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Marmorkuss
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3.5/5
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach - und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt. Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet - der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz - im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen ... In ihrem unvergleichlichen Stil, poetisch und rau zugleich, verwebt Jennifer Benkau, u. a. Autorin von „Himmelsfern", „Dark Canopy" und „Dark Destiny", romantische Fantasy mit einer toughen Thrillerhandlung und erschafft mit dem emanzipierten Dornröschen und ihrem strauchelnden Prinzen ein überaus authentisches Liebespaar.
BIOGRAFIE
Keine Angaben verfügbar

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
14.10.2014
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783839001660
Sprache
German
Seiten
429
Schlagworte
Jugendbuch, All-Age, Bücher für Mädchen, Dornröschen, Unsterblichkeit, Junge Erwachsene, Himmelsfern, Junge Belletristik, Poetik, Romantasy
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REZENSIONEN
Bewertet von tanni888, InkaLeseliebe und 2 andere
tanni888
ingridpabst
hoernchensbuechernest
leselurch
Bisher gefielen mir die Bücher von Jennifer Benkau wirklich gut, aber Marmorkuss war ein totaler Reinfall für mich. Bereits auf den ersten Seiten habe ich den Schreibstil keinesfalls als so spannend wie bei Dark Canopy oder so poetisch wie bei Himmelsfern empfunden. Eher war die ganze Atmosphäre des Buches - Pardon - so richtig "Gossenkinder"-mäßig. Jarno kommt aus etwas ärmeren Verhältnissen und hat daher eine Art Slang, die Dinge zu beschreiben, wie ich ihn gar nicht mochte. Ich verstehe, was die Autorin hier versucht hat aufzubauen, aber in meinen Augen war Jarno dadurch ein richtiger Pöbel. Er fotografiert nicht nur fremde Leute beim küssen, sondern legt stellenweise eine richtig rassistische Haltung gegenüber anderen an den Tag. Die Vorurteile im Buch häufen sich bis zum Ende immer weiter an und haben mir totale Kopfschmerzen bereitet. Alte Frauen sind Zigeuner und wollen die Leute nur bestehlen, dunkelhäutige Menschen bekommen seltsame Namen...ich weiß gar nicht recht, ob mir der besondere Humor am Buch entgangen ist, aber mein Fall war die ganze Ausdrucksweise überhaupt nicht. Ehrlich gesagt, fiel es mir schwer, zu glauben, dass Jennifer Benkau das Buch selber geschrieben haben soll. Ein weiteres Problem hatte ich mit der unglaublich langweiligen Handlung. Ich habe bis mehr als zur Mitte gelesen und es ist einfach kaum etwas passiert. Eine Weile habe ich nicht einmal verstanden, dass es im Buch so eine Art "Zeitunterschied" gibt und Magie und all solche Dinge, die den Figuren dazwischen funken. Im Plot selbst erlebt man davon ehrlich gesagt auch nicht viel. Hin und wieder finden bestimmte Dinge eine Erwähnung, aber die böse Hexe tritt weder in Kraft, noch passiert hinsichtlich der Fantasyelemente etwas Bahnbrechendes. Jarno war für mich ein farbloser Charakter und Klara fand ich mit ihrer Paranoia noch schlimmer. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich mich für ihre Instant-Liebe wenig erwärmen konnte, oder? Ich glaube wirklich, dass dieses Buch extrem Geschmackssache ist. Es gibt so viele wunderbare Meinungen dazu, denen ich mich leider nicht anschließen kann. Zeitweilig stand ich sogar davor, das Buch abzubrechen. Die zweite Hälfte von Marmorkuss gefiel mir dann etwas besser. Genau wie das Ende, dass fast wieder gut war. Leider hat das auch nicht mehr viel für mich herausgerissen. Langatmige Handlung, unsympathische Figuren und das merkwürdige Wirrwarr, das mich oft an meine Grenzen gebracht hat - Eine schöne Märchenneuauflage war das in meinen Augen nicht.
Wow
Inhalt Jarno und Klara leben völlig unterschiedlich: Klara möchte Lehrerin werden, Jarno versucht sich als Lebenskünstler über Wasser zu halten. Auch wenn die beiden scheinbar keine Gemeinsamkeiten haben und nicht einmal in der selben Zeit leben, so werden sie doch magisch voneinander angezogen. Jennifer Benkau bringt das bekannte Märchen von Dornröschen in die Neuzeit, schmückt es aus, macht es modern und erzählt es dabei völlig neu. Wie hat's mir gefallen Jarno, der auf dem Cover als Underdog beschrieben wird, ist ein Versager, wie er im Buche steht. Er ist unpünktlich, schusselig, kann keine Arbeit behalten und trifft immer, aber auch immer die falschen Entscheidungen. Um bei einem Fotowettbewerb endlich den Durchbruch zu schaffen, macht er in einer verlassenen Villa Fotos von der schönen Statue. Klara hält ihre Liebe zu Johan geheim, um weiter ihre Ausbildung als Lehrerin machen zu können. Doch dann taucht eine Dame in Grün auf, die alles verändert. Diese dunkle Bedrohung scheint magischer, als es Klara anfangs glauben mag. Die Begegnung mit der unheimlichen Hexe wird alles für immer auf den Kopf stellen. Viel muss man sicher nicht über den Inhalt sagen. Mädchen wird verzaubert. Prinz rettet Mädchen. Nur leider gibt es in diesem Buch keinen Prinz. Jarno hat so viele Möglichkeiten um zu beweisen, dass er kein Versager ist und immer wieder reitet er sich in sein Schlamassel selbst hinein. Anders als bei anderen Underdogs ist nicht der Zufall sein Feind, sondern er selbst. Er schaut zu oft weg, schafft es nicht seiner Arbeit regelmäßig und pünktlich nachzugehen, schafft es nicht, seine Laster aufzugeben und bekommt sein Leben einfach nicht in den Griff - er ist eben einfach kein Prinz. Leider verändert auch Klara ihn kaum. Ich hätte erwartet, dass er aufblüht und mutig wird, da er seine Liebe verteidigen will. Tatsächlich belügt er Klara, besorgt ihr illegal einen Ausweis und schafft es nicht, sie zu beschützen. Da war ich schon etwas enttäuscht. Gibt es keine Alltagshelden mehr? Wo sind die Prinzen des 21.Jahrhunderts geblieben? Oder hat Klara mit Johan ihre wahre Liebe verloren? Das Thema Liebe kam mir ebenso zu kurz. Man hat das Gefühl, Klara entscheidet sich nur für Jarno, weil er da ist, weil es eben bei Dornröschen so ist. Es gab nur flüchtige Momente zwischen den beiden, die mir zu starr und emotionslos waren. Das Cover hat mich hier eindeutig in die Irre geführt, denn es wirkt so zart und lieblich, mädchenhaft und romantisch, dass ich einfach mit einer Liebesgeschichte gerechnet habe. Somit war ich dann doch enttäuscht, dass es eher um die illegalen Machenschaften von Jarno ging, als um die Rettung von Klara. Der Schreibstil ist hingegen sehr angenehm, da beide Seiten zu Wort kommen. Klara ist sehr zurückhaltend und spricht und denkt sehr altmodisch, was mir sehr gefiel. Jarno hingegen ist eher grob und weniger tiefgängig. Seine Abschnitte gefielen mir nicht so gut. Was ganz besonders ist, sind die Erzählerübergänge, denn Jarno und Klara beenden unbewusst die Sätze des anderen. Das ist wirklich sehr magisch und man hat das Gefühl, die beiden sind schon lange bevor sie sich kennen miteinander verbunden. Leider hält diese Verbundenheit nach dem Kennenlernen nicht mehr an. Ich liebe Märchen und ich steh auch sehr auf moderne Adaptionen von Märchen, aber in diese kam ich einfach nicht rein. Mir war es nicht magisch genug. Auch wenn ich die grüne Dame sehr gut gelungen fand, denn sie ist böse, gebieterisch und erhaben zu gleich, konnte mich Jarno bis zum Schluss nicht überzeugen. Ich hatte auf eine Wendung gewartet: Junge um die Ecke wird zum Prinzen für das Mädchen, das er liebt. Aber leider wuchs Jarno in meinen Augen kaum und es war für mich unklar, ob Klara ihn mag, weil er so ist wie er ist oder weil er eben ihre einzige Bezugsquelle und Kontaktperson war. Schade, hier wurde sehr viel Potential verschenkt, denn die Kapitel scheinen sich manchmal wie Kaugummi zu ziehen, da nicht wirklich etwas passiert. Cover/Buchgestaltung So ein romantisches schönes Cover findet man selten. Es ist sehr mädchen- und märchenhaft und gefällt mir unglaublich gut. Gut zu wissen Endlich mal wieder keine Trilogie, Dilogie oder andere Art einer Fortsetzung. Die Handlung ist beendet, was ich sehr erfrischend fand. Für Fans von * "Vor uns die Nacht" von Bettina Belitz * "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" von Ali Shaw Fazit "Marmorkuss" ähnelt nur in Grundzügen "Dornröschen", denn es gibt keinen Prinzen, was mir persönlich wenig gefiel. Allerdings überzeugt Jennifer Benkau mit einem außergewöhnlichen Schreibstil, der einem bei den vielen weniger spannenden Szenen über die Runden hilft. Wer Märchen abgöttisch liebt, sollte lieber zur Originalfassung greifen und sich daran erfreuen. Bewertung 3/5
Wow
hoernchensbuechernest
Jarnos Leidenschaft und sein Hobby ist die Fotografie. Er möchte unbedingt richtiges Geld mit seinen Fotos verdienen und sein Hobby zum Beruf machen, was in seiner Heimatstadt allerdings äußerst schwierig ist. Daher versucht er über einen Fotowettbewerb an eine Ausbildungsstelle als Fotograf zu kommen. Auf der Jagd nach dem perfekten Foto gerät er in eine alte Villa, in der die wunderschöne Statur einer Frau steht. Durch eine Fügung des Schicksals kommt es dazu, dass er sie küsst. Mehr als erstaunt ist Jarno darüber, als plötzlich die Statur nicht mehr da ist und vor ihm eine geheimnisvolle Frau steht. Klara lebt im 19. Jahrhundert und ihr großer Wunsch ist es Lehrerin zu werden. Zu diesem Zeitalter ist dies durchaus möglich, allerdings darf sie dann nicht ihren Verlobten Johan heiraten. Klara fühlt sich zwischen zwei Wünschen hin und hergerissen. Eines Tages jedoch taucht eine Unbekannte auf, die mit aller Macht versucht Klaras Leben und ihre Liebe zu Johan zu zerstören. Ich hatte ein wenig Angst vor dem Buch, da ich eine total dominante Liebesgeschichte erwartet habe. Von daher war ich überrascht und richtig erfreut darüber, dass die Autorin sich viel Zeit bei der Erzählung von sowohl Jarnos wie auch Klaras Geschichte nimmt. Die beiden stoßen erst gut bei der Hälfte des Buches aufeinander. Von daher hat man als Leser viel Zeit jeden für sich kennenzulernen. Man wird gefühlvoll und langsam in die jeweiligen Leben hineinversetzt. Auch nach dem ersten Aufeinandertreffen von Jarno und Klara geht die Geschichte ruhig weiter. Bei der Entstehung der Beziehung der beiden nimmt sich die Autorin ebenfalls viel Zeit und es wird nichts überhastet. Ich mochte diese langsamen Annäherungsversuche sehr. Die Perspektivwechsel zwischen Jarno und Klara erlauben es dem Leser in die Gedankenwelt der beiden einzutauchen. Ab und an erleben wir die Geschichte auch aus der Sicht der Hexe Elise. Die Klaras altes Leben so gehörig auf den Kopf gestellt hat. Ich für meinen Teil bin sehr viel lieber in Klaras als in Jarnos Geschichte eingetaucht. Jarnos Jagd nach dem perfekten Foto war für mich teilweise eher langweilig, auch wenn versucht wird die Geschichte dadurch aufzupeppen, dass Jarno in kriminelle Machenschaften hineingezogen wird. Klaras Geschichte hingegen war schon alleine aufgrund der Zeit zu der sie gelebt hat furchtbar spannend. Nachdem Klara nach ihrem 111-jährigen Schlaf erwacht steht ihre Welt Kopf. Es ist interessant mitzuverfolgen wie die Eindrücke der neuen Welt auf sie wirken. Vieles ist total unwirklich für Klara. Förmlich erschlagen von all diesen Eindrücken kommt es dann natürlich zu ein paar witzigen Situationen oder Dialogen. Was mich bei diesem Buch überzeugen konnte ist, dass beide Handlungsstränge am Ende nahtlos ineinander überlaufen und in einem packenden Finale enden. Das Ende an sich passt wunderbar zum Rest der Geschichte und hat mich zufrieden zurückgelassen. Fazit: Jennifer Benkau hat hier eine außergewöhnliche und besondere Märchenadaption geschaffen, der man auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht, dass es sich um eine handelt. Der Leser wird langsam und mit einem genialen Schreibstil in die Welt von Jarno und Klara eingeführt. Einzig die etwas fehlende Spannung und Jarnos Geschichte (die mich nicht ganz überzeugen konnte) haben meinen Lesespaß ein wenig getrübt. Von mir bekommt „Marmorkuss“ gute 4 von 5 Hörnchen.
Wow
Simone Scamander
Worum geht's? Jarnos größter Traum ist es, Fotograf zu werden. Bisher sind seine Fotos allerdings nichts als eine brotlose Kunst. Um das zu ändern und aus seiner Leidenschaft endlich einen Beruf zu machen, möchte er an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem Jarno einen Ausbildungsplatz als Fotograf gewinnen kann. Das Thema: Sehnsucht nach Wärme. In einer alten, verkommenen Villa findet Jarno das perfekte Motiv: ein wunderschönes Marmormädchen, in das er sich beinahe ein bisschen verliebt. Als es durch einen kleinen Unfall zu einem Kuss zwischen den beiden kommt, geschieht jedoch das Unfassbare. Das Marmormädchen ist verschwunden. Stattdessen taucht eine junge Frau auf, lebendig und aus Fleisch und Blut, die der Statue zum Verwechseln ähnlich sieht. Ihr Name ist Klara. Wie Jarno hat sie einen großen Traum. Und sie hat 111 Jahre geschlafen. Meine Meinung: Mit Märchenadaptionen kriegt man mich immer – und wenn sie dann sogar noch von einer so talentierten Autorin wie Jennifer Benkau geschrieben wurde, dann muss die Geschichte einfach großartig sein! In „Marmorkuss“ nimmt sich die deutsche Autorin dem Märchen von „Dornröschen“ an und versetzt es in die heutige Zeit. Im Jahre 2014 findet das Geschehen statt, in welchem der rastlose Jarno auf der Suche nach dem perfekten Foto ein wunderschönes Marmormädchen findet, hinter dem natürlich viel mehr als eine kalte Statue steckt. Jennifer Benkau hat sich aus dem klassischen „Dornröschen“ nur wenige, wenn auch prägnante Elemente für ihre Geschichte übernommen und eine Adaption geschrieben, die mit einer Prise Magie und viel Authentizität begeistert. Jennifer Benkau spielt in „Marmorkuss“ mit ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sie switcht nicht einfach bloß zwischen ihren Protagonisten Jarno und Klara hin und her, sondern tut dies auf eine ganz besondere Art und Weise, die mir so tatsächlich noch nie begegnet ist: Im ersten Teil der Geschichte, in dem Jarno im Jetzt und Klara in der Vergangenheit vorgestellt werden, beendet die Autorin Szenen des einen Charakters mit offenen Satzanfängen, die der jeweils andere zu Beginn seines Auftritts daraufhin zu Ende führt. Auf diese Weise werden Jarnos und Klaras Geschichten miteinander verknüpft, obwohl sie beide noch in ganz unterschiedlichen Zeiten stecken. Eine geniale Idee, die von Anfang an eine fesselnde Atmosphäre erzeugt! Mit dem zweiten Abschnitt des Romans fällt dieser geschickte Satz- und Szenenwechsel zwar leider aus der Geschichte, aber Jennifer Benkau wäre nicht die geniale Autorin, die sie ist, wenn dies ein erhebliches Loch in die Atmosphäre der Geschichte reißen würde. Mit ihrem großartigen und einzigartigen Schreibstil schafft es die Autorin immer wieder, mich voll und ganz in ihre Geschichten abtauchen und von den verstrickten Handlungssträngen mitreißen zu lassen. „Marmorkuss“ bildet da keine Ausnahme. Auch diesmal habe ich mit wachsender Begeisterung an den Seiten geklebt und mich von der romantisch-realistischen Geschichte verzaubern lassen. Dabei ist „Marmorkuss“ doch irgendwie anders als Benkaus andere Romane. Hier geht es wesentlich ruhiger zu. Trotz der prekären und kriminellen Themen ist die Geschichte von Jarno und Klara sehr zaghaft, beinahe still. Ein etwas anderer Stil, als man ihn von der Autorin gewöhnt ist, für mich aber ein weiterer Beweis für Jennifer Benkaus Talent! Jarno, der erfolglose, wenn auch begabte Fotograf, ist der männliche Hauptcharakter des Romans. Er hat das Herz am rechten Fleck, aber leider kein Geld, was ihn so manches Mal in schwierige Situationen bringt – und ihn später sogar in gefährliche Machenschaften verwickelt. Er steht im ständigen Konflikt, das Richtige tun zu wollen, aber auch das nötige Kleingeld zu verdienen, um am Monatsende seine Miete zahlen zu können. Seine Leidenschaft, das Fotografieren, ist für Jarno leider eine brotlose Kunst, macht ihn dafür aber zu einem wirklich interessanten Charakter. Mit seinen Ecken und Kanten und seiner Rolle als „etwas anderer Märchenprinz“ hat sich Jarno schnell den Platz als mein persönliches Highlight an „Marmorkuss“ geschnappt. Klara dagegen, das Dornröschen aus der Vergangenheit, weiß ganz genau, was sie will. Schon für das 19. Jahrhundert, aus dem sie stammt, war sie eine sehr toughe und mutige junge Frau, die sich für ihre Träume einsetzte. Der große Zeitsprung in das Jahr 2014 hat Klara verständlicherweise wieder etwas unsicherer und zurückhaltender werden lassen, aber auch hier ist sie im Großen und Ganzen eine starke und interessante Persönlichkeit. Sie auf ihren Entdeckungstouren durch die neue Zeit zu begleiten ist äußerst amüsant und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht! Ihr Verhalten, ihre Art zu sprechen, ihre Fragen – Klara ist einfach herrlich! So stark die beiden Protagonisten von „Marmorkuss“ sind, so schwach sind allerdings die Nebencharaktere. Bis auf Jarnos Mitbewohnerin Seval gibt es eigentlich kaum eine Figur, die man näher kennenlernen darf. Sei es Jarnos Familie, die mit einigen Problemen zu kämpfen hat, sein bester Freund Ben oder auch die böse Hexe Elise. Vor allem von letzterer habe ich mir doch viel mehr erwartet. Als Antagonistin der Geschichte, als magische Gegenspielerin, hätte ich sie gerne häufiger in Erscheinung treten sehen. Sie ist als Charakter zwar nicht blass – man erfährt sehr wohl, welche Absichten sie verfolgt, welcher Typ Mensch sie ist -, aber recht eintönig und zu „typisch Hexe“. Hier hätte Jennifer Benkau sicherlich noch ein wenig mehr herausholen können. Fazit: Großartig und genial, wie man es von einem Benkau-Roman erwartet, und doch ganz anders: Mit ihrem neuen Einzelband „Marmorkuss“ hat Jennifer Benkau eine zauberhafte Geschichte geschrieben, in dem sie das klassische „Dornröschen“-Märchen auf moderne und realistische Weise in die heutige Zeit versetzt. Zusammen mit dem erfolglosen Jarno, der so gar nicht dem typischen Prinzen-Klischee entspricht, und dem starken „Dornröschen“ Klara erlebt man ein eigenwilliges Abenteuer voller ruhiger und romantischer Momente in einer gefährlichen Welt. Denn während Jarno tiefer in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, als es ihm lieb ist, muss sich auch Klara Gefahren aus ihrer Vergangenheit stellen. „Marmorkuss“ ist stiller als Jennifer Benkaus andere Romane, aber für Fans von Benkaus einzigartigem Stil dennoch ein Muss! Für „Marmorkuss“ von Jennifer Benkau vergebe ich 4 Lurche.
Wow
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