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Oscar de Muriel

Die Todesfee der Grindlay Street

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ZUSAMMENFASSUNG
London 1889. Nach der Aufführung von »Macbeth« wird eine mit Blut geschriebene Botschaft aufgefunden: In Edinburgh, der nächsten Station der berühmten Theatertruppe, soll jemand grausam zu Tode kommen. Der Fall ruft die Inspectors Ian Frey und Adolphus McGray auf den Plan. Während der vernünftige Engländer Frey die düstere Ankündigung für reine Publicity hält, ist McGray von einem übernatürlichen Phänomen überzeugt, da Besucher eine »Todesfee« vor dem Theater gesehen haben wollen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn was auch immer dahintersteckt - in der Premierennacht in der Grindlay Street soll der Tod die Hauptrolle spielen ...
BIOGRAFIE
Oscar de Muriel wurde in Mexico City geboren und zog nach England, um seinen Doktor zu machen. Er ist Chemiker, Übersetzer und Violinist und lebt heute in Cheshire. Mit seiner viktorianischen Krimireihe um das brillante Ermittlerduo Frey und McGray feiert er in seiner neuen Heimat und darüber hinaus große Erfolge.
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REZENSIONEN
Bewertet von phantastische_flu..., Gwen und andere
phantastische_fluchten
gwen
wuschel
phantastische_fluchten
London 1889.Der Theaterschauspieler Henry Irving befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und seine Darstellung des Macbeth soll alles übertreffen, was die Theaterbesucher jemals gesehen haben. Als Leiter des Lyceum Theaters in London schont er seine Truppe nicht und verlangt fast übermenschliche Leistungen von ihnen. Seine herrische, jähzornige und brutale Art machen es nicht leicht, ihn zu mögen. Doch sein Talent und sein Charme auf der Bühne lassen diese negativen Eigenschaften schnell vergessen. Bei der letzten Aufführung des Macbeth findet man eine mit Blut geschriebene Botschaft und man hört den Schrei einer Todesfee. Eine deutliche Warnung an das Ensemble, dass etwas Grausiges passieren wird. Die Theatertruppe reist weiter nach Edinburgh und dort wendet sich der Theateragent Bram Stoker an Superintendent Campbell und bittet um Schutz für die Truppe. Er befürchtet, dass die Drohungen in London ernst zu nehmen sind. Er ist sich sicher, dass Macbeth ein verfluchtes Stück ist und es zu weiteren Vorfällen kommen wird. Campbell übergibt den Fall umgehend der Kommission zur Aufklärung ungelöster Fälle mit mutmaßlichem Bezug zu Sonderbarem und Geisterhaften. Also an Adolphus McGray und Ian Frey. Die beiden Ermittler können sich immer noch nicht leiden, was ihrer Zusammenarbeit aber nicht schadet. Jeder hat seinen eigenen Stil und seine eigenen Fähigkeiten. Zuerst nehmen beide die Vorfälle nicht sonderlich ernst, doch als die Todesfee auch in Edinburgh ihre blutigen Botschaften hinterlässt, die sich eindeutig gegen das Theater richten, müssen McGray und Frey alle ihre Künste und Talente aufbringen, um eine Katastrophe zu verhindern. Kommentar: Nachdem mir Band zwei nicht sonderlich gefallen hatte, war ich etwas zögerlich, ob ich Band drei lesen soll. Zum Glück habe ich es getan, denn es übertrifft sogar noch Band eins an Wortwitz und Spannung. Das Londoner Mädchen mit Bart, wie McGray den dandyhaften Ian Frey nennt, wohnt mittlerweile mit seinem Bruder Elgie zusammen. Elgie wird in dem Stück von Shakespeare die Geige spielen und ist schon sehr aufgeregt. Zur Premiere dieses Ereignisses reisen die Eltern von Ian Frey an und ebenso sein verhasster Bruder Laurence. Um der Familie aus dem Weg zu gehen, stürzt sich der Inspector mir wahrer Leidenschaft in die Ermittlungen. McGray hat ähnliche Probleme. Seine Schwester Amy wird in eine andere Anstalt verlegt, ohne dass er etwas dagegen unternehmen konnte. Seinen Frust und seine Wut steckt er in die Untersuchung der Vorfälle rund um das Theater. Die Dialoge zwischen den beiden Inspectors sind dieses Mal wieder herrlich brillant und voller Wortwitz. Sie schenken sich nichts und gehen sich verbal täglich an die Gurgel. Ich habe oft schallend gelacht. Hier ein Beispiel: " Gehen Sie mir aus dem Weg, Frey! Sonst stecke ich sie auf einen Spieß, röste sie in einer Erdgrube und verspeise sie zum Abendessen!" Ich gluckste:" Dann hätten sie mehr Grips im Magen als im Kopf." (Ok, das ist ein Dialog mit Campbell aber er macht deutlich, was ich meine) Diese Art der Dialoge zieht sich durch den ganzen Roman, dem Ideenreichtum des Autors scheinen hier keine Grenzen gesetzt. Ich mag Romane, in denen bekannte Persönlichkeiten die Hauptrolle spielen. Mir war bisher nicht bekannt, dass Bram Stoker als Kind tatsächlich bis zu seinem siebten Lebensjahr krank und ans Bett gefesselt war. Das erklärt vielleicht seinen Hang zum Phantastischen. Sowohl Henry Irving als auch Alice Ellen Terry haben wirklich gelebt und waren erfolgreiche Bühnendarsteller. Ellen Terry spielte sogar in zwei Filmen mit. Beide wurden in den Adelstand erhoben. Eine Novität, denn Schauspieler gehörten damals noch nicht unbedingt zur feinen Gesellschaft. Der Roman gliedert sich dieses Mal in mehrere Teile auf. Auszüge aus dem Tagebuch von Bram Stoker, die Wiedergabe von Briefen, die man an einem Tatort gefunden hat und Zusammenfassungen aus dem Bericht von Inspector Frey. Das macht diese Geschichte sehr spannend und abwechslungsreich. Oscar de Muriel schafft es, die Atmosphäre des ausgehenden 19. Jahrhunderts sehr gekonnt einzufangen und den Leser auf eine Reise dorthin mitzunehmen. Er hat für diesen Roman sehr intensiv recherchiert und der Leser genießt alle Vorzüge, befindet sich in einer anschaulich geschilderten, lebhaften und bildgewaltigen Welt wieder. Diese Mal hat das Buch fast 600 Seiten aber keine Seite ist zu viel. Der Autor beschreibt sehr ausführlich die Arbeiten hinter den Kulissen, die den Zuschauern verborgen bleiben. Das ist keineswegs langweilig sondern absolut interessant und trägt dazu bei, die Ereignisse besser zu verstehen. Natürlich glaubt der rationale Ian Frey an einen menschlichen Täter, während McGray nicht abgeneigt ist, an ein übernatürliches Phänomen zu glauben. Dies macht die Würze des Romans aus und sorgt für verbalen Schlagabtausch. Man sieht als Leser förmlich die Funken zwischen den Beiden sprühen. Und Ian Frey stellt zu seinem Entsetzen fest, dass die Verhaltensweisen McGrays langsam aber sicher auf ihn abfärben. Die wiederkehrenden Nebencharaktere wie Elgie, Joan oder Madame Katarina sorgen dafür, dass der Leser sich wohl fühlt und ihm die Umgebung vertraut erscheint. Sprachlich gibt es nichts zu meckern, die Geschichte ist aus einem Guss. Das Cover passt zu den beiden vorherigen Bänden, es ist in Schwarz und Weiß gehalten, nicht reißerisch aber passend. Schade, dass es die Hirschjagd nur als Ebook Ausgabe gibt, diese Kurzgeschichte ist sicher eine wunderbare Ergänzung zu den Hintergrundinformationen um Ian Frey.
2 Wows
Nach dem ich am Anfang des letzten Jahres das erste Buch des Autors gelesen habe (bzw. den zweiten Teil der Reihe) hätte ich nicht gedacht, dass andere Bände mithalten könnten. Ich habe mich getäuscht. Auch der dritte Band rund um die beiden Polizeibeamten McGray und Frey hat mich von den Socken gehauen! Normalerweise lese ich keine Bücher, die nicht Fantasy sind, doch diese Reihe hat es mir echt angetan. Das Cover ist eher einfach und schlicht gehalten, ohne irgendwelche direkten Hinweise auf die Handlung zu geben. Schlägt man das Buch dann jedoch auf, wird man sofort in die Welt von unfassbar spannenden Kriminalfällen gezogen. Es gab keine Stellen, die langatmig waren- ich habe die kompletten 566 Seiten mit den Charakteren mitgefiebert! Ich hoffe wirklich, dass Oscar de Muriel noch weiter Bände in dieser Reihe schreibt, denn bis jetzt waren die beiden, die ich gelesen habe, einfach wunderbar! Die Handlung ist perfekt, es spielt in Schottland (was will man mehr- ich glaube, ich würde jedes Buch lesen, dass das Land Schottland auch nur erwähnt) und es hat geniale Charaktere. Auch, wenn das Buch kein Fantasybuch ist, gibt es trotzdem immer einen kleinen Wink zum Übernatürlichen, da McGray davon wie besessen ist und zunächst auch immer davon ausgeht, dass es sich um etwas Außergewöhnliches handelt. Dabei bekommt man einiges über bestimmte Sagen und Legenden zu hören, was ich wirklich sehr mag, da ich selber ein Fan von diesen Erzählungen bin. Die Atmosphäre ist wunderbar und man fühlt sich richtig in die Geschichte hineinversetzt. Zudem habe ich selten ein Buch gelesen, in welchem mir tatsächlich fast alle Personen sympathisch waren. Ich kann es kaum abwarten zu erfahren, was ( und ob noch etwas) noch auf McGray und Frey zukommt! Ich vermisse die beiden schrecklich und würde so gerne ein neues Abenteuer der beiden lesen. Dieses Buch gehört schon jetzt zu meinen Jahreshighlights! Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen, es ist einfach grandios!
Wow
Beschreibung: London 1889: Nach der Finalen Aufführung von >>Macbeth<< ertönt ein ohrenbetäubender Schrei. Kurz darauf wird eine Nachricht, geschrieben in Blut, gefunden, welche den Tot eines Schauspielers prophezeit. Edinburgh 1889: Frey und McGray werden auf den Fall angesetzt, denn die Theatergruppe hat ihren nächsten Auftritt in Edinburgh haben. Während Frey versucht dem Rätsel auf die Spur zu kommen, jagt McGray mal wieder einem Geist - oder besser gesagt: der Todesfee - hinterher. Durch den Zuspruch von diversen Besuchern des Theaters, die behaupten diese Erscheinung gesehen zu haben, fühlt sich McGray bestärkt, während Frey seine liebe Not hat den schottischen Kollegen zu bändigen. Schließlich ist Frey der Überzeugung, dass es sich bei der Todesfee und der mysteriösen Prophezeiung lediglich um Werbung für das Theater handelt. Doch keiner der Ermittler kann ausschließen, dass nicht doch bei der Premiere ein Mensch ums Leben kommt und so beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Meinung: Danke, de Muriel! Danke, dass du die beiden dieses Mal nicht wieder durch halb Schottland gejagt hast. Auch wenn ich jetzt etwas vorweg nehme, möchte ich sagen, dass dies wohl der beste Teil der bisherigen Fälle von Frey & McGray war. Doch zurück zum Anfang! Nicht nur an der Art wie sich Frey im Laufe der Ermittlungen verhält, auch am Schreibstil erkennt man, dass er unter starkem Einfluss des Schotten steht, denn wie auch zuvor ist er der eigentliche Berichterstatter dieser Geschichte. Als ob McGray sowas nötig hätte. Schließlich kann er seine Zeit besser nutzen. Dennoch hat er sich die Mühe gemacht den abschließenden Bericht im Buch zumindest zu kommentieren. Ein Aspekt, der mit in diesem Band auch unglaublich gut gefiel. Nicht nur der Abschlussbericht. In diesem Teil durfte ich als Leser auch diverse Beweisstücke sichten. Immer wieder bekam ich diverse Tagebucheinträge von Bram Stoker zu lesen sowie einen mysteriöse Briefe, welche verbrannt werden sollten. Mehr möchte ich auch gar nicht dazu sagen; ich will ja keinem die Freude am Lesen nehmen. Die Gestaltung fand ich auf jeden Fall sehr erfrischend und man bekam die Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive mit; mehr oder weniger. Des Rätsels Lösung blieb auch für mich bis zum Schluss im verborgenen. Immer wieder meinte ich eine Spur zu haben, doch die wurden auch immer wieder zu nichte gemacht. Im Prinzip stand so ziemlich jeder unter Verdacht. Jeder hatte Dreck am Stecken, machte widersprüchliche Aussagen oder verhielt sich einfach verdächtig. Das machte die Personen nicht unsympathisch, keineswegs. Wobei die Karriere dem einen oder anderen doch sichtlich zu Kopf gestiegen war. Hinzu kommt dann noch der Hang zum Übernatürlich von McGray, angefeuert von Stoker, der dem Schotten in nichts etwas nachsteht. Herrlich! Wie bereits zu Anfang erwähnt, merkt man sichtlich, dass der versnobte Frey unter dem Einfluss von McGray steht. Natürlich ist er noch weit von der ruppigen und unverschämten Art entfernt, aber das Paroli bieten klappt immer besser. Auch die Sprüche, die er inzwischen von sich gibt, lassen einen schon mal herzlich auflachen. In meinen Augen macht gerade so etwas auch eine Reihe aus, denn man kann mit erleben wie sich die jeweiligen Charaktere entwickeln; wenn sie sich entwickeln. Das ist Muriel sehr gut gelungen. Einfach klasse! Höchst interessant fand ich die verschiedenen Einblicke ins Theaterleben. Nicht nur die Schauspielerei, sonder auch wie verschiedene Effekte in damaliger Zeit gemacht wurden, Gestaltung des Bühnenbild, Beleuchtung und so weiter. Wohl wurde dies alles mehr oder weniger nur angeschnitten, aber da für mich Strom quasi eine Selbstverständlichkeit ist, höchst interessant. Fazit: Ein absolut gelungener dritter Teil, den ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.
Wow
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