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Christiane Tramitz

Die Schwestern von Marzahn

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ZUSAMMENFASSUNG
Ein Mann, der nichts zu geben hat - zwei Mädchen, die alles brauchen - eine einzigartige Freundschaft Fabian Krüger, arbeitslos, von seiner Frau verlassen und einsam, trifft auf der Treppe seines Plattenbaus auf zwei kleine magere Mädchen, die sich ausgesperrt haben. Obwohl er genug eigene Sorgen hat, kümmert er sich zunehmend um die Schwestern, er kauft von seinem wenigen Geld Essen für sie, macht Hausaufgaben mit ihnen. Er sorgt fast ein Jahr für die Kleinen, bis sie plötzlich verschwunden sind. Mithilfe der anderen Bewohner des Plattenbaus kommt Krüger zu einer schrecklichen Erkenntnis. Sein Leben erfährt eine jähe Wendung, auch weil es zwei Ordensschwestern gibt, die den Marzahnern seit 1992 in ihrer "Lebensberatungsstelle" Hilfe anbieten. Ihre Mission lautet: Wunden heilen. Die Bestsellerautorin Christiane Tramitz erzählt eine ebenso berührende wie erschreckende Geschichte, die exemplarisch für das Leben vieler Menschen in Deutschland steht. Zugleich ist es eine hoffnungsvolle Geschichte voller Liebe und Zuversicht, die zeigt, wie sich Menschen in den schwierigsten Situationen umeinander kümmern - und dass dann tatsächlich Wunden geheilt werden können.
BIOGRAFIE
Christiane Tramitz ist promovierte Verhaltensforscherin und war unter anderem am Max-Planck-Institut tätig, bevor sie ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte. Sie hat mehr als zehn Bücher verfasst, darunter die Erfolgstitel "Unter Glatzen" und "Harte Tage, gute Jahre". Christiane Tramitz hat zwei Kinder und lebt in Berlin und Oberbayern.
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REZENSIONEN
Bewertet von Marc Lippuner
lippunermarc
In der letzten Dekade vor dem Mauerfall entstand in Marzahn die größte, von elfgeschossigen Plattenbauten dominierte Großbausiedlung der DDR. Nach der Wende verlor das hoffnungsvolle Wohnbauprojekt schnell an Attraktivität, heute wohnen hier – so das landläufige Vorurteil – die Langzeitarbeitslosen, die sozial Verwahrlosten, die Armen. Und viele Nazis. Die Verhaltensforscherin Christiane Tramitz legt mit „Die Schwestern von Marzahn“ den Finger in diese offene Wunde, erzählt vom Leben ganz unten, indem sie hinter die Plattenbaufassaden blickt, um anhand von Einzelschicksalen Empathie zu wecken, mit dem hehren Ziel, die Mittelschicht wachzurütteln und gesellschaftliche Gräben zu schließen. In zwei exemplarischen Handlungssträngen entwirft sie die Geschichte des Wendeverlierers Fabian, dessen Ehe mit Marie nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes zerbricht. Während Marie Trost und Hoffnung bei zwei katholischen Schwestern findet, die Anfang der 90er-Jahre aus dem Westen kommend in Marzahn eine Anlaufstelle für Haltlose und Zweifelnde eröffnet haben, schöpft Fabian wieder Hoffnung durch die ungewöhnliche Freundschaft zu einem vernachlässigten Schwesternpaar, dass schon monatelang ohne elterliche Betreuung im selben Haus einige Stockwerke unter ihm wohnt. Für ihre Recherchen zu diesem Buch hat sich die Autorin für einige Monate in einem der zahlreichen Hochhäuser eingemietet, Einsamkeit und Anonymität auf sich wirken lassen, Gespräche mit ihren Nachbarn geführt und aus all den Eindrücken und Schicksalen ihre berührend-bedrückende, aber nicht ganz zuversichtslose Reportage destilliert, die eher Roman als Dokumentation ist.
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