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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Nach dem Sensationsdebüt HOOL folgt CARNIVAL: ein Gesang aus der Welt der Schausteller und Freaks In seinem gefeierten Debütroman »Hool« hat Philipp Winkler Menschen eine Sprache gegeben, die keine haben: Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Nun spinnt Winkler diese Idee fort. Sein Erzähler beschwört einen Reigen der Träumer und Traurigen, der Unerschütterlichen und Unverstandenen herauf: das Personal eines über das Land ziehenden Wanderjahrmarkts. Er lässt sie hoffen und verzweifeln, schimpfen und fabulieren, lästern und schwärmen. In einer ganz eigenen, nie gehörten, singenden Sprache eröffnet uns Philipp Winkler einen Einblick in ein Universum, das - ganz wie unsere süßesten Träume von früher - aus Riesenrädern, Zuckerwatte und ein bisschen dreckigem Feenstaub besteht.
BIOGRAFIE
Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo und in Japan. Für seinen Debütroman »HOOL« erhielt er den ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war zum Festival Neue Literatur in New York eingeladen. Der Roman war ein Spiegel Bestseller, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.¿

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REZENSIONEN
Bewertet von Samantha, Bücherwürmle und 3 andere
kaffee_und_buecher
buecherwuermle
seehase1977
miss_mesmerized
biscoteria
Ein Buch, so ganz anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Eine außergewöhnliche Geschichte, geschrieben in einem außergewöhnlichen Stil. Ich habe dieses Buch an einem Nachmittag komplett gelesen. Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und Satzbau des Autors, da er schon sehr speziell ist. Ich habe mich aber relativ schnell daran gewöhnt und konnte dann ganz in die Welt der Kirmser eintauchen. Nachdem ich dieses Buch beendet hatte, hatte ich wirklich absolut gar keine Ahnung, was ich davon halten sollte. Hat mir das Buch gefallen? Hat es mir nicht gefallen? Ich wusste es wirklich nicht, weil es nichts vergleichbares gab; kein Buch, keine Geschichte, die irgendwelche Ähnlichkeiten zu diesem Buch hat. Nachdem ich jetzt aber mit etwas Abstand auf diese Geschichte blicken kann und etwas Zeit seit dem Lesen vergangen ist, kann ich sagen: dieses Buch hat mir gefallen. Auf eine ganz andere Art, als es Bücher normalerweise tun. Aber es hat mir gefallen. Der Erzähler der Geschichte beschwört ein sehr lebhaftes und authentisches Bild des Lebens auf der Kirmes herauf. Von harter Arbeit, der Angst vor zu geringen Einnahmen, von Schwierigkeiten, den traurigen und den schönen Seiten des Lebens als Kirmser. Als Leser hatte ich gleichzeitig das Gefühl, dass unglaublich viele Informationen auf mich einprasseln und gleichzeitig irgendwie nichts passiert. Ich weiß nicht genau, wo dieses Gefühl herrührt, aber es war mit Sicherheit auch einer der Gründe, der es mir so schwer macht, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen.
Wow
Diesem Buch merkt man schon am Cover an, dass es etwas besonderes ist. Ich habe es an einem Tag durchgelesen und fand es zunächst ehrlich gesagt schwierig zu bewerten. Ich fand es auf jeden Fall sehr angenehm zu lesen, das Buch ist eben eher ruhig ohne große Spannung oder Story, regt aber zum Denken an. Auch heute gibt es ja so einige Berufsgruppen, auf die viel herabgeschaut wird. Insofern stellt der Autor diese Berufsgruppe als schlecht behandelte Schicht dar, zeigt aber auch auf, warum die Leute gerne so leben, was es ihnen zurückgibt und sie es trotz geringem Ansehen in der Gesellschaft durchziehen lässt. Eine ausgenutzte Bevölkerung. Spannend fand ich auch die Sprache, die machte sehr viel vom Leseerlebnis aus. Von daher braucht es nicht immer Action, um gefesselt zu sein. Eine Kirmes an sich als Ort des Geschehens im Buch bringt schon sehr viel für die Stimmung mit. Man könnte die Erzählung als ein wenig storylos bezeichnen, ja, es ist eher so, als säße man dem lyrischen Ich gegenüber und er erzählt über sein Leben. Dabei werden später noch mehr die kleinen Tragödien und Schattenseiten beleuchtet. Es gibt diesen Umschwung, der im Buch immer wieder angekündigt wird. Es ist eben nicht nur das freie verrückte Leben in einer festen Gemeinschaft...
Wow
Nostalgischer Besuch auf der Kirmes – Eine Kurzgeschichte, die mich nicht erreichen konnte Die Kirmes kommt und mit ihr eine ganz eigene Welt. Schießbuden, Riesenrad, in der Luft ein Hauch von Bratwurst und Zuckerwatte. Die Besucher vergessen für einen Tag ihre Sorgen und Nöte und verlieren sich in der bunten Glitzerwelt. Die Menschen hinter dem Vorhang sind oft unsichtbar, das fahrende Volk wird mit Skepsis und Arroganz betrachtet und kaum ist die Kirmes abgebaut, sind sie vergessen. Doch die „Kirmser“ sind eine verschworene Gemeinschaft, mit eigener Sprache und festgelegter Hierarchie, die aber angewiesen sind auf das Geld der Besucher in einer Zeit, in der der Glanz der Kirmes immer mehr verblasst… Meine Meinung: Mit seinem Debütroman“ Hool“ hat mich Philipp Winkler seinerzeit absolut begeistert. Herausragend und schonungslos erzählt er dort die Geschichte von dem Hooligan Heiko Kolbe. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an sein neuestes Buch „Carnival“, das eine Reise in die bunte Welt der Schausteller verspricht. Trotz einer poetischen Sprache und einem Hauch von erhoffter Nostalgie, konnte mich Story nicht wirklich fesseln. Die Kinder und Jugendlichen der heutigen Generation kennen sie kaum mehr, die Vorfreude auf die Kirmes, den Rummel, den Jahrmarkt mit seinen Fahrgeschäften, Schieß- und Fressständen. Dieses besondere Gefühl über den Platz zu schlendern und diese ganz besondere, schillernde Stimmung aufzusaugen, die immer auch einen Hauch von verwegener Freiheit beinhaltete. Philipp Winkler gibt den Blick hinter die Kulissen frei und beleuchtet die große, bunte Schausteller-Familie mit ihrer eigenen Sprache, ihrem Zusammenhalt, ihren Wünschen und Träumen. Er erzählt von Aussteigern, die schon in der nächsten Saison wieder zurückkommen und von Menschen, die ihr ganzes Leben bis zum Tod der Welt er Kirmes treu bleiben. Obwohl der Autor sich schon einer fast poetischen Sprache hingibt, wirkt die ganze Geschichte irgendwie herunterzählt. Sie hat mich nicht berührt, weder der besondere Jahrmarkt-Zauber mit all seinen Gerüchen und buntem Treiben, noch die Ernsthaftigkeit, die hinter dieser bunten Fassade steckt, der Kampf der Schausteller ums Überleben in unserer schnelllebigen Zeit. Mein Fazit: Vielleicht haben mich meine hohen Erwartungen an „Carnival“ ausgebremst, der Wow-Effekt ist leider nicht eingetreten, trotz toller Sprache und einem wirklich vielversprechenden und spannenden Thema. Trotzdem hat Philipp Winkler mit seiner Erzählung Kindheitserinnerungen an eine ganz besondere und fast vergessene Zeit geweckt. Eine Leseempfehlung kann ich nur bedingt aussprechen, hier sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden, der Eine ist fasziniert und begeistert, der Andere vielleicht eher enttäuscht.
1 Wow
miss_mesmerized
Früher waren sie das Ereignis des Dorfes oder des Stadtteils: regelmäßig einmal im Jahr kam die Kirmes vorbei und brachen mit ihren Buden und Fahrgeschäften die gutbürgerliche, geordnete Welt auf. Die Bande kurioser gestalten, die nur dort eine Gemeinschaft finden konnten, waren gleichermaßen verschreckend wie faszinierend und wirbelten die Bewohner kräftig auf. Nach wenigen Tagen war der Spuk wieder vorbei und alle kehrten in ihren üblichen Trott zurück während der Tross weiterzog, um seine Zelte an einem neuen Ort aufzuschlagen. Die Zeiten veränderten sich und auch die Kirmes-Welt musste sich darauf einstellen. Doch zunehmend weniger Interesse machten ihnen das Leben schwerer bis sie schließlich fast ganz aus dem Stadt- und Dorfbild verschwunden waren. Philipp Winkler konnte mich mit seinem Debüt-Roman „Hools“ restlos begeistern, dort wählte er ebenfalls eine Gruppe, die klassisch am Rand der Gesellschaft steht, die gerne verdrängt wird und mit der so niemand richtig etwas anzufangen mag. Nun also die Kirmes mit ihren Kuriosenkabinett. Der Roman ist ein Abgesang auf eine alte Institution, die gerade für Kinder stets ein echtes Highlight darstellte, das schon wochenlang zuvor sehnsüchtig erwartet wurde. Wieder einmal gelingt es Winkler, die sympathischen Seiten zu zeigen und sprachlich perfekt austariert und zum Inhalt passend den langsamen Niedergang zu schildern. Einziger Wermutstropfen für mich die fehlende Handlung. Viele Figuren werden präsentiert, die verschiedenen Facetten humorvoll dargestellt, aber es wird keine Geschichte erzählt. „sie alle waren Teil des einen großen Traums gewesen: Der Traum von einem Ort, an dem jeder willkommen ist und jedem, so lange er das will, die Möglichkeit bietet, sich ein wenig zu verlieren, sich neu zu erfinden oder einfach nur eine verdammt noch mal gut Zeit zu verbringen.“ Es gibt die zwei Gesichter der Kirmes, jenes der Besucher, die sich amüsieren oder gruseln wollen, von Fahrgeschäften und Schießbuden angelockt werden und sich vielleicht sogar die Zukunft voraussagen lassen. Doch dies ist nur die Fassade, dahinter ist eine große Familie, die alle aufnimmt, die zu ihr gehören wollen. Für jeden findet sich ein Platz. Es wird zusammen gelacht und gefeiert, ebenso geweint und getrauert. Kinder werden gezeugt und großgezogen, so dass sie die Tradition fortsetzen können. Manchmal gelingt auch jemandem der Ausstieg, andere kommen jedes Jahr zu Saisonbeginn wieder. Der Text ist wie der heimliche Blick durch das Schlüsselloch, den man dann auch fasziniert nicht mehr abwenden kann. Mit Leichtigkeit erzählt, erweckt er ein melancholisches Gefühl einer längst vergangenen Zeit, einer Tradition, die nicht mehr so existiert, eines Lebensgefühls, das nicht mehr in unsere Gegenwart zu passen scheint. Wo die Menschen abgeblieben sind, bleibt offen, aber ganz sicher ist ein Loch gerissen worden, von dem wir noch gar nicht wussten, dass es da ist. Ein letztes Mal ist der Vorhang gefallen und die Tore für immer verschlossen worden. Eine Erfahrung, die unsere Kinder so nie werden machen können, spielt sich ihr Leben nicht auf Marktplätzen, sondern in virtuellen Welten ab, die nur scheinbar so bunt und schillernd wie jene der Kirmes ist, aber nie die Freude erwecken kann, die man selbst staunend vor den Buden empfunden hat.
1 Wow
„Carnival“ beschreibt in einer sehr bildlichen Sprache einen Jahrmarkt, oder wie wir sagen, eine Kirmes irgendwo in den USA. Dem Leser wird die Geschichte aus der Sicht eines Erzählers nähergebracht. Dieser hat ein recht schnelles Tempo, so wie die schnellen Fahrgeschäfte unserer Zeit. Dabei spielt der Anfang der Geschichte, in einer nicht näher benannten Zeit, wo diese noch aus Holz bestanden und recht einfach gehalten waren. Der Text ist recht durchlaufend geschrieben, ohne Absätze und Pausen in der Geschichte. Er springt von Person zu Person und von der Essensbude zur Spielebude. Dies passiert in einem sehr schnellen und durchlaufenden Tempo, dass man das Gefühl hat, auf einem schnellen Durchflug durch die Kirmes teilnimmt. So das man versucht alles zu sehen, zu verstehen und zu verdauen, dies aber gar nicht gelingen kann bei so viel Input in so wenig Zeit und Raum. Aber er nimmt sich die Zeit vieles so schön im Detail zu erklären, dass man die Zuckerwatte auf der Zunge spürt und die Gerüche geradezu wahrnehmen kann. Auch die Menschen die dort arbeiten und „Kirmser“ genannt werden haben ihren Platz im Buch. So vor allem ihre Geschichten. Der Flüchtige, der Mörder, neben dem Mädchen was aus einem schlimmen Zuhause geflüchtet ist. Sie alle sind eine Familie und lieben ihr Leben auf der Kirmes und das tägliche dafür schuften. So gibt es den „Berufstandschwätzer“ der die Leute auf die Kirmes holt und in die Attraktionen. Solche Begriffe geben dem Buch eine Besonderheit. „Ein Großkotz und Augenwischer und ein verdammt unterhaltsamer noch dazu.“ So ist das Buch mit 119 Seiten sehr schnell gelesen und gerade wegen der fehlenden Absätze auch so schmal. Es fehlt dem Buch zudem an Dialogen. Es ist wirklich eine reine Erzählung wie aus der Erinnerung eines Menschen und genau dies ist es auch. Denn schon zu Anfang kann man erahnen, was mit der Kirmes und ihren „Kirmsern“ zum Zeitpunkt der Erzählung los ist. Es ist anders und es ist eigen, vor allem ist es sehr lebendig. Dennoch muss man Fan dieser Art von Buchaufbau sein.
Wow
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