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Walter Moers

Die Stadt der träumenden Bücher

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ZUSAMMENFASSUNG
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

BIOGRAFIE
Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie »Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers«, ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.

Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen, weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus, in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie »Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär«, »Die Stadt der Träumenden Bücher«, »Der Schrecksenmeister« und zuletzt »Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr« waren Bestseller.

Neben dem Kontinent Zamonien mit seinen zahlreichen Daseinsformen und Geschichten hat Walter Moers auch so erfolgreiche Charaktere wie den Käpt'n Blaubär, das Kleine Arschloch und die Comicfigur Adolf, die Nazisau geschaffen.

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REZENSIONEN
Bewertet von Mia und awogfli
justmiaslife
awogfli
Wenn der Autor am Anfang seines Buches eine 'Warnung' ausspricht, dass es keine Lektüre für Menschen mit schwachen Nerven und dünner Haut ist, so kommt in einem Bücherwurm wie mir doch erst recht der Wunsch auf, dieses Werk zu lesen. Denn wovor sollte man als Leser schon Angst haben? Es handelt sich beim Lesen doch lediglich um die Aufnahme von geschriebenen Worten auf totem Papier. Oder sollte es da mehr geben, als das, was wir sehen? In diesem Buch erzählt Hildegunst von Mythenmetz (Walter Moers behauptet, er hätte dieses Buch lediglich aus dem Zamomischen übersetzt), wie er in den Besitz des sogenannten 'Blutigen Buches' kam. Als er eines Tages seinen alten Dichterpaten Danzelot durch den Tod verliert, drückt dieser ihm kurz vor seinem Ableben ein Manuskript in die Hand. Dieses Manuskript wurde ihm Jahre zuvor von einem unbekannten Schriftsteller in die Hand gedrückt, doch fataler Weise schickte Danzelot den jungen Mann von den Lindwumrfeste aus nach Buchhaim, der Stadt in der die Bücher leben. Hildegunst von Mythenmetz macht sich nach dem Tod von Danzelot nun auf die Suche nach dem unbekannten Schriftsteller, denn das, was er geschrieben hat, muss der schönste Text der Welt sein. Angekommen in Buchhaim erlebt er die kühnsten Abenteuer mit Büchern, Bücherjägern, Zyklopen, allerhand komischer Gestalten und Buchlingen in den Katakomben des Ortes. Dass Bücher nicht nur harmlos sind, erlebt er, als er auf die giftigen Bücher trifft. Fantasievoll, märchenhaft und mit einer Art Humor, die ausgeklügelter und feingeschliffener kaum sein könnte, verführt Moers den Leser in die atemberaubende Welt der Bücher. Hatte ich anfangs noch ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen, weil die Phantasie in meinem Kopf ein wenig stockte und ich mich erst auf die Gedankenreise des Autors einlassen musste, so schlitterte ich doch mehr und mehr in die Geschichte hinein. Sehr erwähnenswert finde ich die Aufmachung des Buches. Nicht nur die äußere Covergestaltung, in der es scheint, als würde uns einer der sogenannten 'Buchlinge' aus seiner Bücherwelt aus anblicken, sondern vor allem auch die Zeichnungen IN dem Buch machen dieses Werk zu einem ganz besonderen Erlebnis. Es gibt Zeichungen, die stets zur Geschichte passen und ganz hervorragend finde ich auch die Idee der verschiedenen Schriftarten, mit denen der Autor zum Beispiel ein Echo sehr viel klarer demonstrieren kann, als wenn es sich um eine Normschrift handeln würde. So wurde jedes Seitenumblättern zu einem kleinen Ereignes, welches mich am Ende mit der Feststellung hinterließ, dass es sich bei diesem Werk nicht nur um ein Buch, sondern vielmehr um ein außergewöhnliches Event handelt. Für Buchliebhaber, Leseratten, Bücherwürmer und Vielleser gehört dieses Buch zur Pflichtlektüre und ich bin selber erstaunt über mich, dass ich mir so lange Zeit gelassen habe, bis ich endlich in Zamonien abgetaucht bin. Jetzt, wo ich es kennen gelernt habe, freue ich mich auf weitere Bücher dieser Art.
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So nun habe ich zweieinhalb Jahre lang dieses Hörbuch ausschließlich auf längeren Autofahrten genossen und muss sagen, es war teilweise genial, zwar annähernd aber doch nicht ganz von der Qualität eines Käpt'n Blaubär. Warum ich die Art der Rezeption hier in die Rezension hineinnehme, ist leicht erklärt: Ich stelle die These auf, dass erstens beim Hörbuch Szenen, die nicht ganz so spannend sind, weit mehr negativ ins Gewicht einer Beurteilung fallen und weiters mein Vortasten Stück für Stück und nicht in einem Rutsch sich sicher auch eher kritischer auf meine Meinung zu diesem Werk ausgewirkt haben. Grundsätzlich erschafft Walter Moers ein wundervolles zamonisches Universum in Buchhain, in dem sich alles um Bücher dreht. Dabei nimmt er sowohl bestimmte reale Autoren, als auch den Buchbetrieb - vor allem in Frankfurt - sehr gekonnt und witzig auf die Schippe, um gleichzeitig aber auch eine einzigartige Fantasywelt zu erschaffen, in der sich Haifischmaden, Buchlinge, Buchjäger, Buchparfümeure, Drachen, ein Homuculus geschaffen aus Büchern und Papier und viele andere herumtreiben. Etwa in der giftigen Gasse gibt es gedungene Literaturkritiker, die aus Ecken hervorhüpfen und TotalVerrissssse anbieten (da hat man gleich den Reich-Ranicki im Kopf 😂😂), aus dem Viertel der Lektoren dringen Flüche und Verzweiflungsschreie. Hier muss ich gleich anmerken, dass dieses Hörbuch noch vom verstorbenen Dirk Bach wundervoll interpretiert und vorgelesen wird. In der Story macht sich der Drache Hildegunst von Mythenmetz von der Lindwurmfeste auf den Weg nach Buchhain, um einen unbekannten Autor zu finden, der ein geniales Manuskript verfasst hat. Dort trifft er auf den Antagonisten, die Haifischmade Themistopheles Smike, dessen verdorbenen Verwandten man ja schon vom Käptain Blaubär kennt. Dieser will die hohe Kunst der Literatur zu Gunsten von mittelmäßigem Kommerz abschaffen und Künstler vernichten - Allmachtsfantasien & Größenwahn par excellence -erinnert sehr frappant an geldgeile Verlagsdirektoren. Neben Längen in mehreren Kapiteln bei einem Konzert und vor allem als Hildegunst durch die Katakomben von Buchhain irrt, gibt es andererseits unerreicht einzigartige innovative wundervolle Ideen und geniale Konversationen: Buchlinge ernähren sich vom Lesen. Trivialliteratur macht nicht satt wie Fast Food - Romane machen fett - mit Lyrik kann man eine Diät starten und Totalverrisse hinterlassen einen schalen Nachgeschmack :D "Bücher erschaffen kannst Du noch nicht, aber umbringen kannst Du sie schon, bist Du sicher, dass Du nicht lieber Kritiker werden möchtest? oder die Anspielung auf Zettel's Traum von Arno Schmidt: "Das Buch ist so schwer, alleine vom Umblättern kannst Du einen Muskelkater kriegen. Niemals ist ein Buch hergestellt worden, das sich sehr gegen jeden Gebrauch sträubt, es nicht nur schwer zu tragen sondern auch extrem schwer zu lesen […]. Niemand versteht das - zu diesem Zweck ist es geschrieben worden. Das finde ich arrogant man sollte schreiben, um gelesen zu werden." Alles endet in einem grandiosen Finale - einem Happy End - in dem die Haifischmade vernichtet wird und das ORM (Literarische Kreativität und Genialität) den Sieg über den Kommerz und das Mittelmaß davonträgt. Fazit: Absolute Empfehlung von mir für Kinder genauso wie für Erwachsene.
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