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Alte weiße Männer
Sophie Passmann

Alte weiße Männer

Gesellschaft
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4/5
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
»Beweis erbracht: Unbestechlichen Feminismus gibt es auch in lustig. Sogar in sehr lustig! Großartig!« Anne Will. Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, laut und selbstbestimmt sind. Sie wollen Vorstandschefinnen werden oder Hausfrauen, Kinder kriegen oder Karriere machen oder beides. Und sie haben ein Feindbild, den alten weißen Mann. Dabei wurde nie genau geklärt, was der alte weiße Mann genau ist. Eines ist klar: Er hat Macht und er will diese Macht auf keinen Fall verlieren. Doch Sophie Passmann will Gewissheit statt billiger Punch-lines, deswegen trifft sie mächtige Männer, um mit ihnen darüber zu sprechen: »Sind Sie ein alter weißer Mann und wenn ja - warum?« Die Texte, die daraus entstanden sind, gehören zu den klügsten und gleichzeitig lustigsten, die man hierzulande finden kann. Sophie Passmann war im Gespräch mit: Christoph Amend, Micky Beisenherz, Kai Diekmann, Robert Habeck, Carl Jakob Haupt, Kevin Kühnert, Rainer Langhans, Sascha Lobo, Papa Passmann, Ulf Poschardt, Tim Raue, Marcel Reif, Peter Tauber, Jörg Thadeusz, Claus von Wagner

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
© 2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783462052466
Sprache
German
Seiten
288
Schlagworte
#metoo, NEO MAGAZIN ROYALE, Sexismus, Kai Diekmann, Kevin Kühnert, Gleichberechtigung, Micky Beisenherz, Sascha Lobo, Feminismus, Robert Habeck
MOJOS
Mojos von elisabethdietz, Anka Willamowius und andere
elisabethdietz
buchlady
maximabuse
elisabethdietz
Dieses Buch ist von allen Seiten angreifbar. Den einen ist es zu harmlos und gefällig, die anderen fühlen sich schon vom Titel diskriminiert. Die, die es brauchen, wird es nicht erreichen.
Anka Willamowius
Ein witziges, tiefgründiges Buch. Feminismus vom Feinsten. Macht Spass beim Lesen.
Mit dem Feminsmus vertraute Leser*innen könnten bemängeln, dass dieses Buch inhaltlich wenig neue Erkenntnisse bietet. Ich für meinen Teil habe den lockeren und scharfsinnigen Schreibstil genossen.
REZENSIONEN
Bewertet von drwarthrop und Anka Willamowius
drwarthrop
buchlady
In „alte, weisse Männer“ spricht Sophie Passmann, die wohl den meisten durch ihre Social-Media Accounts oder ihre ZEIT Kolumne bekannt sein wird mit 16 verschiedenen männlichen Vertretern, vor allem der Medien- und Politikbranche über Erkenntnisse und Theorien des feministischen Feindbildes. Beginnend jeweils mit der Frage, ob der Gesprächspartner sich denn selbst für einen „alten, weissen Mann“ hält geht, es in den kurzen Konversationen um verschiedenste Facetten von patriarchalischer Kontrolle und deren Wirkung auf die (feminine) Gesellschaft. Außerdem werden Lösungsansätze diskutiert, Phrasen gedroschen und Grenzen ausgelotet. Die teilweise abnorm abstrusen und rückschrittlichen Vorstellungen einiger Männer (ja ich schaue dich an, Carl Jakob Haupt), sowie die durchaus konstruktiven Ideen und Ansätze anderer werden von der Autorin mit pointiert konnotierter Sprache gut eingefangen und für den Leser auf von Passmann gewohnt ironische Weise verarbeitet. ————————————— Der selbsternannte Schlichtungsversuch mutiert dabei leider sehr schnell zu einer maßlos sinnfreien Aneinanderreihung jedweder femininster Thematiken der letzten 5-10 Jahre an, ohne dabei auch nur den Hauch eines „roten Fadens“ erkennen zu lassen. Mit Robert Habeck zB spricht sie über die noch immer in vielen Haushalten untergeordnete Position der Frau, mit Micky Beisenherz plaudert sie über Elternzeit und Carl Jakob Haupt denkt, dass feministische Revolten eine Ursache moderner Langeweile wären. Zudem agiert die Autorin für die Thematik und den Auftrag des Buches oft viel zu versöhnlich und besonnen, wodurch weder ein interessanter Diskurs entsteht, noch ein Umdenken angeregt wird. Die durchaus interessanten und fortschrittlichen Ideen einzelner gehen dadurch im Dickicht der Verharmlosungen, Analogien und Unverständnissen der Mehrheit unter, wodurch sich leider wenig neue Erkenntnisse ergeben.
Anka Willamowius
Wer ist eigentlich der alte weiße Mann? Der an allem schuld ist? Wegen dem die Welt nicht vorwärts geht, Frauen keine Chefsessel besetzen und weniger verdienen als Männer? Gibt es den überhaupt? Sophie Passmann hat sich einen Sommer lang auf die Suche gemacht nach diesem „Feindbild“. Sie hat 16 erfolgreiche Männer besucht und ihnen auf den Zahn gefühlt mit der provozierenden Frage, ob sie sich denn dazu zählen, zu diesen alten weißen Männern. So richtig zugeben mochte das niemand. Aber unter den sechzehn ist schon der eine oder andere… Sophie Passmann hat sich umgehört bei Medienschaffenden wie Kai Diekmann (Ex-Bild-Chefredakteur) und Ulf Poschardt (Chefredakteur der Welt), bei Politikern wie Robert Habeck (Bundesvorsitzender der Grünen) und Juso-Chef Kevin Kühnert, bei IT-Spezialist Sascha Lobo und Alt-68er Rainer Langhans, sogar vor ihrem Vater machte die 25jährige Feministin nicht Halt („Wer mich zur Tochter hat, braucht auch keine Feinde mehr.“, S. 152). Und wozu das? Der Untertitel des Buches heißt „Ein Schlichtungsversuch“. Auch wenn es mancher nicht glauben mag, aber der Feminismus ist ja kein Selbstzweck. Sophie Passmann versucht herauszufinden, wie man den Geschlechterkampf beenden könnte. Und miteinander ins Gespräch zu kommen, hilft immer, findet sie. Sie ist losgezogen um zuzuhören. Und um herauszufinden, wie man den alten weißen Mann (wenn es ihn denn gibt) überzeugen könnte und zum Wandel motivieren. Die Idee ist schon im Ansatz lobenswert, denn Passmann schont dabei weder die Männer, noch sich selbst. Sophie Passmann hat Interviews mit einflussreichen Männern verschiedener Branchen und Altersgruppen geführt. Mit ihrer frechen, scharfen Zunge hat sie Fragen gestellt, den Interviewten aber nicht zu viel Feedback zugemutet (der Mann an sich ist ja sensibel), sondern sich dieses für das Niederschreiben der Interviews aufgehoben. So darf die Leserin teilhaben an Passmanns Gedanken, ihren Beobachtungen des Umfelds (des Büros, der Wohnung oder des Lieblingscafes der Interviewten). Und diese sind zum Schreien komisch. Manche Antworten der Herren strahlen schon für sich eine gewisse Komik, wenn nicht gar Tragik aus – wenn auch zuweilen unbeabsichtigt. So etwa wenn Rainer Langhans den Opfern der MeToo-Debatte vorschlägt sich zu fragen, „Wieso kann der mich eigentlich immer zum Opfer machen?“ und meint, das Opfer müsse lernen „für das Verantwortung zu übernehmen, was es mit seinem Verhalten die ganze Zeit über hervorgebracht hat“. (S. 278) Das Schönste an diesem Buch ist aber, dass Sophie Passmann auch sich selbst stets kritisch hinterfragt und über sich selbst lachen kann. Etwa wenn das Gespräch in eine ihr nicht ganz genehme Richtung läuft und Männer von ihrer Benachteiligung in der Erziehungsarbeit sprechen, oder ihr eigene Klischees und blinde Flecken auffallen. Sie bleibt fröhlich, auch wenn sie sich einiges anhören muss. Da werden ihr Begriffe wie „Opfer-Feminismus“ angeboten, die Frauenquote finden fast alle doof und schon das Wort „Feminismus“ scheint vielen Übelkeit zu erzeugen. Da schon das Wort so unsexy ist, schlägt Kai Diekmann ein „Rebranding“ vor. Micky Beisenherz erklärt, dass der „Feminismus für die Gesellschaft das (ist), was das Rauchverbot für Kneipen war“ (S. 114). Man muss sich eben erst daran gewöhnen. Wir lernen im Gespräch mit Sascha Lobo, dass die „Werkeinstellung“ im Leben für einen weißen Mann die beste ist. Er dringt schnell zum Kern der Sache vor, indem er reflektiert: „Wenn man solch einen Startvorteil hat, ist es ganz schwer zu abstrahieren, dass deine Leistung nicht nur deine Leistung ist, sondern auch deinem Status geschuldet ist, den du nicht selbst verschuldet hast.“ (S. 23) Kevin Kühnert fragt sich zur paritätischen Besetzung von Parteigremien kritisch: „Habe ich das jetzt eigentlich nur wegen der Quote gemacht oder hätte ich das ohne eine Quote aus meinem Menschenbild heraus gemacht? Und ich möchte gerne, dass ich es aus meinem Menschenbild heraus gemacht hätte, aber ich kann es dir nicht beantworten, weil ich immer nur Politik in einer Partei gemacht habe, die mit Quoten arbeitet.“ (S. 261) Es sind gewichtige gesellschaftliche Fragen, die in Sophie Passmanns Buch klug beleuchtet werden. Dennoch liest sich der Text locker-flockig und unheimlich witzig durch den wunderbaren Humor der Autorin und manches Interviewten. So macht Feminismus Spaß! Lesen, lachen und mehr davon!

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