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Walter Moers

Die Stadt der Träumenden Bücher

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ZUSAMMENFASSUNG
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.
BIOGRAFIE
Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie »Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers«, ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim. Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen, weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus, in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie »Die 13 ¿ Leben des Käpt'n Blaubär«, »Die Stadt der Träumenden Bücher«, »Der Schrecksenmeister« und zuletzt »Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr« waren Bestseller. Neben dem Kontinent Zamonien mit seinen zahlreichen Daseinsformen und Geschichten hat Walter Moers auch so erfolgreiche Charaktere wie den Käpt'n Blaubär, das Kleine Arschloch und die Comicfigur Adolf, die Nazisau geschaffen.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
12.08.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783328601234
Sprache
German
Seiten
480
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REZENSIONEN
Bewertet von Mia und Marie Charlotte
justmiaslife
mariecharlotte
Wenn der Autor am Anfang seines Buches eine 'Warnung' ausspricht, dass es keine Lektüre für Menschen mit schwachen Nerven und dünner Haut ist, so kommt in einem Bücherwurm wie mir doch erst recht der Wunsch auf, dieses Werk zu lesen. Denn wovor sollte man als Leser schon Angst haben? Es handelt sich beim Lesen doch lediglich um die Aufnahme von geschriebenen Worten auf totem Papier. Oder sollte es da mehr geben, als das, was wir sehen? In diesem Buch erzählt Hildegunst von Mythenmetz (Walter Moers behauptet, er hätte dieses Buch lediglich aus dem Zamomischen übersetzt), wie er in den Besitz des sogenannten 'Blutigen Buches' kam. Als er eines Tages seinen alten Dichterpaten Danzelot durch den Tod verliert, drückt dieser ihm kurz vor seinem Ableben ein Manuskript in die Hand. Dieses Manuskript wurde ihm Jahre zuvor von einem unbekannten Schriftsteller in die Hand gedrückt, doch fataler Weise schickte Danzelot den jungen Mann von den Lindwumrfeste aus nach Buchhaim, der Stadt in der die Bücher leben. Hildegunst von Mythenmetz macht sich nach dem Tod von Danzelot nun auf die Suche nach dem unbekannten Schriftsteller, denn das, was er geschrieben hat, muss der schönste Text der Welt sein. Angekommen in Buchhaim erlebt er die kühnsten Abenteuer mit Büchern, Bücherjägern, Zyklopen, allerhand komischer Gestalten und Buchlingen in den Katakomben des Ortes. Dass Bücher nicht nur harmlos sind, erlebt er, als er auf die giftigen Bücher trifft. Fantasievoll, märchenhaft und mit einer Art Humor, die ausgeklügelter und feingeschliffener kaum sein könnte, verführt Moers den Leser in die atemberaubende Welt der Bücher. Hatte ich anfangs noch ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen, weil die Phantasie in meinem Kopf ein wenig stockte und ich mich erst auf die Gedankenreise des Autors einlassen musste, so schlitterte ich doch mehr und mehr in die Geschichte hinein. Sehr erwähnenswert finde ich die Aufmachung des Buches. Nicht nur die äußere Covergestaltung, in der es scheint, als würde uns einer der sogenannten 'Buchlinge' aus seiner Bücherwelt aus anblicken, sondern vor allem auch die Zeichnungen IN dem Buch machen dieses Werk zu einem ganz besonderen Erlebnis. Es gibt Zeichungen, die stets zur Geschichte passen und ganz hervorragend finde ich auch die Idee der verschiedenen Schriftarten, mit denen der Autor zum Beispiel ein Echo sehr viel klarer demonstrieren kann, als wenn es sich um eine Normschrift handeln würde. So wurde jedes Seitenumblättern zu einem kleinen Ereignes, welches mich am Ende mit der Feststellung hinterließ, dass es sich bei diesem Werk nicht nur um ein Buch, sondern vielmehr um ein außergewöhnliches Event handelt. Für Buchliebhaber, Leseratten, Bücherwürmer und Vielleser gehört dieses Buch zur Pflichtlektüre und ich bin selber erstaunt über mich, dass ich mir so lange Zeit gelassen habe, bis ich endlich in Zamonien abgetaucht bin. Jetzt, wo ich es kennen gelernt habe, freue ich mich auf weitere Bücher dieser Art.
Wow
Marie Charlotte
Ein plusquamperfektes Buch! Und damit meine ich nicht nur das im Wortsinn zu begreifende Aussehen des Buches an sich, sondern auch dessen Inhalt. Eine einzige Liebeserklärung an Bücher und das Schreiben eben dieser. Hildegunst von Mythenmetz erzählt in diesem Buch von seinem Aufenthalt in der berühmten Stadt Buchhaim und der Suche nach einem der besten Dichter Zamoniens. Die Schilderung seiner dabei erlebten Abenteuer ist gleichzeitig fesselnd und mitreißend und mir ging es zeitweise so wie ihm, als er den Brief las, der dazu führte, dass diese Geschichte begann. Wie so oft entdecke ich bei jeder Lektüre eines Moers'schen Buches wieder neue Details. Mir war bereits bewusst, dass viele der fiktiven zamonischen Dichter Anagramme von reell existierenden Autoren und Poeten waren (Perla la Gadeon = Edgar Allan Poe, Ugor Vochti = Victor Hugo, Orca de Wils = Oscar Wilde, Ohjann Golgo van Fonteweg lasse ich mal unübersetzt), aber erst bei dieser Lektüre begab ich mich auf die Spuren der zitierten Gedichte, die quasi durch die Hintertür die Werke der großen Meister in die Geschichte injizieren - vor allem Goethes Faust wird wiederholt bemüht, um den Leser dem Zamonischen Literaturkanon näher zu bringen. Es ist diese Detailverliebtheit, die die Zamonien-Bücher quasi unbegrenzt lesbar macht. Neben Referenzen zu wirklich existierenden Autoren wird die Welt durch vielfältige und äußerst detaillierte Beschreibungen abgerundet, und man beginnt sich in Zamonien wohl zu fühlen. Nicht selten wird man auch durch die Handlungen des Erzählers daran erinnert, dass Hildegunst von Mythenmetz ein oft eher unumgänglicher Charakter war, obwohl er natürlich seine Handlungen stets rechtfertigt. Die Übersetzung durch Walter Moers ist eine beispielhafte Leistung, bei der ich vor Begeisterung mit den Zähnen knolfen möchte. Da ich das leider nicht kann, nicke ich lediglich beifällig.
Wow
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