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David Foenkinos

Die Frau im Musée d'Orsay

Kunst & Musik
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Wer »Nathalie küsst« mag, wird »Die Frau im Musée d'Orsay« lieben Warum nur flieht Antoine Duris Hals über Kopf aus seinem bisherigen Leben? Er war Professor an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon und zieht nun nach Paris, um im Musée d'Orsay, wo die farbenfrohen Gemälde von Manet, Monet und Modigliani hängen, Wärter zu werden. Keiner kennt die Gründe für diesen plötzlichen Wandel, keiner weiß, wie sehr ihn das Schicksal seiner hochbegabten Studentin Camille mitgenommen hat. Erst als er Mathilde kennenlernt, findet Antoine einen Weg, sich der Freude, dem Genuss und der Liebe wieder hinzugeben ... >
BIOGRAFIE
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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
13.05.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783328600862
Sprache
German
Seiten
235
Schlagworte
Beziehungsroman, Modigliani, Marie-Sabine Roger, Frauenunterhaltung, Nathalie küsst, Anna Gavalda, Laetitia Colombani, Paris, Alex Capus, Liebesgeschichte
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REZENSIONEN
Bewertet von doreen, Anne (milkysilver... und andere
doreen
milkysilvermoon
lesestrickeule
Neue Bücher von David Foenkinos sind stets Pflichtlektüre für mich. Insbesondere in diesem speziellen Buchfall. Schließlich bewirbt der Penguin Verlag den aktuellen Roman des französischen Schriftstellers mit den Worten: Wer »Nathalie küsst« mag, wird »Die Frau im Musée d’Orsay« lieben. Also ich habe Nathalie küsst vor einigen Jahren gerne gelesen. Sehr sogar! Deshalb war ich neugierig, ob ich diesen künstlerisch untermalten Roman tatsächlich lieben werde. Eines sei vorab verraten: Ich mag weiterhin die sporadisch eingearbeiteten Fußnoten, die typisch für David Foenkinos sind und kenne nun die Übersetzung von »Die Toilette befindet sich am Haupteingang« auf Englisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Italienisch und Arabisch. Dieses Mal lädt Foenkinos den Leser nach Paris ein, in das Kunstmuseum Musée d’Orsay – wie es der deutsche Buchtitel bereits verrät. Doch wer ist die erwähnte Frau im Buchtitel? Und welche Rolle spielt sie für den eingangs verschlossenen Protagonisten Antoine Duris? Die Antwort darauf lässt auf den ersten Seiten nicht lange auf sich warten … und ist dennoch nicht so einfach zu beantworten. Denn eigentlich gibt es in diesem Roman nicht nur eine Frau, die Antoines Aufmerksamkeit auf sich zieht und eine zentrale Verbindung zu besagtem Museum herstellt. Klar hingegen ist die Tatsache, dass sich der Romanheld in einer schweren Lebenskrise befindet. Warum das so ist, offenbart Foenkinos innerhalb von vier Hauptteilen, in denen Antoines Charakter zeitweise in den Hintergrund gerückt und ein höchst bedrückendes Kapitel aufschlagen wird. Wie gewohnt, beleuchtet Foenkinos seine Geschichte (in Gestalt eines allwissenden Erzählers) aus mehreren Blickwinkeln heraus. So erfährt man innerhalb eines Kapitels keineswegs nur, was in Antoines Kopf vorgeht, sondern parallel, was die neugierige Personal-chefin Mathilde an dem für sie »speziellen Fall« fasziniert. Eingangs gibt Antoine nicht nur für Mathilde ein rätselhaftes Bild ab, das es näher zu begutachten lohnt – neben der brennenden Frage, ob der Kunstkenner mit dem Schauspieler Romain Duris* verwandt ist. Auch als Leser beschäftigt einen die Frage, warum Antoine plötzlich aus Lyon geflohen ist, um in Paris als stiller Beobachter in einem Kunstmuseum anzuheuern. Im zweiten Kapitel wird schließlich seine Vergangenheit näher betrachtet und es kommt ein von der Liebe desillusionierter Kunstprofessor zum Vorschein, der in seinem unglücklichen Verhalten (besonders Frauen gegenüber) zuweilen an Sympathie einbüßt, sein Fehlverhalten aber immerhin einsieht und Besserung gelobt. Antoine ist eben auch nur ein (fiktiver) Mensch, der zeitweise in einer Sinnkrise feststeckt und mit gegenwärtigen Schuldgefühlen zu kämpfen hat. Als ich das dritte und geheimnislüftende Hauptkapitel aufschlug, konnte ich das Buch vollends nicht mehr aus der Hand legen. Ich möchte diesbezüglich nicht zu viel verraten, weil es interessierten Leser/innen die Spannung nehmen könnte. So viel darf aufgrund der Verlagsbeschreibung aber verraten werden: Es geht um die Kunststudentin Camille, deren Name früher im Roman bereits kurz erwähnt wird. Eigentlich bekommt man schnell eine Ahnung davon, in welche Richtung sich ihre Geschichte entwickeln wird. Wie vorab erwähnt: Es wird ein bedrückendes Kapitel aufgeschlagen, das dank Foenkinos prägnantem Schreibstil (sowie der gelungenen Übersetzung von Christian Kolb) aber an Farbkraft gewinnt und aufgrund der ernsten Thematik zum Nachdenken anregt. Ohnehin wird die Liebe zur Kunst hier auf eine schmerzvolle wie mitreißende Art zelebriert – selbst für eine Kunstbanausin wie mich. Und was ist mit dem abschließenden Kapitel? Ich muss gestehen: Die Auflösung um Antoines Flucht hat mich, aufgrund der zusammenfassenden Erzählweise, leicht ernüchtert. Das zu erklären, fällt mir schwer. Nur soviel: Im Vergleich zu Camilles Leidensgeschichte erschien es mir plötzlich wie ein überdramatisiertes Schwarz-Weiß-Portrait. Denn das letzte Kapitel vollendet die Geschichte mit einem (zugegeben) versöhnlichen, für mich jedoch viel zu rasch erzähltem Ende. Die Würze in der Kürze lässt hier zuweilen an Tiefe vermissen. So ist die »Liebesgeschichte« zwischen Antoine und Mathilde eher oberflächlich gezeichnet. Man erlebt sie vielmehr zwischen den Zeilen. Das ist jedoch Geschmackssache und gehört eben zum Schreibstil von David Foenkinos. * Romain Duris spielte u. a. in »Der Schaum der Tage« sowie »Der Auftragslover« die männliche Hauptrolle. Ich empfehle zudem die französische romantische Komödie »Mademoiselle Populaire«. Kurz gesagt: Ein gefühlvoll wie spannend erzähltes Drama, das die Liebe zur Kunst einfängt und aufgrund der ernsten Thematik zum Nachdenken anregt. Die Auflöung um Antoines Flucht und das darauffolgende letzte Kapitel sind dann gewiss Geschmackssache. Aber sehr lesenswert!
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Anne (milkysilvermoon)
Antoine Duris ist Professor an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon, als ein Ereignis sein Leben erschüttert. Mit Ende 30 gibt er Hals über Kopf sein bisheriges Leben auf, kündigt seinen Job und seine Wohnung – um nach Paris zu ziehen und als einfacher Wärter im Musée d’Orsay zu arbeiten. Freunde und Verwandte sind ratlos und glauben, dass eine Trennung dafür ursächlich sein könnte. Niemand ahnt, welcher traurige Grund wirklich hinter seiner plötzlichen Flucht steckt… „Die Frau im Musée d’Orsay“ ist ein Roman von David Foenkinos. Meine Meinung: Der Roman besteht aus vier Teilen, die wiederum in mehrere kurze Kapitel untergliedert sind. Teil 1 und 4 spielen in der Gegenwart, Teil 2 und 3 in der Vergangenheit. Der Roman endet mit einem Epilog. Erzählt wird zunächst überwiegend aus der Sicht von Antoine, danach auch aus der Sicht einer weiteren Person, die der Leser erst später kennenlernt. Der Aufbau funktioniert ganz gut. Der Schreibstil ist schnörkellos, wenig raffiniert, recht nüchtern und reduziert, aber dennoch eindringlich und stimmungsvoll. Der Roman ist ziemlich dialoglastig. Der Einstieg in die Geschichte fällt nicht schwer. Mit Antoine steht ein etwas eigensinniger, aber interessanter Charakter im Vordergrund. Er und die übrigen Personen wirken authentisch. Erwartet hatte ich eine Geschichte, die sich viel mit den Themen Kunst und romantischer Liebe beschäftigt. Ersteres trifft tatsächlich auf den Roman zu. Aber die Romantik spielt nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr stecken in der eher kurzen Geschichte mehrere düstere Facetten, bei denen es um Schuld, dunkle Geheimnisse und ein Verbrechen geht. Der Roman macht betroffen und regt zum Nachdenken an. Mehrere Wendungen sorgen für Überraschungen und Kurzweil. Die Erklärung für Antoines Abtauchen hat mich allerdings nicht ganz überzeugt. Zudem kommt das Ende des Romans ein wenig überhastet. Ich habe die ungekürzte Lesung angehört. Sprecher Erich Wittenberg macht mit seiner sehr akzentuierten Aussprache einen guten Job. Die deutsche Vermarktung des Romans finde ich etwas unglücklich. Weder das an sich hübsche Cover noch der Titel werden dem Inhalt gerecht und schüren falsche Erwartungen. Schade, dass man sich nicht stärker an der französischen Originalausgabe („Vers la beauté“) orientiert hat. Mein Fazit: „Die Frau im Musée d’Orsay“ von David Foenkinos ist ein Roman, der ganz anders ist als das, was ich vermutet hatte. Dennoch hat mich die Geschichte nicht enttäuscht und wird sicher noch eine Weile nachhallen.
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Warum flüchtet ein renommierter Professor um in einem Museum als Museumswärter zu arbeiten? Wovor flüchtet er? Wird die Kunst ihn heilen?

Inhalt:
Von heute auf morgen kündigt der renommierte Professor, Antoine Duris, seinen Job und seine Wohnung in Lyon und fährt mit einem Koffer nach Paris. Er flüchtet ins Musée d'Orsay und will dort als Museumswärter arbeiten. Er erhofft sich, dass die Gemälde seinen Schmerz lindern oder ihn zumindest etwas davon ablenken können.
Für die Personalchefin des Museums, Mathilde Mattel, ist Antoine ein großes Rätsel. Seine Traurigkeit und Einsamkeit fällt ihr sofort auf. Langsam, sehr langsam, nähern sich die beiden. Doch kann Antoine sich ihr öffnen und seine Geheimnisse ihr anvertrauen ?
Meine Meinung:
Ich habe bereits Bücher von David Foenkinos gelesen. Mal wieder hat mich der Schreibstil umgehauen. Es ist so wahnsinnig flüssig und lässt sich so schön lesen. Einerseits ist der Schreibstil ziemlich nüchtern und trotzdem mit genau der richtigen Dosis an Distanz. In diesem Fall finde ich es gut, dass der Leser sich wie ein Beobachter fühlt und eine gewisse Distanz zu den Protagonisten hat. Trotz der Distanz schafft der Autor eine gewisse Nähe und fesselt den Leser mit seiner Geschichte und seinem Stil. Meiner Meinung ist diese Distanz notwendig, denn so wird es nicht zu emotional. Ohne groß zu spoilern, in diesem Roman wird von Grausamkeiten berichtet. Diese sind erschreckend authentisch und klar dargestellt. Für manche könnte es als zu grausam erscheinen. Für meinen Geschmack war es aber genau richtig. Denn solche Themen müssen behandelt werden und sollten nicht tot geschwiegen werden. Denn sie sind leider keine Seltenheit. David Foenkinos behandelt dieses Thema mit viel Fingerspitzengefühl. Dieses Schicksal bringt mehrere Personen zusammen, die auf eigene Art und Weise leiden.
All diese Personen sind mit der Kunst tief verbunden und kämpfen für das Leben, weil die Hoffnung zu letzt stirbt. Kunst spielt in diesem Roman eine große Rolle. Einerseits dient es als Kontrast zu der Grausamkeit und andererseits ist es auch eine Art Therapie.
"In der Kunsttherapie schafft man eigene Kunstwerke, um sein Leid auszudrücken und sich in seinen Ideen und seiner Inspiration selbst zu erkennen. Antoine wählte einen anderen Weg. Die Betrachtung der Schönheit war für ihn ein Mittel gegen die Hässlichkeit der Welt." (S.28)
Mich hat dieser Roman sehr tief berührt und sehr bewegt. Es gehört schon jetzt zu einen meiner Jahreshighlights.
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