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Behrouz Boochani, Omid Tofighian

Kein Freund außer den Bergen

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ZUSAMMENFASSUNG
»Die zornige Stimme der Internierten« – Süddeutsche Zeitung

Der kurdisch-iranische Journalist Behrouz Boochani wurde Anfang 2013 auf der berüchtigten Abschiebeinsel Manus Island in einem von Australien betriebenen Auffanglager als staatenloser Flüchtling interniert. Bald wurde er als Sprecher der unter unfassbaren Zuständen festgehaltenen »Boatpeople« erneut zur Zielscheibe von Repression und Erniedrigung. Die bewegende Geschichte seiner Flucht und seiner über sechs Jahre andauernden Inhaftierung hat er über Monate hinweg als Kurznachrichtengewitter an seinen Übersetzer geschrieben. Satz für Satz. Auf einem Handy.
»Woher bin ich gekommen? Aus dem Land der Flüsse, dem Land der Wasserfälle, dem Land der uralten Gesänge, dem Land der Berge [...]. Die Leute rannten in die Berge, um den Kriegsflugzeugen zu entkommen, und sie fanden Asyl in ihren Walnusswäldern [...]. Haben Kurden noch irgendwelche anderen Freunde, außer den Bergen?«

BIOGRAFIE
Behrouz Boochani, geboren 1983, ist ein kurdisch-iranischer Journalist, Autor und Filmemacher. Bis zu seiner Flucht vor der Verfolgung durch die iranischen Sicherheitsbehörden im Jahr 2012 war er in Teheran Chefredakteur eines liberalen Magazins für Politik und Kultur. Als politischer Gefangener der australischen Regierung war er fast sieben Jahre lang in Papua-Neuguinea inhaftiert. Trotz der teils massiven Einschränkungen erscheinen seine Texte regelmäßig in zahlreichen Zeitungen und Nachrichtenportalen, darunter The Guardian, Huffington Post, Financial Times und Sydney Morning Herald. Für seinen Satz für Satz auf einem Mobiltelefon geschriebenen, autobiografischen Roman »No Friend But The Mountains« erhielt er Anfang 2019 den wichtigsten Australischen Literaturpreis. Außerdem ist er Preisträger zahlreicher Menschenrechts-, Journalismus- und Aktivismuspreise, u.a. des »Anna-Politkowskaja-Awards for Journalism 2018«. Keinen dieser Preise konnte er bislang persönlich in Empfang nehmen. Auf Druck internationaler Organisationen und mit Hilfe zahlreicher Unterstützer kam er im November 2019 endlich frei und lebt seitdem als geduldeter politischer Flüchtling in Neuseeland.
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REZENSIONEN
Bewertet von tamysbooks
tamysbooks
Ich versuche nun schon seit gestern Nachmittag, das in Worte zu fassen, was ich über dieses Buch denke. Ich glaube, dieses Buch ist gerade absolut aktuell, wenn vielleicht auch auf eine andere Art und Weise und JEDER sollte dieses Buch lesen. Vor allem bestimmte Menschen, denen ich hier aber keine Plattform bieten werde. Ja, mein Account ist klein, aber es gibt Menschen auf dieser Welt, die haben nicht mal zwei Follower verdient, um ihnen ihr Gedankengut zu präsentieren. Aber nun zum Buch. Fangen wir vorne an. Dieses Buch wurde hauptsächlich auf einem Handy geschrieben. AUF EINEM HANDY. Mitten in einem Gefängnis auf Manus Island für Flüchtlinge, die nach Australien wollte. Ich kann das gar nicht begreifen. Vierhundert Seiten. Ja, Behrouz Boochani hat dieses Buch nicht alleine verfasst, er hatte Gott sei Dank Helfer von außen, die dieses Buch auch direkt auf Englisch übersetzten, damit so viele Menschen wie möglich dieses Buch lesen können. Dennoch. Dieser Mann sitzt in einem Gefängnis. Für gar nichts. Einfach dafür, dass er aufgrund von politischer Verfolgung aus seinem Heimatland flüchten wollte und sich auf einem Boot nach Australien aufgemacht hat. Er sitzt also da auf einer Insel fest, unter den widrigsten Bedingungen und schreibt ein Buch auf seinem Handy. Und wie er dies auch noch tut. Ihr müsst dieses Buch lesen. Ich musste schon im Vorwort weinen, weil mich dieses schon so berührt hat. Wie oft ich zwischendurch Tränen in den Augen hatte bleibt mein Geheimnis. Die Schreibweise ist einfach so wunderschön und ich werde es auf jeden Fall auch nochmal auf Englisch lesen. Man hat das Gefühl, selbst auf dieser Insel zu sein. Und trotz aller Umstände, gibt es immer wieder liebevolle Beschreibungen von Mitinsassen und Pflanzen. Das Gute wird selbst unter diesen Bedingungen gesehen. Ich möchte jetzt gar nicht weiter über die „Handlung“ reden und ich kann auch nichts zu den Charakteren sagen. Nein, ich kann mich nicht in Herrn Boochani hineinversetzen, weil ich das unfassbare Glück hatte, bisher noch nie in so eine Situation getrieben worden zu sein. Lest bitte einfach das Buch. Er schreibt, dass das sein Wunsch ist, dass so viele Leute wie möglich sein Buch lesen. Und das hat er verdient. Wir sollten seinen Wunsch erfüllen. Und dann wird es uns vielleicht leichter fallen, zu verstehen, was in einigen Teilen dieser Welt passiert. Und auch wenn in Griechenland nicht genau diese Situation herrscht, so ist sie doch ähnlich genug. Wir dürfen darüber nicht schweigen. Niemand hier muss das gut finden, aber die Wahrheit sollte jeder aushalten.
Wow
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