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ZUSAMMENFASSUNG
Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand - und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf. Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns.
BIOGRAFIE
Emily Ruskovich wuchs im Idaho Panhandle auf dem Hoodoo Mountain auf. Sie gewann den O. Henry Award 2015 und ist Absolventin des Iowa Writers' Workshop. Ab Herbst 2017 lehrt sie an der Boise State University. "Idaho" ist ihr erster Roman.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
19.02.2018
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783446258532
Sprache
German
Seiten
379
Schlagworte
Gnade, Erinnerung, USA, Tragödie, zerstörte Idylle, Natur, Vergessen, Liebe, Wald, 20. Jahrhundert, Idylle, 21. Jahrhundert, Demenz, Land, Landleben
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REZENSIONEN
Bewertet von stricki, seehase1977 und andere
stricki
seehase1977
renee
Impulsmord Eine Frau verliebt sich in einen Mann. Einen verheirateten Mann, Vater von 2 Töchtern. Sie wird seine Klavierlehrerin, mehr passiert nicht. Erst nachdem seine Frau die jüngste Tochter tötet, kommen die beiden zusammen. Was für eine ungewöhnliche Idee für ein Buch! Wie kann man sich in jemand verlieben, der eine solche Tat mit erleben muss, vor allem wenn niemand weiß, was wirklich geschehen ist. Ein Kind ist tot, eins spurlos verschwunden, die Mutter geht ins Gefängnis. Der Begehrte, Wade, ein Mann mit beginnender Demenz. Erblich bedingt, er weiß was ihn erwartet. Deshalb auch die Klavierstunden, als Gedächtnistraining. Ann, die Lehrerin, ist eher Typ "alte Jungfer". Sie lässt sich bedingungslos auf Wade ein, auch seine demenzbedingten Ausbrüche, die durchaus etwas Gewalttätiges haben, schrecken sie nicht ab. Sie liebt Wade, sie zieht zu ihm, sie will wissen, was da passiert ist. Von ihm erfährt sie wenig, und täglich werden seine Erinnerung weniger. Das Buch arbeitet mit Zeitsprüngen, die Geschichte wird aus der Perspektive der verschiedenen Personen beschrieben. Auch die inhaftierte Mutter Jenny und deren Zelleninsassinnen kommen zu Wort. Nur eine Figur bleibt stumm. Was ich sehr bedauert habe, weil sie mich sehr interessiert hätte. Was ist passiert? Stück für Stück offenbart sich die Tragödie. Das Grauen. Hätte es verhindert werden können? Was wäre gewesen, wenn Wade und Ann sich nie begegnet wären? Wäre Jenny trotzdem zur Mörderin geworden? Warum hat Ann Wade geliebt? Warum hilft Ann Jenny? Wer ist hier Täter und wer Opfer, und was, wenn man das so schwarz-weiß nicht beantworten kann? Emily Ruskovich wirft spannende Fragen auf. Familien zerbrechen, weil einer sich in jemand Neues verliebt, Kinder zanken, Mütter reagieren impulsiv, leidenschaftlich. Väter auch. Oder auch nicht. Vieles ist möglich. Manche Taten kann man nicht rückgängig machen, auch ewige Reue und Buße ändern nichts. Niemand kennt alle Puzzleteilchen - außer der Leserin, die in einer exponierten Lage ist, die das wahre Leben so nie präsentiert. Ja, das Ende ist etwas pathetisch. Aber eigentlich passt es ganz gut. Ein besseres fällt mir spontan nicht ein. Ein schönes, tiefgründiges Buch, das mehr Fragen aufwirft, als das es sie beantwortet. Wer das mag, ist hier richtig.
3 Wows
Idaho – Eine tragische Geschichte atmosphärisch erzählt Idaho, USA: Familie Mitchell hat sich einen flirrend heißen Tag ausgesucht, um im Wald das Brennholz für den bevorstehenden Winter einzuholen. Die beiden Mädchen May und June spielen ganz in der Nähe. Jenny, die Mutter hat ein Beil in der Hand und dann, nur wenige Augenblicke später, wird die stille Idylle für immer zerstört. Von einem Tag auf den anderen ist Wades Leben zerbrochen, die jüngste Tochter tot, seine Frau zu lebenslanger Haft verurteilt und June, Wades ältere Tochter seit dem tragischen Vorfall spurlos verschwunden. Vielleicht ist es ein Segen, dass Wade Mitchell schon früh an Demenz erkrankt, bald wird er sich an nichts aus seinem Leben mehr erinnern können. Seine zweite Frau Ann kümmert sich dennoch rührend um ihren Mann. Sie wird nie erfahren, was damals wirklich geschehen ist, aber siemacht sich dennoch auf die Suche nach der Wahrheit… Meine Meinung: Der Roman „Idaho“ von Emily Ruskovich ist mir durch sein schönes Cover ins Auge gesprungen und hat durch den mysteriös klingenden Klappentext meine Neugier geweckt. Interessant fand ich die eher enttäuschenden Meinungen zu diesem Buch, weshalb ich mir unbedingt ohne große Erwartungshaltung ein eigenes Bild verschaffen wollte. Emily Ruskovich hat mir mit ihrem Debüt, von einigen Kritikpunkten einmal abgesehen, schöne Lesestunden beschert. Von dem Gedanken, dass es sich bei diesem Buch um einen Krimi oder gar Thriller handelt, wie man aufgrund des Klappentextes durchaus annehmen kann, muss man sich relativ schnell verabschieden. Die Autorin schafft es zwar aufgrund ihres, wie ich finde, sehr schönen Schreibstils und ihrer feinen und wortgewandten Sprache, eine düstere und bedrückende Atmosphäre zu schaffen, mit einem Kriminalroman hat man es hier aber definitiv nicht zu tun. Vielmehr beleuchtet Ruskovich in ihrer Story Menschen, die alle mehr oder weniger in Verbindung mit dem Verbrechen auf dem Berg stehen oder gestanden haben. Man taucht ein in deren Geschichten, geht darin auf, versinkt manchmal darin. Als ungewöhnlich und manchmal etwas sehr störend empfand ich die ständigen Zeitsprünge. Ruskovich bedient sich einem Zeitraum von 1973 bis 2025 und wechselt fast willkürlich in die verschiedenen Jahrgänge. Diese Sprünge erfordern die volle Aufmerksamkeit des Lesers, da man sonst leicht den Faden verlieren kann. Man weiß nie so recht, welche Person gerade zu Wort kommt, ob man sie schon kennt und sie nur älter geworden ist, oder ob man sie erst neu kennen lernen wird. Dies ist manchmal sehr verwirrend und auch ein bisschen anstrengend. Aufgrund der vielen im Roman vorkommenden Personen ist es schwer, einzelne Charaktere hervorzuheben. Die Hauptprotagonistin ist sicherlich Ann, die durch die Tragödie, die ihrem Mann Wade und seiner Familie auf dem Berg widerfahren ist und die Ungewissheit, was damals wirklich geschehen ist, nicht zur Ruhe kommt und nach Wahrheiten sucht, die es vielleicht gar nicht gibt. Durch die Demenz ihres Mannes steigert sich Ann regelrecht in die Suche nach Antworten hinein. Ihre Art und ihr Handeln waren mir nicht immer sympathisch und doch hätte ich mir niemand anderen für diese Rolle vorstellen können. Der rätselhafte Mord, die Wahrheit über die Geschehnisse an diesem schicksalhaften Sommertag und Junes Verschwinden, werden nicht aufgeklärt, am Ende weiß man nicht mehr als zu Beginn der Geschichte. Mein erstes Empfinden war Enttäuschung, denn schließlich habe ich während des gesamten Buches den Antworten entgegen gefiebert. Emily Ruskovich lässt dem Leser hier Freiraum für eigene Gedanken, Spekulationen und Interpretationen. Mein Fazit: Emily Ruskovichs Debütroman „Idaho“ lebt definitiv von ihren unheimlich schönen Schreibstil und der feinen, sensiblen und bildhaften Sprache. Sie ließ mich hinein tauchen in die Geschichte und zeichnete eine wunderschöne, aber auch rauhe und wilde Landschaft vor meinem inneren Auge. Ruskovich macht deutlich, dass man lernen muss, mit Begebenheiten und Tatsachen umzugehen, auch wenn wir sie nicht verstehen und auch nicht vergessen können. Hin und wieder muss man Dinge oder Geschehnisse hinnehmen, denn es kann nicht für alles Antworten geben, so sehr man sich diese auch manchmal wünscht. Für mein Gefühl waren es etwas zu viele und zu extreme Zeitsprünge, die für ein flüssiges Lesen der Geschichte manchmal etwas hinderlich waren. Obwohl ich aus den bereits gelesenen Meinungen zum Buch wusste, dass es am Schluss keine Aufklärung über die Ereignisse geben wird, war ich doch ein klitzekleines bisschen enttäuscht über das abrupte Ende, so hat irgendwie doch der allerletzte Kick gefehlt. Alles in allem hat mir „Idaho“ aber gut gefallen.
7 Wows
Was geschah auf dem Mount Loeil Dieser Roman ist eine etwas verworrene Geschichte, in der es um Realität und Irrealität geht. Der Leser muss sich mit einer Geschichte befassen, die aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird, wobei letztendlich das klärende Gespräch der betroffenen Personen nicht so richtig erfolgt. Es werden eher viele verschiedene Vermutungen präsentiert, der geneigte Leser darf sich aus diesen unterschiedlichen Gedanken, teils mit realem, teils mit irrealem Hintergrund seine eigenen Gedanken machen. Es geht um reale Erinnerungen und die pure Einbildungskraft. Und wir Leser fragen uns zum Teil, was ist wahr/real. Der Roman ist nicht chronologisch geordnet und auch immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, was die sowieso schon verwirrende Geschichte noch etwas verworrener gestaltet. Aber mir persönlich sehr gefällt. Ich liebe dieses Hin- und Herspringen. Und ich liebe auch den Sprachklang der Ruskovich. Und ich liebe die Art, in der Ruskovich ihre Charaktere zeichnet, denn genau das macht sie grandios. Diese Autorin hat Potenzial und ich denke wir werden noch von ihr hören. Dieser Roman entwickelt außerdem eine starke Sogwirkung. Zur Handlung: Wade, Jenny und ihre zwei Töchter June und May fahren an einem Augusttag im Jahre 1995 zum Holzholen auf den Mount Loeil, dabei kommt es zu einem folgeschweren Unglück. Die kleine Tochter May wird erschlagen, die größere Tochter verschwindet spurlos, die Ehefrau Jenny bezichtigt sich der Tat und geht ins Gefängnis, der Familienvater Wade bleibt allein zurück. Wobei nicht wirklich klar wird ob dies auch so war. Für mich ergeben sich zwei Deutungsmöglichkeiten, wobei es im Buch zu keiner eindeutigen Lösung kommt. Erschwerend kommt hinzu, das in der Familie von Wade die frühe Form der Demenz vorkommt, was Wade in einer nachvollziehbaren Weise Angst bereitet und zu dem familiären Drama noch dazukommt. Wade hatte vor dem Unfall in der Schule die Lehrerin Ann kennengelernt, hatte dort Klavierstunden genommen, weil er gehört hatte, dass Klavierspielen den Degenerationsprozess des Gehirns eventuell verlangsamen könnte. In der Zeit entsteht eine Nähe zwischen den Beiden, dies mündet schließlich in die Heirat und das Zusammenziehen von Ann und Wade. Ann weiß um die Geschehnisse beim Holzholen und versucht ihrerseits in einer etwas skurrilen Art für sich Licht ins Dunkel der Geschehnisse von damals zu bringen. Wade's Erkrankung wird nun nach acht Jahren Ehe schlimmer und mündet schon in gewissen Gewaltausbrüchen seiner Ehefrau gegenüber, die sie versucht zu ertragen, bei mir aber eine Angst auslöste und die Frage wie weit das noch gehen sollte. In dem Buch werden die Geschehnisse zwischen den Jahren 1973 und 2025 dargestellt, es werden die Sichten der verschiedenen Hauptakteure des Romans gezeigt, und auch ihr Beziehungsgeflecht untereinander, dadurch bekommt der interessierte Leser Einblicke und kann sich seine eigenen Gedanken machen und für sich selbst nach Deutungen suchen. Denn es wird am Ende nichts aufgelöst, es werden keine Fakten präsentiert, das dürfen wir Leser für uns selbst entscheiden. Was ich aber als nicht störend empfand, denn die Charakterzeichnungen der Ruskovich geben genug Raum für Lösungen ab.
2 Wows
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