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Benedict Wells

Fast genial

Gegenwartsliteratur
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ZUSAMMENFASSUNG

»Ich hab das Gefühl, ich muss meinen Vater nur einmal anschauen, nur einmal kurz mit ihm sprechen, und schon wird sich mein ganzes Leben verändern.«
Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich in einem alten Chevy auf die Suche nach ihm. Eine Reise quer durch die USA – das Abenteuer seines Lebens.

BIOGRAFIE

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur zog er nach Berlin und widmete sich dem Schreiben, seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman, ›Vom Ende der Einsamkeit‹, stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet und bislang in 34 Sprachen übersetzt. Wells lebt in Berlin und Bayern.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
26.09.2018
Ausgabe
eBook
ISBN
9783257609295
Sprache
German
Seiten
336
Schlagworte
Trailerpark, Vatersuche, Liebe, Roadnovel, Showdown, Harvard, Roadmovie, Genie, Suche, Abenteuer, Mädchen, Belletristik, Las Vegas, Liebesgeschichte, Vater
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REZENSIONEN
Bewertet von Ramona Kielfeder, l a r a ☀️ und andere
ramonan
fairylightbooks
mlle_facettenreich
Ramona Kielfeder
Benedict Wells – von ihm hörte ich bisher nur am Rande. Doch nun habe ich mein erstes Buch des Autors gelesen und bin stark beeindruckt. Benedict Wells hat die Gabe, vollkommen andersartige und einzigartige Figuren zu erschaffen. Sie entsprechend keinerlei Mustern und haben alle, wirklich alle, ihren eigenen Kopf. Die Charaktere sind interessant und logisch miteinander verknüpft. Sie interagieren überaus facettenreich – hier gibt es keine stupiden Handlungsverläufe… Außerdem kann man die Entwicklung genau nachvollziehen und verfolgen. Ohne diese wirklich wichtigen Schritte, wäre die Geschichte ganz anders verlaufen. Zu Beginn fiel es mir etwas schwer, mich mit der teilweise schnoddrigen und unmotivierten Art des Protagonisten anzufreunden. Doch als ich akzeptiert hatte, dass er einfach nicht anders sein kann, hat es sich gebessert und ich baute sogar so etwas wie eine Beziehung zu Francis auf, sodass mich jeder Schicksalsschlag ebenfalls hart traf. Die Handlung ist von so vielen unvorhersehbaren Wendungen geprägt, dass man des Lesens nie müde wird. Es ist erstaunlich, dass eine eigentlich so nichtssagende Handlung so viel Interesse beim Leser wecken kann. Aber es ist die Suche nach der eigenen Identität, nach der Identität der eigenen Wurzeln, die den Leser bei Laune hält. Natürlich ist diese Suche beschwerlich und von vielen Rückschlägen geprägt, doch gerade Francis beweist hier eine unglaubliche Kämpfernatur. Mit Fast genial durchlebte ich so unglaublich viele Gefühle. Es reichte von Verlegenheit, über Wut, bis hin zu Fassungslosigkeit. Es war teilweise schon echt heftig, wie ein orientierungsloser Wanderer dahinzulaufen, das Ziel vor Augen, aber dennoch irgendwie abseits des Weges. Benedict Wells hat ein für mich unglaubliches Buch erschaffen – im positiven Sinne natürlich. Am Ende wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte – genau wie zu Beginn. Das Buch verfolgte mich in meinem Gedanken sogar noch weit über das Ende hinaus. Aber ehe ich hier zu viel preisgebe, möchte ich den interessierten Leseratten doch lieber empfehlen, sich das Buch schnellstmöglich zuzulegen.
Wow
l a r a ☀️
Meine Meinung Von Benedict Wells habe ich so viel gutes gehört, dass ich mir nun ein eigenes Bild von ihm machen musste. Ich bin dennoch mit gemischten Erwartungen an das Buch heran gegangen, da es sich nicht in meinen üblichen Genres befindet. Francis ist gerade 18 Jahre alt, wirkt in vielen Sichten aber deutlich älter. Er lebt mit seiner Mutter zusammen, die an einer psychischen Erkrankung leidet, was ihn schnell zu einer Selbstständigkeit gezwungen hat. In anderen Dingen, wie zum Beispiel den Erfahrungen mit Frauen, ist er vielleicht noch nicht so weit, wie seine Mitschüler. Er wusste nie, wer sein Vater war, doch nun weiß er, dass er ein Genie gewesen sein muss und begibt sich auf die Suche nach ihm. Ich wusste anfangs nicht so ganz, was ich mit Francis anfangen soll. Mag ich ihn? Finde ich ihn seltsam? Ist er mir sympathisch? Vermutlich etwas von allem, so ganz sicher bin ich mir auch nach dem Buch nicht, er ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Charakter. Genauso seine Reise-Begleitung: sein bester Freund Grover und Anne-May, ein Mädchen, das er gerade erst kennen gelernt hat. Der Schreibstil von Benedict Wells hat mir unglaublich gut gefallen. Zunächst hatte ich kleine Start-Schwierigkeiten und musste mich erst einmal wirklich einlesen, aber nach wenigen Seiten war ich gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Ich kann gar nicht genau bestimmen, woran es lag, aber die Erzählweise hat mich wirklich faszinieren können. Die Handlung erinnert mich rückblickend ein wenig an Tschick, was aber eigentlich nur am Roadtrip-Feeling liegen kann. Insgesamt hat sie mich total begeistern können, wobei es nicht wirklich darum ging, was eigentlich passiert, sondern viel mehr um die Charaktere und ihr Miteinander. Und das wurde auch nie langweilig und hat mir wahnsinnig gut gefallen. Mein wohl einziger Kritikpunkt wäre wohl das Ende, das ziemlich offen ist, was wiederum total gut zur Geschichte passen würde. Fazit Eine wunderschöne Geschichte über drei Teenager auf der Suche nach sich selbst, die besonders durch den fesselnden Schreibstil überzeugen konnte.
1 Wow
Cathy | Mlle Facettenreich
Francis führt ein Scheißleben. Zusammen mit seiner Mutter wohnt er in einem Trailerpark, sein Stiefvater ist mitsamt seines Halbbruders abgehauen, von seinem leiblichen Vater weiß er sowieso nichts und nun ist seine depressive Mutter mal wieder in der Klinik. Hier lernt er Anne-May kennen. Anne-May scheint auch ihre Probleme zu haben, kommt Francis in der Klinik aber mehr als normal vor. Als Francis Mutter einen Selbstmordversuch unternimmt, nimmt die Geschichte Fahrt auf, denn sie hat Francis einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem sie nach all den Jahren endlich über seinen leiblichen Vater schreibt. Francis ist ein Samenbankkind. Aber nicht irgendeines, sondern eines aus der sogenannten Samenbank der Genies. Kurzehand entschließt Francis sich zu einem Roadtrip von der Ostküste an die Westküste, um mehr über seinen Vater und somit auch über sich selbst herauszufinden. Mit den Genen eines Genies in sich, muss das Leben doch mehr für ihn bereithalten, als das was es aktuell bietet. Er ist sich sicher, dass er seinen Vater nur kennenlernen muss, damit sich etwas tut und sein Leben einen anderen Weg nimmt, also macht er sich mit seinem besten Freund Grover und Anne-May auf die Reise, die sein Leben verändern soll. MEINE MEINUNG (DIE NICHT OHNE SPOILER AUSKOMMT) Francis scheint zu glauben, dass man auf gar nichts im Leben Einfluss hat, dass beim Zusammenschluss von Ei und Sperma, die Würfel gefallen sind; die Karten gegeben. Stimmen die Gene und die Umstände, hat man ein gutes Leben, stimmen sie nicht, dann eben nicht. Eine einfache These, die in meinen Augen falsch ist, die sich in seinem Kopf aber beharrlich hält. Francis macht sein Glück und seinen Erfolg immer wieder zu sehr von Dingen abhängig, auf die er keinerlei Einfluss hat. Zuerst reist er der wahnwitzigen Vorstellung nach, dass wenn er seinen Vater kennenlernt, der ein intelligenter, erfolgreicher Mann ist, er seinen Platz im Leben findet – vielleicht sogar einen liebenden Vater – und dann wird sich schließlich auch Francis eigene Intelligenz, sein Erfolg, endlich offenbaren. Dann wird sein Leben endlich besser. Dabei hat er das beste Gegenbeispiel bei sich, seinen besten Freund Grover. Der zwar wohlhabend und behütet aufwächst, aber dennoch Spott und Hohn in der Schule ertragen muss. Der trotzallem aber nicht wütend auf das Leben ist, sondern schlicht das beste daraus macht. Natürlich erkennt Francis als er seinen Vater trifft, dass dieser ein Versager ist. Ein Hochstapler, ein Betrüger, ja ein Krimineller. Was auch Francis zu einem Versager macht – jedenfalls nach seiner Theorie. Immerhin erklärt das, warum sein Leben so läuft, wie es läuft. Liegt es doch an den Genen und nicht an ihm selbst. Dabei hat Francis auf seiner Reise wenigstens einmal die Möglichleit, sein Leben besser zu machen. In Las Vegas spielt er Roulette und hat tatsächlich auch Erfolg. Fast 40.000 Dollar hat er aus seinem Startkapitel gemacht. Verpasst aber den Moment auszusteigen, sein Leben mit dem profanen Mittel Geld besser zu machen (was durchaus möglich wäre, wenn man bedenkt, dass er bis dahin in einem Trailerpark lebt und die Rechnungen der Klinik in der seine Mutter ist an der Backe hat) und verzockt das ganze Geld wieder. Alles zurück auf Anfang. Francis kommt also leider nicht hinter die Weisheit, dass er selbst sein Leben in der Hand hat und seinen Erfolg, nicht von Genen oder Glücksspiel abhängig machen darf. Machen kann. Die Reise war eine einzige Enttäuschung, auch wenn immerhin die Erinnerung an einen verrückten Sommer mit seinem Freund Grover und dem Mädchen Anne-May bleibt. Das ist aber auch alles. Wiedermal hat das Leben Francis enttäuscht. Bis einige Zeit nach dem Trip Anne-May anruft und ihm erzählt, dass sie schwanger ist – von ihm, Francis. Eine erste Regung in die richtige Richtung, denn hat Francis zwar nicht begriffen, dass er derjenige ist der etwas aus sich machen muss, wenn er jemand sein will, so möchte er aber immerhin dafür sorgen, dass sein Sohn ein besseres Leben hat als er und nicht irgendwann so enttäuscht von ihm ist, wie er von seinem eigenen Vater enttäuscht ist. Also nimmt er seine Situation endlich hin, hofft nicht mehr auf das große Wunder, das alles verändern wird, geht arbeiten, spart jeden Cent, kümmert sich so gut um seinen Sohn, wie man ihn lässt. Ich war von seiner fleißigen Tugendhaftigkeit positiv überrascht. Manchmal braucht es eben erst einen eigenen Sohn, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Aber leider kann Francis es nicht darauf belassen; kann seinem Traum nicht aufgeben. Er nimmt das gesparte Geld erneut mit nach Vegas, in dem Versuch es in einem Schlag zu vervielfachen. Und diesmal kommt er weiter, als bei seinem ersten Versuch vor einigen Jahren. Hat eine Glückssträhne und darf sogar an dem Tisch spielen, an dem bloß die großen Einsätze gemacht werden. Alles auf Schwarz! 500.000 Dollar. Wenn er gewinnt, ist er Millionär. Wie es endet, überlässt Benedict Wells dem Leser. Für seinen Sohn und seinen Seelenfrieden wünsche ich Francis, dass er gewonnen hat … aber realistisch gesehen funktioniert das Leben so nunmal einfach nicht. Und genau deshalb glaube ich, dass er das Geld in Vegas wohl nicht gewinnt, denn dann würde Francis eventuell endlich begreifen, dass es dumm ist, sein Glück oder das Glück anderer durch Zufall entscheiden zu lassen. Dass er seinen Sohn ebenso gut unterstützen kann, ohne in Vegas zu gewinnen. Dass es Fleiß und Disziplin braucht, aber dass das manchmal der einzige Weg ist, den wir haben. Benedict Wells schildert eindrucksvoll die Zufälligkeiten des Lebens. Angefangen damit, welche Eizelle und welches Spermium sich zusammenschließen, aus dem dann das eigene Selbst entsteht. Eine Situation auf die man in seinem Leben den wenigsten Einfluss hat. Bis hin zu der Zufälligkeit eines Rouletterads und einer kleinen Kugel, welche darüber entscheiden können, ob man arm oder reich nach Hause geht – egal wie arm oder reich man kam. Bekanntschaften, Freundschaften, Familie … alles zufällige Gegebenheiten. Und auch wenn Francis Geschichte nicht zu einer meiner liebsten geworden ist, da ich seinen Blick auf die Welt nicht nachvollziehen kann, ist es eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte, die absolut lesenswert ist.
Wow

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