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Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.
BIOGRAFIE
Neal Shusterman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Autoren für Kinder und Jugendliche. Er wuchs in Brooklyn auf und studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Kompass ohne Norden basiert auf Shustermans Erfahrungen mit der Schizophrenie seines Sohnes Brendan. Die deutsche Ausgabe erschien 2018 bei Hanser. Für Kompass ohne Norden wurde Neal Shusterman 2015 mit dem National Book Award und 2019 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (Preis der Jugendjury) ausgezeichnet.
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REZENSIONEN
Bewertet von Caro, neniswelt und 3 andere
caro_w
neniswelt
sophiereads
einlachgummi
mitten1oomorgenwald
Der Inhalt: Zu diesem Buch lässt sich inhaltlich gar nicht so viel sagen. Nur so viel: Es geht um Caden, der eigentlich das ganz normale Leben eines Teenagers führt. Bis der Kapitän in sein Leben tritt und Caden langsam nicht mehr weiß, wo die Realität beginnt und das Fantastische aufhört. Klingt verrückt? Ist es auch! Aber genau deshalb lohnt es sich sowas von, dieses Buch zu lesen! In diesem Buch geht es nämlich um die psychische Krankheit Schizophrenie. Caden erkrankt daran schon in jungen Jahren und es dauert einige Zeit, bis seine Eltern und Freunde merken, dass etwas nicht stimmt. Das Schlimmste daran ist, dass er selbst es nicht bemerkt, weil diese Krankheit ihm eine andere Realität vorgaukelt. Sie lässt ihn paranoid werden und an den alltäglichsten Dingen zweifeln. Und sie nimmt ihn mit auf ein Schiff. Ein Schiff, auf dem der Kapitän das Sagen hat und dessen Fahrt auf den tiefsten Grund der Erde enden wird: Im Marianengraben. Meine Meinung: Das Buch erzählt Cadens Geschichte und wie er durch die Tiefen seiner Krankheit gehen muss. Es ist einfach genial geschrieben und ich bin immer noch vollkommen begeistert, von dieser Meisterleistung des Autors. Die Art, wie er diese Geschichte erzählt, ist einfach nur toll! Ich kann dazu leider nicht mehr sagen, weil ich euch sonst den Clou der Geschichte schon verraten würde und da müsst ihr schon selbst hinter kommen! Was mir sonst noch besonders gut gefallen hat, ist dass man sofort spürt, wie persönlich dieses Buch für Neal Shusterman ist. Es gibt ein Vorwort und noch ein abschließendes kurzes Interview, in denen er viel über sein Buch spricht und erzählt, dass es die Geschichte seines eigenen Sohnes widerspiegelt. Dass in diesem Buch so viel Herz steckt, merkt man auf jeder Seite! Ich finde es gut, dass die Geschichte nicht einfach nur so abgedruckt, sondern auch in einen Kontext gesetzt wurde. Durch die gegebenen Hintergrundinformationen versteht man die Geschichte gleich noch viel besser und mich hat sie deswegen umso mehr berührt. Von meiner Seite gibt es deswegen eine ganz klare Leseempfehlung! Und zwar an alle! Ob jung oder alt! Meiner Meinung nach ist dieses Buch der beste Weg sich über psychische Krankheiten und die Menschen, die unter ihnen leiden müssen, zu informieren und vielleicht ein bisschen offener ihnen gegenüber zu werden.
Wow
Allein das dieses Buch von Neal Shusterman ist, hat mich angesprochen. Dabei ging es mir ehrlich gesagt nicht ums Cover oder worum es geht. In diesem Moment war es mir egal. Ein neues Buch von Neal Shusterman? Das muss ich lesen! :D Der Schreibstil von Neal Shusterman oder wie ich ihn liebevoll nenne, Nealy Boy, war grandios! Ich liebe ihn und bin nur so durch die Seiten geflogen. In der Geschichte geht es nämlich um Caden, der immer mehr und mehr in Wahnvorstellungen abdriftet. Er leidet an Schizophrenie und bis zu diesem Buch war mir das Ausmaß der Krankheit in keinster Weise bewusst. Durch die Krankheit ist das Buch aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben, aber irgendwie auch nicht. Meistens aus der Ich-Perspektive von Caden, aber in seinen Vorstellungen wird man als Leser auch in der Du-Form angesprochen. Dies nimmt einen völlig mit. So ging es mir zumindest. Es war wirklich ganz toll umgesetzt! Du siehst Dämonen in den Augen der Welt, und die Welt sieht in deinen einen bodenlosen Abgrund. Ich war immer wieder emotional sehr von der Geschichte mitgenommen. Was Caden durchmacht ist der Wahnsinn... im wahrsten Sinne des Wortes. Es fängt ganz langsam an und steigert sich dann ins Unermessliche, sodass man als Leser selbst nicht mehr weiß, wer was darstellen soll und was es mit allem auf sich hat. Die Handlung besteht darin, dass er sich halt hin und wieder dann auch auf einen Schiff befindet bzw. sich das vorstellt oder eher gesagt die Schizophrenie ihn da hinbringt. Das ist einfach so krass. Ich finde Neal Shusterman hat hier ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich kann mir vorstellen, dass Betroffene der Krankheit wirklich so empfinden. Man erfährt von Caden so einiges. Man erlebt mit ihm den Schmerz, dass ihn niemand versteht und auch viel viel Angst, die er durchlebt. Die Sorgen seiner Eltern. Diese Geschichte spielt sich auf super vielen Ebenen ab. Ich kann das gar nicht genau in Worte fassen. Mir fällt das gerade wirklich schwer, weil ich das was ich gefühlt habe, gerade nicht in Worte fassen kann. Es gibt ein Vorwort des Autors, was ich wirklich für angebracht halte. Allein dieses hat mich emotional schon sehr berührt, aber auch das Interview am Ende des Buches. Was mir leider ein wenig gefehlt hat ist die Aufklärung der Wahnvorstellungen. Einiges konnte man sich zusammenreimen, manches aber auch nicht. Allerdings denke ich auch, dass wenn man das Buch nochmal liest, einiges dann umso klarer wird. Ich werde es auf jeden Fall nochmal lesen, schon allein, weil ich jetzt mehr Infos habe, da doch einiges aufgeklärt wurde und vielleicht reimt sich dann so auch der Rest zusammen. :) Nichts macht mir mehr Angst, als nie zu wissen, was du im nächsten Moment glauben wirst. Dieses Buch ist kein Spannungsroman, er ist eine reale (aber frei erfundene) Geschichte. Dennoch war ich total von Caden eingenommen. Ich wollte ihn verstehen, habe es versucht, bin aber gescheitert. Aber genau das hat es für mich so interessant gemacht. Es geht hier also nicht im Spannung oder tolle Charaktere, sondern um den ewigen Kampf gegen eine richtig gemeine Krankheit! Dazu gibt es noch Illustrationen die der Sohn des Autors selbst gemalt hat und um die er seine Geschichte geschrieben. Sowas liebe ich ja! Ich weiß nicht, ob man es raushört, aber ich bin sehr begeistert. Allerdings ist es durch die Wahnvorstellungen auch teilweise sehr anstregend zu lesen gewesen. Ihr müsst euch also auch etwas konzentrieren beim Lesen und es ist daher auch nichts für Zwischendurch. Volle Konzentration ist gefragt! Fazit Die Umsetzung der Grundidee war grandios und ich finde, dass es zu Recht den Deutschen Literatur Preis bekommen hat. Ein absolut überragendes Jugendbuch, dass ich Groß und Klein nur empfehlen kann! Neal Shusterman hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet! Am Ende habe ich einfach nur geweint und war völlig fertig. Für mich ein ausgezeichnetes Buch. :) Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag. Eure Neni ♥
1 Wow
Caden ist eigentlich ein ganz normaler 15-jähriger Junge. Aber es gibt diese Momente in seinem Leben, da ist er Teil einer Schiffbesatzung auf einem Schiff mit besonderem Ziel. Die tiefste Stelle des Meeres im Marianengraben wollen sie messen und Caden, der wenig Ahnung von Navigation hat, soll sie führen. Dann wieder ist Caden ein ganz normaler Schüler und glaubt, ein Mitschüler wolle ihn umbringen. Und immer wieder das Schiff, das Schiff, der einäugige Kapitän, sein einäugiger Papagei. Als sowohl der Kapitän als auch der Papagei von ihm verlangen, den jeweils anderen zu töten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Caden muss erkennen, was seine Mitmenschen von der ganzen Sache halten: Schizophrenie lautet die Diagnose. Auf Neal Shustermans Roman muss man sich sehr einlassen. Man wird in das Geschehen geworfen und weiß nicht recht, wo oben und unten sind. Die Zeit auf dem Schiff verläuft seitwärts wie eine Krabbe, die Mannschaft ist äußerst sonderbar und das Schiff scheint geradezu riesig. Und dann wieder ist Caden ein normaler Junge mit einer Schwester und Eltern, kein Schiff weit und breit. Am Anfang weiß man so gut wie nichts von ihm und wird in die surreal wirkende Welt des Schiffes eingeführt, die nicht so recht Sinn ergibt, aber doch sehr faszinierend wirkt. Erst nach und nach wird Einiges klar. Lässt man die anfängliche Verwirrung zu, wird „Kompass ohne Norden“ zu einer tollen und faszinierenden Lektüre. Neal Shusterman, in Deutschland bekannt durch seine Reihen „Scythe“ und „Vollendet“, bei denen es sich um Dystopien für Jugendliche handelt, beweist mit diesem Roman, dass er noch mehr kann. Er wagt sich an ein ernstes Thema und setzt dieses ungewöhnlich, aber sehr genial um. Der Roman ist einmalige Lektüre mit einer ganz besonderen Note und hallt noch leicht nach. Sehr lesenswert – nicht nur für Jugendliche ab 14 Jahren!
1 Wow
Ich liege auf dem Bett und warte darauf, dass die Welt untergeht. Seite 300 Ich war sehr gespannt auf Kompass ohne Norden, nicht nur weil es von einem Jungen mit der Diagnose Schizophrenie handelt. Sondern auch weil ich von Neal Shusterman Scythe gelesen hatte und es richtig genial fand. Da habe ich mich gefragt, ob der Autor auch ein Jugendbuch mit so einem schwierigen Thema schreiben kann. Er kann. Gleich das Vorwort macht deutlich, er weiß wovon er schreibt. So hat sein Sohn Brendan, von dem auch die Zeichnungen im Buch sind, ihn erst auf die Idee zu der Geschichte gebracht Viel von dem wie Brandan sich damals gefühlt hat bzw. seine Umgebung wahrgenommen hat, sind in das Buch mit eingeflossen.  Caden ist beliebt, er designt mit seinen Freunden ein Videospiel in der Freizeit und zeichnet gerne, alles ganz normal. Bis sein Verstand nicht mehr mitspielt. Immer öfter befindet er sich auf einem Schiff, mit einem Kapitän der ihm nichts gutes will. Der Papagei warnt ihn zwar, doch wem kann er noch vertrauen? Und auch in der Schule ist da dieser Junge, der schaut ihn so komisch an, bestimmt will er ihn umbringen. Und auch der Blick von der Frau auf der anderen Straße, sie plant etwas, vielleicht will sie das Haus seiner Familie anzünden. Caden kommt dem Abgrund immer näher. Gefangen in seinem Kopf und doch nicht mehr in sich selbst. Früher hatte ich Angst zu Sterben. Jetzt habe ich Angst, nicht zu leben. Seite 188 Zunächst hatte ich Probleme mit der Erzählung auf dem Schiff. Ich komme mit Geschichten in Geschichten nicht gut klar, der Bezug zur Krankheit und der Psychiatrie war mir zwar schnell klar, doch tat ich mich da lange schwer. Dies ist auch der Grund, wieso das Buch nicht die volle Punktzahl bekommt. Mit der Zeit kam ich auch in diese Geschichte rein. Wie die Krankheit als Kapitän dargestellt wurde, hat mir sehr gut gefallen.  Die Zeichnungen im Buch, welche von dem Sohn von  Neal Shusterman stammen, haben das ganze untermauert und zur Authentizität beigetragen, da Caden auch viel und gerne zeichnet. Allgemein empfand ich das Buch als sehr authentisch. Ich arbeite selbst in einer Psychiatrie und hatte auch schon mit ein paar  schizophrenen Menschen zu tun. Im Berufsleben muss man da oft eine starke Mauer ziehen, um sich selbst zu schützen. Im Gegenzug  konnte ich mich hier auch emotional auf Caden und seinen Leidensweg einlassen. Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Er ist ein intelligent und lieber Junge, der auf seine Art auch versucht den anderen Jugendlichen in der Psychiatrischen Einrichtung zu helfen.  ...und mir geht auf, dass die Dunkelheit das Licht lieben muss. Und doch muss eins das anderen immer töten. Seite 272 Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Betroffenen und Angehörigen Mut machen und Hoffnung geben. Und auch aufklären,denn Aufklärung ist so wichtig. Man sollte meinen Psychische Erkrankungen seien heutzutage kein Tabuthema mehr, und doch herrscht da noch so viel Unwissenheit und Vorurteile. Weswegen ich dieses Buch sehr wichtig finde.   Fazit Wenn du deinem eigenen Verstand nicht mehr trauen kannst, wem dann?  Neal Shusterman erzählt auf eine gefühlvolle und authentische Art die Geschichte von Caden. Sein Leidensweg hat mich sehr berührt.
Wow
mittenim1oomorgenwald
Wie bemerkt man die Anfänge einer Schizophrenie? Und wie ergeht es eigentlich den Angehörigen? Wie fühlt sich die Krankheit an? Und wie sehr schränkt es ein? All diesen Fragen geht Neal Shustermann mit „Kompass ohne Norden“ wortwörtlich auf den Grund. Es erzählt die Geschichte vom erkrankten Caden mit all den Höhen und Tiefen, den Anfängen, Rückfällen und Besserungen. Dabei schreibt er mit so viel Humor aber auch Tiefe, dass man sich manchmal kaum zwischen Schmunzeln und Schluchzen entscheiden kann. Dazu kommt, dass der Autor aus Erfahrung spricht, da sein eigener Sohn ebenfalls erkrankt ist. Das macht die Geschichte nur noch realer… und schmerzhafter. Trotzdem spendet dieses Buch auch sehr viel Trost und Hoffnung. Es hilft, die Krankheit nicht nur auf medizinischer, sondern auch endlich mal auf der Gefühlsebene wenigstens annäherungssweise zu verstehen und räumt dadurch auch einige Klischees aus dem Weg. Dabei hilft auch die Geschichte vom Piratenschiff, die nach und nach klarer verständlich wird und einen parallel an die Hand nimmt. Fazit Ich habe mir für die Geschichte wirklich Zeit gelassen, weil sie berührt und nachdenklich macht. Vor Allem ist „Kompass ohne Norden“ endlich mal ein Buch, wo die schizophrene Person nicht als vollkommen verrückt dargestellt wird wie zB. Gern in Thrillern. Sie wird aber auch nicht beschönigt wie in einem Liebesroman mit Happy End. Es ist das, was es ist: Die Geschichte eines erkrankten Jungen auf dem Weg zur Besserung – mit Höhen Tiefen, Ängsten und Hoffnung.
Wow

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