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Steven Erikson

Das Spiel der Götter (3) - Im Bann der Wüste

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ZUSAMMENFASSUNG
Die originellste und mitreißendste Fantasyserie von heute in edler Neuausstattung Das Jahr des Wirbelwinds ist angebrochen, und die Wüste Raraku selbst rebelliert gegen das Joch des malazanischen Imperiums. Während aus dem Herzen der heiligen Wüste immer mehr Aufständische strömen, versucht Coltaine, der letzte Kommandant der malazanischen Armee, mit viel zu wenig Soldaten mehrere tausend Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Doch Coltaine hat auch im Imperium mächtige Feinde - und so erwarten ihn nicht nur die Truppen der Aufständischen, sondern auch Intrigen, Hass und Verrat in den eigenen Reihen. Mit dieser komplexen epischen Fantasy-Saga wurde Steven Erikson zu einem der bedeutendsten Vertreter der modernen Fantasy.
BIOGRAFIE
Steven Erikson, in Kanada geboren, lebt heute in Cornwall. Der Anthropologe und Archäologe feierte 1999 mit dem ersten Band seines Zyklus Das Spiel der Götter nach einer sechsjährigen akribischen Vorbereitungsphase seinen weltweit beachteten Einstieg in die Liga der großen Fantasy-Autoren.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
20.01.2014
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783442269686
Sprache
German
Seiten
598
Schlagworte
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von phantastische_flu... und Ailyn
phantastische_fluchten
ailyn_09
phantastische_fluchten
Für manche Bücher reichen 5 Sterne nicht aus. Ein Buch, bei dem ich Rotz und Wasser geheult habe: Die Imperatix Laseen ernennt eine neue Hohe Faust. Der bisher unbekannte Wickaner Coltaine wird der neue Führer der siebten malazanischen Armee. Alle halten diese Ernennung für einen Witz, eine Scharade, einen hinterhältigen Plan des Vermummten. Doch Coltaine entpuppt sich als der überragendste und beeindruckenste Heerführer, den der Historiker Duiker jemals kennen gelernt hat. Der Krieger ist ein Mann weniger Worte, der seine genialen Plänen durchführt ohne sich um die Kritik anderer Menschen zu kümmern und das beschert ihm einen immensen Erfolg. Duiker erkennt nach und nach die Menschlichkeit und Güte dieses Mannes, der diese Wesenszüge aber tief in seinem Inneren versteckt, da sie in einem derart grausamen Krieg nur ablenkend wirken. Mit mehr als 50000 Flüchtlingen im Gefolge versucht Hohefaust Coltaine mit seinen Getreuen die Stadt Aren zu erreichen, im Stich gelassen von allen anderen Kommandeuren des malazanischen Imperiums und verfolgt von einem Heer an Feinden, das seinen Kriegern zahlenmäßig um das zehnfache überlegen ist. Auf der anderen Seite des Kontinents treffen Mappo und Icarium auf Fiedler, Crokus und Apsalar. Fortan gehen sie einen gemeinsamen Weg, der sie genauso in die Raraku führt wie Heboric und Felisin. Fiedler und seine Gefährten suchen das Azath Haus, während Heboric und seine junge Begleiterin sich zu den Aufständischen begeben um eine Prophezeiung zu erfüllen. Kalam hat sich von Fiedler getrennt und begibt sich in die Hauptstadt des Imperiums und die Imperatix zu töten. Doch an seinem Ziel angekommen, muss er erkennen, dass nichts so ist wie es scheint und einfach Pläne an der Komplexität des Lebens scheitern können. Kommentar: Das Buch hat mich fassungslos und sprachlos zurück gelassen. Ich gebe zu, ich hatte Tränen der Wut und Trauer in den Augen, denn der Autor schenkt dem Leser hier nichts. Die Darstellung des Krieges ist hart und kompromisslos, nichts wird verschönert oder verschleiert, der Leser bekommt die gnadenlose Brutalität der Menschen schonungslos vor Augen geführt. Unfassbar, dass in diesem Grauen drei Männer eine bedingungslose Freundschaft und einen tiefen Respekt füreinander empfinden. Inmitten des Grauens entwickeln diese tapferen Männer einen sehr schwarzen, ehrlichen Humor, den sie auch in der ausweglosesten Lage nie verlieren. Die Dialoge zwischen Duiker und Bult machen den Handlungsstrang um die Kette der Hunde zu etwas ganz besonderem. Inmitten von Tod und Verzweiflung, erdrückt von einer überwältigenden Übermacht, sind diese beiden Männer die Seele des Heeres und die Unterstützung, die Coltaine als Heerführer braucht. Duiker Bult und Coltaine sind das Herz der siebten Armee. Drei Männer, die wissen, dass sie keine Chance haben, diesen Krieg zu überleben, die aber nichtsdestotrotz niemals aufgeben und alles versuchen, die Flüchtlinge sicher nach Aren zu geleiten. Ein Meilen langer Treck von geschundenen Seelen, der sich seinen Weg durch unwegsames Gelände suchen muss, in dem Wasser eine Kostbarkeit bedeutet. Immer verfolgt von einem Feind, der den Treck von allen Seiten bedrängt, immer woanders zuschlägt und somit die Moral untergräbt. Nicht nur die äußeren Kämpfe sind es, die den Flüchtlingszug belasten. Die Adelige möchten nicht auf ihre Privilegien verzichten und machend er Hohefaust das Leben zu einer weiteren Hölle. Viele Leser vergleichen das Spiel der Götter mit games of thrones. Ich sage, dass Eriksons Werk wesentlich besser ist als die Serie von George R.R. Martin. Die Figuren machen eine konsequente Entwicklung durch, daher wirken sie glaubhaft und ehrlich. Der Autor geht seinen Weg, ohne auf die Bedürfnisse des Lesers nach Harmonie und Glück Rücksicht zu nehmen. Man merkt in Band drei schon, dass Erikson ein Konzept und einen Plan hat und alle Erzählstränge am Ende zu einem großen Ganzen führen werden. Hier gibt es nicht nur schwarz und weiß, gut oder böse. Das muss auch Kalam erkennen, als er vor der Imperatix steht. Einfache Rache ist für den Autor keine Lösung. Wie auch Kalam, erkennt der Leser erst nach und nach die Gründe für manche Handlungen und Ereignisse und nie ist etwas klar, logisch oder sofort erkennbar. Wie bei einer Zwiebel wird Haut um Haut entfernt und darunter findet man neue Erkenntnisse, die zu den heutigen Ereignissen im malazanischen Imperium geführt haben. Zwei weitere Figuren, die das Herz des Lesers gewinnen, sind Mappo und Icarium. Welches Schicksal diese beiden Wesen miteinander verknüpft, erfährt der Leser noch nicht. Doch die Freundschaft und Treue, die sie aneinander bindet, die Schuldgefühle von Mappo und die Unschuld von Icarium rühren den Leser bis in sein Innerstes. Wie schafft es ein Autor nur so unterschiedliche und vielschichtige Lebewesen zu erschaffen, die absolut glaubwürdig und überzeugend wirken? Ohne sich zu wiederholen oder in Oberflächlichkeit oder Banalität zu verfallen. Fazit: Für mich ein Meisterwerk. Ergreifend , erschütternd, fesselnd, beeindruckend. Es gibt nicht genug Adjektive um diesen Band zu beschreiben.
Wow
Bei dem nunmehr dritten Band Das Spiel der Götter: Im Bann der Wüste handelt es sich nun also – wie insbesondere Leser meiner Rezension des zweiten Bandes Das Reich der sieben Städte bereits wissen – um den zweiten Teil des englischen Originalbandes Deadhouse Gates und der kommt tatsächlich mit knapp 600 Seiten noch ein wenig umfangreicher daher als der Vorgänger. Erneut habe ich ein wenig gebraucht, mich wieder in die Geschichte einzufinden, doch die Anlaufschwierigkeiten waren hier natürlich deutlich geringer, da man es eben nicht wirklich mit dem Beginn eines Buches zu tun hat, sondern mit der Fortsetzung einer laufenden Geschichte, so dass speziell die handelnden Figuren ja logischerweise bereits bekannt sind und man sich lediglich neu vergegenwärtigen muss, wo man sie im letzen Buch verlassen hat. Icarium meldete sich zu Wort. »Hat nicht Schattenthron die Übernahme arrangiert? Wenn Cotillion von ihr Besitz ergriffen hat, dann kann es gut sein, dass Schattenthron von ihm Besitz ergriffen hat. Es hat wenig Sinn, nach irgendwelchen Beweggründen zu suchen – der Lord der Schattensphäre gibt sich notorisch geheimnisvoll. Trotzdem kann ich in der Möglichkeit an sich eine gewisse Logik erkennen.« Ist diese kleine Hürde aber erst einmal genommen, geht Erikson direkt in die Vollen und Im Bann der Wüste präsentiert sich deutlich actionlastiger und temporeicher als der Vorgänger, so dass mich speziell die Ereignisse rund um Coltaines Kette der Hunde in ihren Bann zu ziehen wussten, da es der Autor versteht, auf eindringlichste Art und Weise die Schrecken des Krieges zu verdeutlichen und die prekäre Lage, in der sich die Soldaten des malazanischen Imperiums befinden, deutlich zu machen. In diesem Zusammenhang war es auch speziell Duiker, der mich regelrecht in die Geschichte gesogen hat, da er als Historiker nicht nur stets nah am Geschehen bleibt und sich gleichsam mit der Faust berät, sondern auch als ehemaliger Soldat die nötige Schlagfertigkeit und Abgeklärtheit besitzt, um sich in diesen schwierigen Zeiten behaupten zu können. Neben diesem Plot, der den Leser quer durch die Wüste führt und sich anhand der im Buch vorgelagert abgedruckten Karte recht stimmig verfolgen lässt, widmet sich Erikson aber natürlich auch seinen anderen Protagonisten auf ausführlichste Art und Weise, wobei mir der Part um das Azath-Haus, und hier speziell natürlich Icarium mitunter am besten gefallen hat, da sich langsam die Schleier zu lichten beginnen und man zu erkennen anfängt, welche dunklen Geheimnisse das uralte Halbblut umgeben und in welcher Verbindung sein Weggefährte Mappo dazu steht. Einzig die Story um Heboric beziehungsweise mehr noch Felisin, die sich als Reinkarnation von Sha’ik entpuppt, wusste mich in Im Bann der Wüste nicht ganz so sehr gefangen zu nehmen, einfach weil sie doch im direkten Vergleich regelrecht vernachlässigt wird und vor allem nicht mit derselben Vielzahl an überraschenden wie erschreckenden Wendungen zu punkten versteht. Die Armee der Apokalypse unter dem Kommando des Renegaten Korbolo Dom hatte sich über den zerknitterten Teppich grasbewachsener Hügel verteilt, die den südlichen Rand der Ebene bildeten. Auf jeder Hügelkuppe standen Kommandozelte und die Banner verschiedener Stämme und selbst ernannter Bataillone. Zwischen kleinen Städten aus Zelten und Wagen streiften große Vieh- und Pferdeherden umher. Die Vorposten des Lagers wurden von drei ungleichmäßigen Reihen gekreuzigter Gefangener markiert. Gabelweihen, Rhizan und Kapmotten schwirrten um die Opfer herum. Nichtsdestotrotz führt Erikson schlussendlich zumindest einen Teil der Erzählstränge stimmig zusammen und auch wenn er seine Figuren teils grausam zu Tode kommen lässt und merklich wenig Mitleid mit dem Schicksal Einzelner hat, ist es die schiere, deutlich spürbare Epik, die atmende, lebendige, von wirklich zahllosen Legenden und Mysterien umrankte Welt, die mich auch diesmal in ihren Bann zu ziehen wusste und – auch wenn sie weit weg von Genabackis, dem Schauplatz des ersten Bandes Die Gärten des Mondes angesiedelt ist – deutliche Rückbezüge auf die dortigen Geschehnisse beinhaltet, so dass man nie das Gefühl bekommt, Erikson wüsste nicht genau, wohin er die Geschichte zu führen wünscht. Vor allem aber bleibt es auch hier seine größte Stärke, sich gänzlich außerhalb ausgetretener Fantasy-Pfade zu begeben und auch wenn Magie und Götter in der Welt von Das Spiel der Götter allgegenwärtig scheinen, sind es doch meistens die Menschen, denen er sein besonderes Augenmerk widmet und die nicht unmaßgeblich für den Erfolg oder Misserfolg der Unternehmungen verantwortlich sind.
Wow
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