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Eowyn Ivey

Das Schneemädchen

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ZUSAMMENFASSUNG
Alaska, in den 1920er Jahren: Mabel und Jack konnten keine Kinder bekommen. Um den Schmerz und die Enttäuschung hinter sich zu lassen, haben sie an der Zivilisationsgrenze Alaskas ein neues, einfaches Leben als Farmer begonnen. Doch Trauer und der harte Überlebenskampf in der erbarmungslosen Natur schaffen zwischen den beiden, die sich innig lieben, eine scheinbar unüberbrückbare Distanz. Als der erste Schnee fällt, überkommt Mabel für kurze Zeit eine fast kindliche Leichtigkeit. Eine Schneeballschlacht mit Jack entspinnt sich, und sie bauen vor ihrer Hütte zusammen ein Kind aus Schnee. Am nächsten Tag entdecken sie zum ersten Mal das feenhafte blonde Mädchen in Begleitung eines Fuchses, das sie zwischen den Bäumen des Waldes hindurch beobachtet. Woher kommt das Kind? Wie kann es allein in der Wildnis überleben? Und was hat es mit den kleinen Fußspuren auf sich, die von Mabels und Jacks Blockhaus wegführen? «Dieses Buch ist pure Magie, von Deckel zu Deckel durchwoben mit der kalten Schönheit der Wildnis Alaskas. Eowyn Ivey erzählt mit der fesselnden Zartheit des Schneefalls, den sie so wunderbar beschreibt.» Ali Shaw
BIOGRAFIE
Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin und Buchhändlerin. Ihr Debüt "Das Schneemädchen" war international ein großer Erfolg und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist ihr zweiter Roman.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
21.09.2012
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783463406213
Sprache
German
Seiten
464
Schlagworte
Wildnis, Ehe, Erfüllung, Alaska, Lebensfreude, Liebe, Märchen, Kinderwunsch
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REZENSIONEN
Bewertet von coffee_and_goodbo..., Ladybug und 2 andere
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coffee_and_goodbooks
Alaska, 1920: Mabel und Jack sind in die Wälder Alaskas ausgewandert, um dort als Bauern ein neues Leben zu beginnen. Dass sie nie Kinder bekommen haben, schmerzt beide sehr. Von ihrem Umzug erhoffte sich Mabel, Jack wieder näherzukommen. Doch der versucht die Felder zu bewirtschaften, während Mabel sich um den Haushalt kümmert. Als jedoch der erste Schnee fällt, scheint der entstandene Abgrund zwischen den beiden plötzlich überwindbar: Von beinahe kindlichem Übermut gepackt beginnen sie eine Schneeballschlacht und bauen ein kleines Schneemädchen vor ihre Hütte. Am nächsten Tag ist die Schneefigur verschwunden. Dafür streift ein kleines Mädchen durch die umliegenden Wälder. Wer ist das Mädchen? Und woher kommt es? Mabel und Jack begeben sich auf die Suche. Lange habe ich versucht hinter das Geheimnis der Geschichte zu kommen. Anfangs noch ein schönes Märchen, wird klar, hier verschieben sich Fiktion und Realität, man hofft auf eine Auflösung, die nicht kommt. Das Buch ist wundervoll geschrieben. Gespräche mit Faina oder wenn Faina selber spricht werden nicht mit der wörtlichen Rede gekennzeichnet. Was ich geradezu genial finde, denn dadurch verstärkt sich das mystische in dem Wesen des Schneemädchens.
Wow
Faina Mabel und Jack verlieren ihr ungeborenes Kind. Jeder der beiden versucht auf eigene Weise, damit umzugehen. Mabel erträgt die Fragen und Reaktionen nicht mehr und überredet Jack dazu, in die Wildnis von Alaska zu ziehen. Dort leben sie ihr zurückgezogenes Leben, doch wie sehr der Verlust beide noch schmerzt, merken sie erst spät. Dazu benötigt es das Auftauchen eines kleinen Mädchens, das sich nach und nach als immer seltsamer erweist. Doch es bringt in Mabel und Jack eine Saite zum Klingen und verändert einfach alles … Die Autorin bringt die Trauer um das verlorene Kind, sowie die Sehnsucht nach der Weiterführung der Blutlinie sehr schön rüber. Auch versteht sie es, ein altes Märchen Realität werden zu lassen. Die Überzeugung der skeptischen, aber so herzlichen Esther ist da nur noch ein kleines Bonbon. Wunderschön, wie Mabel und Jack in den Freunden so viel mehr finden, als sie zunächst dachten. Die Liebe, die sie zu geben haben, findet mehr Abnehmer, als sie selbst gedacht hätten. Doch das mussten sie erst lernen und zulassen können. Wie die Einsamkeit einer kargen Landschaft, die für so viele Segen, für noch mehr aber Fluch war, zwei gebrochene Herzen so weit wie möglich heilen lässt, mit ein wenig Magie und mit ganz viel echtem Leben, das bringt Eowyn Ivey wunderbar rüber. Faina ist zaghaft, schüchtern, teils unfassbar stark, teils schwach, mal die Rettung, mal das Verderben und immer ganz besonders. All das findet sich auch in den anderen Figuren der Geschichte – mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Ohne Faina wäre es zu einigen Wendungen gar nicht gekommen. Der Stil der Autorin ist unbeschreiblich schön. Selbst die traurigsten, grausamsten Szenen schildert sie so, dass der Leser erkennt, so ist der Lauf der Welt, so muss es sein und so ist es gut. Du erträgst es – wie Mabel und Jack. Alles passt perfekt ineinander, die Entwicklungen sind logisch aufgebaut, auch wenn immer in allem ein Hauch Magie steckt. Das Buch berührt. Es bewegt. Es verzaubert. Und am Ende kann sich jeder selbst beantworten, was nun Realität und was Einbildung war. Mich hat dieses Buch von Anfang an gefesselt und fasziniert. Es ließ mich auch am Ende nicht los und hallt noch immer in mir nach. Die Rezension zu schreiben, fällt mir sehr schwer: das Buch ist so völlig anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Nicht zu spoilern ist sehr schwer! Eine Vorahnung hat mich lange warten lassen, mich für „Das Schneemädchen“ zu entscheiden. Es ist keine leichte Kost, ganz und gar nicht. Aber es ist ein Buch, das man unbedingt gehört oder gelesen haben sollte. Es braucht nur den richtigen Zeitpunkt. Ich wünsche der Autorin noch viele Leser. Und mir wünsche ich neue Werke von Eowyn Ivey – ich bin gespannt, was nach solch einem Buch kommen kann. Von mir gibt es für „Das Schneemädchen“ die vollen fünf Sterne.
1 Wow
Angelockt durch das wunderschöne Cover, hat mich dieses Buch auf eine verzauberte Geschichte nach Alaska mitgenommen. Das Cover sieht wirklich sehr verträumt aus. Die Schlichten Farben dunkelblau und weiß, so wie das kleine Mädchen, das darauf zu sehen ist, passen perfekt und stimmen gut auf die Geschichte ein. Bevor ich mit diesem Buch angefangen hatte, hatte ich noch nie etwas von der Geschichte des Schneemädchens gehört. Das Märchen Snegurotschka, auf die diese Geschichte um Mabel und Jack aufbaut, gibt es nämlich wirklich. Sie stammt aus Russland und ist der Feder von Alexander Afanasiew entsprungen. Auch hierbei geht es um ein Ehepaar, das sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht. Sie bauen sich eines Tages ein kleines Mädchen aus Schnee, das wirklich lebendig wird. Die Geschichte hat verschiedene Enden. Bei einem Ende, wird das Mädchen zum Anfang des Frühlings hin sehr trübsinnig und verschwindet bei einem Sprung über ein Lagerfeuer. Die Geschichte um Mabel und Jack handelt um das selbe Thema. Beide wünschen sich nichts sehnslicher als ein Kind. Sie ziehen nach Alaska um einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Dort bauen sie eines Abends ein kleines Mädchen aus Schnee. Auch diese, so glauben sie zumindest, ist über Nacht lebendig geworden. Denn am Morgen ist das Schneemädchen weg und sie treffen immer wieder auf ein kleines Mädchen mit dem Namen Faina. Durch Zeitsprünge, die sehr gut verständlich sind, erlebt man mit, wie Jack und Mabel immer älter werden und was sie erleben. Jeden Winter kommt Faina wieder und man erlebt mit, wie sie dann schließlich zu einer jungen Frau heran wächst. Auch Mabel und Jack entwickeln sich weiter. Sie werden zu einem liebevollen Elternpaar, das versucht ein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit endlich zu verarbeiten. In Alaska lernen sie schließlich Esther, ihren Mann und deren Kinder kennen und schließen eine innige Freundschaft mit der Familie. Auch diese spielen im weitern Verlauf des Buches eine große Rolle. Für mich war der Kinderwunsch von Jack und Mabel und der Umzug nach Alaska sehr verständlich. Die tiefe Traurigkeit, die die beiden zum Anfang des Buches ausstrahlen kommt sehr gut rüber, ebenso wie die Veränderungen, die beide im Laufe des Buches durchlaufen waren sehr verständlich. Die Autorin nimmt, wie schon gesagt mit nach Alaska. Man erlebt jede Jahreszeit dieses Landes mit, ebenso wie das Leben um 1920. Alles wirkt beim Lesen sehr gut recherchiert und ich konnte mich gut in das Leben zwischen Bergbau, Jagd und der Farm hinein versetzen.
Wow
Nach der Totgeburt ihres einzigen Kindes stürzen Mabel und Jack in ein tiefes Loch. Ein kompletter Neuanfang, nur für sie beide, soll sie ins Leben zurückführen. Dafür hat sich das kinderlose, nicht mehr ganz junge Ehepaar in den 1920er Jahren die Stille und Einsamkeit Alaskas ausgesucht. Ein Leben inmitten der Natur. Jedoch verfällt Mabel dort in eine immer tiefere Depression. Bis der erste Schnee fällt und sie mit Jack übermütig im Schnee tollt - sogar ein Schneemädchen bauen sie. Aber schon am nächsten Tag ist es zerstört, dafür begegnen sie einem kleinen Mädchen, das allein durch die Wälder streift und das niemand zu kennen scheint... Welch eine wundersame, zarte und berührende Geschichte entwickelt sich da! Eowyn Iveys Debütroman erzählt in unendlicher Ruhe eine Geschichte, die an ein russisches Märchen über ein Schneekind angelehnt ist. Snegurotschka. Dieser Roman ist aber kein Märchen, wenn er auch oft als ein solches anmutet. Allein die stimmungsvollen Beschreibungen der Wälder und des Wolverine Rivers, der schneebedeckten Felder, der Tier- und Pflanzenwelt und des Lebens in dieser nahezu unwirtlichen Gegend (besonders im Winter) haben mich verzaubert und mich in alte russische Märchen mit Väterchen Frost & Co. versetzt ;-) Bei all der Verzauberung malt Ivey aber auch ein sehr eindrucksvolles Bild über das Leben in Alaska, das nicht immer - eigentlich sogar sehr oft überhaupt nicht - märchenhaft ist, sondern unheimlich hart und gefährlich. Ein Arzt in der Nähe? Fehlanzeige. Nachbarn wohnen kilometerweit entfernt, doch es ist ein echter Segen, solche zu haben. Wie auch in dieser liebevollen Geschichte. Die Nachbarn Esther und George mit ihren drei Jungs freunden sich mit Mabel und Jack an und sorgen für wunderbare, spritzig-erfrischende Szenen. Nicht zuletzt kommt durch sie die Lebensfreude ins Haus zurück. Aber auch ganz besonders und in erster Linie trägt das wilde, mysteriöse kleine Mädchen einen großen Anteil dazu bei. Ich habe anfangs etwas schwer in den ruhigen Fluss der Erzählweise hineingefunden. So magisch alles ist, es hat mich nicht von Beginn an zum Weiterlesen "gezwungen", es war eher am Ende des Tages eine nette Art zur Ruhe zu kommen ;-) Aber mit etwas Geduld ist dann irgendwann die Eisschicht aufgebrochen und ich habe mich der Geschichte voll und ganz hingegeben. Die Ereignisse haben mich mehr und mehr mitgezogen, die Protagonisten –allen voran Mabel und Jack – sind intensiv gezeichnet und haben mich zutiefst berührt. Ich habe gestaunt, gelacht und feuchte Augen gehabt. Ich habe die zweite Hälfte der Geschichte nahezu inhaliert. Fazit: Magisch, sanft und berührend. Ein beeindruckendes Bild des Lebens im Alaska der 1920er Jahre, eine Ode an den Zauber der Natur, an Freundschaft & Liebe, an Zuversicht, Geduld und Vertrauen. Ein stiller, bewegender Roman einer Autorin, von der ich garantiert weitere Bücher lesen werde.
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