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Hwang Sok-Yong

Die Lotosblüte

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ZUSAMMENFASSUNG
Denkt man an ein märchenhaftes Schicksal, so kommt man nicht sofort auf Kurtisanen und Frauenhandel, doch es ist tatsächlich ein alter koreanischer Mythos, der diesem Meisterwerk zugrunde liegt. Darin entführt Hwang Sok-Yong den Leser in das Asien des 19. Jahrhunderts, in eine Welt des Opiumhandels und der Prostitution: Von der Stiefmutter verkauft, findet sich die 15 Jahre alte Shim Chong plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen wieder. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist so furchtbar anders, als sie es gewohnt ist. Viel zu essen hatte sie nie, und Betteln war ihr täglich Brot, denn sie diente ihrem blinden Vater als Augenpaar, doch der Alltag in dem fremden Haushalt kommt ihr erst recht vor wie ein böser Traum. Als ihr Ehemann stirbt, wird ihr schmerzlich bewusst, dass dies für sie nur die erste Station einer Odyssee ist, die sie, als Handelsware missbraucht, von den Ufern des Gelben Flusses über Shanghai, Taiwan und Singapur bis in das Land der Geishas führen soll. Nach unzähligen sinnlichen wie schmerzvollen Erfahrungen entdeckt Shim Chong eines Tages die Macht ihres Körpers und nimmt ihr Leben in die eigenen Hände. Selten ist es einem asiatischen Autor gelungen, das historische Ostasien in all seinen bunten Facetten einzufangen. Hier taucht man ein in diese fremde Welt und nimmt Anteil am Schicksal Lenhwas: ein Roman mit enormer Tiefe, ungemein fesselnd und mit schwindelerregender Leichtigkeit erzählt.
BIOGRAFIE
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PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
10.05.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783958902626
Sprache
German
Seiten
495
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REZENSIONEN
Bewertet von coffee_and_goodbo..., czytelniczka73 und 3 andere
coffee_and_goodbooks
czytelniczka73
bella5
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forti
coffee_and_goodbooks
Stellvertretend für viele Asiatinnen bringt uns Chong das arme, bittere Leben der asiatischen Frauen im 19. Jahrhundert nahe. Chong wird mit 15 Jahre von ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen verkauft. Als Zweitfrau wird sie zum Lustobjekt des Alten. Nach seinem baldigen Tod wird sie von seinem Sohn Kuan aufgenommen. Dieser möchte Chong zu einer Prostituierten in seinem Lustschuppen machen. Sie kann fliehen, jedoch landet sie ihn der nächsten Gefangenschaft. Das Leid als Hure zieht sich durch ihr ganzes Leben, bis sie doch noch eine Chance auf Freiheit und Selbstbestimmung erhält. Ich selbst war beim Lesen sehr berührt von diesen Schiksalen. Beim Lesen bewunderte ich zum einen Chongs Stärke und Mut, musste zum Anderen öfters schlucken oder sogar machmal mit den Tränen kämpfen , wenn man sich vorstellt, wie diese Frauen benutzt wurden. Der Schreibstiel ist sehr bildlich und flüssig. Es ist sehr gut recherchiert und es wird teilweise zu ausführlich beschrieben. Dennoch denke ich, dass das Buch einen wirklich guten Einblick in eine für die meisten Menschen unbekannte Welt gibt und auch mal wieder eine starke Frau zeichnet, die trotz einen sehr harten Lebens immer weiter macht.
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czytelniczka73
Kurtisane,Geisha...starke Frau "Die Lotosblüte " erzählt die schicksalhafte Geschichte der Koreanerin Shim Chong,die damit anfängt,dass sie als 15-jährige von ihrer Stiefmutter nach China verkauft wird.Angeblich soll sie dort heiraten, wird aber zuerst die Konkubine eines 80-jährigen Mannes,nach seinem Tod die Geliebte seines Sohnes und arbeitet schliesslich als Kurtisane in dessen Freundehaus. Und so geht es immer weiter-mehrmals wird sie verraten und verkauft und immer nur als "Ware " angesehen ,aber wird nie zum Opfer und versucht mit eigenen Regeln zu spielen. Hwang Sok-Yong zeichnet in seinem Roman ein vielschichtiges und interessantes Bild von Asien des 19.Jahrhunderts.Die aufwülende und doch märchenhaft wirkende Geschichte von Chong vermischt sich mit politischen und historischen Erreignissen (wie z.B die Opiumkriege) umd man kriegt dadurch ziemlich genaue Vorstellung von damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen,besonders im Hinsicht auf die Frauenrolle.Ich fand das Buch fesselnd,angenehm zum Lesen,emotional und manchmal bisschen verstörend.Die Figur von Chong hat mir sehr gut gefallen,nicht nur weil sie nie aufgegeben hat,ihre Würde zu behalten, sondern auch,weil sie trotz ihrer aussichtlosen Sitution versucht hat anderen zu helfen.Das war für mich das Schönste an der Geschichte,wie die Frauen zusammengehalten haben und sich für einander eingesetzt haben,in der brutalen Welt,in der sie gelebt haben,war das ein Hoffnungsschimmer der Menschlichkeit. Da ich das Buch gleichermassen spannend und informativ fand,kann ich es nur weiterempfehlen !
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Die Handlung der „Lotosblüte“ ist im 19. Jahrhundert in Asien angesiedelt. Die Geschichte beginnt in Korea. Eine arme Familie verkauft die Tochter als Zweitfrau an einen Chinesen. Das Mädchen ist 15 Jahre alt, der Chinese ein achtzig Jahre alter Mann! Das Mädchen, das in „Lehnwa“ umgetauft wird, rutscht nach dem Tod ihres Mannes noch tiefer in die Prostitution und landet schließlich in einem Bordell. Nach außen hin ist das Mädchen gehorsam und devot, innerlich aber schmiedet sie Pläne, um sich unabhängig zu machen von einem Leben, das sie nie selbst gewählt hatte. Als schließlich die Engländer in Asien siegreich sind, sieht Chong – Lenhwa ihre Stunde gekommen… Der Stil des Autors Hwang – Sok Yong ließ mich in eine fremde Kultur und eine ferne Zeit eintauchen. Das Sujet des Romans legt nahe, dass das Schicksal der Protagonistin kein leichtes ist; dennoch war es mir zum Teil unangenehm, die Beschreibungen der erotischen Szenen zu lesen und ich bezweifle, dass die Frauen die Gewalt und den Zwang genossen haben, wie so oft frage ich mich, ob ein Mann über Frauen schreiben sollte, und ob nicht insgeheim die Prostitution in Asien durch solche Romane (auch wenn der Autor sie vordergründig ablehnt) in gewisser Weise glorifiziert und mystifiziert wird? Zwar ist mir auch nicht wohl dabei, mir als Europäerin ein Urteil anzumaßen, aber ich finde es doch sehr erschreckend, dass das Thema Zwangsprostitution auch in der heutigen Zeit nicht passé ist. Im Zweiten Weltkrieg wurden Koreanerinnen von Japanern als „Trostfrauen“ (ein grauenhafter Euphemismus) versklavt, eine Anerkennung der Tatsache durch die Japaner erfolgte erst kürzlich. Man sieht in der „Lotosblüte“, wie die Protagonistin sich mit ihrem Schicksal arrangiert, gewisse „Privilegien“ genießt. Es gelingt ihr trotz aller Widrigkeiten, sozial aufzusteigen. Der Text ist zuweilen sehr poetisch, anrührend und auch abstoßend. Man muss sich aber trotz aller Schönheit der Sprache und trotz der exotischen Szenen vor dem Hintergrund einer wechselvollen Historie vor Augen halten, dass der Weg der Lotosblüte Shim Chong eine Geschichte der Sklaverei ist. Fazit: Für „Die Lotosblüte“ von Hwang – Sok Yong vergebe ich vier von insgesamt fünf möglichen Sternen.
1 Wow
Chongs Mutter ist früh gestorben und das Mädchen wächst bei ihrem blinden Vater auf. Als dieser eine neue Frau kennen lernt, ist das Schicksal der Tochter besiegelt. Die Stiefmutter verkauft sie, fast noch ein Kind, als Konkubine an einen Greis in China. Aus Chong wird dort Lenhwa, die Lotosblüte, und ein Leben voller Leid und Schmerz beginnt für das junge Mädchen. Sprachlich ist der Roman des koreanischen Autors Hwang Sok-Yong durchaus gelungen; bildliche Beschreibungen und eingestreute Lieder und Gedichte unterstreichen die melancholische Grundstimmung. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert in Ostasien. Es ist eine Zeit der politischen Unruhen und Kriege, die schließlich zu einer Öffnung Asiens für die europäischen Märkte führt. "Die Lotosblüte" erscheint gut recherchiert und authentisch, die Begrifflichkeiten sind jedoch, wenn man so wie ich kein profunder Kenner der asiatischen Neuzeit ist, recht sperrig. Alte Namen und Länderzugehörigkeiten machen Chongs Weg durch Korea, China, Taiwan und Japan nur schwer nachvollziehbar. Ein Glossar am Ende des Buches hilft hier nur begrenzt weiter. Gut beschrieben ist hingegen, wie unsicher und ausweglos die Situation für junge Frauen in dieser Epoche war. Als Sklavin verkauft, müssen sie oft ihr ganzes Leben eine finanzielle Schuld bei ihrem Peiniger abarbeiten, dabei sind sie es doch, denen die Freiheit genommen wurde. Rettung bringt auch hier wieder nur potenzieller Ehemann, der seine Geliebte freikauft. Ein grausames System, das sich als moderne Frau nur schwer nachvollziehen lässt - und vielleicht liegt auch hier das größte Problem des Romans. Chong erfährt, vor allem zu Beginn der Handlung, eine ganze Reihe an Vergewaltigungen und Misshandlungen. Dennoch liest sich gerade dieser Teil mehr wie ein erotischer Roman, als einer, der Gesellschaftskritik üben will. Erst als neben Chong die Figur von Lingling eingeführt wird, wird an diesem jungen Mädchen deutlich, wie sehr die Frauen unter dieser Arbeit seelisch und körperlich zu leiden haben. Mit dem Leid seiner Protagonistin hat der Autor es möglicherweise auch etwas übertrieben. Eigentlich zieht es sich durch ihr gesamtes Leben und glückliche Phasen sind immer nur von kurzer Dauer, bis die nächste Katastrophe eintritt. Vielleicht ist auch das wieder ein sehr westlicher Gedanke, aber ich hätte mir von der Figur mehr Entwicklung gewünscht - sie bleibt immer sehr abhängig von Männern, egal in welcher Form. Auch wenn sie sich aus manchen Zwängen im Verlauf der Handlung befreien kann, oft tauscht sie nur ein Gefängnis gegen das nächste. Fazit: Eine bedrückende Geschichte aus dem historischen Ostasien
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Nach dem großen Roman über die amerikanische Sklaverei "Underground Railroad" hat Colson Whitehead sich auch in seinem neuen Roman "Nickel boys" wieder den US-amerikanischen Rassismus als Thema vorgenommen. Diesmal ist es ein weniger prominentes, teils immer noch totgeschwiegenes Thema: die Misshandlungen Jugendlicher in Besserungsanstalten. Hierbei verschweigt der Autor nicht, dass dies natürlich auch weißen Jugendlichen passiert ist, konzentriert sich aber auf die Geschichte der schwarzen Jugendlichen. Wie mühsam und unangenehm die Aufarbeitung dieser Verbrechen ist, kann man in Deutschland wohl gut nachvollziehen, wo man sich schon lange mit dem Thema Missbrauch in Heimen (zwar ohne Rassismus und Todesfälle, aber dennoch ungerecht und unrecht) mehr oder weniger auseinander setzt. Colson Whitehead beschreibt die Realität in einer Besserungsanstalt aus der Sicht des 15-jährigen Elwood, der beste Chancen darauf hatte, durch Bildung seinem eher chancenlosen Umfeld zu entkommen, und der dann aber unvermittelt und unschuldig in eine Besserungsanstalt geschickt wird. Beschrieben wird außerdem der Alltag außerhalb der Anstalt, der in den 1960`er Jahren im Süden der USA immer noch von Rassentrennung und vielen Ungerechtigkeiten geprägt ist. Dies setzt sich in der Anstalt fort. Dass es in den ganzen USA immer noch latenten bis offenen Rassismus gibt, wird spätestens in den Passagen, die im Jahr 2014 spielen, klar. Geschrieben ist dies nicht sentimental, aber dennoch zu Herzen gehend. Die Geschichte wird mir lange in Erinnerung bleiben.
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