil so. Was sie in der ersten Zeit wieder und wieder so schön verschriftlicht haben, hat sich eingeprägt, herzlichen Glückwunsch! Daher wäre „Fuks“ für „Fuchs“ auch für meine Kinder extrem plausibel. Schön auch Füchsleins Schreibweise „Geroisch“ für Geräusch – auch das kommt mir bekannt vor … Fuchs 8 jedenfalls ist extrem charmant, eloquent und entwaffnend ehrlich. Er schreibt sich alles von der Seele und erzählt auch, dass er natürlich ab und an auch mal ein Huhn oder eine Gans isst, aber das geschieht alles nach Absprache mit den Opfern und die sind dann auch ganz einverstanden – naja, jedenfalls wehren sie sich nicht groß und widersprechen nicht. Das gesamte Buch ist in füksisch-mänsischer Schreibweise gehalten und je länger man liest, desto leichter liest sich das alles. Der kindlich-naive Charme des cleveren Tieres bohrt sich in das Herz des Lesers – und was der Fuchs zu erzählen hat, ist nicht ohne. Was fröhlich und unbeschwert beginnt, wird zunehmend ernsthafter und dramatischer, denn der Fuchs erzählt seine bisherige Lebensgeschichte und die hat es in sich. Fuchs 8 konnte sich, unterm Fenster eines Menschenhauses lauschend, die Sprache der Menschen aneignen, das hilft ihm sehr, denn plötzlich kommen immer mehr Menschen in den Wald. Sie kommen mit großen Fahrzeugen und Geräten, fällen die Bäume und entziehen den Tieren ihre Nahrungsgrundlage. Eine Mall wird gebaut, mitten in der Heimat der Fuchsfamilie. Und da Fuchs 8 neugierig, schlau und schnell ist, muss er handeln, um seine Verwandten vor dem Hungertod zu retten. Aber was ist „Fuchs 8“ nun? Es ist sicherlich kein Kinderbuch, auch wenn es thematisch und von der Form her als solches gedeutet werden könnte. Die wunderschönen Illustrationen von Chelsea Cardinal tun ihr übriges dazu … Der Sprachwitz, dass der Fuks schreibt, wi di Kinda gärn schreiben würdn, entzieht sich dem Kind ja, da es viel zu nah an dem ist, wie das Kind selbst hört und gerne verschriftlichen würde. Das Buch ist bei Erwachsenen und Jugendlichen sicher besser aufgehoben. Doch wie geht man mit der Sprache um? Der Feldversuch im nahen familiären Umfeld ergab, dass es nicht bei allen erwachsenen Verwandten um mich herum gleich gut ankommt, dass Fuks 8 schreibt, wie er schreibt. Mein Mann empfand es schlicht als albern. Der Charme prallte gänzlich an ihm ab. Mich hingegen verzauberte diese Besonderheit, ja der Mut, den George Saunders hier beweist, in dem er seine Hauptperson auf diese Weise erzählen lässt. An dieser Stelle sei auch noch die kongeniale Übersetzungsarbeit von Frank Heibert erwähnt, der die schwierige Aufgabe hatte, diesen Sprachwitz aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche zu transportieren – und ohne das Original zu kennen, wage ich zu sagen, dass ihm das extrem gut gelungen ist. Das Endergebnis jedenfalls ist ein kleines Kunstwerk für sich! Fuchs 8 ist eine moderne Fabel, ein Märchen, vielleicht kann man es sogar eine Parabel nennen. Es ist jedenfalls eine äußerst innovative Idee, den Leser mal wieder zum Nachdenken zu bringen, darüber, was der Mensch so alles zerstört um sich herum in seiner Rolle als Erfinder, Optimierer und Macher … Leseempfehlung!
1 Wow
Fuchs 8 lernt die Menschensprache, indem er zuhört, wie Menschen sich Gute-Nacht-Geschichten erzählen, sogar lesen und schreiben lernt er sie. Als die Menschen den Wald roden, in dem sein Rudel lebt, um dort ein Einkaufszentrum zu bauen, ist dies ein starker Einschnitt, die Füchse haben kaum noch zu essen. Als Fuchs 8 mitbekommt, dass es dort auch etwas zu essen gibt, macht er sich auf, seinem Rudel dort Nahrung zu besorgen. Doch sein Interesse an Menschen wird auf eine sehr harte Probe gestellt. Am Ende schreibt er einen Brief an die Menschen, weil er verstehen möchte, warum jemand, der fähig ist, gute Dinge zu tun, trotzdem so grausam sein kann. Fuchs 8 schloss ich schnell ins Herz, er ist ein bisschen anders als die anderen, aber sehr sympathisch. Das ganze Buch ist in seinem eigenen Schreibstil geschrieben, er schreibt wie man spricht, für den erfahrenen Leser sollte das aber keine große Herausforderung sein, ich empfand es als genialen Kunstgriff des Autors, auch, weil man so immer vor Augen hat, wer hier erzählt. Gibt es zunächst noch einiges zu schmunzeln, übernimmt später Ernst, Trauer und Unverständnis, manches geht einem sehr nahe, vieles ist entlarvend. Gelungen sind in meinen Augen auch die Illustrationen von Chelsea Cardinal, schwarzweiß, die Füchse aber in rot. Das kleine Büchlein erzählt eine Geschichte, die einen schmunzeln lassen, aber auch Tränen in die Augen treiben kann. Ich finde die Idee und die Ausführung genial, vergebe gerne volle Punktzahl und wünsche dem Büchlein viele Leser!
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tintenwelten
Fuchs 8 hat sich schon immer für die Menschen und ihre Geschichten interessiert. Deshalb hat er auch viel Zeit damit verbracht sie heimlich zu belauschen. Dabei hat er sich sogar ihre Sprache aneignen können. Als plötzlich der Wald für ein Einkaufszentrum gerodet wird und seine Familie alles zu verlieren droht, beschließt er etwas dagegen zu unternehmen. Fuchs 8 berichtet wie er die Menschen sieht und vermittelt damit eine wichtige Botschaft. Vielleicht sollten die Menschen nicht immer nur an sich selbst und ihren Profit denken, sondern auch auf ihre Umwelt, die Natur und die Tierwelt achten. Die Menschen können sehr grausam sein, ohne einen Gedanken an die Folgen zu verschwenden. Das Besondere an diesem Buch ist definitiv der Schreibstil. Fuchs 8 selber erzählt die Geschichte und das merkt man. Denn die Wörter sind so geschrieben, wie sie eben klingen. Ein Fuchs ist eben ein Fuchs und kein Genie der Rechtschreibung. Ich fand diese Art und Weise ziemlich gut, auch wenn sie teilweise vielleicht ein bisschen anstrengend war. Es ist definitiv mal was anderes. Für mich ist dieses dünne Büchlein sehr gelungen und überzeugt neben der schonungslosen Erzählung von Fuchs 8 auch durch zahlreiche Illustrationen und ist dennoch irgendwie „süß“ gemacht.
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miss_pageturner
Fuchs 8 zog mit seinem wunderschönen Cover meine Aufmerksamkeit auf sich und der Inhaltstext hörte sich interessant an. Ich erwartete eine Geschichte in Richtung wie "Als die Tiere den Wald verließen" (kennt das noch irgendwer?) Zugegeben, auf die Seitenanzahl hatte ich mal wieder nicht geachtet, doch das war nicht die einzige Überraschung, nein Fuchs 8 war so völlig anders, als ich es mir vorgestellt hatte, eine einzigartige Erfahrung, die ich gern mit euch teile. Dieser Fuks hat uns was zu sagen... Mit dem Aufschlagen des Büchleins erfolgte dann gleich die nächste Überraschung. Denn was wir hier in den Händen halten, ist ein Brief. Ein Brief, den Fuchs 8 höchstpersönlich an uns Menschen schreibt. Nun kann ein Fuchs, selbst wenn er tagelang den Geschichteten der Menschen, versteckt im Gebüsch gelauscht hat und somit Mänschisch gelernt hat, nicht so gut schreiben, immerhin hat er nur nach Gehör unsere Sprache gelernt. Fuchs 8 schreibt, also nach Gehör und da es nun mal sein Brief ist, ist das ganze Büchlein phonetisch geschrieben und das liest sich dann so: "Stellt sich raus was das Geroisch war is die Mänschenstimme wi si Wörter macht. Di hörten sich super an! Di hörten sich an wi schöne Musik! Ich hörte mir dise Musikwörter an bis di Sonne unterging und dann plözzlich dachte ich holla Fuks 8 du verrükkte Nus wenn di Sonne unterget wird di Welt dunkel huschhusch nach Hause sons is Gefar!" (Fuchs 8 von George Saunders, die Rechte der deutschen Ausgabe liegen beim Luchterhand Verlag) Das ist natürlich erstmal gewöhnungsbedürftig. Nach einer Weile, kommt man aber rein und es stört nicht mehr, im Gegenteil, es lässt die ganze Geschichte authentisch wirken. Der Autor tritt hier völlig in den Hintergrund und man hat tatsächlich das Gefühl den Brief eines unschuldigen, fragenden Fuchses zu lesen. Eine großartige Form des Perspektivenwechsels. ...und wir müssen dringend zuhören Doch was will uns Fuks 8 nun mitteilen? Es beginnt scheinbar harmlos. Mit frechen Sprüchen und einem unschuldigem Herzen erzählt Fuchs8 uns von seinem Leben, räumt mit Fabel-Klischees auf und verliert selbst dann noch nichts eine Freundlichkeit und Bewunderung für die Menschen, als diese den Wald der Füchse platt machen um dort ein Shoppingcenter zu bauen. Man kann nicht anders, als diesen liebenswerten Rotpelz ins Herz zuschließen. Und dann kommt die Wende in der Geschichte. Hundertfach verstärkt durch die kindliche Unschuld von Fuchs 8, werden Fuchs und der Leser plötzlich mit einer Grausamkeit konfrontiert, die in ihrer Sinnlosigkeit ihresgleichen sucht. Ich hatte Tränen in den Augen. Ab diesen Zeitpunkt war es kein Kinderbuch mehr, sondern eine herzzerreißende Geschichte über den fatalen Umgang des Menschen mit der Natur. Es ist erstaunlich und in meinen Augen das Zeugnis literarischer Größe, wie Saudners es schafft auf so wenigen Seiten eine so tief berührende Geschichte zu erzählen. Besonders die letzten Worte von Fuchs 8, stimmen nachdenklich: "Wollt ir Mänschen mal ein guten Rad von ein Fuks, der nur ein Fuks is? Weil ich weis jezz, ir Mänschen habt oire Geschichten gern mit ein Heppi Ent? Wenn ir wollt, das oire Geschichten ein Heppi Ent haben, seit einfach mal ein bisschen netter." (Fuchs 8 von George Saunders, die Rechte der deutschen Ausgabe liegen beim Luchterhand Verlag) Zum Schluss möchte ich mit einer Antwort an Fuks 8 enden: Lieber Fuchs 8. Ich wünschte ich könnte dir eine befriedigende Antwort geben, eine Erklärung für dein Leid. Doch leider kann ich das nicht, denn die Wahrheit ist, diejenigen die solch ein Leid verursachen, sind auch für den Rest von uns ein Rätsel. Wir sind ohnmächtig im Angesicht der Grausamkeit, zu der unsere Spezies fähig ist, doch lass mich dir versichern, einige von uns versuchen trotzdem sich der Zerstörung und der Gewalt entgegenzustellen, also verliere bitte nicht die Hoffnung. Fazit: Diese Geschichte will dich mit scheinbarer Naivität und guter Laune einlullen, nur um sich dann mit voller Wucht in dein Herz zu bohren. Fuchs 8 ist anders, Fuchs 8 ist wichtig! Es ist eine Mahnung an die Menschheit und die Menschlichkeit, von der nicht nur Fuchs 8 sich fragt, warum sie uns so oft abhandenkommt. Das Buch regt zum Nachdenken an und ich kann es Jedem nur empfehlen.
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Dieses Buch hat es geschafft, mir mit wenigen Worten das Herz zu brechen. Ganz unbekümmert beginnt die Geschichte über Fuchs 8, sein Rudel und den Menschen, die er so faszinierend findet, dass er ihre Sprache erlernt. Als der heimische Wald jedoch eines Tages einem Einkaufszentrum weichen muss, lernt unser tierischer Protagonist, dass nicht alle Menschen Gutes im Schilde führen. Das Buch wurde als Fuchs 8s Brief an die Menschheit verfasst, in dem er seine Geschichte erzählt, aber auch einiges an Fragen stellt. Der Brief beinhaltet dabei eine abgewandelte Theodizee-Frage an das menschliche Wesen. Wie kann etwas so Wundervolles, dermaßen Mächtiges gleichzeitig so grausam und ungerecht sein? Die Seiten sind gefüllt mit Unverständnis und Schmerz und werden wohl selbst dem abgebrühtesten Leser nahe gehen. Es fällt schwer, etwas über dieses dünne Büchlein zu sagen, ohne zu viel zu verraten, aber mir sind selten Worte so nahe gegangen wie hier. Es ist dabei vor allem die Unschuld des Protagonisten und die beschriebene Desillusionierung, die das Lesen an vielen Stellen unbequem werden lassen. Unbequem, aber eben auch unfassbar gut.
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