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Karsten Dusse

Achtsam morden

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ZUSAMMENFASSUNG
Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die etwas aus den Fugen geratene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Denn Björn ist ein erfolgreicher Anwalt und hat dementsprechend sehr wenig Zeit für seine Familie. Der Kurs trägt tatsächlich Früchte und Björn kann das Gelernte sogar in seinen Job integrieren, allerdings nicht ganz auf die erwartete Weise. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Großkrimineller, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um - und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit. Achtsam morden ist die Geschichte eines bewussten und entschleunigten Mordes, der längst überfällige Schulterschluss zwischen Achtsamkeitsratgeber und Krimi, vor allem aber ein origineller Unterhaltungsroman. >
BIOGRAFIE
Karsten Dusse ist Rechtsanwalt und seit Jahren als Autor für Fernsehformate tätig. Seine Arbeit wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis und mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet sowie für den Grimme-Preis nominiert. 2019 wurde sein Debütroman Achtsam morden zum Bestseller.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
10.06.2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783453439689
Sprache
German
Seiten
416
Schlagworte
Jan Böhmermann, Wolf Haas, Krimikomödie, Achtsamkeit, Unterhaltungsroman, Adolf-Grimme-Preis, Debut, Humor
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von hapedah, wandanoir und 3 andere
hapedah
wandanoir
a_court_of_books_and_more
gwyn
travlinbone_nika
Björn Diemel ist erfolgreicher Anwalt in einer renommierten Kanzlei, doch dafür musste er alle einstigen Ideale aus der Zeit seines Jurastudiums in den Wind schreiben. Weil er kaum noch Zeit für seine Familie hat, droht Björns Ehe zu zerbrechen, um seine Tochter nicht zu verlieren, lässt er sich von seiner Frau zu einem Achtsamkeitsseminar drängen. Und die Lehren von Achtsamkeits-Guru Joschka Breitner fallen auf fruchtbaren Boden, Björn gelingt es, innere Ruhe zu finden und bewusst Zeit für Töchterchen Emily frei zu halten. Als aber sein Hauptmandant, der Großkriminelle Dragan, in ein Vater-Tochter-Wochenende hinein platzt, regelt Björn die Situation ganz achtsam - was Dragan leider nicht überlebt. Damit muss sich der smarte Anwalt einem ganzen Haufen neuer Probleme stellen, wobei ihm die Achtsamkeits-Regeln eines Ratgebers von Joschka Breitner immer wieder behilflich sind. "Achtsam morden" von Karsten Dusse ist eine herrlich skurrile Geschichte, die vor schwarzem Humor nur so trieft. Das muss man mögen, um dieses Buch genießen zu können, ich habe festgestellt, dass ich es sehr mag. Mehr als einmal habe ich meine Familie irritiert, indem ich beim Lesen plötzlich laut losgelacht habe und manchmal gar nicht wieder damit aufhören konnte. Zugegeben, die Szene, in der Björn Dragans Leiche entsorgt, ist nichts für schwache Mägen, dennoch begleitet der Leser den Anwalt danach ruhig und in achtsamer Gelassenheit nach Hause. Aus Björn Diemels Sicht geschrieben, führt die Handlung den Leser durch bizarre Situationen, die dabei durch die locker-entspannte Schreibweise völlig logisch und nachvollziehbar erscheinen. Auch gesellschaftliche Kritik wird mit einer guten Portion Ironie dargestellt und obwohl Björn mehrfach mordet, damit also eigentlich negativ behaftet sein sollte, ist er ein sehr sympathischer Protagonist, mit dem ich beim Lesen automatisch mit gefiebert und geatmet habe. Jedem Kapitel sind einige Zeilen aus dem Achtsamkeitsratgeber des Joschka Breitner voran gestellt, auf die Björn dann im Lauf des Abschnitts zurück greifen kann, auch der Leser kann einiges über Achtsamkeit lernen. Als typischen Krimi kann man dieses Buch nicht bezeichnen, das hatte ich anhand des Klappentextes aber auch nicht erwartet. Wer schwarzen Humor und feine Ironie mag, wird bei dieser Geschichte voll auf seine Kosten kommen, ich habe mich beim Lesen jedenfalls königlich amüsiert und spreche gerne eine Leseempfehlung aus. Der Folgeband "Das Kind in mir will achtsam morden" liegt schon bereit, ich freue mich sehr darauf, weitere skurrile Situationen an der Seite von Björn Diemel zu erleben. Fazit: Trotz mehrerer Morde ist das Buch kein typischer Krimi, die Geschichte ist herrlich skurril und bietet jede Menge rabenschwarzen Humor. Ich habe mich beim Lesen ungemein amüsiert und gebe gern eine Leseempfehlung.
Wow
Dusses Protagonist ist Fachanwalt für Strafrecht und Wirtschaft. Der Herr Anwalt Björn ist bei einer renommierten Kanzlei angestellt, die ihn für die alleinige Betreuung eines Mafiosibosses abgestellt hat. Dieser Mafioso namens Dragan macht eine Menge Arbeit und hält unseren Herrn Anwalt Tag und Nacht auf Trab. So langsam ruiniert ihm dies sein Familienleben. Wie Björn sich aus der brachialen Umklammerung seines Mandanten befreit, und wie ihm die Achtsamkeitslehre eines gewissen Joschka Breitner dazu verhilft, das stellt Karsten Dusse höchst vergnüglich zu lesen, auf ca. 400 Seiten, die wie im Nu dahinfliegen, vor. Dusse ist äußerst lakonisch. Zynisch. Lustig. Gemein und ironisch. Manchmal leise. Das muss man mögen. Meiner Meinung nach trägt der Witz, wie die Achtsamkeit Björns Leitfaden im Privaten wie im Beruf wird, tatsächlich durch den gesamten Roman. Manchmal hätte man sich weniger brutale Lösungen vorstellen können. Ganz gewiß hätte man sich weniger Gewalt vorstellen können. Doch eines ist klar: Wer sich einmal mit Mafiosi einläßt und sein Geld mit ihnen verdient, auf den färben auch deren Methoden ab. Der Herr Rechtsanwalt ist unter seiner bürgerlichen Tünche ein vielleicht noch größeres Asshole als alle anderen zusammen. Fazit: Trotz kleinerer Mängel mochte ich die Idee Dusses sehr. Message: Man kann alles missbrauchen, wenn man es auf die Spitze treibt. Wer im Dreck badet, wird dreckig. Kategorie: Krimi // Verlag: Heyne, 2019
1 Wow
Die Gestaltung Das Cover passt gut zum Inhalt, finde ich. Es gibt zwar keine direkten Anspielungen auf das Steinmännchen, aber es lässt doch das wackelige Gebilde erkennen, auf dem Björn sich mit fortschreitender Handlung immer weiter bewegt. Im Inneren habe ich ebenfalls nichts an der Gestaltung auszusetzen. Die Zitate am Anfang der Kapitel sind in einer anderen Schriftart gedruckt, was sie schön hervorhebt, und ansonsten ist alles auch sehr schlicht gehalten, wie man es bei Thrillern eben kennt. Der Erzählstil Schon nach der ersten Seite war ich völlig in die Geschichte von Strafverteidiger Björn Diemel eingetaucht, was unter anderem an dem flüssigen, humorvollen Schreibstil von Karsten Dusse lag. Ein bisschen erinnert mich seine Art zu schreiben an die von Sebastian Fitzek, wenn Karsten Dusse auch weitaus sarkastischer mit vielen Themen umgeht. Trotzdem bin ich nur so durch das Buch geflogen. Nur zwischendurch war der ein oder andere Tippfehler drin, den die meisten wahrscheinlich überlesen hätten, aber ihr kennt mich ja mittlerweile ganz gut und wisst, dass ich dabei sehr pingelig bin. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel, das ist einfach meine Art. Die Handlung Jedes Kapitel wird mit einer Achtsamkeitsregel von Björns Achtsamkeits-Guru eingeleitet. Die jeweiligen „Regeln“ stehen in direktem Bezug zum dazugehörigen Kapitel, woraus eine geniale, aber auch genauso gestörte Geschichte entsteht. Das Wort „gestört“ werde ich von jetzt an wahrscheinlich immer mit diesem Buch assoziieren, denn es ist wirklich so, und das nicht im negativen Sinne. Ich lese am liebsten Psychothriller, die gestört sind. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob „Psychothriller“ wirklich die richtige Bezeichnung für dieses Buch ist. Eigentlich schon, weil aus der Sicht des Mörders erzählt wird, und weil die Details manchmal ziemlich realistisch beschrieben werden, andererseits lebt das Buch aber auch nicht von Spannung und Action, sondern vielmehr von Neugierde und Nervenkitzel. Gleich auf der ersten Seite wird das Buch daher als „Entschleunigter Kriminalroman“ bezeichnet, was ganz gut zusammenfasst, was ich nicht so gut mit eigenen Worten ausdrücken kann. Aber zurück zu den einleitenden Zitaten aus dem Achtsamkeits-Ratgeber, den Björn immer mit sich herumschleppt. Die Idee an sich fand ich ganz nett und auch irgendwie originell, aber da in dem dazugehörigen Kapitel das gleiche Zitat noch mal im selben Wortlaut wiederholt wird, habe ich diese Fünf- bis Achtzeiler dann irgendwann nur noch übersprungen, weil ich ja schon wusste, was dort steht. Gleichzeitig werden dem Leser aber auch die Prinzipien der Achtsamkeit und des autogenen Trainings nähergebracht. Also kann ich trotz der ganzen „Gestörtheit“ (ich weiß, dass es dieses Wort nicht gibt) des Buches mit gutem Gewissen sagen, dass ich etwas dazugelernt habe. Vielleicht hört sich das, was ich hier geschrieben habe, für euch völlig skurril und verrückt an. Und das ist es auch. Doch dieser herrliche Humor, den Karsten Dusse in das Buch mit hat einfließen lassen, hat auch so einige Male dafür gesorgt, dass ich grinsen musste. Wenn ich schon von mir selbst behaupte, schwarzen Humor zu haben, dann toppt Karsten Dusse den noch mal um ein Vielfaches. Natürlich ist das Buch mit der darin enthaltenen Geschichte nicht absolut realistisch. Sie ist schon sehr überspitzt dargestellt, aber genau das macht „Achtsam morden“ auch aus, weshalb ich hier nicht äher darauf eingehen will. Ursprünglich dachte ich nicht, dass diese Art von Buch etwas für mich ist, doch jetzt wurde ich eines Besseren belehrt. Die Charaktere Mich hat der Protagonist Björn Diemel sehr an meinen Vater erinnert. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, weil mein Vater (hoffentlich) kein achtsamer Mörder ist, aber vom Sinn für Humor her gesehen hätten einige Bemerkungen auch von meinem Vater kommen können. Ansonsten waren die Charaktere aber natürlich nicht sonderlich tiefgründig ausgearbeitet, wie man es aus Thrillern eigentlich auch schon gewohnt ist. Ich glaube, das gehört zum Genre dazu, wobei ich schon auch ein bisschen mehr über die Vergangenheit von Björn erfahren hätte, um mich noch ein bisschen mehr in ihn hineinversetzen zu können. Fazit Ich bin sehr positiv überrascht von „Achtsam morden“. Das Buch hat mich wirklich geflasht und ich kann es ausnahmslos jedem empfehlen, auch wenn man vielleicht noch dran zweifelt, ob das Buch etwas für einen ist. Den zweiten Teil, „Das Kind in mir will achtsam morden“, habe ich über das Bloggerportal angefragt, und die Zusage kam vor ein paar Tagen, weshalb ich mich jetzt sehr darauf freue, bald weiterzulesen.
Wow
«Wenn Sie vor einer Tür stehen und warten, stehen Sie vor einer Tür und warten. Wenn Sie sich mit Ihrer Frau streiten, streiten Sie sich mit Ihrer Frau. Das ist Achtsamkeit. Wenn Sie vor einer Tür stehen und warten und die Wartezeit dazu nutzen, sich in Gedanken zusätzlich noch mit Ihrer Frau zu streiten – dann ist das nicht Achtsamkeit. Dann ist das einfach nur blöde.» (JOSCHKA BREITNER)» Zunächst einmal Bravo für diese Crimestory, weil sie völlig anders ist, als alles, was man kennt! Humor ist Geschmacksache – gerade hier scheiden die Geister. Meinen Humor hat Karsten Dusse voll getroffen, ich habe mich mit diesem Roman königlich amüsiert. «Was mich bis heute an meinem ersten Mord so mit Freude erfüllt, ist der Umstand, dass ich dabei so wertungsfrei und liebevoll den Moment genießen konnte.» Björn Diemel ist ein geschmeidiger, narzisstischer Anwalt, eine ziemliche Drecksau der feinen, freundlichen Art, der die Geschäfte eines Clans vertritt, bzw. dessen Oberhaupt. Nach seinem bravourösen Studienabschluss landete er in einer renommierten Kanzlei – Traumjob eines jeden Juraabsolventen – mit dem Ziel, irgendwann einmal Partner zu werden. Als Jüngster bekommt er den Arschlochklienten Dragan zugeteilt, ein brutaler, hirnloser Großkrimineller. Für Diemel ein Vollzeitjob, denn die Verteilung der Konten, Geldwäsche und sonstige ständige Ärgernisse mit seinem Mandanten halten ihn auf Trab. Und weil er für Dragan springen muss, wann immer der das für nötig hält, bleibt dabei nicht viel Zeit für seine Familie übrig. So stellt seine Frau ein Ultimatum: Diemel muss ein Achtsamkeitsseminar besuchen, um seine Work-Life-Balance in den Griff zu bekommen. So lernt er etwas über Zeitinseln, digitales Fasten oder Single Tasking. «Mein erster Mandant war ein Typ, der vorher noch nie von der Kanzlei vertreten worden war. Der Anwalts-Neuling bekam den Mandanten-Neuling zugeteilt. Der Mandant war Dragan Sergowicz, … Dabei war der Begriff ‹zwielichtig› für die Art von Dragans Geschäften stark untertrieben. Das Rotlicht, in dem er tätig war, blendete stärker als der Blitz einer Radarfalle, die einen mit hundertdreißig Sachen in einer Dreißiger-Zone erwischte.» Diemel zitiert laufend Passagen aus Joschka Breitners Werk «Entschleunigt auf der Überholspur – Achtsamkeit für Führungskräfte», das er von selbigem Coach er am Ende seines Achtsamkeitsseminars erhalten hatte – jedes Kapitel beginnt mit einer Message daraus. – Das erinnert natürlich extrem an Juli Zehs «Unterleuten». – Zunächst sind der Anwalt und Frau getrenntlebend – solange, bis er sein Leben familiengerecht in den Griff bekommt, stellt sie in Aussicht. Emily, Diemels Tochter, ist sein ein und alles. Endlich darf er sie für ein Wochenende zu sich nehmen. Dragan besitzt ein schickes Anwesen an einem See, stellt es Diemel zur Verfügung. Kaum sitzt Emily im Auto, ruft Dragan an, hektisch, der Anwalt habe sofort und unverzüglich anzutanzen! Es gäbe ein kleines Problem. Der zornige Dragan hatte jemanden plattgemacht und muss untertauchen, der Anwalt soll derweil alles richten. Diemel reicht es. Er setzt Emily im Büro ab, wo sie die Lederstühle im Konferenzraum bemalen darf, während Diemel in der Garage Dragan in seinem Kofferraum verstaut. Vor der Tür wartet bereits die Polizei. Wie abgemacht, fährt Diemel mit Emily und nun auch mit Dragan zum See. Achtsam, wie es sich gehört, trennt er Arbeit und Freizeit. Dragan muss bis Montag warten – er parkt den Wagen ordentlich ein, lässt ihn in der Sonne stehen. Und das ist der Anfang vom achtsamen morden … Ein entschleunigter Roman aus der Ich-Perspektive, bissig, sarkastisch, mit einer Menge schwarzem Humor. Karsten Dusse ist Rechtsanwalt, und er macht sich hier gewaltig über seine Kollegen lustig, über Geldgier und Doppelmoral. Schon Shakespeare schrieb in Heinrich VI.: «Das erste, was wir tun, lasst uns alle Anwälte töten!» Diemel ist ein richtiges Anwalts-A…, oberarrogant, zynisch, selbstgefällig, extrem sexistisch (man kann sich daran stoßen, doch es passt präzise auf diese Figur), rachsüchtig – denn das alles kann er trotz Achtsamkeit nicht ablegen. Narzissmus kann man tarnen, aber nicht abstreifen. Sich selbst würde sich Diemel als genau das Gegenteil beschreiben. Dieser Held ist nicht sympathisch, bei weitem nicht – doch die anderen Protagonisten, Emily mal herausgenommen, sind von noch üblerer Sorte. Die Geschichte ist überzogen und voller Klischees und nicht ernst zu nehmen – klar, sonst wäre es keine Satire. Und die hat selbstverständlich einen wahren Kern: Abgesehen von der Achtsamkeit tritt hier eine Seite der Justiz offen heraus: Wirtschaftsanwälte und Strafverteidiger (wie alle Anwälte) arbeiten stets zugunsten der Mandanten, wer auch immer diese Mandanten sind, was auch immer das kosten mag an Recht und Moral – und sie verdienen nicht schlecht dabei. Die Figuren recht oberflächlich gestaltet, aber dies ist eben ein Unterhaltungsroman. In diesem Sinn wünsche ich gute Unterhaltung! Karsten Dusse ist Rechtsanwalt und seit Jahren als Autor für Fernsehformate tätig. Seine Arbeit wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis und mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet sowie für den Grimme-Preis nominiert.
Wow
travlinbone_nika
Humorvoll, mitreißend und auf seine eigene Art und Weise lehrreich. Das Konzept hinter "Achtsam morden" ist denkbar einfach: als AutorIn nehme man einen aktuellen Trend beziehungsweise ein aktuelles Thema, wie zum Beispiel das Erlernenen von mehr Achtsamkeit in unserem Leben. Anschließend paart man diesen Punkt mit einem Genre seiner/ihrer Wahl, so zum Beispiel dem Genre Krimi. Nimmt die AutorIn sich hierbei auch noch nicht allzu Ernst, sondern geht an das Thema mit einigem Augenzwinkern ran, erhält man am Ende einen humorvollen, mitreißenden Roman wie diesen hier, in dem man letztendlich auch etwas über das angesprochene Thema lernen kann. Natürlich darf die LeserIn das in diesem Roman besprochene Herangehen an das Thema "Achtsamkeit" nicht allzu Ernst nehmen, Niemand soll hier plötzlich beginnen Morde zu begehen. Doch gleichzeitig können die geschilderten Grundessenzen dieser Methode durchaus angewandt werden. Während dem Lesen kann durch ein reflektiertes Mitdenken durchaus ein kleiner Ratgeber entstehen. Für alle anderen, hierzu zähle ich mich persönlich dann doch eher, bietet "Achtsam morden" von Karsten Dusse einfach eine unterhaltsame Geschichte für Zwischendurch. Der Protagonist wirkt sympatisch und ja, irgendwo versteht man als Leser auch seinen "Werdegang". Zu viel Druck ist auf Dauer einfach für keinen gut. Toll fand ich auch, inwiefern die "alltäglichen Probleme" eines Vaters eingebaut wurden. Die Frage nach einem guten Kindergartenplatz ist oftmals ebenso schwer, wie im Buch geschildert. Hierdurch wirkt die Geschichte, trotz ihrer Absurdität mit den achtsamen Morden, sehr realitätsnah und greifbar. Für mich war "Achtsam morden" ein toller Mix aus Alltagsproblemen, Trendthemen, Humor, Spannung und kurzweilig noch dazu!
Wow
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