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ZUSAMMENFASSUNG
Eine unglückliche Ehe, skandalträchtige Affären, die Verbannung vom Hof ihres Gemahls Ernst von Sachsen-Coburg prägten ihren Lebensweg. Gebrandmarkt als „Schand-Luise“, geriet Luise von Sachsen-Coburg-Saalfeld, die Schwiegermutter von Queen Victoria, nach ihrem frühen Tod schnell in Vergessenheit. Ulrike Grunewald beleuchtet das Leben dieser Frau und verbindet ihre Geschichte mit dem Aufstieg des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha von einem unbedeutenden Miniaturfürstentum zu einer der mächtigsten Dynastien des 19. Jahrhunderts. Als Luises Sohn Albert an der Seite von Queen Victoria in England reüssiert, kämpft er mit dem Erbe seiner Mutter - es gibt Gerüchte, dass Albert ein uneheliches Kind der lebenslustigen Luise war. Das Buch erhellt nicht nur eine bislang unerforschte Biografie, sondern gibt auch Einblick in die gesellschaftlichen Konventionen und Zwänge des frühen 19. Jahrhunderts, über die sich Luise vielfach hinwegsetzte.
BIOGRAFIE
Ulrike Grunewald, geb. 1958, ist Redakteurin und Regisseurin in der ZDF-Redaktion Zeitgeschehen. Als ZDF-Moderatorin und -Reporterin arbeitete sie für das heute-journal und das Mittagsmagazin. 1987 begleitete sie Diana und Charles auf ihrer Deutschlandreise. Es folgten große TV-Dokumentationen, die sie als Autorin oder Redakteurin mitgestaltete, wie z. B. »Wir von drüben«, »Fall Deutschland«, »Die Königskinder«, »Die Windsors« und »Die Wölfe« (ausgezeichnet mit dem International Emmy 2009). Zu verschiedenen TV-Produktionen hat Ulrike Grunewald begleitende populäre Biografien veröffentlicht. 2012 wurde sie mit einer Arbeit über Luise von Sachsen-Coburg-Saalfeld promoviert.
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REZENSIONEN
Bewertet von Marc Lippuner
lippunermarc
Gemeinhin gilt Preußens Königin Luise als Lady Di des 19. Jahrhunderts: Schön und anmutig war sie wie keine zweite Königin im Hause Hohenzollern, beim Volk erfreute sie sich aufgrund ihres eher bürgerlichen denn aristokratischen Habitus‘ großer Beliebtheit, 1810 wurde sie im Alter von nur 34 Jahren viel zu früh aus dem Leben gerissen. Der Königin der Herzen macht jedoch eine Namensvetterin Konkurrenz, die den oben genannten Gemeinsamkeiten mit der englischen Kronprinzessin Diana noch einige hinzufügt. Luise von Sachsen-Coburg-Saalfeld, ebenfalls hübsch, beliebt und jung verstorben, haderte mit dem höfischen Protokoll, war in einer lieblosen Ehe gefangen, wurde des Ehebruchs beschuldigt und vom Hof verstoßen. Darüber hinaus hat sie als Schwiegermutter Queen Victorias eine direkteVerbindung zum englischen Königshaus. Ulrike Grunewald, Royal-Expertin des ZDF, promovierte 2013 über die unangepasste Herzogin, fünf Jahre später hat sie ihre Dissertation noch einmal auf links gedreht, um mit „Die Schand-Luise“ ein populäres Sachbuch zu veröffentlichen, dass die Biografie noch einmal neu – wesentlich erzählerischer – aufbereitet. Das kurze, skandalreiche Leben der heute vergessenen Herzogin liefert in ausreichendem Maße Ingredienzen für einen großen historischen Roman: Eine junge Prinzessin, die gegen alle Konventionen selbstbestimmt leben möchte, ein Herzog, der sie aus dynastischen Gründen ehelicht, eine böse Schwiegermutter, die ihr den Umgang mit den beiden Söhnen verwehrt, einen Vater, der gern auch mal Frauenkleider trägt, eine herzlose Stiefmutter, einen schnittigen Rittmeister, eine ominöse Griechin sowie eine Schwiegertochter aus dem englischen Königshaus. Der Anspruch, aufgrund einer überschaubaren Quellenlage nicht ins Spekulieren zu kommen, gebietet einer saftig, opulenten Ausschmückung, die durchaus als Vorlage für eine mehrstaffelige Netflix-Serie taugen würde, jedoch Einhalt. Und so gerät die Erzählung an manchen Stellen zu lang, an manchen ein wenig zu trocken. Die Figuren verharren in ihrer historischen Einordnung, nur wenige werden plastisch genug, um ihnen „nahe kommen“ zu können. Trotzalledem bietet das Buch einen unterhaltsamen, verständlich geschriebenen Einblick in die gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts, über die eine junge, lebenslustige Frau sich vergeblich hinwegzusetzen versuchte. Ulrike Grunewalds Verdienst ist es, die Biografie dieser rebellischen Adligen erforscht und sie – ohne Verklärung oder Beschönigung – dem Vergessen entrissen zu haben.
Wow

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