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Katharina Fiona Bode

Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

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ZUSAMMENFASSUNG
Das Abenteuer beginnt! Bismarcks Berlin wie es niemand kennt. Biolonische Erfindungen prägen das Leben. Pickatoren rattern durch die Straßen, deren Bürgersteige partiell von Glasplatten ersetzt wurden, mechanische Krebse setzen über die Spree, und der Ausbau des Klangkugelkommunikators soll das Stadtbild für immer verändern. Kann es bloßer Zufall sein, der Erasmus Emmerich und seine Qualmfee immer wieder auf die richtige Spur führt? Oder hat das Universum seine Finger im Spiel, wenn eine Mordserie an Trollverbrechern das Kopfsteinpflaster erschüttert? Die Polizei tappt im Dunkeln, als eine verschleierte Fremde aufkreuzt und für Verwirrung sorgt, während Marie selbst unter Verdacht gerät. Kann Frau Oppenheimers Mäusemantel Licht ins Dunkel bringen oder liegt die Antwort an Bord des U-Boot-Wal Kolosses Wobbly Dick? Wenn keiner mehr weiß, wohin die Reise führt, ist man in der Welt von Erasmus Emmerich und vielleicht schon unterwegs in die Vergangenheit.
BIOGRAFIE
Katharina F. Bode wurde 1990 in einem Sauerländer Kreißsaal geboren. Gegenwärtig teilt sie sich eine Wohnbibliothek mit ihrem Freund, dem Bilingu-Aal Wordsworth Weirdworld und der flauschigen Teddyhamsterkugel Mo. Nach ihrem BA-Abschluss in Kunstgeschichte und Komparatistik (falls es nicht doch in Hyperspace-routeplanung war) absolvierte sie kürzlich den Master in Teddybärologie (oder Literaturwissenschaft?). Sie kann sich noch ziemlich genau daran erinnern, bereits vor ihrer Geburt Geschichten geschrieben zu haben ... naja, fast.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
01.08.2016
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783945045046
Sprache
German
Seiten
259
Schlagworte
Urban Fantasy, Steamfantasy, Ermittler, Dark Fantasy, Fantasy, Krimi, Clockwork, Steampunk, Qualmfee, Contemporary Fantasy, Historical Fantasy
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REZENSIONEN
Bewertet von phantastische_flu...
phantastische_fluchten
phantastische_fluchten
Trolle sind nicht gerade erwünschte oder beliebte Zeitgenossen. Aber das jemand hingeht und diese Wesen meuchelt und dann noch versucht, diese Morde der Qualmfee in die Schuhe zu schieben, das geht nun gar nicht. Erasmus Emmerich, Erfinder und Detektiv ( oder in anderer Reihenfolge) begibt sich zusammen mit Zinoberius III und Pickator auf Spurensuche um die Unschuld seiner Freundin zu beweisen und den wahren Übeltäter ausfindig zu machen. Kommentar: Bevor in die eigentliche Geschichte eingestiegen wird, kommt Archibald Leach zu Wort. In einer schier ausweglosen Situation erzählt er seiner treuen, schlagkräftigen Begleiterin Sarah Goldberg die Geschichte des Messing Türknaufs, in der Erasmus Emmerich auf Grund einer winzigen Kleinigkeit auf die Spuren eines genialen Verbrechers kommt. Und als ihre Situation sich eher noch verschlimmbessert, lässt Archibald Leach noch die Geschichte vom zinnoberroten Zinnsoldaten folgen. Genug Ablenkung die Sarah, die derweil versucht, ein kompliziertes Schloss zu knacken. Für ihre genialen Fähigkeiten natürlich ein Klacks. Markus Cremer und Katharina Fiona Bode scheinen sich zu kennen und zu mögen, was aus den Vorworten leicht zu erlesen ist. Beide bedienen das Genre Steampunk und Erasmus Emmerich findet ebenfalls einen Platz in den Abenteuern des Archibald Leach. Eine schöne und spannende Verknüpfung, die sehr unterhaltsam ist. Ich habe zuerst das Buch von Markus Cremer gelesen aber die Hinweise auf Erasmus Emmerich machten neugierig auf dessen Abenteuer . Der begnadete aber verkannte Erfinder und die Qualmfee sind ein perfektes Team. Er immerzu mit dem Kopf in der Luft, den Banalitäten und Anforderungen des Alltags gegenüber völlig immun. Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden ( natürlich nicht in ihrer Qualmform) immerzu bedacht, ihren Freund zu beschützen. Als sie unter Verdacht gerät, die Trollmorde begangen zu haben, begibt sie sich zusammen mit Zinbi auf die Fährte der wahren Mörderin, im festen Glauben, dass der Erfinder an ihre Schuld glaubt. Da verkennt sie aber den genialen Detektiv, der schon längst ahnt, wer für die Morde verantwortlich ist und davon ausgeht, dass alle Mitmenschen ebensolche Schlussfolgerungen zu ziehen in der Lage sind wie er. Neben Erasmus Emmerich und der Qualmfee Marie bevölkern noch einige andere skurrile Figuren diese außergewöhnliche Erzählung. Zinoberius III, kurz genannt Zinbi und der Pickator ohne Namen (warum hat er keinen Namen?) sind die treuen Begleiter des Ermittlerduos. Frau Oppenheimer und ihre Katzen sind nicht ganz unbeteiligt an der Lösung des Falles . Und Friedolin Kupferich, ehemals Erfinder und Maler, jetzt nur noch Maler, ist ebenfalls in die Angelegenheit involviert. Sowohl Archibald Leach als auch Erasmus Emmerich sind blind gegenüber weiblichen Verführungskünsten und immun gegen Flirtversuche. Madame Mallarmé zieht alle weiblichen Register um Erasmus um den Finger zu wickeln. Es ist sehr amüsant zu lesen, wie ihre unendlichen Versuche immer wieder missverstanden und falsch interpretiert werden. Markus Cremer erwähnt in seinem Vorwort, dass Katharina Fiona Bode "schon morgens mit einer Packung Wortspielen gurgelt." Auch mit Methapern spart sie nicht und ihre Wortschöpfungen wie "Tassternoster" sind sehr treffend. Hier einige Beispiele Seite 67: "Sieh doch mal einer schau, was haben wir denn hier?" Emmerich nestelte einen kleinen eckigen Gegenstand aus der letzten zu reinigenden Ritze des Wappens und hielt ihn zwischen gespreiztem Zeigefinger und Daumen in den einzelnen Strahl, den die Sonne durch eine Schwachstelle entsandte, die sie beim Abtasten der Wolkendecke gefunden haben musste." Seite 168: "Ein scharfes Zischen durchschnitt die Stille um diese Prävogelsingstunde und drang durch Zinbis Gehör bis in seine Zahnwurzeln. Die leiteten den Impuls des Klapperns sofort an ihre Kaustämme weiter, bis ein schrilles Gackern sie in Ermangelung der Fähigkeit in Ohnmacht zu fallen, abrupt zum Stillstand brachte" Seite 187: Anschließend folgte sie tatsächlich nach und wurde Zeugin von Emmerichs nächstem Streich, der ihre Befürchtungen als schlichte Untertreibung auf der Besorgnisskala enttarnte und selbst ihre Experiment erprobten Ängste das Fürchten lehren sollte. Zugegeben, später würde die Qualmfee denken, dass diese Ausdrücke übertrieben waren, aber wen interessierte schon nüchterner Realismus?" Anhand dieser Beispiele kann man erkennen, dass die Autorin wohl tatsächlich sehr kreativ und fantasievoll zu schreiben vermag. Ich muss allerdings gestehen, dass mir manche Sätze zu verdrechselt waren und ich tatsächlich ab und an den Faden verloren habe, was ist dem Lesefluss sehr abträglich war. Natürlich machen diese Formulierungen den Reiz des Romans aus und sie sind wirklich außergewöhnlich aber manchmal ist es einfach des Guten zu viel. Mein beschränkter Verstand konnte mit den geistigen Höhenflügen der Autorin nicht mehr mithalten und blieb dem Trivialen verhaftet, statt dem Außergewöhnlichen folgen zu können. Der Leser bleibt an den einzelnen Sätzen hängen, liest sie mehrmals, um deren verschlungenem Sinn zu folgen und verliert somit das Gesamtbild aus den Augen. Daher ist es eventuell sinnvoll, den Roman ein zweites Mal zu lesen. Spaß macht es sicher und wer weiß, man als Leser noch entdeckt. Alles in allem fällt es mir schwer, das Buch ehrlich zu bewerten. Sprachlich ist die Autorin eine wahre Künstlerin, die es an Wortwitz nicht fehlen lässt. Nichtsdestotrotz haben mir die burschikose Sarah Goldberg und Archibald Leach eher zugesagt. Letztendlich bleibt es aber jedem selber überlassen, am besten, man liest einfach beide Bücher und hat viel Spaß.
Wow
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