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Jodi Picoult

Das Herz ihrer Tochter

Gegenwartsliteratur
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ZUSAMMENFASSUNG
June Nealon war eine glückliche Frau. Bis Shay Bourne in einem einzigen Augenblick ihrem Glück ein Ende bereitete. Für den Mord an ihrem Mann und ihrer ersten Tochter erwartet Bourne nun die Todesstrafe. Doch mit einer ungeheuerlichen Tat will er das Leben ihrer zweiten Tochter retten und alles wieder gutmachen.
BIOGRAFIE
Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften.1992 veröffentlichte sie ihren ersten Roman und gehört heute zu den beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New Hampshire.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
17.09.2012
Ausgabe
eBook
ISBN
9783492959766
Sprache
German
Seiten
512
Schlagworte
Lebensretter, Erinnerung, Mutter und Tochter, Kind, Krankheit, Tod, Feind, Mutter, alleinerziehende Mütter, Vergangenheit
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REZENSIONEN
Bewertet von Ramona Kielfeder, simonica und andere
ramonan
simonica
dark_rose
Ramona Kielfeder
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Todesstrafe. Jodi Picoult ist längst in mein virtuelles Regal der Lieblingsautorinnen aufgenommen worden. Doch kann sie mich wirklich jedes Mal überzeugen? Mit zwei Themen setzt sie sich in diesem Roman intensiv auseinander: der Todesstrafe und verschiedenen Religionen. Dazu hat sie sich folgendes Szenario ausgedacht: Ein Mann tötet 2 Menschen. Eine Jury verurteilt ihn zum Tode. Der Mörder möchte nun der todkranken Tochter aus der Familie der Opfer sein Herz spenden. Kann man das verantworten? Kann man das annehmen? Kann man Gesetzte zu Gunsten eines Mörders zu dessen Gunsten verdrehen und nutzen? Fragen über Fragen, denen sich die Protagonisten stellen müssen. Konstruktiv diskutiert sie seitenlang über Religionen. Sie führt das Für und Wider auf, gibt Denkanstöße und Stoff zum kurzen Innehalten. Die Ausführungen klingen fundiert und basieren sicherlich auf vielen nachdenklichen Stunden. Ebenso sachlich und konstruktiv nähert sie sich der Todesstrafe. Jodi Picoult schafft es, jeder Figur eine eigene Meinung zu geben. Sie unterlegt sie und unterstreicht dadurch auch die Mannigfaltigkeit der unterschiedlichen Charaktere. Ihr gelingt es, die Fäden bis zum Schluss sicher in der Hand zu halten, ein schlagkräftiges Gerichtsverfahren zu beschreiben, ebenso wie weitgreifende Entscheidungen zu treffen. Die Autorin greift oft gesellschaftliche Brennpunkte in ihren Romanen auf und beleuchtet diese unter den verschiedensten Gesichtspunkten. Mich konnte sie auch mit diesem Roman überzeugen – ich möchte das Gelesene auf keinen Fall mehr missen.
Wow
Kann Spoiler enthalten! Auch für dieses Buch habe ich etwas länger gebraucht, da ich es zwischenzeitlich pausiert habe. Nichtsdestotrotz habe ich auch dieses Buch der Autorin unfassbar geliebt. Sie zieht den Leser mit ihrem Wissen und einem riesigen Zwiespalt in den Bann und ich weiß auch jetzt noch nicht wie ich in den Situationen aller beteiligten Personen gehandelt hätte. Den schwersten Part dabei hatte wohl June Nealon, die Mutter der herzkranken Claire. Der Mörder ihres Mannes und ihrer älteren Tochter ist bereit dem Mädchen sein Herz zu spenden. Während der Geschichte fiebere ich sehr dem Verlauf von Shay Bournes Zukunft nach. Trotz der Hinsicht, das er zum Tode verurteilt ist und seinem baldigen Ende entgegensieht, scheint er ganz entspannt zu bleiben und nimmt sein Schicksal getrost an. Mit lauter kleinen Wundern, beginnen die Menschen ihn bald den Messias zu nennen und hoffen, dass die Kranken vor den Toren des Gefängnissen von ihm geheilt werden. Durch diesen Massenaufruhr wird die Verurteilung und die weiteren Vorgehensweisen gegen den zweifachen Mörder nur schwieriger und bringt sowohl den kirchlichen Glauben als auch die juristischen Angehörigen in einen großen Konflikt. Obwohl sich seine Anwältin der Religion abgeschworen hatte, kommt sie nicht umhin sich auch mit diesem Thema zu beschäftigen. Wobei sie sich mit diesem Fall gegen das Todesurteil aussprechen will, was allerdings ihrem Klienten gar nicht behagt. Picoult setzt ihre Leser mehreren Konflikten aus, sodass man sich selbst nicht sicher ist hinter welcher Person man nun steht und welches Urteil man selbst fällen würde. Es ist erstaunlich wie sie es schafft, den Leser dermaßen einzunehmen, dass auch am Ende nicht gesagt werden kann, ob dies nun die perfekte Lösung für alle Probleme sei. Ich habe wirklich sehr gerne an dem Buch gelesen und habe mehrere, teils auch längere Pausen dazwischen gemacht, da ich selbst sehr viel über die Umstände nachgedacht habe. Es ist bemerkenswert wie mich die Autorin aufs Neue zum Denken angeregt hat und wie verwurzelt diese Geschichte in mir bleibt.
Wow
Wie weit würde man für das Leben seines Kindes gehen? Vor 11 Jahren verlor June ihren zweiten Mann und ihre Tochter Elizabeth. Ihr erster Mann war bereits bei einem Verkehrsunfall durch die Schuld eines anderen Autofahrers getötet worden. Und genau hier setzt die Handlung ein. Shay Bourne steht vor Gericht. Er soll Junes zweiten Mann Kurt und ihre Tochter Elizabeth getötet haben. Michael ist einer der Geschworenen. Er beugt sich den anderen und stimmt mit ihnen für die Todesstrafe. Jetzt 11 Jahre später steht die Urteilsvollstreckung bevor. June hat ihr Leben weiter gelebt für Claire, ihre zweite Tochter, Kurts Tochter. Doch Claire ist schwer krank, sie braucht dringend eine Herztransplantation. Shay sieht einen Bericht darüber im Fernsehen und fasst einen Entschluss: Nach seinem Tod soll Claire sein Herz bekommen. Doch darf man es einem zum Tode verurteilten erlauben seine Organe zu spenden? Kann Claire mit dem Wissen leben, dass das Herz des Mannes in ihrer Brust schlägt, der ihr ihren Vater und ihre Schwester nahm? Kann ihre Mutter damit leben, dass ein Stück des Mannes in ihrer Tochter weiter leben wird, der ihr ihre Familie nahm? Und wie kann ein Mann, der ein solches Verbrechen begangen hat, nun plötzlich zu einem guten Menschen werden? Shay ist nicht nur ein verurteilter Mörder, er kann auch Wunder vollbringen. Er kann Tote zum leben erwecken und kranke heilen. So scheint es zumindest. Was steckt hinter all dem? Das heraus zu finden, darum geht es in diesem Buch. In wie weit ist unsere Moral noch zeitgerecht? Ist die Todesstrafe gut oder schlecht? Wer hat das Recht zu entscheiden wer den Tod verdient hat? Welches Verbrechen ist schwer genug, dass derjenige der es verübt hat nicht weiter leben darf? Woran kann man glauben? Welche Religion ist die 'richtige'? Gibt es überhaupt eine 'richtige' Religion, oder sind sogar alle falsch? Die Handlung wird immer abwechselnd aus der Sicht von Michael, dem Geschworenen der später Priester geworden ist, June, der trauernden Hinterbliebenen, Maggie, der Anwältin und Lucius, dem Zellennachbarn von Shay erzählt und schließlich auch einmalig aus der Sicht von Claire. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass jede mögliche Meinung des Lesers aufgegriffen und vertreten wird. Für jede Ansicht steht eine Person und gibt ihr ein Gesicht, eine Stimme, mit der man sich identifizieren kann. Aber genauso wichtig wie die Sichtweisen derer die Beschreiben ist die derer die eben nicht beschreiben. Keines der Kapitel ist aus der Sicht von Shay geschrieben, warum wohl? Das allein regt schon wieder zum Nachdenken an. Jodi Picoult schafft es immer dafür zu sorgen, dass man als Leser am Ende des Buches alles hinterfragt. Sie bringt einen zum Nachdenken. Sie zwingt uns nicht ihre Meinung auf, sagt uns nicht was richtig und was falsch ist, lässt uns unsere Ideen, unseren Glauben, sie gibt uns nur eine Richtung vor, in die wir denken sollen, die wir hinterfragen sollen. Dieses Buch steht ihren bisher erschienenen in nichts nach. Ich kann es nur empfehlen!
Wow

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