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Cordt Winkler

ICH ist manchmal ein anderer

Medizin
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4.5/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Cordt Winkler war Anfang zwanzig, als die Diagnose sein Leben auf den Kopf stellte: paranoide Schizophrenie. Symptome, die er in frühen Kindertagen schon bei seinem Vater beobachtet hatte, entdeckte er nun plötzlich auch an sich selbst: Das unkontrollierbare Abgleiten von Denken und Wahrnehmung, Panikanfälle, Verfolgungswahn, Ohnmacht, freier Fall. Klinikaufenthalte. Ehrlich und mitreißend lakonisch schildert er die Dynamik der psychotischen Krise und führt den Leser tief hinein in seine, von außen betrachtet, phasenweise verrückte Innenwelt. Ein Martyrium für die Betroffenen, ein Rätsel für Angehörige und Freunde und immer noch ein gesellschaftliches Tabu. Cordt Winkler zeigt, dass es möglich ist, mit der Krankheit zu leben. Gut sogar.
BIOGRAFIE
Cordt Winkler, 1980 unweit der holländischen Grenze geboren, studierte Medienwissenschaften und arbeitet in einer Trendforschungsagentur. Er lebt in Berlin.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
18.02.2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783442159666
Sprache
German
Seiten
235
Schlagworte
Normalität, Episode, bipolare Störung, Psychiatrie, psychische Störung, Angst, Diagnose, Wahnvorstellung, Psychose, Realitätsverlust
MOJOS
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REZENSIONEN
Bewertet von alinas_bookworld0..., michellesbookworld und andere
alinas_bookworld0105
michellesbookworld
buchperlenblog
alinas_bookworld0105
ICH ist manchmal ein anderer – Mein Leben mit der Schizophrenie von Cordt Winkler7 Band: Einzelband Seiten: 250 Lesezeit: 3 Std. 40 min. Bewertung: 4.5/5 Meine Bewertung: Ich habe vor ein paar Wochen meinen Praxiseinsatz auf einer (theoretisch fakultativ, praktisch dauerhaft) geschlossenen akut Psychose- Station gemacht. Somit hatte ich viel Kontakt mit Menschen, die unter Schizophrenie leiden und damit umgehen müssen und können. Da auch ich mich zusätzlich mit der Krankheit, vor allem außerhalb der Akutphase beschäftigen wollte, musste ich diesen Erfahrungsbericht einfach lesen. Cordt Winkler zeigt ein absolut umfassendes Wissen und eine Akzeptanz seiner Krankheit, die bewundernswert ist. Zu vergessen ist nicht, wie er allerdings auch selbst anmerkte, das setzt eine bestimmte Intelligenz und Krankheitseinsicht voraus. Es wird allerdings trotzdem deutlich, dass er auch mit umfassender Krankheitseinsicht Fehler begehen kann, wie Tabletten abzusetzen. Nüchtern berichtet er von seinen Wahngedanken und Ängsten, belegt Aussagen mit medizinischen Erklärungen. Ich habe an einigen Stellen gemerkt, dass mein Vorwissen mich das Buch hat anders lesen lassen. Die völlig absurden Wahnideen und –gedanken habe ich so hingenommen, teilweise geschmunzelt und weitergelesen. War aber nicht weiter geschockt o. Ä. Was aber einfach daran liegt, dass ich mehrere Wochen fast täglich 8 Stunden mit solchen Aussagen und Geschichten konfrontiert war. Man gewöhnt sich dran und es wird weniger absurd. Wer also als „Unwissender“ in Hinblick auf diese Krankheit das Buch liest, den wird es noch mehr schockieren. Auch aufgrund des nüchternen und absolut ehrlichen Tonfalls und Schreibstils von Herrn Winkler. Alles in allem ein gut ergänzender Erfahrungsbericht zu meinem Wissen. Was mich allerdings gestört hat: Das genaue Wissen über seine Wahngedanken. Ich bin ein wenig skeptisch, ob er sich tatsächlich haarklein an die beschriebenen Details erinnern kann, möchte es ihm aber definitiv nicht absprechen.
Wow
michellesbookworld
Die Geschichte ist aus der Sicht des Autors geschrieben. Hier beginnt die Geschichte mit Cordt Winkler, der noch ein kleiner Junge ist. Ich fand die Geschichte von Cordt Winkler sehr interessant und lehrreich. Die Psyche des Menschen ist faszinierend. Das Buch ist teilweise Ratgeber im Bereich Schizophrenie und teilweise die Geschichte des Autors. Wir begleiten Cordt Winkler ab seiner Jugend, in der er unter der schizophrenen Erkrankung seines Vaters leidet, über seine ersten eigenen psychotischen Episoden bis hin zu seinem Weg, mit dem Krankheitsbild vertraut zu werden und seinen Weg zu meistern. Irgendwie gelingt es dem Autor auch noch den aktuellen Stand der Forschung wie beiläufig in seinen Bericht einfließen zu lassen. Dabei referiert er nicht nur die gängigen psychiatrischen Theorien, auch andere Stimmen kommen zu Wort. Dabei bleibt Cordt Winkler neutral und schildert seinen eigenen Entscheidungsprozess. Auf jeden Fall beendet man die Lektüre klüger als zuvor, hierbei lernt man so unglaublich viel über die Krankheit und was es mit einem Menschen anrichten kann. Die Einblicke in sein Leben und die Psychosen sind tief, und es ist umso erstaunlicher an wie viel er sich rückblickend erinnern kann. Es sind Fakten mit eingewoben, so dass sich jemand der sonst weder direkt noch indirekt mit Schizophrenie zu tun hatte, sehr gut einfühlen kann. Ich finde das sehr wichtig, da es sonst eher eine Krankheit ist, die nicht so präsent in den Medien ist (wie Depressionen o.ä.). Cordt Winkler verliert in manchen Situationen komplett den Überblick, wird von wirren Gedanken befallen und tut Dinge, die er sonst womöglich nicht tun würde. Immer wenn er eine Tüdelüt-Episode (so nennt er diese Zeiten) durchlebte, warf er zum Beispiel sein Handy weg. Er legte es auf einen Stein, auf ein Fenstersims, egal wohin, und ging davon. Auch mit Kleidung verhielt es sich so. Ebenso bestimmen Zwangshandlungen diese Phasen. Wenn er nicht tanzte, würde er sterben. Wenn er aufhören würde zu schreiben, würde er sterben. Einmal strandet er in Italien, läuft tagelang in reinster Verwirrung durch die Straßen und steigt in Züge ein und wieder aus, bis er endlich in ein Krankenhaus kommt. Dieses Buch ist nicht nur für Betroffene, sondern auch für interessierte und angehörige. Hierbei lernt jeder etwas auf seiner Art und Weise dazu. Während seiner Studienzeit erkrankt er an Schizophrenie und landet in der Psychiatrie. Was danach folgt, kennen praktisch alle Schizophreniebetroffene: Das Hadern und Ringen mit den Medikamenten, die sehr beträchtliche Nebenwirkungen haben: Gewichtszunahme, Libidoverlust, chronische Müdigkeit. Cordt Winkler will sich mit den Nebenwirkungen nicht abfinden und startet mehrere Absetzversuche, die allerdings jedesmal in einem Rückfall enden. Cordt Winkler hat einen flüssigen Schreibstil. Die Seiten waren angenehm zu lesen und die Seiten flogen nur so dahin. Ich hatte hierbei keine Schwierigkeiten und trotz allem war das Buch unglaublich spannend und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dieses Buch ist echt wichtig!
Wow
Cordt Winkler erhält mit Anfang zwanzig die erschütternde Diagnose: paranoide Schizophrenie. Schon sein Vater litt sein Leben lang darunter und nun hatte diese Krankheit auch ihn befallen. In Ich ist manchmal ein anderer schildert er seinen Weg von der ersten psychischen Episode bis heute, einem beinahe freien Leben. Rezension Was mache ich hier? Schizophren. Dieses Wort ist so negativ behaftet, dass ich mir bisher kaum Gedanken über dessen Bedeutung gemacht habe. Schizophren, das sind doch die Menschen, die völlig wahnhaft handeln. Oder nicht? Doch, auch. Aber nicht nur. Dank seiner Geschichte lernte ich Cordt Winkler kennen, einen jungen Mann, der schon früh an Schizophrenie erkrankt. Von seinem Vater kennt er die Symptome und erschreckt umso mehr, als er ähnliches bei sich feststellen muss. Er verliert in manchen Situationen komplett den Überblick, wird von wirren Gedanken befallen und tut Dinge, die er sonst womöglich nicht tun würde. Immer wenn er eine Tüdelüt-Episode (so nennt er diese Zeiten) durchlebt, wirft er zum Beispiel sein Handy weg. Er legt es auf einen Stein, auf ein Fenstersims, egal wohin, und geht davon. Auch mit Kleidung verhielt es sich schon so. Ebenso bestimmen Zwangshandlungen diese Phasen. Wenn er nicht tanzte, würde er sterben. Wenn er aufhören würde zu schreiben, würde er sterben. Einmal strandet er in Italien, läuft tagelang in größter Verwirrung durch die Straßen und steigt in Züge ein und wieder aus, bis er endlich in ein Krankenhaus kommt. Cordt Winkler beschreibt sein Leben von der Diagnose bis zum heutigen Tag, zeigt die Wege die er allein ging, und die, die er mit Freunden und Therapeuten bestritt. Er erzählt von der ständigen müde machenden Medikation und wie er sie immer wieder abzusetzen versuchte. Die Einblicke in sein Leben und die Psychosen sind tief, und es ist umso erstaunlicher an wie viel er sich rückblickend erinnern kann. Auch ist der Tonfall ein beschwingter, kein betrübter. Teilweise sehr lakonisch erinnert er sich an so manchen Zwischenfall. Es ist ein wirklich interessantes Buch, das über eine Krankheit Aufschluss gibt, wo Fachliteratur scheitert – es zeigt den Menschen dahinter. Und ich freue mich, dass er einen Weg gefunden hat, um diese Krankheit, wenn schon nicht zu besiegen, dann zumindest einzudämmen. Und dass er Freunde hat, die zu ihm halten, auch in schweren Zeiten. Fazit Fernab der Klischees, die das Wort Schizophrenie in den Köpfen der Menschen hervorruft, steckt dahinter eine hinterhältige Krankheit, die möglicherweise nicht komplett heilbar, aber doch zumindest eindämmbar ist. Und die, das sieht man an Cordt Winkler, nicht dazu führen muss, dass diese Menschen vom Leben ausgeschlossen werden.
Wow
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