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Susan Jane Gilman

Die Königin der Orchard Street

Gesellschaft
Ist Teil der Reihe
Insel-Taschenbücher
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
New York, 1913. Für die kleine Malka eröffnet sich inmitten der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen von Manhattans Lower East Side eine vollkommen neue Welt, als das Schicksal sie direkt vor Salvatore Dinellos Pferdefuhrwerk laufen lässt. Denn der fahrende Händler, der jeden Tag Arien trällernd mit seinem Wagen durch die Straßen zieht, weiht sie in das köstlichste Geheimnis der Welt ein: das Wunder der Eiscreme. Und so beginnt für Malka eine wahre Tour de Force durch das Leben - bei der aus dem listigen und erfinderischen Mädchen die Grand Dame Lillian Dunkle wird, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium ... Lebensprall, bunt und voller Fabulierlust fegt dieser Roman wie ein Wirbelwind durch das 20. Jahrhundert und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer ungezähmten Heldin, eines turbulenten Lebens und der Entdeckung der süßen Magie.
BIOGRAFIE
Susan Jane Gilman stammt aus New York und hat an der Universität von Michigan Kreatives Schreiben studiert. Bislang veröffentlichte sie sehr erfolgreich drei Sachbücher, zudem schreibt sie u. a. für The New York Times, The Los Angeles Times und das Ms. Magazine. Für ihr Schreiben wurde sie merhfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Königin der Orchard Street ist ihr erster Roman. Susan Jane Gilman lebt derzeit in Genf in der Schweiz und in New York.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
11.04.2016
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783458361428
Sprache
German
Seiten
552
Schlagworte
New York, USA, Neuerscheinungen 2016, Lower East Side, Geschichte 20. Jahrhundert, Bestseller 2016, Immigration, Emigration, Eiscreme, Starke Frauen, Einwanderer, American Dream
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von daffodil, Schokoloko 28 und 2 andere
daffodil
schokoloko28
anne-maritstrandborg
franziskaschönbach
Als russische Juden in bitterer Armut leben - nein, das wollen Malkas Eltern nicht und beschließen, zu einem Onkel nach Südafrika auszuwandern. Durch Trickserei aber lotst sie der Vater aber nach Amerika, dem Land, in dem "...die Pflastersteine aus Gold sind und Milch und Honig in den Bächen fliessen." Ernüchtert findet sich die sechsköpfige Familie in einem Zimmer einer Mietskaserne wieder. Das verzeiht Malkas Mutter ihrer Tochter nie. Sie zwingt die Mädchen, Geld zu verdienen - sonst gibt es nichts zu essen. Malka, gerade sechs Jahre alt, geht kreativ vor: sie singt, ihre jüngere Schwester tanzt, für je einen Penny; und für einen weiteren Penny hören sie damit auf. Als sie wieder einmal ihren Vater sucht, wird sie von einem Eiswagen angefahren und wacht in einem Krankenhaus auf. Bis zur Hüfte in Gips. Der Vater bleibt verschwunden, die Mutter verstößt das Kind: "Sie ist häßlich, ein Krüppel, nutzlos." Letztendlich nimmt der Fahrer des Eiswagens, Mr. Dinello, sie zu sich. In seinem Heim wird sie als Arbeitssklavin ausgenutzt, ungeliebt, verspottet. Trotzdem lernt sie einiges über Eisherstellung und Vertrieb. Den Kontakt zu ihrer Familie verliert sie bald ganz und lässt sich sogar taufen. Auf einen Gehstock angewiesen, unterernährt und unscheinbar kämpft sie sich durch. Als ihr die Liebe begegnet, heiratet sie den attraktiven, aber schüchternen und stotternden Bert trotz aller Widerstände. Hinter ihrem Rücken bootet Familie Dinello sie aus und lässt sie mittellos auf der Straße stehen. Ehrgeizig und voller Wut schafft sie sich mühevoll und mit vielen Rückschlägen ein Eisimperium und wird zu Amerikas Eiskönigin, sogar mit eigener Fernsehshow. Alles gut? Nein.... Diese Malka, umgetauft in Lilian, macht es Einem nicht leicht, sie zu mögen. Von Menschen, von denen sie geliebt werden möchte, wird sie ausgenutzt. Den, der sie liebt, brüskiert sie. Erst im Alter lässt sie ein wenig Nähe zu. Herrschsüchtig, hartherzig will sie ihr Imperium nicht nur halten, sondern immer noch vergrößern. Sie nimmt Rache, verstösst gegen Gesetze, stets misstrauisch verprellt sie ihre Mitmenschen. Einzig ihr Enkel findet Zugang zu ihr. Auf eigene Art bedankt sie sich.... "Die Königin der Orchard Street" zeigt Amerika aus der Sicht europäischer Einwanderer von 1913 bis zum Ende der 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Glanzvolle Fassaden, Not, Elend, davon geprägte Gefühle - authentisch und nachvollziehbar; ein spannendes Buch.
2 Wows
Schokoloko 28
Malka und ihre Familie fliehen 1913 von den Progromen in Russland nach Amerika; genau genommen nach New York. Sie leben in erbärmlichsten Verhältnissen; der Hunger und der geringe Platz ist der stetige Begleiter. Durch einen Unfall mit einem Eiswagen, gelangt verliert Malka ihre körperliche Versehrtheit. Sie bleibt sehr lange im Krankenhaus. Durch die schwierigen Verhältnisse zuhause (ihre Mutter kommt in die Psychiatrie; ihr Vater ist abgehauen), nimmt der Fahrer des Eiswagens Malka auf. Durch diese Familie lernt sie das Herstellen von Eis von Grund auf.... Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es wird gut die einfachen Verhältnisse in New York beschrieben. Auch der Werdegang von Malka hat mich mitgerissen. Obwohl sie wahrlich nicht sympatisch war, sondern eher fordernd, herrisch und sehr geschäftstüchtig, konnte ich gut ihre Beweggründe verstehen. Die Protagonisten werden als Menschen mit Fehlern und Stärken beschrieben, wie es im wirklichen Leben auch der Fall ist. Fazit: Ein Buch, welches einen auf eine Reise mitnimmt und man hofft, dass die Reise noch lange dauern wird.
4 Wows
Anne-Marit Strandborg
Eine Frau geht ihren Weg Malkas Familie flieht aus Russland. Mit dem Schiff soll es nach Kapstadt gehen. Die Mutter versteckt in Malkas Mantel das Geld und gibt ihr Order, zu brüllen wie am Spieß, wenn es jemand wagen sollte, an den Mantel zu gehen. Als die Mutter und Schwestern krank werden, müssen sie noch vor der Abreise in Quarantäne. Doch als der Vater Malka das Geld abnimmt, kommt sie nicht dagegen an. Dieser tauscht die Tickets nach Kapstadt gegen Tickets nach Amerika ein. Doch vom gelobten Land merkt die Familie nichts. Sie leben weiterhin in Armut. Die Mädchen müssen arbeiten gehen. Der Vater macht sich eines Tages, wie so viele Familienväter, aus dem Staub und lässt die Familie hängen. An der ganzen Misere gibt die Mutter Malka die Schuld, weil sie es zugelassen hat, dass der Vater das Geld nahm. Auf der Suche nach dem Vater rannte Malka vor ein Pferdegespann und wurde so schwer verletzt, dass sie in ein Spital musste. Die Mutter wollte sie nicht zurück haben. "Schlimm genug, dass sie eines von vier Mädchen ist. Schlimm genug, dass sie hässlich ist. Und jetzt sagen Sie mir auch noch, dass sie ein Krüppel ist? Bitte, Herr Doktor, sagen Sie's mir. Was soll ich mit so einer Tochter anfangen? [...] Behalten Sie sie meinetwegen. Sie ist nutzlos." Als es Malka einigermaßen ging, holte sie Mr. Dinello, durch dessen Pferd sie den Unfall erlitt, aus dem Spital zu sich nach Hause. Gegen den Willen seiner Frau. Die Dinellos hatten drei Söhne. Es war der Sommer 1913. Es herrschte eine verheerende Sommerhitze. Es war Poliozeit. Diphterie, rheumatisches Fieber, Cholera. Malkas Schwester Rose ist an Typhus gestorben. Die Mutter verlor den Verstand und wurde eingewiesen. Ein wenig Schonzeit gönnte Mrs. Dinello Malka. Sie konnte kaum laufen. Ihr Bein war geschient und verbogen. Sie musste lernen, an Krücken zu laufen. Doch allzu viel Zeit ließ sie ihr nicht, dann musste Malka für Kost und Logis mitarbeiten. Und so lernte sie von der Pike auf die Eisherstellung. Das war Malkas erstes Jahr im Land der Möglichkeiten. Die Dinellos ließen sie taufen. Die Legende ihres amerikanischen Lebens begann nun mit dem Namen Lillian Maria Dinello. Lillian Maria Dinello erzählt uns hier ihre Geschichte. Und sie spricht uns dabei persönlich an: Meine Schätzchen. "Verklagt mich doch" ist einer ihrer Lieblingssätze, der immer wieder mal auftaucht. Sie erzählt uns, wie viele Männer die essbare Eistüte erfunden und sie bei der großen Weltausstellung vorgestellt haben wollen, über die ersten modernen Eismaschinen. Der Erste Weltkrieg, der den Dinellos die Söhne kostete. Die Spanische Grippe, die sogar mit der Pest verglichen wurde. Lillian besucht die Schule. Mrs. Dinello schickte sie sogar aufs College. Sie meint, da Lillian nie richtig körperlich wird arbeiten können, muss sie mit dem Kopf arbeiten. Als das Ehepaar immer älter wird, vertraut sie Lillian sogar die Geschäftsbücher an. Und als man gerade beginnt zu denken, wie es weitergehen wird, gibt es eine Wendung in der Geschichte. Doch lest selbst... Susan Jane Gilman stammt aus New York und hat an der Universität von Michigan Kreatives Schreiben studiert. Nach drei Sachbüchern ist dies ihr erster Roman. In einer Buchwidmung erwähnt sie Frank McCourt. Ihr Schreibstil erinnert mich ein wenig an ihn. Auch sie benennt, wie er, die Armut und den Dreck, in dem die Menschen damals lebten, beim Namen. Durch Lillians Erzählung erfahren wir auch ein bisschen Amerika-Geschichte.
1 Wow
franziskaschönbach
Susan Jane Gilman nimmt uns mit auf eine turbulente, lebensfrohe, rasante Tour durch die Welt der Eiscreme. Wir erleben die bewegende, abenteuerliche Geschichte der kleinen Malka die zur kämpferischen Lilian Dunkel, der Eiskönigin von Amerika wird. Gleichzeitig wandern wir durch das im Wandel stehende New York von den 30iger bis in die 80iger Jahre. Eine witzige, vielseitige Geschichte durch das Leben eines sehr starken, rotzfrechen Charakters. Ich hatte richtig Spaß, auch wenn die ein oder andere Stelle mich etwas genervt hatte.
Wow
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