mojoreads
Community
!
lesen will
!
lese ich
!
gelesen
!
INFO
!
MOJOS
!
REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Was wäre, wenn selbst die Gedanken lesbar wären? Könnt ihr die Wahrheit hören? Nicht alle sind wahrhaftig genug, um die Wahrheit zu hören, das ist das Traurige. Sie könnte eine Brücke zwischen den Menschen sein - nun ja, solange sie freiwillig ist, solange sie als ein Geschenk gegeben und als ein Geschenk empfangen wird. Ist es nicht eigenartig, dass alles seinen Wert verliert, sobald es aufhört ein Geschenk zu sein - selbst die Wahrheit? Aktueller denn je: "Kallocain", der große dystopische Roman von Karin Boye - in dem Menschen gelernt haben, sich gegenseitig zu kontrollieren, und verlernt haben, sich selbst und anderen zu vertrauen. Was wäre, wenn selbst die Gedanken unfrei wären? Mit einer Wahrheitsdroge hat der Chemiker Leo Kall einen Weg in die Seelen seiner Mitbürger gefunden. Die neue Verhörmethode des Staates übernimmt die Kontrolle über die Menschen. Staatsfeindliche Gedanken werden entlarvt, alle Bürger auf Linie gebracht, Ehen gewöhnlich als reine Zweckgemeinschaft geschlossen, um dem Staat Kinder zu schenken. Doch im Geheimen regt sich Widerstand. Manche Menschen suchen Lebenssinn jenseits der offiziellen Doktrin. Auch Leo Kall beginnt zu zweifeln und seine Rolle als loyaler Mitsoldat in Frage zu stellen. Dennoch möchte er mit Hilfe des Wahrheitsserums herausfinden, ob seine Frau ein Verhältnis hat ...
BIOGRAFIE
Karin Boye (1900 bis 1941) war eine schwedische Schriftstellerin und Lyrikerin. Wie viele Intellektuelle der Zwischenkriegszeit kehrte sie enttäuscht und desillusioniert von einem Aufenthalt in der Sowjetunion zurück. "Kallocain" gilt als ihr Hauptwerk und wird in einem Atemzug mit Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" und George Orwells "1984" genannt. Peter Weiss setzte ihr im dritten Band seiner "Ästhetik des Widerstands" ein literarisches Denkmal. Karin Boye nahm sich 1941 in einem Wald bei Alingsås das Leben.

PRODUKTDETAILS

MOJOS
!
Hat dieses Buch Mojo?
Dann lass uns wissen, warum wir es lesen sollten!
REZENSIONEN
Bewertet von kats_bookworld und Señor Rolando
kats_bookworld
sr_rolando
kats_bookworld
Nachdem ich schon "1984" von George Orwell zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, konnte auch "Kallocain " nicht an mir vorbei. Und es ist großartig! Anfangs hatte "Kallocain" einige Parallelen zu "1984" wie z.B. der Staat, der überwacht. Bei Orwell ist es das Auge, in "Kallocain" ist es das Polizeiauge . Auch im Schlafzimmer muss man damit rechnen beobachtet und belauscht zu werden. Leo Kall ist in Kallocain der Protagonist, der sein Leben im Buchformat erzählt. Er ist Chemiker in einem Labor und lebt mit seiner Frau und drei Kindern zusammen. Das Leben spielt sich unter der Erde ab. Der achtjährige Sohn ist zu Beginn der Handlung zu Besuch. Ab sieben Jahren werden die Kinder in dem Weltstaat in einen anderen Ort zur Militärausbildung geschickt. An Anfang ist Leo sehr positiv gestimmt . Eine glückliche Famile in einem Überwachungsstaat, aber im Laufe der Handlung bröckelt die Fassade und Leo merkt dass nicht nur er mit sich zu kämpfen hat sondern auch seine Frau.  Kall merkt, dass er anders denkt, als er sollte und das hasst er, aber er kann seine Gedanken und Neugier zu einer anderen Welt außerhalb seiner eigenen nicht stoppen. Und dann macht er die Erfindung für den Staat schlechthin. Kallocain. Eine Spritze davon und die Wahrheit sprudelt aus den Menschen heraus.  Diese Mixtur kann zukünftige Befragungen ob gerecht oder nicht schneller vorantreiben und beenden. Doch was ist die Wahrheit? Leo ist verwirrt. Sein Zustand wird an einer Stelle sogar als fiebrig beschrieben.  Wie hat mir Kallocain gefallen? Sehr gut sogar. Wichtig zu erwähnen ist hierbei auch die Biografie der Autorin Karin Boye, die zu ihren Lebzeiten selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hatte und wohl auch mit einen rießigen Gefühlswiirwar wie Leo Kalk zu leben hatte.  Anhand des Covers kann man nicht alleine sagen, worum es in dem Roman geht. Der Klappentext hilft nur bedingt, es ist aber  offensichtlich, dass es dich hierbei um eine Dystopie handelt. Totalitarismus, Überwachung und Distanz zu anderen stehen hier im Vordergrund. Interessant ist das er acht Jahre vor Orwells 1984 verfasst worden ist und versteckte Kritik an der damaligen Lage enthält. Ein sehr zum Denken anregender Roman!
Wow
Dieses ist eine recht sauber gezeichnete Dystopie. Viel mehr Weltuntergang als eine totale Kontrolle allen Handelns und Denkens kann es ja kaum geben. Und natürlich ist dieses Buch auch eine Utopie, weil sich trotzdem immer noch jemand rührt, trotzdem jemand aufbegehrt, trotzdem Menschen noch frei denken. Sie äußern diese Wahrheiten unter dem Einfluss der Droge, klar. Aber auf den Punkt gebracht wird die Absurdität des Totalitarismus ganz wundervoll an dem Punkt, zu welchem Leos Frau Linda ganz freiwillig ihre Systemkritik vorträgt. Ausgelöst von seinem Drang, ihr eine Affäre mit seinem Chef zu entlocken, lässt sie ihre Gedanken endlich frei, schildert, dass die Liebe zu ihren Kindern stärker als ihre Treue zum Staat ist, dass sie auch ihn, Leo, tief in ihrem Herzen eigentlich loswerden, töten gar, möchte und wirft ihm damit sein Mißtrauen gnadenlos und verstärkt um die Ohren. Es ist faszinierend. Dieser Text ist 1940 erschienen und natürlich drängt sich der Vergleich zu Aldous Huxleys Schöne neue Welt von 1932 sowie George Orwells 1984 (erschienen: 1949) auf. Aber ohne, dass ich konkret die Ursache dafür greifen kann, scheint Kallocain besser gealtert zu sein. Dieses Buch kann man auch jetzt nach 80 Jahre noch ganz hervorragend lesen, ohne dass es altertümlich wirkt, ohne dass es in den Augen staubt und leider auch ohne, dass es antiquiert wirkt und die gezeigte, dystopische Welt unvorstellbar erscheint. Dieser Text wirkt ganz furchtbar aktuell. (https://sr-rolando.com/2019/02/24/54readskb/)
2 Wows
Deutsch
  
Englisch
mojoreads Instamojoreads Twittermojoreads Facebook