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Maggie Shipstead

Dich tanzen zu sehen

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ZUSAMMENFASSUNG
Ein fesselnder Tanz um Liebe, Leidenschaft und Lebenslügen Joan steht der Abschied vom Ballett bevor: Sie ist schwanger und ihre Karriere als Tänzerin beendet, bevor sie richtig beginnt - falls sie denn jemals begonnen hätte. Sie heiratet ihren alten Schulfreund Jacob, und das Paar zieht aus New York an die Westküste, wo sich beide stumm nach der Welt des Balletts verzehren: Joan nach dem Tanz, Jacob nach der Tänzerin, die Joan einst gewesen ist. Doch ein Leben für den Tanz bedeutet nicht nur Drama, sondern auch hochfliegende Hoffnungen, stürmische Gefühle, erhabene Momente, und Joan ist und bleibt eine Tänzerin ...
BIOGRAFIE
Maggie Shipstead wurde 1983 in Mission Viejo, California, geboren und studierte von 2002 bis 2005 Amerikanische Literatur in Harvard. Erst im Alter von achtzehn Jahren, während ihres Studiums, kam sie erstmals mit der amerikanischen Ostküste in Berührung. Anschließend besuchte sie den berühmten Iowa Writers' Workshop, wo Zadie Smith sie unterrichtete. 2008 schloss sie mit einem Master of Fine Arts ab. Von 2009 bis 2011 hatte sie ein Stegner-Fellowship in fiction writing an der Stanford University inne.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
20.11.2015
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783423260893
Sprache
German
Seiten
365
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REZENSIONEN
Bewertet von Ladybug, Sarang und andere
ladybug
charlie
buchkenner
Die tränenreiche Welt des Ballets Joan Joyce ist mit Leib und Seele Ballerina. Sie verliebt sich in Arslan Rusakow, den russischen Ballet-Star, doch diese Beziehung hat keinen Bestand. Also heiratet sie ihren Jugendfreund Jacob und bekommt den Sohn Harry, der ebenfalls ein Tänzer wird … Der Stil der Autorin liest sich lockerflockig weg, aber leider hat sie es nicht geschafft, mich tief in die Geschichte hineinzuziehen. „Frauenromane“ sind auch nicht so ganz mein Genre, obwohl ich in letzter Zeit immer öfter positiv von diesen überrascht werde. „Dich tanzen zu sehen“ ist für mich aber leider eher eine Soap, die man eben ansieht, die aber nicht tief beeindruckt. Die Seelenqualen von Joan, Jacob und Harry haben mich stellenweise zwar berührt, aber auch ebenso oft habe ich mich gefragt, warum sie nicht einfach etwas an ihrer Situation ändern. Klar, das ist nicht bequem, aber der einzige Weg zum Glück. Die Story zieht sich über viele Jahre und irgendwie ist alles sehr vorhersehbar. Das kann ganz angenehm sein, je nach dem, was man beim Lesen gerade möchte: in Ruhe entspannen oder gefesselt und packend unterhalten werden. Schlecht ist dieses Buch auf keinen Fall, es trifft nur nicht meinen Nerv auf die Weise, wie ich das gerne hätte. Es umspannt das Leben von Joan von 1977 bis 2002. Diese 25 Jahre braucht sie, um über ihre geplatzten Träume hinwegzukommen und einzusehen, wo sie selbst Fehler gemacht hat, welche Auswirkungen das auf andere hat. Mir war keiner der Protagonisten ans Herz gewachsen, deshalb habe ich quasi nur emotionslos zugesehen. Das ist für mich dann leider eben nur Mittelmaß und damit bekommt das Buch von mir auch drei Sterne.
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Ihre Knöchel zittern. Sie hat gemeint, das Hübsche, Wohlbedachte abstreifen zu können und etwas übrig zu behalten, das sich instinktiv leicht anfühlte, aber sie ist die Freiheit im Tanz nicht mehr gewohnt. Ihre Ellbogen und Knie sind eckig. Alles wird auf der Spitze getanzt kleine Trippelschritte und Hüpfer, die Füße sind immerzu in Bewegung, unentwegt stoßen und stechen sie auf die Bühne. […] sie hat das Gefühl, sie mitzuschleppen. Sie stolpert und landet flach auf den Füßen, streckt die Arme aus, um ihr Gleichgewicht zu halten. […] Ihr wird schwindelig, aber sie fällt nicht. Die Coda muss noch getanzt werden. S. 316-317 »Inhalt« Joan Joyce tanzt. Leider nicht gut genug, um die Welt wirklich zu bewegen oder den Atem anhalten zu lassen. Dann bekommt sie ein Kind von ihrem Jugendfreund, der immer ein wenig in sie verknallt war und die beiden heiraten. Harry, ihr Sohn, ist ihr ganzer stolz und dass sie ihn ebenfalls zum Ballett führt, ist mehr Zufall als wirkliche Absicht. Damit hat Joan Fallstricke geschaffen, die sie alle irgendwann in der Zukunft einholen werden. Dabei wird sich ihrer aller Leben wie eine Bühne präsentieren und die Welt wird dabei zusehen, wie das Ballett Menschen in die Luft erhebt, aber auch zum Fallen bringt. »In jeder einzelnen Facette« „Dich tanzen zu sehen“ ist ein atemberaubendes Buch, das die verschiedensten Gefühlsfacetten beleuchtet und sich sowohl sprachlich als auch tänzerisch vor einem auffächert. Maggie Shipsteads Buch ist mehr als nur ein Buch über das Tanzen. Es vereint poetische Beschreibungen, wie das innere Leiden, die physischen Schmerzen durch das Tanzen nach außen getragen werden. Wie grazil der schmerzhafteste Sprung wirken kann und niemand sieht, wie viel Mühe den Tänzern teilweise abverlangt wird. „Dich tanzen zu sehen“ verdeutlicht, wie aus Leid und Qualen das Gefühl der Freude, der Euphorie, das Glück entspringen. Wie wackelig diese Gefühlskonstruktionen gleichzeitig sind, da sie meist flüchtige Momente andauern, um dann zusammenzufallen. Dann beginnen die Qualen von vorne, ein Kreislauf, den Maggie Shipstead mit ihrer Handlung meisterlich demonstriert. »In jedem einzelnem Detail« Maggie Shipstead springt in „Dich tanzen zu sehen“ zwischen den Jahren und Erzählperspektiven, so dass ich als Leserin einen wunderbaren Ausblick auf das Geschehen genießen konnte, der in einem atemberaubenden Spannungshöhepunkt gipfelt. Dieser Aufbau ist unglaublich klug und geschickt gewählt, weil er vage Andeutungen für die Zukunft gibt und wiederum Rückschlüsse für die Gegenwart zulässt und letztlich doch dazu führt, dass man beinahe meint, man könne den Kern des Ganzen begreifen, während er einem doch wieder entfleucht. Somit ähnelt der Aufbau von „Dich tanzen zu sehen“ tatsächlich der einer Choreographie. Jedes Detail scheint zu sitzen. Maggie Shipstead verbindet Liebe und Sehnsucht mit Schmerz und Trauer. Zeigt, wie Intrigen tatsächlich zu etwas Gutem führen können und wie alle Figuren letztlich nur danach bestrebt sind, ihr persönliches Glück zu finden. Am Ende sind alle Fäden so intensiv miteinander verworren, dass es einem Wunder gleicht, dass Maggie Shipstead sie so bravourös aufgelöst hat. »In jedem einzelnem Charakter« Über die Charaktere möchte ich nicht ins Detail gehen, weil das zu viel vorwegnimmt. „Dich tanzen zu sehen“ muss man von Anfang bis Ende genießen und sich ganz und gar in dieses zauberhafte Kopfkino fallen lassen. „Dich tanzen zu sehen“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite maßlos fasziniert. Nie wurde es mir langweilig. Maggie Shipstead hat erbarmungslos bewiesen, welch Genie in ihrem Werk steckt. »Mein Fazit« „Dich tanzen zu sehen“ von Maggie Shipstead ist mehr als ein Buch übers Tanzen. Es ist der Schauplatz einer Bühne. Der Bühne des Lebens, der ich mit angehaltenem Atem folgte und von der ich mich nicht mehr wegbewegen konnte. Maggie Shipstead vereinbart ihr farbenfrohes Erzähltalent mit den Details des Tanzens und findet dazwischen noch Platz für feine Nuancen, die alle berühren dürften.
Wow
Inhalt: Joan ist Ballerina. Ihr Leben lang hat sich von nichts anderem geträumt, doch als sie schwanger wird, bleibt ihr Nichts anderes übrig, als das Ballett aufzugeben. Statt auf den Bühnen dieser Welt, verbringt sie ihre Zeit als Ehefrau von Jacob, ihrem Jugendfreund und als Mutter. Sie sehnt sich aber weiter nach dem Tanz und einem speziellen Tänzer, der ihr seid ihrer ersten Begegnung nie aus dem Kopf gegangen ist. Meinung: Maggie Shipstead bedient sich in diesem Roman einer besonderen Sprache. Poetisch und melancholisch, zugleich aber auch nüchtern und trocken. Es bereitet Freude in diesen Schreibstil einzutauchen. Selbst erfahren im Ballett, beschreibt sie diese ganz eigene Welt des Tanzes detailgetreu und anschaulich. Verwoben mit einer Familiengeschichte voller Sehnsucht, Hoffnung und unerfüllter Träume. Ein Buch das die schillernde Figur der Ballerina aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und auch die Nachteile des Tanzes deutlich werden lässt. Harter Kampf, Ehrgeiz, Konkurrenz und mangelndes Talent. Ein schöner Gegensatz zu den meisten Büchern rund um das Ballett, die sich eher mit aufstrebenden Schülerinnen beschäftigen. So erwartet den Leser mehr Reife und Weltnähe. Fazit: Ein Buch was sich besonders auf Grund des Schreibstils und der Erfahrung der Autorin im Thema gut lesen lässt. Einzig bei den Charakteren hätte ich mir hier und da mehr Liebe zum Detail gewünscht, was dem Lesespass aber keinen allzu großen Abbruch tut.
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